Geschichte des Saarlandes

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Wappen des Saarlandes mit dem silbernen Löwen der Grafschaft Saarbrücken, dem Kreuz des Erzstiftes und Kurfürstentums Trier, den silbernen Adlern des Herzogtums Lothringen sowie dem goldenen Löwen des wittelsbachischen Herzogtums Pfalz-Zweibrücken; Entwurf des Landesarchivs Saarbrücken aus dem Jahr 1956 unter Bezugnahme auf die wichtigsten historischen Territorien des heutigen Saarlandes

Das Saarland (von 1920 bis 1935 Saargebiet genannt) ist seit 1957/59 ein Land im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland, an der mittleren Saar gelegen. Die Landeshauptstadt ist Saarbrücken.

Hinsichtlich der Antike, der Völkerwanderungszeit und des beginnenden Mittelalters geben reiche archäologische Funde Zeugnisse für die keltische, römische sowie fränkische Besiedelung des Landes. Das Gebiet des heutigen Saarlandes kam im Jahr 925 mit dem fränkischen Lotharingien zum Ostreich, aus dem sich das spätere Heilige Römische Reich entwickelte. In der Zeit des Feudalismus waren das Erzstift und Kurfürstentum Trier, das Herzogtum Lothringen, das wittelsbachische Herzogtum Pfalz-Zweibrücken sowie die Grafschaft Saarbrücken die wichtigsten Territorialherren auf dem Gebiet des heutigen Saarlandes. Mit dem Vertrag von Nürnberg im Jahr 1542, in dem das Reich dem Herzogtum Lothringen eine staatsrechtliche Sonderstellung als freies und unabhängiges Herzogtum zuerkannte, verwandelte sich das Land an der Saar zunehmend in ein umkämpftes Grenzgebiet und stand im Laufe seiner jüngeren Geschichte zeitweise unter dem Einfluss Frankreichs oder dessen staatlicher Hoheit.[1][2] So kam es im Zuge der Reunionspolitik unter König Ludwig XIV. (Province de la Sarre, 1680 bis 1697), infolge der Französischen Revolution bzw. unter Napoleon I. (Département de la Sarre, 1793/98 bis 1815), als Saargebiet (Territoire du Bassin de la Sarre, 1920 bis 1935) und als autonomer Saarstaat (État Sarrois, 1947 bis 1956/59) zu einer Abtrennung von Deutschland. Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert gehörte das Gebiet nach dem Wiener Kongress größtenteils zum Staat Preußen sowie zum Königreich Bayern (1815/16 bis 1918) bzw. nach dem revolutionären Sturz der Monarchie zum Freistaat Preußen und zum Volksstaat Bayern (1918). Eine wesentliche Grundlage für die wirtschaftliche und politische Bedeutung des Landes waren bzw. sind seine reichen Bodenschätze (Steinkohle, Erze), sein Waldreichtum sowie die sich daraus entwickelnde Industrie, die damit zusammenhängende hohe Bevölkerungskonzentration und die stark ausgebaute Infrastruktur.

Inhaltsverzeichnis

Vor- und Frühgeschichte

Zeugnisse menschlicher Besiedlung des heutigen Saarlandes reichen bis in die Altsteinzeit vor rund 100.000 Jahren zurück. Während dieser Zeit zogen Großwildjäger durch das Saartal und hinterließen Faustkeile und Überreste von Lagerplätzen. Funde von Feuersteinmessern sowie steinernen Spitzen von Lanzen und Pfeilen können der jüngeren Altsteinzeit zugeordnet werden. Für die Zeit des letzten Maximums der Eiszeit können keine menschlichen Besiedlunghinterlassenschaften nachgewiesen werden. Mit der Klimaerwärmung des Holozäns vor etwa 10.000 Jahren begannen sich die Flora und Fauna des Saarlandes stark zu verändern, was nicht ohne Auswirkungen auf die Lebensweise der dort lebenden Menschen blieb. Wälder breiteten sich über das Land aus und ersetzten die eiszeitliche Fauna. Da die neu eingewanderten Jagdtiere ortsfest blieben, ermöglichten sie den Menschen an der Saar und ihren Nebenflüssen in der Mittelsteinzeit bessere Ansiedlungen. Mit der weiteren Erwärmung des Klimas in der Jungsteinzeit entwickelten die Menschen anspruchsvollere Steinwerkzeuge und die Landwirtschaft verbreitete sich. Durch Ackerbau und Viehzucht wurde eine ganzjährige Sesshaftigkeit ermöglicht und die Bevölkerung stieg mengenmäßig an. Zeugnisse der neolithischen Revolution im Saarland sind bei archäologischen Grabungen gefundene Getreidemahlsteine in der Nähe von Neunkirchen, Merzig und zahlreichen anderen saarländischen Orten. Ebenso künden geschliffene und polierte Steingeräte und präzis durchbohrte Beilklingen zur Aufnahme von hölzernen Stielen vom handwerklichen Fortschritt. Die große Zahl von aufgefunden Steinbeilen lässt auf eine dichte Besiedelung des Saarlandes zu dieser Zeit schließen. Hinsichtlich der Bodenbearbeitung wurde in Überherrn ein großer durchbohrter Pflugkeil aus Stein gefunden. Große Menhire wie der sieben Meter hohe Gollenstein bei Blieskastel, der größte Menhir Mitteleuropas, oder der fünf Meter hohe Spellenstein bei Rentrisch sind schwer datierbar. Ihre Herstellung und Aufrichtung könnte dem Zeitraum von der Jungsteinzeit bis zur Bronzezeit zuzuordnen sein.

Im 2. Jahrtausend v. Chr. entwickelte sich im Saarland eine Kultur der Metallbearbeitung. Davon zeugen Depotfunde mit Bronzeäxten, Beilen, Schwertern, Trensen und Schmuck, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts bei Straßenbauarbeiten an der mittleren Saar zufällig entdeckt wurden. Bei St. Barbara fand man eine Kupfermine. Im Jahr 2007 entdeckte man in Erfweiler-Ehlingen einen spätbronzezeitlichen Schatz, der wohl wegen einer kriegerischen Bedrohung im Boden versteckt worden war. Mehrere Grabhügel im Saarland geben Zeugnis von der sozialen Herausgehobenheit der Bestatteten und deuten auf eine Adelselite in der Region hin. Durch die Verteilung von Grabfunden zeigen sich Siedlungsschwerpunkte an der Saar und an der Blies, die einen günstigen Ackerbau ermöglichten. Namen und Sprache der damaligen Bewohner des Saarlandes sind bisher unbekannt.[3]

Keltische Zeit

Rekonstruierte Grabhügel in Reinheim (Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim)
Reinheimer Kanne, Replikat des stark korrodierten Originals
Goldschmuck einer keltischen Adeligen aus einem Grabhügel bei Reinheim
Keltischer Ringwall bei Otzenhausen

Schon zu Anfang der Eisenzeit entdeckten Erzschürfer im Saartal Eisenvorkommen, die sie für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen ausbeuteten. Im Vergleich zur Bronzezeit muss die Bevölkerung des Saarlandes ab dem neunten vorchristlichen Jahrhundert stark angewachsen sein, was archäologische Funde und Bestattungsplätze bestätigen. Die saarländischen Grabhügel aus der Epoche der Hallstattzeit befinden sich meist auf Höhenzügen, wohin auch die Siedlungen aus den überschwemmungsgefährdeten Talgründen der Saar verlegt werden. In dieser Zeit werden auch erstmals die bewaldeten Mittelgebirgszonen des Saarlandes besiedelt. Eine erste regionale Kulturgruppe stellt die Hunsrück-Eifel-Kultur in der Zeit zwischen dem sechsten und dritten vorchristlichen Jahrhundert dar. Sie zeichnet sich durch Grabhügelfelder mit Körperbestattungen und Beigaben aus. Der Übergang von der Hunsrück-Eifel-Kultur in die Zeit der keltischen Treverer verlief bruchlos.

Für die Latènezeit, die jüngere Eisenzeit, die von etwa 450 v. Chr. bis zur Zeit um Christi Geburt andauerte, deuten Gräberfelder und aufwändig gestaltete Adelsgräber auf den gestiegenen Wohlstand und Handelsbeziehungen zu entfernten Regionen hin. So enthielt der im Jahr 1954 archäologisch untersuchte Grabhügel einer bei Reinheim bestatteten keltischen Adeligen goldene Armreifen und Fingerringe, eine goldene Brustplatte, Perlen aus baltischem Bernstein sowie das aus dem Mittelmeerraum entstammende Schmuckmotiv der Sphinx. Darüber hinaus beweist eine große Schnabelkanne aus Bronze Importhandel aus Italien ins Saarland. Die keltischen Fürstengräber des Saarlandes gehören wie die zahlreichen Befestigungsanlagen (Wallerfanger Limberg, Schmelz-Limbach-Birg, Saarbrücker Sonnenberg, Siersburger Königsberg, Nonnweiler-Kastel, Otzenhausen) zur Zeit der befestigten Landstädte (Oppida) der Keltenzeit. Den heute noch beeindruckendsten Überrest eines solchen Oppidums im Saarland stellt der sogenannte Otzenhausener Hunnenring dar. Der Hunnenring, der von ca. 400 v. Chr. bis um 50 v. Chr. genutzt wurde, liegt auf dem Gebiet der keltischen Treverer, die ihr Zentrum an der Mosel hatten. Die Bewohner der Oppida waren berühmt für ihre Reiter und Kampfwägen, die auch auf Goldmünzen, wie den Goldstater von Saarbrücken, geprägt wurden. Weitere kleinere Ringwälle existierten überall im Saarland. Das Gebiet des Trevererstammes schloss sich im Süden an das Gebiet des keltischen Stammes der Mediomatriker an, der sich besonders in der Gewinnung von Eisen und Salz hervortat. Der Siedlungsschwerpunkt der Mediomatriker befand sich in der Metzer Gegend, jedoch umfasste ihr Siedlungsgebiet ebenfalls die Oberläufe der Saar, der Maas, der Mosel sowie der Seille, darüber hinaus auch das mittlere Saartal und das Tal der Blies. Die bis heute waldreiche Zone des nördlichen Saarlandes bildete den Grenzbereich der beiden keltischen Stämme. Die Kelten prägten die Kultur des Saarlandes bis zur Invasion der Römer und darüber hinaus. So wurden etwa die keltischen Fruchtbarkeitsgöttinnen Epona und Rosmerta auch nach der römischen Eroberung des Saarlandes verehrt. Die Namen der Flüsse (z. B. Saar von indogermanisch „strömen“, Blies und Nied von indogermanisch „fließen“, Prims von indogermanisch „wallen/summen“) und zahlreicher Berge des Saarlandes sind indogermanischen bzw. keltischen Ursprungs.[4]

