Kea (Vogelart)

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Kea
Kea filtered.jpg

Kea (Nestor notabilis)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Strigopidae
Tribus: Nestorini
Gattung: Nestorpapageien (Nestor)
Art: Kea
Wissenschaftlicher Name
Nestor notabilis
Gould, 1856

Der Kea oder Bergpapagei (Nestor notabilis) ist eine Vogelart aus der Gattung der Nestorpapageien (Nestor), die zur Familie der Strigopidae gehört.

Aussehen

Der etwa 45 Zentimeter lange Kea ist relativ unauffällig gefärbt mit überwiegend olivgrünem Federkleid; die Unterflügeldecken und der Rücken sind orange gefärbt. Er hat einen recht schlanken, hakenförmigen Schnabel.

Verbreitung

Der Kea lebt in den alpinen Regionen der Südinsel Neuseelands, den Neuseeländischen Alpen. In den Wintermonaten, wenn in den Bergen die Nahrung knapp wird, treibt es die Vögel ins Flachland. Der Kea gehört zu den wenigen Papageienarten, die außerhalb der Tropen leben und auch in verschneiten Regionen überwintern können.

Ernährung und Lebensweise

Fliegender Kea
Fliegender Kea
Ein Kea „untersucht“ ein Auto

Der Kea ist ein Allesfresser, der mehr als 40 Pflanzenarten frisst, dazu Käferlarven, andere Vögel (insbesondere Sturmtaucherküken) und Säugetiere jagt, darunter Schafe und Kaninchen. Er wurde dabei gefilmt, wie er unterirdische Nester der Sturmtaucher aufgrub, nachdem er die Küken im Neste gehört hatte.[1] Bei Gelegenheit frißt er auch Aas.

Bei neuseeländischen Farmern kam er in Verruf und wurde von ihnen verfolgt, weil er tote Schafe anfraß. Keas wurden aber auch dabei beobachtet, wie sie lebenden Schafen die Haut aufrissen und Fett aus der Nierengegend fraßen, was ihnen schnell den Ruf eines „Schafsmörders“ einbrachte. J.R. Jackson nahm bereits 1962 an, dass Keas kranke oder verletzte Schafe angreifen.[2] 1993 wurde gefilmt, wie Keas nachts Jagd auf gesunde Schafe machten.[3] Das Video bestätigte somit eine wissenschaftliche Vermutung, nämlich dass die Vögel ihre starken Schnäbel und ihre Klauen nutzen, um die Wolle der Schafe aufzuschlitzen und das Fett vom Rücken zu fressen. Obwohl die Keas die Schafe nicht direkt töten, können diese infolge der Verwundung sterben. Anekdotisch wird von Attacken der Keas auf Kaninchen, Hunde und sogar Pferde berichtet.

Der Kea zählt zu den dämmerungsaktiven Vögeln.[4] Er gilt als besonders neugierig und verspielt. Das „Untersuchen“ von Gegenständen, die von Touristen mitgebracht und unbewacht liegen gelassen wurden, geht häufig nicht ohne Beschädigung einher. Geparkte Autos sind besonders betroffen. Hier werden unter anderem oft Dichtungsgummis an Türen und Fenstern und der Lack mit den kräftigen Schnäbeln bearbeitet. Vor allem Jungtiere finden daran großen Gefallen.

Keas gelten als sehr intelligente Vögel. Sie sind in der Lage, Werkzeuge zu nutzen, ihr eigenes Spiegelbild zu erkennen[5] und haben ein sehr gutes technisches Verständnis. Das Öffnen von geschlossenen Rucksäcken und Mülltonnen gelingt ihnen problemlos.

Gefährdung

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Bis 1970 wurden 150.000 Keas gegen Belohnung geschossen, da sie Säugetiere, vor allem Schafe, wegen ihres Fetts angreifen. Farmer töten jährlich immer noch eine unbekannte Anzahl dieser Vögel. Man vermutet außerdem, dass manche Keas von giftigen Stoffen aus Müllhalden und Orten mit menschlicher Beschäftigung vergiftet werden.

Ferner stellen die Säugetiere, die neu in seinen Lebensraum eingeführt worden sind (z. B. Katzen), möglicherweise eine Gefahr als Fressfeinde dar. Eine Studie im Nelson Lakes National Park zeigte einen drastischen Populationsrückgang zwischen 1999 und 2009, der primär davon ausging, dass Eier und Küken des Keas Opfer von Fressfeinden wurden, zum Beispiel von Fuchskusus. Des Weiteren sind der Ackerbau sowie Tiere wie der Feldhase oder die Gämse wahrscheinlich Ursachen dafür, dass den Keas wichtige Winternahrung in geringerem Ausmaß zur Verfügung steht.

Aus diesen Gründen glaubt man, dass die Populationsgröße der Art abnimmt. Allgemein bekannt ist, dass es sehr schwer ist, eine genaue Schätzung zur Anzahl der lebenden Exemplare anzugeben. Dennoch zeigen manche Untersuchungen auf, dass die Populationsgröße vermutlich klein ist. Die geschätzten Größen schwanken zwischen 1.000 bis 5.000 und bis zu 15.000 Exemplaren. Deswegen listet die IUCN den Kea als gefährdet (vulnerable).

Filmdokumentation

Weblinks

 Commons: Kea (Nestor notabilis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Christina Troup. Birds of open country – kea digging out a shearwater chick, Te Ara – the Encyclopedia of New Zealand, Ministry of Culture and Heritage. Updated 20 November 2009. Accessed 22 January 2010. Dokumentarfilm Kea – Mountain Parrot. Erjagen und Töten der Küken von Meeresvögeln, Part 3, ab 8:00.
  2. Jackson, J.R. (1962). "Do kea attack sheep?" (PDF). Notornis. 10: 33–38.
  3. Dokumentarfilm Kea – Mountain Parrot, Part 4, ab 3:00, insbesondere ab 4:00.
  4. Nestorpapageien. Das Tierlexikon, abgerufen am 5. Januar 2013.
  5. Tobias Rahde: Stufen der mentalen Repräsentation bei Keas (Nestor notabilis). (Dissertation) 2014. S. 100–128 (Online).