Helmut Schoppa

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Helmut Schoppa (* 24. Dezember 1907 in Kattowitz; † 13. August 1980 in Wiesbaden) war ein deutscher Archäologe.

Leben

Schoppa, Sohn eines Lehrers, besuchte die Gymnasien in Kattowitz und Leobschütz. Ab 1926 studierte er in Münster, Bonn und Heidelberg. 1932 wurde er an der Universität Heidelberg promoviert. Anschließend war er bei der Römisch-Germanischen Kommission (1934/1935), dem Landesmuseum Münster (1935/36) und der römischen Abteilung des Wallraf-Richartz-Museums in Köln (ab 1936) tätig.

Seit 1939 war Schoppa Mitarbeiter des neugegründeten Landesamt für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer in Wiesbaden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er dort 1951 Kustos und 1955 Leiter des hessischen Landesamtes für kulturgeschichtliche Altertümer, des Vorläufers des heutigen Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Während seiner Dienstzeit erfolgte der Umzug des Landesamtes in das Schloss Biebrich. Von 1967 bis zum Ruhestand 1972 war Schoppa erster Landesarchäologe von Hessen. Von 1955 bis 1972 war er dazu ehrenamtlicher Leiter der Sammlung Nassauischer Altertümer. Hier oblag ihm die Wiedererrichtung der Ausstellung im Museum Wiesbaden, nachdem die amerikanische Besatzungsbehörde 1958 das Gebäude geräumt hatte.[1]

Schoppa wurde durch seine Ausgrabungstätigkeiten und seine Veröffentlichungen bekannt. Sein Forschungsgebiet war auf die Fundstellen im ehemaligen Herzogtum Nassau, dem preußischen Regierungsbezirk Wiesbaden, konzentriert. Hierbei untersuchte er sowohl römische Denkmäler als auch solche aus der Zeit der Völkerwanderung und der fränkischen Besiedlung des Rhein-Main-Gebietes, so beispielsweise das Gräberfeld von Eltville. Sein weiteres Interesse galt der römischen Kunst in Köln und darüber hinaus im römischen Gallien, Germanien und Britannien.

Helmut Schoppa war seit 1941 Mitglied des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung und stand ihm von 1962 bis 1979 vor.[2] Er übernahm den Vereinsvorsitz von Ferdinand Kutsch, dem Direktor des Museum Wiesbaden. Ab 1953 hatte er einen Lehrauftrag an der Universität Marburg, ab 1962 als Honorarprofessor.

Schriften (Auswahl)

  • Die Darstellung der Perser in der griechischen Kunst bis zum Beginn des Hellenismus. Coburg 1933 (Dissertation).
  • Die Kunst der Römerzeit in Gallien, Germanien und Britannien. Aufnahmen von Helga Schmidt-Glassner. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1957.
  • Die fränkischen Friedhöfe von Weilbach, (Maintaunuskreis). F. Steiner, Wiesbaden 1959.
  • Römische Götterdenkmäler in Köln. Verlag der Löwe, H. Reykers, Köln 1959.
  • Römische Bildkunst in Mainz. F. Steiner, Wiesbaden 1963.
  • Aquae Mattiacorum und Civitas Mattiacorum. In: Bonner Jahrbücher. 172, 1972, S. 228–237.
  • als Mitverfasser: Wiesbaden: Geschichte im Bild von der Römerzeit bis zur Gegenwart. Nobel-Verlag, Essen 1981, ISBN 3-922785-06-9,

Literatur

  • Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. 2. Auflage. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1992.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Winfried Schüler: bewahren erleben verstehen 200 Jahre Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung. Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-9815190-1-3, S. 166.
  2. Winfried Schüler: bewahren erleben verstehen 200 Jahre Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung. Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-9815190-1-3, S. 219.