Römische Zeit

Fußbodenmosaik der römischen Villa in Nennig
Rekonstruierte römische Villenanlage in Borg
Rekonstruierte Toranlage des Gutshofes in Borg
Rekonstruierter Innenraum der Villa Borg

Im Gallischen Krieg des römischen Feldherrn (und späteren Alleinherrscher) Gaius Iulius Caesar in den Jahren 58 bis 51/50 v. Chr. wurde auch das Gebiet des heutigen Saarlandes der römischen Oberhoheit unterstellt. Die Mediomatriker hatten den Aufstand des Arvernerfürsten Vercingetorix im Jahr 52 v. Chr. unterstützt. Unter Kaiser Augustus wurden die eroberten Gebiete in den Jahren 16 bis 13 v. Chr. herrschaftsmäßig erschlossen.

Zentralort der Region wurde Durocortorum, das heutige Reims. Das Gebiet des heutigen Saarlandes wurde Teil der römischen Provinz Gallia Belgica, später nur noch Belgica genannt, eine der Provinzen, die bei der Aufteilung Galliens durch Kaiser Augustus entstanden waren. Die Provinz Belgica umfasste den Norden und Osten des heutigen Frankreich, das westliche Belgien, die Westschweiz und den Jura bis zum Genfersee (Lacus Lemanus) hinunter, sowie das Einzugsgebiet der Mosel bis etwa 50 Kilometer vor der Mündung in den Rhein. Bei der Verwaltungsreform Diokletians am Ende des dritten nachchristlichen Jahrhunderts wurde Belgica aufgeteilt in die Provinzen Belgica I (Belgica Prima) rund um die Mosel und Belgica II (Belgica Secunda), die von Reims bis zum Ärmelkanal reichte. Sie bildeten dann mit den bisherigen Provinzen Lugdunensis, Germania superior und Germania Inferior, Sequana (Westschweiz, Jura, später Maxima Sequanorum) und Alpes Graiae et Poeninae (siehe Alpes Poenina und Alpes Graiae) die Dioecesis Galliae.

Zu einer bedeutenden Stadt in der Provinz Belgica entwickelte sich die kaiserliche Gründung Augusta Treverorum (Trier), die zur Hauptstadt der Diözese Galliae avancierte. Bereits im Jahr 17 v. Chr. hatte man hier eine erste hölzerne Brücke über die Mosel gebaut, die nach dem Aufstand der Treverer im Jahr 71 n. Chr. durch eine steinerne ersetzt worden war. Zwischen 286 und 395 war Trier kaiserliche Residenz und eine der Hauptstädte des Römischen Reiches.

Das Gebiet des heutigen Saarlandes war infrastrukturell über die schiffbare Saar, Brückenbauten bei Konz, Saarbrücken sowie dem an der oberen Saar gelegenen Saarburg (Pons Saravi) und einem gut ausgebauten Straßennetz an die Moselstadt Trier angeschlossen. Die Wälder des Saarlandes lieferten Bauholz, die Erzminen Eisen und Kupfer, die Lehm- und Tongruben bildeten die Grundlage für die Produktion von Ziegeln und Keramikartikeln. Der Absatzmarkt von Keramik aus der Werkstatt eines gallo-römischen Töpfers aus Blickweiler reichte von Britannien bis zur mittleren Donau. Fundstücke befinden sich heute im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken. In St. Barbara wurde der bereits bestehende Erzabbau durch den Ausbau des Emilianus-Stollens intensiviert. Als Hauptachsen des Straßennetzes im damaligen Saarland dürfen die Routen zwischen den Städten Metz, Trier, Worms und Straßburg gelten.

Ausgehend vom Kraftfeld Trier entstanden im Saarland zahlreiche kleine gallo-römische Landstädte (vici), Heiligtümer, Friedhöfe, Verkehrstationen (mansiones), Kastelle für militärische Garnisonen und ländliche Villen (villae), vor allem in der Saar-Mosel-Region, z. B. in Nennig, Perl und in Contiomagus (Dillingen-Pachten), sowie im Bliesgau, z. B. Homburg-Schwarzenacker und Bliesbruck-Reinheim. Die Villa von Perl-Nennig war mit einem prächtigen Fußbodenmosaik ausgeschmückt, das bis heute das größte in situ erhaltene römische Bodenmosaik nördlich der Alpen darstellt. Das aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. stammende Nenniger Villengebäude wurde im Jahr 1852 bei Erdarbeiten entdeckt. Der 10 × 16 Meter große Mosaikfußboden eines Villenraumes zeigt zwischen Ornamentrahmen Kämpfe von Menschen und Tieren. Die Nenniger Villa wies eine rund 120 Meter breite Fassade auf, ein abseits errichtetes Bad von fast 500 Quadratmetern Grundfläche und einen 256 Meter langen, überdachten Wandelgang zwischen Wohn- und Badegebäude. Dass zu dem gutsherrlichen Anwesen („villa“) nicht nur der herrschaftliche Wohnsitz („pars domestica“), sondern auch ein Gutshof mit Ökonomiegebäuden („pars rustica“) gehört hatte, erwies sich erst, als im Jahr 1997 moselwärts ein Neubaugebiet erschlossen wurde. Dabei konnten zu beiden Seiten eines riesigen Hofareals die Standorte von drei Gebäuden ermittelt werden. Eines wurde bis 2001 unter Mitwirkung der Fachrichtung Vor- und Frühgeschichte der Universität des Saarlandes vollständig ausgegraben.

Ein prachtvoller Gutshof existierte ebenfalls im benachbarten Borg. Die seit dem Jahr 1987 planmäßig ausgegrabene Anlage der Villa Borg wurde von 1994 bis 2001 gemäß der Befunde rekonstruiert. Die dreiflügelige Anlage erstreckt sich inklusive des Hofareal über eine Fläche von 7,5 ha. Das Haupthaus, dessen Rekonstruktion auch als Regionalmuseum für archäologische Funde genutzt wird, liegt quer zur Mittelachse der Anlage. Es besitzt eine große Empfangshalle mit einer Fläche von 100 m². Die Ausstattung der Wohn- und Wirtschaftsräume sowie des römischen Bades wurde anhand vorgefundener Überreste sowie antiker Vorlagen rekonstruiert.

Mitte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts wurden ein Kastell am Fuße des Halberges und eine Siedlung in Sankt Arnual durch eine zunächst hölzerne, dann steinerne Brücke über die Saar verbunden. Der auf einem Meilenstein nachgewiesene Ortsname der Siedlung am Saarbrücker Halberg war Vicus Saravus (Saarort).[5] Mit diesem Vicus bildete sich zum ersten Mal im heutigen Saarbrücker Stadtgebiet ein Siedlungszentrum heraus. Hier kreuzten sich zwei Fernstraßen (MetzMainz, StraßburgTrier). Der Vicus Saravus war ähnlich groß wie der Vicus von Reinheim-Bliesbrück und übertraf damit die Vici Contiomagus (Pachten), Wareswald bei Tholey, Schwarzenacker und Nennig. Archäologisch bezeugte stattliche, ziegelgedeckte Gebäude mit bis zu 15 m Straßenfront, Fußbodenheizungen, großen Lagerkellern sowie Wasserleitungen von den umliegenden Bergen deuten auf die Bedeutung des Vicus im Gebiet der heutigen saarländischen Landeshauptstadt hin. Schmiedewerkzeuge und Eisenschlacken lassen Eisenverarbeitung vor Ort vermuten, während Gewichte mit Zahlzeichen auf einen Handelsort hinweisen. Arztbestecke belegen eine medizinische Versorgung. Aufgefundene Götterstatuetten und größere Grabsteine sowie eine Villenanlage lassen eine aufblühende gallo-römische Kleinstadt erkennen.

