Ordenswald

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Ordenswald im Frühnebel

Der Ordenswald, dessen Name sich von einem geistlichen Ritterorden herleitet, ist eine Waldfläche im Südosten von Rheinland-Pfalz. Er liegt in der vorderpfälzischen Rheinebene überwiegend auf den Gemarkungen der kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße und der Gemeinde Haßloch.

Geographie

Lage

Teil des Ordenswalds mit dem 5 km entfernten Weinbiet (554 m) im Hintergrund
Der Ordenswald ist die westliche Spitze des Speyerer Walds.[1]

Der gut 6 km² große[2] Ordenswald erstreckt sich, trapezförmig allmählich breiter werdend, östlich des Hügellandes an der Deutschen Weinstraße von West nach Ost ungefähr 5 km weit[2] in die Rheinebene hinein. Sein westlicher Anfang liegt auf 128 m ü. NHN[2] im Südosten des Ortsteils Mußbach, sein südöstliches Ende im weiteren Neustadter Ortsteil Speyerdorf, sein nordöstliches in Haßloch; dort ist die Höhenlage jeweils etwa 117 m.[2]

Geographisch wird der Ordenswald als zum Speyerer Wald gehörig angesehen. Dieser beginnt im Westen mit dem Ordenswald und reicht knapp 18 km in östlicher Richtung bis zum Schifferstadter Wald, zum Stadtwald Speyer und zum Dudenhofener Wald.

Gewässer

Winzinger Wassergescheid: Trennung des Rehbachs nach links vom Speyerbach

Durchflossen wird der Ordenswald in seinem Südteil vom Speyerbach, in seinem Nordteil von dessen linkem Mündungsarm Rehbach, der sich in Neustadt am Winzinger Wassergescheid vom Speyerbach abtrennt.

Am nordwestlichen Beginn des Ordenswalds wird aus dem Rehbach nach rechts der Rückgängergraben abgeleitet. Er fließt anschließend auf gut 3 km im Abstand von 200 bis 400 m etwa parallel zum Rehbach und bewässert dabei den Nordrand des Ordenswalds. Sein Name weist auf die Fortbewegungsart der im Graben vorkommenden Flusskrebse hin. Der Rückgängergraben mündet westlich von Haßloch von rechts in den Rehbach zurück.[3]

Biologie

Vegetation

Auf dem überwiegend aus Sand bestehenden Schuttfächer von Speyerbach und Rehbach gedeihen hauptsächlich anspruchslose Nadelgehölze wie Kiefern und Fichten. Laubbäume wie Buchen sind deutlich seltener anzutreffen. Vor allem die Ränder der Gewässer sind oft mit Binsen und Schilf bestanden.

Fauna

Die größten Säugetiere im Ordenswald sind Schwarz- und Rehwild; Rothirsche gibt es nicht mehr. Als Beutegreifer ist der Fuchs weit verbreitet; seltener kommen Dachs und Baummarder vor.

Geschichte

Bereits im Frühmittelalter gehörte das Waldgebiet zum Mußbacher Herrenhof des Johanniter-, später Malteserordens und kam so zu seinem Namen. Die Gründungsurkunden des Herrenhofes reichen bis ins 7. Jahrhundert zurück.[4]

In der Nacht auf den 13. August 1933 wurden im Jagdbezirk des Kommerzienrats Eugen Abresch auf der Gemarkung des heutigen Neustadter Ortsteils Speyerdorf bei einer Schießerei zwischen zwei Wilderern und vier Ordnungskräften zwei Männer getötet, und zwar einer der Wilderer sowie ein Polizist. Ein Jahr danach wurde am Ort des Ereignisses für den erschossenen Polizisten Arthur Löffler (1898–1933) ein beschrifteter Gedenkstein aufgestellt, den der Volksmund Wildererstein nennt. Später kamen noch zwei Infotafeln hinzu.[5]

Verkehr

Seit den 1970er Jahren wird der Westteil des Waldgebiets in Nord-Süd-Richtung von der Autobahn 65 durchquert, die Ludwigshafen am Rhein mit Karlsruhe verbindet. Erschlossen wird der Ordenswald lediglich durch Forst-, Reit- und Wanderwege.

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Anmerkung: Der eingezeichnete „Klingelbach“ heißt in Wirklichkeit Klingbach.
  2. a b c d Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  3. Geoportal Wasser Rheinland-Pfalz. Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, 2001, abgerufen am 14. September 2014.
  4. Otto Sartorius: Mussbach. Die Geschichte eines Weindorfes. Historischer Verein der Pfalz, Speyer 1959.
  5. Wolfgang Kauer: Schrotkörner in der Lunge. In: Die Rheinpfalz, Mittelhaardter Rundschau. Ludwigshafen 21. Januar 2014, S. 24.