Die keltische Götterwelt wurde allmählich den römischen Vorstellungen angepasst. Nur noch wenige Kulte, wie etwa der der Pferde- und Fruchtbarkeitsgöttin Epona, konnten ihre ursprünglich keltische Ausprägung bewahren. In Völklingen-Ludweiler wurden mehrere Steinreliefs der Göttin aufgefunden. Die Verehrung des keltischen Gottes Teutates, die durch Jupitergigantensäulen am Saarbrücker Eschberg, in St. Wendel-Dörrenbach und in Schwarzenacker belegt ist, wurde dem römischen Göttervater Jupiter angeglichen. Die christliche Religion breitete sich an der Saar besonders in der Spätantike im Gefolge der römischen Truppen und der massiven Förderung unter Kaiser Konstantin aus. Trier wurde Bischofssitz und theologischer Wirkungsort der Kirchenlehrer Ambrosius und Hieronymus. Mit der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion im römischen Reich durch den römischen Kaiser Theodosius I. im Jahr 380 war der Bereich des heutigen Saarlandes christianisiert. Anhand des beim Abbruch der alten Pachtener Kirche im Jahr 1891 gefundenen "Ursussteines" mit einem Christusmonogramm lässt sich belegen, dass bereits im dritten beziehungsweise vierten Jahrhundert n. Chr. Menschen christlichen Glaubens im heutigen Saarland gelebt haben.[6]

Contiomagus-Pachten, Kopie des christlichen Grabsteines des Kindes Ursus, gefunden beim Abbruch der alten Pachtener Kirche im Jahr 1891, lateinischer Text: IN PACE QUIESCIT URSUS INNOCENS QUI VIXIT AN III D XLVI, Übersetzung: In Frieden ruht hier der unschuldige Ursus, der drei Jahre und 46 Tage gelebt hat. Der originale Grabstein ging im Zweiten Weltkrieg verloren.

Die Zeit der ungebrochenen Prosperität der gallo-römischen Kultur im Saarland endete mit der Krisenzeit des dritten nachchristlichen Jahrhunderts. Missernten, Aufstände und Barbareneinfälle, die Aufgabe des Limes zwischen Rhein und Donau brachten der Region einen spürbaren Niedergang. Durch den Einfall der Franken und Alemannen im Rahmen der beginnenden Völkerwanderung wurden das römische Saarbrücken, Schwarzenacker und Dillingen-Pachten im Frühling des Jahres 276 ausgeplündert und niedergebrannt. Münzdepotfunde beweisen, dass diese Überfälle auch den Tod von Einwohnern der Saarorte bedeutet haben müssen.

Contiomagus-Pachten, 2009 erbaute Rekonstruktion eines Kastellturmes

Der Wiederaufbau der Saarregion wurde unter Kaiser Probus eingeleitet. Mit dem Überfall der Alemannen im Jahr 352 sanken die gallo-römischen Saarorte abermals in Schutt und Asche. Eine relative Stabilisierung brachte die Herrschaftszeit Kaiser Valentinians I., der seit dem Jahr 367 in Trier residierte und in Konz an der Saar (Contionacum) eine prachtvolle Kaiservilla errichten ließ. Zur Erhöhung der Sicherheit wurden an der Saar Kastelle in Merzig (Martiaticum), Saarbrücken und Pachten errichtet, doch währte diese späte Blütezeit nur noch kurz. Der Ansturm der Völkerwanderung bereitete der gallo-römischen Kultur im Saarland ein jähes Ende. Kaiser Flavius Honorius musste im Jahr 395 die kaiserliche Residenz von Trier nach Mailand verlegen. Um 400 verlegte man die gallische Präfektur (eine der beiden obersten Verwaltungsbehörden des Westreichs für Gallien, Britannien und Spanien) von Trier nach Arles.

In den Jahren bis 435 wurde Trier und sein Umland an Mosel und Saar viermal von den Franken und den mit ihnen verbündeten Stämmen geplündert. Darüber hinaus kamen Alemannen ins Saartal. Der weströmische Heermeister Flavius Aëtius bemühte sich, die römischen Provinz Gallien während dieser schwierigen Phase zu verteidigen. Mit Hilfe hunnischer Hilfstruppen vernichtete er so im Jahre 436 das sich von Worms ausbreitende Burgunderreich. In der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern bei Châlons-en-Champagne konnte sich Aëtius mit Hilfe eines gemischten römisch-germanischen Heeres dem Hunnenkönig Attila entgegenstellen und dessen Vorstoß zum Stillstand bringen. In der Folgezeit beherrschte Arbogast der Jüngere, ein römisch gebildeter Christ mit vermutlich fränkischem Migrationshintergrund, bis nach 480 die Stadt Trier und ihr Umland an Mosel und Saar. Er regierte mit Hilfe verbliebener römischer Verbände und vielleicht fränkischer foederati ein relativ kleines Einflussgebiet. Seine Herrschaft ist als eine Übergangszeit zwischen römischer und fränkischer Herrschaft zu begreifen. In den 480er Jahren fiel Trier endgültig an die Franken, die diesen Raum schon in den Jahren zuvor bedrängt hatten. Die spätantike Kultur erlosch bald darauf. Handel mit römischen Münzen und schriftliche Nachrichten brechen weitgehend ab.

Am Ende des fünften Jahrhunderts leitet der fränkische König Chlodwig I. aus der Dynastie der Merowinger die Bildung eines westeuropäischen Großreiches mit Zentrum im Pariser Becken ein. Er unterwarf in den 80er Jahren des fünften Jahrhunderts die gallo-römische Bevölkerung und in den 90er Jahren den Stamm der Alemannen. Seinen Übertritt zum Katholizismus vollzog er wohl nach seinem Sieg über die Alamannen in der Schlacht von Zülpich. Dieser Schritt war eine wichtige Weichenstellung für den weiteren Verlauf der mittelalterlichen Geschichte des Saarlandes.[7]

Mittelalter

Frühmittelalter

Verlauf der dat-das-Linie

In der Völkerwanderung brach die Römerherrschaft zusammen, was einen starken Bevölkerungsrückgang zur Folge hatte. Die bestehenden Siedlungen, das Straßennetz und die agrarisch genutzten Flächen des Saarlandes gerieten durch Überfälle, Kriege und Seuchen in Verfall. Die bis zum heutigen Tage andauernde Weiterbenutzung der keltischen Flussnamen des Saarlandes deutet aber auf eine Bevölkerungskontinuität hin. Die Weiterexistenz romanischer Sprachinseln östlich der Sprachgrenze zeigen Ortsnamen wie Wahlschied, Wahlen oder Welschbach an. Ebenfalls entlang der Mosel und im Hochwald um Tholey konnten sich romanische Siedlungen halten. Saarländische Ortsnamen, die direkt an die früheren römischen Ortsnamen anknüpfen, gibt es nur noch wenige, wie etwa Bliesbolchen (Bollacum), Mettlach (Mediolacum), Besch (Bessiacum), Bübingen (Bubiacum), Borg (Burnacum), Münzingen (Miniciacum), Nennig (Nanniacum) oder Sinz (Sentiacum). In Pachten (Contiomagus) siedelten sich fränkische Neusiedler in den römischen Ruinen des Ortes an, dessen alter Name verloren ging. Der im Jahr 777 genannte Ortsname von Auersmacher (Auricas Machera) deutet ebenfalls auf Ruinenkontinuität hin.

Während die Franken westlich der Mosel von der ansässigen gallo-romanischen Bevölkerung assimiliert wurde, assimilierten sie an der Saar ihrerseits weitgehend die gallo-römische Bevölkerung, was bis heute an der moselfränkischen bzw. rheinfränkischen Mundart des Saarlandes spürbar ist. Die sogenannte dat-das-Linie, die beide fränkischen Dialektvarianten voneinander abgrenzt, verläuft quer durch das Saarland. Vermutlich wurde die fränkische Neubesiedelung des Saarlandes teilweise durch das fränkische Königtum gelenkt. Zahlreiche fränkische Ortsnamen des Saarlandes auf -ingen, -heim oder -dorf verweisen auf ihre Gründer: Fechingen (bei den Leuten des Facho), Dillingen (bei den Leuten des Dullo), Völklingen (bei den Leuten des Fulkilo), Wadgassen (bei den Leuten des Wadugoz), Dudweiler (bei den Leuten des Dudo) oder Lendelfingen (bei den Leuten des Landwulf).

Eine erste Christianisierung hatte bereits in römischer Zeit stattgefunden. Im Gefolge der Taufe des fränkischen Königs Chlodwig I. aus der Dynastie der Merowinger durch den Reimser Bischof Remigius um das Jahr 500 wurden die meist noch heidnischen Neusiedler christianisiert, was die Integration der gallo-römischen Bevölkerung erleichterte. Der christliche Glaube der germanischen Bevölkerungsschichten wurden durch eine Missionswelle angelsächsischer und iro-schottischer Missionare im sechsten Jahrhundert, wie Ingobertus, Wendalinus oder Oranna, gefestigt.

Abschrift des Testaments des Adalgisel Grimo aus dem 10. Jahrhundert. Die Urkunde gilt als ältestes Schriftstück des Rheinlandes (Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 1 a, Nummer 1)

Erste Züge einer diözesanen Organisation im Saarland werden durch das Testament des fränkischen Adeligen und Diakons der Verduner Kirche, Adalgisel Grimo, sichtbar. In der Urkunde bestimmte er am 30. Dezember 634 unter anderem, dass sein Besitz im Ort Tholey mitsamt der dort von ihm errichteten „loca sanctorum“ an das Bistum Verdun, dem zu dieser Zeit Bischof Paulus vorstand, fallen sollte. Auf Bitten Adalgisel Grimos entsandte der Bischof von Trier, der auch die Tholeyer Kirche weihte, Kleriker nach Tholey.

Die lateinisch verfasste und in einer Abschrift erhaltene Urkunde des Adalgisel Grimo gilt heute als die älteste erhaltene Urkunde des Rheinlandes.[8][9][10][11][12][13][14][15][16][17] Adalgisel Grimo, der über zahlreiche, weit gestreute Güter im austrasischen Reichsteil, vor allem zwischen der Maas, den Ardennen und dem Hunsrück, verfügte, war nach eigener Aussage an der Verduner Domkirche erzogen worden. Sein Stammbesitz könnte durch Zuweisung bei der Landnahme der Franken am Ende des 5. und zu Beginn des 6. Jahrhunderts in den Besitz seiner Familie gekommen sein, denn die in der Urkunde genannten Orte tragen alle vorgermanische Namen. Die Verwandtschaft Adalgisel Grimos mit dem Herzog Adalgisel gilt als gesichert. Dieser Herzog führte zusammen mit Bischof Kunibert von Köln die Regentschaft für den unmündigen Unterkönig Sigibert III. und ist auch in der näheren Umgebung von König Childerich II. nachzuweisen.

Nach dem Bau seiner Eigenkirche in Tholey hatte sich Adalgisel Grimo an den Trierer Bischof, vermutlich Moduald, mit der Bitte gewandt, Kleriker zu schicken und die Tholeyer Kirche zu weihen. Der Urkundentext ist insofern eindeutig, als in Tholey nicht einem einzelnen Pfarrer, sondern einer Klerikergemeinschaft die Seelsorge obliegt. Es bleibt offen, ob dies eine lockere Gemeinschaft von Weltgeistlichen (Stiftsherren wie später im Stift St. Arnual an der Saar) war, oder eine monastisch geregelte Gemeinschaft nach dem benediktinischen oder columbanischen Vorbild.[18]

Ende des siebten Jahrhunderts gründete der fränkische Adlige Lutwinus die Abtei Sankt Peter und Maria als Doppelkloster an der Stelle des heutigen Ortes Mettlach und trat selbst in das Kloster ein, das der Benediktinerregel unterstellt war. Als Liutwin später Bischof von Trier (697–715) wurde (zudem auch Reims (717) und Laon), ergab es sich über mehrere Jahrhunderte hinweg, bis ins 10. Jahrhundert hinein, dass der Trierer Bischofsstuhl und die Leitung der Abtei in Personalunion besetzt wurden.

Bereits 757/768 brachte Lantbert, wohl ein Verwandter Liutwins und Stammvater der Guidonen, das Kloster Mettlach in seinen Besitz. Vermutlich im Jahr 782 wies dann König Karl der Große die daraus abgeleiteten Ansprüche von Lantberts Söhnen, darunter Guido von Nantes, auf Mettlach ab. Danach übten noch im 9. Jahrhundert die Karolinger königliche Rechte in Mettlach aus, vor allem Kaiser Lothar I., der zu Beginn seiner Herrschaft den späteren Grafen Guido von Spoleto in den Besitz des Klosters setzte. Nach dem Ende des karolingischen Herrscherhauses war die Abtei Mettlach dann ein Eigenkloster des Bistums Trier.

Mettlach, Alter Turm, ältestes Bauwerk des Saarlandes, ehemalige Grabkapelle des heiligen Lutwinus

Die Personalunion endete, als Bischof Ruotbert von Trier (931–956) dem Kloster die freie Abtwahl zugestand. Ruotbert war es auch, der eine bislang auf den Trierer Dom gerichtete Pfingstprozession aus dem Südosten der Diözese nach Mettlach umleitete und so die Tradition Mettlachs als Wallfahrtsort begründete.

Um das Jahr 990 baute Abt Lioffin eine Marienkirche als Grabkirche des Gründers. Diese Kirche in Form eines Oktogons, nach dem Vorbild des Aachener Doms, ist heute als der Alte Turm bekannt und stellt das älteste Bauwerk des Saarlandes dar. Der romanische Bau und eine in den 1220er Jahren erworbene Kreuzreliquie sind Zeugnisse der Bedeutung der Mettlacher Abtei im Mittelalter.

Lutwinus´ Enkel Graf Warnharius aus dem Geschlecht der Widonen (Vorfahren der Salier) schenkte Landbesitz an den Missionsbischof Pirminius für die Gründung des an der heutigen saarländischen Grenze gelegenen Klosters Hornbach.[19]

Figur des Arnulf von Metz am Portal der evangelischen Johanneskirche in St. Johann a.d. Saar;
Laut einer Legende habe Arnulf im Jahr 629 seinem Bischofsamt entsagt und sich in die Heidenkapelle (ehemaliges Mithräum) am Halberg zurückgezogen, wo bereits sein angeblicher Vater, der heilige Arnual, als Einsiedler gelebt habe. Von dort aus habe er die Errichtung der Johannes dem Täufer gewidmeten Kapelle (Ort der Basilika St. Johann) im Fischerdorf St. Johann initiiert. Vom Titelheiligen dieser Kapelle hat dann das Fischerdorf den Ortsnamen St. Johann übernommen.[20][21][22]

Im sechsten Jahrhundert trat Metz, das unter König Sigibert I. zur Hauptstadt Austrasiens wurde, als Zentralort des Saarraumes an die Stelle von Trier. Sigibert Sohn Childebert II. übergab den Bischöfen von Reims Königsgut an der Saar. An diese merowingische Schenkung erinnert bis heute das ehemalige Bischofsdorf Bischmisheim. Childeberts Sohn Theudebert II. schenkte dem Metzer Bischof Arnulf von Metz den Königshof Merkingen, der vermutlich nach dem Tod des Metzer Bischofs in Sankt Arnual umbenannt wurde. Arnulf, der zur Familie der Pippiniden gerechnet wird, wurde von Karl dem Großen als dynastischer Ahnherr der Karolinger angesehen.

Die Tholeyer Abteikirche St. Mauritius vom Schaumberg aus
Inneres der Stiftskirche St. Arnual gegen Westen

Unter dem Metzer Bischof Chrodegang wurden die Kirchensprengel an der Saar erstmals geformt. Saarländische Ortsnamen mit dem Suffix -kirchen, wie etwa Wiebelskirchen, entstanden in dieser Zeit mit dem Bau von neuen Pfarrkirchen. In kirchenrechtlicher Hinsicht blieb aber das Bistum Metz weiterhin dem Trierer Bistum unterstellt, dessen Kirchenprovinzgrenzen mit den Suffraganbistümern Metz, Toul und Verdun sich an die politischen Strukturen der Spätantike anschließen. Dem Erzbistum Trier gelang es in den folgenden Jahrhunderten, mit dem Hochstift Trier eine eigene politische Landeshoheit aufzubauen. Der trierische Hochstiftsbesitz im Nordsaarland wurde später in die Verwaltungsämter Saarburg, Merzig und Grimburg eingeteilt. Völklingen und Malstatt bildeten die südlichsten Pfarrorte des Bistums Trier, während Ottweiler, Illingen und St. Ingbert die nördlichsten Pfarreien des Bistums Metz waren. Die südlichen trierischen Pfarreien wurden durch das Archidiakonat Tholey betreut, dessen frühgotische Abteikirche den Machtanspruch des Erzbistums ausdrücken sollte. Metz betonte mit dem Bau der ebenfalls frühgotischen Stiftskirche St. Arnual seinerseits den eigenen Machtanspruch an der Saar. Die Diözesangrenzen zwischen Metz und Trier blieben im Wesentlichen (Ausnahme St. Wendel (Bistum Verdun), 1326/28 Kauf durch den Trierer Kurfürsten und Erzbischof Balduin von Luxemburg) bis zu den kirchenpolitischen Umwälzungen des Jahres 1802 bestehen.

Mit dem späten achten bis zum Ende des dreizehnten Jahrhunderts wuchs im Saarland die Bevölkerung an und eine Periode der Rodungen setzte ein. Bereits in der Merowingerzeit waren die Orte zu Gauen zusammengefasst worden. Die Gaue benannte man nach den wichtigsten Flüssen der Region. So wird im Vertrag von Meerssen im Jahr 870 der obere sowie der untere Saargau, der Rosselgau, der Niedgau und der Bliesgau erwähnt. Zu dieser Zeit unbesiedelt war das teilweise gebirgige Waldland des Vosagus, das die heutigen Vogesen, den Pfälzer Wald, den Hunsrück mit dem Schwarzwälder Hochwald und den Warndt umfasste.

Auf den fruchtbaren Muschelkalkböden des Saar- und Bliesgaues wurden in einer zweiten Siedlungswelle Orte gegründet, deren Namen in der Karolingerzeit meist mit den Suffixen -weiler, -kirchen, -hausen sowie -hofen gebildet wurden. Die höheren Waldzonen des Saarlandes wurden hinsichtlich einer Besiedelung, die auf die Initiative von Adeligen oder Klöster zurückgeht, noch gemieden. Allerdings ging man jetzt an die Besiedelung der Nebenflusstäler, etwa im Nahegau. So liegen alle Altpfarreien des Saarlandes im Gebiet der fränkischen Erstbesiedelung.

Im Vertrag von Verdun im Jahr 843 wurde das Karolingerreich aufgeteilt. Dabei fielen Metz und Trier an das Mittelreich (Lotharii Regnum) Lothars I. Nach dem Zerfall des Mittelreiches kam das Gebiet im Jahr 870 unter König Ludwig dem Deutschen an das Ostfrankenreich, aus dem das heutige Deutschland hervorging. In dieser Zeit wurde das heutige Saarland durch Überfälle der Wikinger und Ungarn stark erschüttert. So fiel Bischof Wala von Metz am 11. April 882 in der Schlacht bei Remich an der heutigen saarländisch-luxemburgischen Grenze gegen die Wikinger. Eine politische Stabilisierung der Region setzte mit dem Übergang des Königtums an die Dynastie der Ottonen unter König Heinrich I. ein.

In diese Zeit fallen vermutlich der Bau der Gaugrafenburgen von Saarbrücken, St. Ingbert (Stiefler Schloss) und Altfelsberg. Die Burg Homburg wurde spätestens bis 950 errichtet. Auf einer Burg bei St. Wendel, das damals noch "Basenvillare" hieß, fand im Jahr 950 ein Zusammentreffen von Kaiser Otto I. und dem westfränkischen König Ludwig IV. statt. Die Reichsburg Kirkel wird erstmals Ende des 11. Jahrhunderts erwähnt. Alle diese Burganlagen spielten für mehrere Jahrhunderte in der Geschichte des Saarlandes eine bedeutende Rolle.

Mit dem Sieg Kaiser Ottos I. über die kriegerischen Ungarn im Jahr 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld begann eine friedlichere Periode an den Grenzen des Reiches. Befördert wurde diese Konsolidierung auch mit einem starken Bündnis zwischen Königtum und der Reichskirche. So schenkte Kaiser Otto III. am 14. April 999 im Petersdom in Rom die Königsburg Sarabruca zusammen mit dem Königshof Völklingen und den Waldgebieten um Quierschied und im Warndt mitsamt den dazugehörigen Dörfern, Feldern, Wiesen, Wäldern, Eigenleuten, Amtspersonen, Kirchen, Zöllen, Märkten, Gewässern, Fischrechten sowie Mühlen dem Metzer Bischof Adalbero II.[23] Bereits zehn Jahre später brachte Kaiser Heinrich II. die Saarbrücker Burg in seinen Besitz, doch schenkte Heinrich IV. die Saarfestung im Jahr 1065 wiederum dem Metzer Bischof. Im Jahr 1180 übergab Heinrich die auf einem Saarfelsen gelegene Burg jedoch seinem Gefolgsmann Sigebert, dem er überdies Wadgassen an der Saar zum unbeschränkten Eigentum schenkte. Im Gefolge des Investiturstreites gelang den Saarbrücker Grafen die Emanzipation von ihren geistlichen Lehnsherren in Metz. Damit begann der Aufbau einer eigenen Landeshoheit mit Saarbrücken als Zentrum.[24]

Hochmittelalter

Mit dem Beginn des Hochmittelalters erlebte das Land an der Saar, bedingt durch die hochmittelalterliche Warmzeit eine Phase ökonomischer Prosperität. So hatte sich bereits im neunten Jahrhundert die Bevölkerung verdoppelt. Die Voraussetzungen für den Getreide- und Weinanbau verbesserten sich. Nun wurden auch an der mittleren und oberen Saar Rebstöcke kultiviert und die ungünstigen Flächen des Warndtwaldes, des Hochwaldes, des Hunsrücks sowie des Pfälzer Waldes unter den Pflug genommen. Zahlreiche neu gegründete Ortschaften deuten mit ihren Suffixen wie -scheid, -schied, -holz, oder -rath auf die umfangreichen Waldrodungen hin. Am Ende des 13. Jahrhunderts hatte das Saarland wieder den Bevölkerungsstand der antiken Prosperitätsphase erreicht. Mit ca. 820 Ortschaften kam das Saarland um das Jahr 1300 auf ein bisheriges Maximum. Der Bau von Höhenburgen sollte der Sicherung des Landesausbaues dienen, gleichzeitig die Verkehrswege kontrollieren und die Einnahme von Zöllen sicherstellen. Diese Aufgaben oblagen Ministerialgeschlechtern, die von Lehnsherren dazu beauftragt worden waren.

Älteste kartographische Darstellung der lothringischen Orte auf einer Karte des Jahres 1508

Im zehnten Jahrhundert entstand aus dem oberlothringischen Territorium das Herzogtum Lothringen als Lehen der deutschen Könige. Um das Jahr 1050 wurde Gerhard von Elsass, der bereits über Güter im Saargau und im Bliesgau verfügte, von Kaiser Heinrich III. mit diesem Herzogtum belehnt. Als das Blieskasteler Grafenhaus im Jahr 1237 im Mannestamm ausstarb, gelang es den lothringischen Herzögen, ihrem Territorium das Gebiet des späteren Oberamtes Schaumburg einzuverleiben. Dieser Besitz ging erst im Jahr 1787 von Frankreich an die Herrschaft Pfalz-Zweibrücken über.

Ebenfalls aus ehemals oberlothringischem Gebiet entstand die Grafschaft Luxemburg, die sich nach einem im Jahr 1060 von der Trierer Abtei St. Maximin erhaltenen Lehen, der „Lucilinburhuc“, nannte. Der territoriale Besitz der Grafschaft ragte über die Mosel in das Saarland hinein.

Zu Beginn des zwölften Jahrhunderts benannte sich eine Grafenfamilie, die den Saargaugrafen Sigebert I. als ihren Ahnherren angeben, nach der Saarbrücker Burg. Sigebert hatte zum Hochadel der Salierzeit gehört. Die Saarbrücker Grafen befreiten sich nach und nach von der geistlichen Lehnshoheit des Hochstiftes Metz und erreichten die Erblichkeit des Grafenamtes. Die Zerstörung ihrer Saarbrücker Burg durch Kaiser Friedrich Barbarossa in einer Fehde des Jahres 1168 führt ihre geschwächte Stellung hinsichtlich der staufischen Königsmacht vor Augen. Wie stark diese Zerstörung der Saarbrücker Burganlage war, bleibt offen, denn bereits wenige Jahre später, im Jahr 1171 wurden die Grafen von Saarbrücken wiederum in ihrer Position bestätigt, wobei ihre Lehensuntertänigkeit unter die Bischöfe von Metz ausdrücklich betont wird.

Die Grafen von Saarbrücken zählten seit dem Beginn des zwölften Jahrhunderts zu den mächtigsten Geschlechter im südwestdeutschen Raum mit umfangreichem Landbesitz an der Saar, im Bliesgau, im Elsass, in der Pfalz und am Mittelrhein sowie einträglichen Vogteien. Ihre Machtstellung wird ebenso dadurch charakterisiert, dass sie im zwölften Jahrhundert zweimal die Erzbischöfe von Mainz stellten. Wohl bald nach 1100 fiel ihnen auch die Vogtei über das Kloster Hornbach zu, dessen ausgedehnte Besitzungen zwischen der Blies und dem Pfälzer Wald lagen. Am Übergang über den Schwarzbach entstand hier die Burg Zweibrücken. Durch Erbteilung im Saarbrücker Grafenhaus kam Zweibrücken 1182/1190 an den jüngeren Sohn des Saarbrücker Grafen Simon I., Heinrich I., der die Linie der Grafen von Zweibrücken begründete. Neben der Burg Zweibrücken bestand eine bürgerliche Siedlung, die im Jahr 1352 zusammen mit Hornbach Stadtrechte erhielt. In der nächsten Generation spalteten sich im Jahr 1212 die Grafen von Leiningen ab. In Ermangelung erbberechtigter Nachkommen, wurde der Besitz im Jahr 1385 an die Pfalzgrafen bei Rhein aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher verkauft und im Jahr 1394 als erledigtes Lehen endgültig eingezogen. Im Jahr 1410 wurde das neu gebildete Fürstentum Pfalz-Simmern-Zweibrücken geschaffen, das bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches bestand und dessen Herzöge zuerst die Kurpfalz und danach Kurbayern erbten. Als Könige von Bayern herrschte die wittelsbachische Dynastie über diese Gebiete bis zur Novemberrevolution des Jahres 1918.

Um ihre Lehensuntertänigkeit vom Hochstift Metz zu reduzieren, versuchten die Grafen von Saarbrücken, ihre Bindung an das Hochstift Trier zu verstärken. Dies geschah durch die Indienstnahme ihres Besitzes in Wadgassen. Der Königshof Wadgassen („Villa Wadegozzinga“) war erstmals am 19. September 902 als Ausstellungsort einer Urkunde Ludwigs des Kindes erwähnt worden. Im Jahr 1080 hatte König Heinrich IV. in einer in Mainz ausgestellten Urkunde seinem Getreuen Sigebert die Villa Wadgassen („Villa Wuadegozzingen“) als Amtsgut bei dessen Bestellung zum Grafen im unteren Saargau überantwortet:[25][26]

Zwei von Sigeberts Söhnen besetzten als Geistliche hohe kirchliche Positionen, der Speyerer Bischof Bruno von Saarbrücken und der Mainzer Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken. Beim Tod von Sigiberts Haupterben, Friedrich von Saarbrücken, vermachten dessen Witwe Gisela, eine Enkelin des Grafen Dietmar von Selbold-Gelnhausen, und der gemeinsame Sohn Simon I. von Saarbrücken im Jahr 1135 gemäß einem Gelübde des Verstorbenen den Besitz Wadgassen der Kirche von Trier mit allen Rechten zur Gründung eines Augustinerchorherrenstiftes. In der Umgebung Wadgassens bestand spätestens seit dem Spätmittelalter ein ähnliches Stift in St. Arnual saaraufwärts.[27]

Ehemalige Klosterkirche, jetzt Pfarrkirche St. Peter in Merzig
Deutschherrenkapelle in Saarbrücken

Der Trierer Erzbischof Albero von Montreuil unterstellte das Kloster Wadgassen einer Vogtei, die de facto bei den Grafen von Saarbrücken verblieb, und verlieh ihm das Predigt-, Tauf- und Begräbnisrecht sowie die freie Abtswahl.[28] Durch die Stiftung der Wadgasser Abtei konnte der Landesausbau an der mittleren Saar weiter gefördert werden. Mit den Klöstern in St. Arnual, Tholey, Neumünster (Ottweiler), Mettlach, Hornbach, Wadgassen, Wörschweiler, Merzig, Fraulautern, Gräfinthal, Wallerfangen sowie den Deutschordenskommenden St. Elisabeth bei Saarbrücken und in Beckingen entwickelte sich eine dichte monastisches Struktur im Saarland, die die religiöse, ökonomische und kulturelle Entwicklung des Saarlandes entscheidend mitprägte. In den folgenden Jahrhunderten prosperierte die Abtei Wadgassen zu einem geistig-kulturellen Zentrum der Region dessen Zirkarie Wadgassen von Oberlothringen über Süddeutschland bis zum Harz reichte.[29] Der Abtei Wadgassen gehörten seit dem Spätmittelalter über 200 Güter, Gehöfte und Mühlen, Propsteien, Patronatsrechte und Pfarrkirchen.[30] Seltene Belege zeigen im 13. Jahrhundert einen Doppelkonvent mit Mönchen und Nonnen.[31][32] Wadgassen wurde zum Hauskloster des Saarbrücker Grafenhauses und zur gräflichen Grablege. Bischöfe und Domkapitel von Metz, Trier und Worms übertrugen dem Kloster Patronatsrechte und Pfarrstellen. Durch adelige und stadtbürgerliche Messstiftungen in Form von Übertragungen von Immobilien, Land- und Waldbesitz, Gewässern, Salinen, Weide- und Holzrechten, Zehntrechten, Abgaben und Renten sowie Zöllen wuchs der Reichtum der Abtei an. Zu den frommen Stiftern gehörten die Herzöge von Lothringen, die Grafen von Saarbrücken, Zweibrücken, Luxemburg, Forbach, Bitsch und Leiningen, die Raugrafen und das aufstrebende Rittertum der gesamten Saarregion. Das Wadgasser Kloster betrieb vor Ort eine Schule und ein Hospital, übernahm im Jahr 1182 das Merziger Kloster, erwarb im Jahr 1466 die Hochgerichtsbarkeit und initiierte im Jahr 1480 mit dem Erheben der Gebeine der heiligen Oranna eine eigene Wallfahrt bei Berus. Auch in der Reformation widerstand die Abtei dem im Jahr 1575 protestantisch gewordenen Saarbrücker Landesherrn und strebte nach einer reichsunmittelbaren Stellung.

Graf Johann I. übergibt im Jahr 1322 den Freiheitsbrief an St. Johann an der Saar, Historistisches Wandgemälde von Wilhelm Wrage im Festsaal des Rathauses St. Johann

Die Saarbrücker Grafenfamilie erlebte mit der Positionierung von Familienmitgliedern als Bischöfe von Worms, Mainz und Speyer den Aufstieg der nach Selbstbestimmung strebenden Kaufmannsschicht in den rheinischen Städten. Nach Aufständen gegen die Bischöfe mussten diese den Bürgern Freiheitsrechte gewähren. In der Heimat der Bischöfe an der mittleren Saar selbst jedoch erreichten die Siedlungen nicht das Niveau der rheinischen Städte. Im zwölften Jahrhundert entwickelte sich unterhalb der Saarbrücker Burg eine Burgsiedlung, aus der in der Folgezeit eine kleine ummauerte städtische Siedlung wurde, für die eigene Maße, Münzen, eine Stadtwaage und lombardische Fernhändler belegt sind. Die städtische Siedlung blühte zum Verwaltungsmittelpunkt der Grafschaft Saarbrücken auf. Allerdings verweigerten die alten Saarbrücker Grafen den Bewohnern die Verleihung der Stadtrechte. Erst unter den Grafen von Saarbrücken-Commercy übergab Graf Johann I. im Jahr 1322 den beiden Schwestersiedlungen Saarbrücken und St. Johann am gegenüberliegenden Saarufer Freiheitsbriefe. Da der Doppelstadt allerdings kein freies Verfügungsrecht der Bürger über die eigenen Person und ihr Eigentum zugestanden wurde und die gräflichen Abgabenlasten und Frondienste weiterhin drückend blieben, konnte sich aus der Doppelstadt Saarbrücken-St. Johann fast bis zum Ende der Existenz der Grafschaft kein attraktiver Anziehungspunkt für Neusiedler entwickeln.[33]

Spätmittelalter

Verschiedene Krisen, wie die Hungerkatastrophe der Jahre 1316 bis 1322, die Missernten der Jahre von ca. 1330 bis 1350 sowie die schweren Pestepidemie, die 1347 begann, führten einhergehend mit Klimaschwankungen zu einem dramatischen Rückgang der Bevölkerung des Saarlandes. Infolgedessen fielen im 14. und 15. Jahrhundert ca. 54 % der hochmittelalterlichen Dorfsiedlungen im Gebiet des heutigen Saarlandes wüst. An sie erinnern bis heute Mauerreste, Flurnamen, urkundliche Erwähnungen, Einzelhöfe oder Kapellen. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die heutige Orannakapelle, die ehemals das religiöse Zentrum des Dorfes Eschweiler war, das endgültig nach 1566 aufgegeben wurde und dessen letzte Einwohner in das nahegelegene befestigte Berus umsiedelten. Die Oranna-Wallfahrt zur Dorfkapelle von Eschweiler wurde im Jahr 1480 durch das Bistum Metz im Rahmen einer Untersuchung der Gebeine von Oranna und deren Gefährtin Cyrilla offiziell geprüft und bestätigt.

St.-Oranna-Kapelle

Der Rückgang der dörflichen Siedlungen muss auch im Zusammenhang mit einer verstärkten Urbanisierung des Saarlandes gesehen werden. Größere Ortschaften wie Saarbrücken, St. Johann, St. Wendel, Merzig oder Blieskastel boten höhere Sicherheit in gefahrvoller Zeit und bessere Versorgungsmöglichkeiten. Infolge des Wüstfallens vieler saarländischer Orte in der spätmittelalterlichen Krisenzeit verringerten sich auch die grundherrlichen Einnahmen. Gleichzeitig verstärkte sich am Ende des Mittelalters aber auch die Produktion der saarländischen Eisenschmieden und die Gewinnung von Steinkohle bei Ottweiler, Schiffweiler, Landsweiler sowie in Sulzbach und Rittenhofen.

Bergfried der Burg Veldenz über Nohfelden

In die spätmittelalterliche Epoche fallen auch der Aufbau feudaler Territorien mit der Akkumulation von ehemaligen Königsrechten in der Hand von Fürsten und Grafen. Diesen Machtanspruch verdeutlichten die Adeligen mit dem Bau von Höhenburgen, wie den kurtrierischen Burgen Montclair und Dagstuhl, den lothringischen Landesburgen Siersberg und Altfelsberg, der zunächst luxemburgischen, dann lothringischen Landesburg Schaumburg über Tholey, der Burg Zweibrücken der Saarbrücker Grafen (später im Besitz von Pfalz-Zweibrücken), der Burg Nohfelden (zunächst Veldenz, dann Pfalz-Zweibrücken), den Wasserburgen Kerpen bei Illingen (Saarwerden) sowie Ottweiler (Grafschaft Saarbrücken).

Die Kurfürsten bei der Königswahl des Jahres 1308, in der Mitte der Trierer Erzbischof Balduin (Bilderchronik des Kurfürsten Balduin von Trier, um 1340)

Das Hochstift Trier stieg seit der Zeit des Erzbischofs Heinrich II. von Finstingen im 13. Jahrhundert und während der langen Regentschaft von Balduin von Luxemburg zur regionalen Macht auf. Begünstigt wurde diese Entwicklung dadurch, dass nacheinander zwei Verwandte Balduins den Kaiserthron des Heiligen Römischen Reiches bestiegen hatten: sein Bruder Heinrich VII. sowie sein Großneffe Karl IV.

Balduins Neffe Johann amtierte als König von Böhmen. Mit Hilfe von jüdischen Bankhäusern aus Straßburg und Köln verstand es Balduin, seine finanziellen Spielräume, die ihm bereits durch die Landeseinkünfte zukamen, noch erheblich zu erweitern. Balduin ließ die Landesteile in Ämtern zusammenfassen und diese von festen Amtssitzen aus verwalten. Amtmänner trieben von hier aus Zölle und Abgaben ein, hielten ehrgeizige Vasallen in ihren Schranken und begünstigten die Expansion des trierischen Hochstiftes entlang des Bliestales in Richtung Süden.

Wendalinusbasilika mit dreiteiliger Turmfassade
Wendalinusbasilika „Wappenprozession“ der Würdenträger des Heiligen Römischen Reiches zum Grab des heiligen Wendelin
St. Wendel, Gemälde im Sitzungssaal des Rathauses „Kaiser Maximilian besucht anno 1512 die Stadt St. Wendel“

So konnte im Jahr 1326 von den Herren von Kirkel der Ort Basonevillare (Bosenweiler, heute St. Wendel) mitsamt der Hochgerichtsbarkeit und dem Zollrecht, im Jahr 1328 alle restlichen örtlichen Rechte von den Saarbrücker Grafen gekauft werden. Die örtliche Wendalinus-Wallfahrt wurde durch Balduin gefördert, wobei eine neue Einnahmequelle für das Hochstift Trier erschlossen werden konnte, denn der heilige Wendelin wurde zum Viehpatron stilisiert und der St. Wendeler Viehmarkt entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Viehmärkte der gesamten Region. Der Wendelin-Kult verbreitete sich im süddeutschen Bereich besonders stark. Als Zentrum des Kultes um den Heiligen wurde Basonevillare-Bosenweiler schließlich in St. Wendel umbenannt. Es wird angenommen, dass auf Erzbischof Balduins Geheiß mit dem Bau einer neuen Wendalinuskirche begonnen wurde. Auf dem Reichstag zu Nürnberg erhielt Balduin im Jahr 1332 von Kaiser Ludwig dem Bayern in einem Sammelprivileg für 29 Städte, Dörfer, Burgen und Kapellen seines Bereichs, darunter Merzig, Saarburg und Grimburg, die Erlaubnis, sie mit Rechten, wie sie das Frankfurter Stadtrecht beinhaltete, auszustatten. Die Kanzel der Hallenkirche wurde im Jahr 1462 vermutlich durch den berühmten Theologen Nikolaus von Kues gestiftet, zu dessen Pfründen Sankt Wendel gehörte. Sie trägt sein Wappen und gilt als die zweitälteste Steinkanzel Deutschlands. Kurz darauf, im Jahr 1464, wurden die Mittelschiffgewölbe der Wallfahrtskirche mit einer symbolischen Darstellung des Zusammenwirkens der geistlichen und weltlichen Machthaber des Heiligen Römischen Reiches, der sogenannten „Wappenprozession“ versehen. Im Jahr 1512 wallfahrtete Kaiser Maximilian I. während seines Aufenthaltes beim Trierer Reichstag zur Wendalinusbasilika nach St. Wendel.[34] Bereits im Jahr 1460 war es dem Trierer Erzbischof Johann II. von Baden gelungen, die zuvor schon hochstiftlich-trierische Stadt St. Wendel aus dem Metzer Bistumsverband zu lösen und dem Erzbistum Trier anzugliedern. Die Stadt blieb bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches ein Oberamt des Kurfürstentums Trier, dem unter anderem das nahegelegene Hochgericht Theley unterstand.

Bei Hoheitsstreitigkeiten um Herrschaft über die Saarregion im 14. Jahrhundert konnte sich das Erzbistum Trier unter Erzbischof Balduin von Luxemburg gegen seinen Erzrivalen Lothringen durchsetzen. Der Gefahr eines möglichen Waffenganges zwischen Hochstift Trier und Herzogtum Lothringen ins Auge sehend, versicherte sich Balduin des Rückhaltes der Dynastien des Westriches, der Grafen von Homburg, Saarbrücken, Zweibrücken, Saarwerden, Veldenz sowie Bitsch.

Herzog Rudolf von Lothringen, der sich noch 1333 durch demonstrative Abwesenheit auf dem Mannengericht in Merzig geweigert hatte, die Trierer Oberhoheit über Dillingen und Siersberg anzuerkennen, musste im Jahr darauf vertraglich Balduins Lehenshoheit anerkennen. Rudolf empfing in einer feierlichen Lehensübergabe von Trier Burg und Stadt Sierck, Laumesfeld, Berus, Dalem, Siersberg, Felsberg, Wallerfangen sowie einen Teil von Montclair mit Merzig. Im Gegenzug musste der Herzog auf frühere Besitzrechte an einem Gebiet verzichten, das von Perl an der Mosel über Saartal und Hochwald bis an die obere Blies reichte. Balduin hatte diese Gebietsübergabe im Vorfeld mit archivalischen Dokumenten absichern lassen. Im Jahr 1334 erlangte diese Gebietsaufteilung zwischen Trier, Luxemburg und Lothringen Rechtskraft. Da Herzog Rudolf in der Schlacht bei Crécy am 26. August 1346 fiel, blieb Balduin eine Anfechtung des Kompromisses erspart.

Schlacht bei Crécy, 1346

Darüber hinaus nutzte Balduin die angespannte Finanzlage des saarländischen Adels, um die Lehenshoheit über deren Eigengüter, Burgen und Ortschaften zu erlangen. So erwarb er im Jahr 1335 von den Grafen von Zweibrücken ihr Land, um sie wieder damit zu belehnen. Ähnlichen Erfolg hatte Erzbischof Balduin mit Blieskastel. Der Ort an der Blies war vom Bischof von Metz an die Herren von Finstingen verpfändet worden. Die Finstinger lagen mit den Grafen von Saarbrücken und Zweibrücken in Fehde. Balduin finanzierte den Grafen im Herbst 1337 einen Kriegszug gegen das finstingische Blieskastel. Nach dessen Eroberung mussten die Grafen Balduin die Burg und die Herrschaft Blieskastel übergeben. Den Bischof von Metz fand Balduin für den Verlust seines Pfandes Blieskastel mit einer Entschädigungssumme ab.

Neben dem Hochstift Trier konnten sich auch die Grafen von Saarbrücken machtpolitisch im Gebiet des heutigen Saarlandes behaupten. Graf Simon IV. von Saarbrücken-Commercy gelang es, sein Herrschaftsgebiet zu verdichten. Es reichte von der Nied zwischen Metz und St. Avold im Westen und Pirmasens im Pfälzer Wald im Osten. Der Norden wurde vom Kloster Fraulautern an der Saar bzw. Neumünster an der Blies begrenzt. Herbitzheim im Krummen Elsass bildete mit seinem Kloster die südliche Begrenzung des Saarbrücker Herrschaftsgebietes mit seinen Zentren Saarbrücken und St. Arnual.

Im Jahr 1308 war der Luxemburger Graf Heinrich von Luxemburg zum römisch-deutschen König gewählt worden. Er und sein Sohn Johann, der 1310 König von Böhmen wurde, begründeten die Machtstellung der Luxemburger im mittelalterlichen Deutschen Reich (Heiliges Römisches Reich). Im Jahr 1354 wurde die Grafschaft Luxemburg von Kaiser Karl IV. zum Herzogtum erhoben. Erster Herzog wurde Wenzel I. Mit dem Tod des römisch-deutschen Kaisers Sigismund im Jahr 1437 starb die Hauptlinie des Hauses Luxemburg aus, womit die Vorherrschaft im Reich endete. Im Jahr 1441 verkaufte die letzte Herzogin aus dem Haus Luxemburg das Land an das französische Haus Burgund. Es blieb staatsrechtlich ein Lehen des Reiches. Nach dem Tod des letzten Burgunderherzogs Karl der Kühne im Jahr 1477 kam Luxemburg mit dem gesamten burgundischen Erbe an Karls Tochter Maria von Burgund und ihren Ehemann, den späteren römisch-deutschen Kaiser Maximilian I. von Habsburg. Im Jahre 1482 gelangte Luxemburg innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation unter die Herrschaft der Habsburger.

Im späten Mittelalter setze im ganzen Saarland auch eine Verschriftlichung der Verwaltung sowie einen Installation ortsfester Amtsleute ein. Das Herzogtum Lothringen richtete zu Beginn des 14. Jahrhunderts drei Baillagen ein. Neben Nancy und den Vogesen war das Wallerfangen/Vaudrevange in der Nähe der Mündung der Prims in die Saar. Der genaue Zeitpunkt der Stadtwerdung Wallerfangens ist nicht belegt. Im Jahr 1276 wird Wallerfangen in einer Urkunde noch als Ort bezeichnet. Die erste Bezeichnung als Stadt datiert aus dem Jahr 1334. Zu dieser Zeit muss also ein Ausbau der Siedlung mit Mauern, Toren und Türmen bestanden haben. Die kleine mittelalterliche Stadt lag an wichtigen Handelswegen und verfügte über einen Saarhafen. Der lothringische Herzog Friedrich III. hatte Wallerfangen einen Freiheitsbrief zur Förderung von Handel und Gewerbe verliehen. So konnten die Bürger der jungen Stadt eine unabhängige Verwaltung aufbauen, die Verteidigung der Stadt organisieren sowie eine niedere Gerichtsbarkeit institutionalisieren. Im Bezug zu Handel und Gewerbe bildeten sich Zünfte und Gilden.

Im ausgehenden Mittelalter besaß Wallerfangen nun Stadtrecht und war unter dem Namen „Walderfingen“ Amtssitz des Deutschen Bellistums des Herzogtums Lothringen. Daneben wurde der französische Name Vaudrevange gebraucht. Ab dem Ende des 13. Jahrhunderts bis in die frühe Neuzeit war Wallerfangen ("Walderfang", "Walderfingen") eine mit Mauern umwehrte herzoglich-lothringische Provinzhauptstadt. Ihr Einflussbereich, der deutschsprachige Teil des Herzogtums Lothringen mit Namen "Baillage d’Allemagne", erstreckte sich im frühen 17. Jahrhundert bis weit in das heutige Frankreich hinein. Wallerfangen war eine Stadt der "Blaugräber", deren Produkt, die blaue Farbe Azurit, gefördert aus senkrechten Schächten und unter Nutzung der überkommenen römischen Stollen, in ganz Europa verkauft wurde. Albrecht Dürer soll mit "Wallerfanger Blau" gemalt haben.[35][36]

Nicht nur im Herzogtum Lothringen, sondern auch in der Grafschaft Luxemburg existierte eine Zweiteilung zwischen „pays romans“ und „quartier allemand“. Im Hochstift Metz gab es eine Zuständigkeit für die „terre d´Allemagne“ und in der Grafschaft Saarbrücken wurden um 1400 die französischsprachigen Gebiete zwischen Mosel und Maas einem „Gouverneur en roman pays“ unterstellt.

Mit der Formierung der Landeshoheit der Adelsherrschaften im Gebiet des heutigen Saarlandes verstärkten die Landesherren auch ihre Bemühungen um eine Separierung des eigenen Territorium. Balduin von Luxemburg erwirkte für das Hochstift Trier im Jahr 1314 mit dem „Privilegium de non evocando“, dass landesinterne Streitfälle nicht vor ein auswärtiges Gericht gezogen werden konnten. Pfalz-Zweibrücken zog im Jahr 1470, Nassau-Saarbrücken im Jahr 1514 nach. Darüber hinaus wollten die Feudalherren auch verhindern, dass ihre Untertanen an einen auswärtigen Gerichtshof appellieren konnten. Im Jahr 1542 gelang dies dem Herzogtum Lothringen und im Jahr 1562 auch Kurtrier bis zu einem Streitwert von 500 Gulden. Das absolute Apellationsverbot (Privilegium de non appellando illimitatum) erreichte Kurtrier erst im Jahr 1721 und Pfalz-Zweibrücken im Jahr 1762. Nassau-Saarbrücken hingegen konnte das Privileg nicht erlangen.

Im 16. Jahrhundert setzte sich diese Entwicklung mit den Bestrebungen zur Schaffung eines eigenen Landesrechtes fort. Im Jahr 1519 erließ das Herzogtum Lothringen die „Coutumes générales du Duché de Lorraine en baillages de Nancy, Vosges et Allemagne“, die 1599 für das Bellistum Wallerfangen in deutscher Sprache erschienen. Pfalz-Zweibrücken erließ im Jahr 1536 eine eigene Gerichtsordnung, Kurtrier im Jahr 1537. Ebenfalls im 16. Jahrhundert folgte die Grafschaft Saarbrücken. Das Hochstift Metz erließ eine eigene Gerichtsordnung im Jahr 1601, das Herzogtum Luxemburg im Jahr 1623. In den übrigen saarländischen Herrschaften der Klöster und Ritterherrschaften galt das Reichsrecht. Hinsichtlich des Kriminalrechtes und des Strafprozessrechtes galt seit 1532 hierzu die Constitutio Criminalis Carolina, die Peinliche Gerichts- oder Peinliche Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V..

Neben den Fürsten und Grafen von Lothringen, Luxemburg, Saarbrücken, Trier und Zweibrücken existierten im Saarland zahlreiche Reichsherrschaften, wie Schwarzenholz, das der Abtei Fraulautern unterstand, und Mischherrschaften, wie die Vierherrschaft Vierherrschaft Lebach oder das Hochgericht Nalbacher Tal. Hier war zum Beispiel die mittlere bzw. kurtrierische Vogtei für das Oberdorf Nalbach, Bilsdorf, Piesbach und halb Bettstadt zuständig, während die oberste und unterste bzw. kurpfälzische Vogtei für Körprich, halb Bettstadt, Diefflen sowie das Nalbacher Unterdorf bis zum Fußbach zuständig war.[37] Außer dem Reichsdorf Michelbach als juristischer Kuriosität (heute zu Schmelz (Saar)) konnte keiner der saarländischen Orte zur Reichsstadt aufsteigen. Ebenfalls gab es im Gebiet des Saarlandes kein Reichskloster.

Quaternionenadler mit Westrich-Wappen von 1510

Aufgrund der politischen Zersplitterung verwendete man seit dem 13. bis ins 19. Jahrhundert für die Region den Begriff „Westrich“ („Land im Westen des Reiches“). Der Westrich besaß keine fest definierten Grenzen. Grob umfasste er die Region zwischen Hunsrück und Vogesen im Westen des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Durch die Verwendung der im 19. und 20. Jahrhundert neu gebildeten Namen Deutsch-Lothringen, Moselle, Krummes Elsass, Pfälzerwald und Saarland wurde der Gebrauch des Namens Westrich zurückgedrängt. Der Westrich bildete – auch zur Zeit der vielfachen Verwendung des Begriffs im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit – keine politische Einheit. Entsprechend der Mode der damaligen Zeit wurde dem Westrich daher ein eigenes Wappen zugeeignet, ein Schild sieben- oder achtmal schräg geteilt von blau und gold. So wurde der Westrich als „Westerreich“ auch auf dem Quaternionenadler als Teil einer fiktiven Reichsverfassung dargestellt. Der Kosmograph Sebastian Münster deutet das Westerreich in seiner in Basel im Jahr 1550 erschienenen „Cosmographia“ als Pendant zu Österreich.[38]

Die Grafschaft Saarbrücken im Spätmittelalter

Stammwappen der Grafen von Nassau (Ottonische Linie)
Stammwappen der Grafen von Nassau (Walramische Linie)

Die bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches regierende Dynastie Nassau-Saarbrücken ging über weibliche Erbfolge auf die älteste Dynastie der Grafen von Saarbrücken zurück. Diese war mit Simon III. (1168–1233) nur in der männlichen Linie erloschen. Über die Erbtochter Mathilde († 1274), verehelicht mit Simon von Commercy († 1247/48), gelangte die Grafschaft an beider Sohn, dessen Name Simon IV. (1271–1308) bereits die dynastische Kontinuität signalisierte. Die neue Grafenlinie Saarbrücken-Commercy herrschte etwa hundert Jahre lang, bevor sie mit Johann II. im Jahr 1381 ebenfalls im Mannesstamm ausstarb.

Erbtochter Johanna (1330–1390) verehelichte sich mit dem Grafen Johann von Nassau-Weilburg. Beider Sohn Philipp I. von Nassau-Saarbrücken-Weilburg begründete die gräfliche Linie Nassau-Saarbrücken, die bis zum Ende des Alten Reiches regierte. Zusammen ergibt dies eine dynastische Kontinuität des Hauses Saarbrücken über einen Zeitraum von mehr als 700 Jahren.

Der Bestand der Dynastie Nassau-Saarbrücken war durch die Erbvereinigung des Gesamthauses Nassau gesichert. Diese Dynastie hatte sich im Jahr 1255 in zwei Hauptlinien geteilt: Zur Walramschen Linie, die mit Adolf von Nassau (ca. 1255–1298) einen König des Heiligen Römischen Reiches hervorbrachte, zählten Nassau-Idstein, Nassau-Wiesbaden, Nassau-Weilburg, Nassau-Saarbrücken, Nassau-Ottweiler und Nassau-Usingen. Von letzteren stammen die heute noch regierenden Großherzöge von Luxemburg ab.

Aus der Ottonischen Linie gingen durch Erbteilungen die Grafen von Nassau-Hadamar, Nassau-Beilstein und Nassau-Dillenburg hervor. Letztere erbten im Jahr 1544 das Fürstentum Orange (Fürstentum Oranien) und stellten mit Wilhelm I. von Nassau-Oranien den Statthalter der Niederlande und zeitweise mit Wilhelm III. von Oranien-Nassau den König von England, Schottland, Irland und Wales. Der deutsche Zweig des Hauses Nassau-Dillenburg verästelte sich in die Linien Nassau-Siegen, Nassau-Beilstein und Nassau-Diez. Aus dieser Linie stammen die heute noch regierenden Könige der Niederlande.

Mit dem Begründer der Dynastie Nassau-Saarbrücken, Graf Philipp I. von Nassau-Saarbrücken (1368–1429) und dessen zweiter Ehefrau Elisabeth von Lothringen (ca. 1395–1456) gelangte höfische Kultur in die Saarregion. Elisabeth gilt als Wegbereiterin des Prosaromans in frühneuhochdeutscher Sprache. Sie initiierte um 1437 die Übersetzung und Bearbeitung von vier französischen höfischen Romanen (Chanson de geste): „Herpin“, „Sibille“, „Loher und Maller“ und „Huge Scheppel“. Nach dem Tod ihres Gemahls Philipp im Jahr 1429 übernahm Elisabeth bis 1438 bzw. bis 1442 die Regentschaft für ihre unmündigen Söhne Philipp II. (1418–1492) und Johann III. (1423–1472). Zu den Kindern Elisabeths gehörte auch Margarethe von Rodemachern (1426–1490).[39]

Unter Elisabeths Regentschaft entwickelte sich Saarbrücken zu einer Residenzstadt mit der Grafenburg auf dem steil zur Saar abfallenden Burgfelsen als Kernpunkt. Bis dahin existierte noch keine ortsgebundene zentrale Verwaltung. Die Landesherren bereisten stattdessen ständig ihre verstreut liegenden Residenzen wie Commercy (Commarchen), Weilburg und Saarbrücken, um den Herrschaftsanspruch durch ihre Präsenz zu untermauern.

Stiftskirche St. Arnual in Saarbrücken

Elisabeth starb am 17. Januar 1456. Entgegen den Gepflogenheiten der alten Grafen von Saarbrücken, die sich in der Abteikirche Wadgassen bestatten ließen, wählte Elisabeth die Stiftskirche St. Arnual als ihre letzte Ruhestätte. Ihr farbig gefasstes Grabmal mit Ganzkörperskulptur nach burgundischem Vorbild befindet sich in der dortigen Stiftskirche, die in der Folge 180 Jahre lang zur Erbgrablege des Hauses Nassau-Saarbrücken wurde. Danach wurde die Saarbrücker Schlosskirche zur Erbgrablege.

Noch zu ihren Lebzeiten hatte Elisabeth für ihre Erbfolge gesorgt. Im Jahr 1439 teilte sie ihre Besitztümer unter ihren beiden Söhnen auf: das rechtsrheinische Territorium sprach sie ihrem älteren Sohn Philipp, dem Grafen von Nassau-Weilburg, zu, den linksrheinischen Bereich vergab sie an ihren jüngeren Sohn Graf Johann von Nassau-Saarbrücken. Elisabeths Sohn Johann verkaufte mit Zustimmung seiner Mutter Elisabeth die Herrschaft Commercy für 42.000 Gulden an das herzogliche Haus Lothringen und konnte damit ein Anrecht auf Saargemünd erwerben, womit er sein Herrschaftsgebiet deutlich nach Osten rückte.

Johanns Sohn Johann Ludwig von Nassau-Saarbrücken wurde drei Monate nach dem Tod seines Vaters geboren. Seine Mutter Elisabeth von Württemberg hatte bis zu ihrer Wiederverheiratung mit Graf Heinrich von Stolberg-Wernigerode die Vormundschaft inne. Danach übernahmen diese Philipp von Nassau-Weilburg und Eberhard von Württemberg.

Johann Ludwig lebte bis zu seinem vierzehnten Lebensjahr in Weilburg. Er immatrikulierte sich 1483 in Heidelberg und 1485 in Tübingen. Anschließend verbrachte er eine kurze Zeit am Hof des Herzogs René II. von Lothringen, um daraufhin in Paris zu studieren.

Im Jahr 1490 übernahm Johann Ludwig die Herrschaft selbst. Gleich zu Beginn seiner Regentschaft kam im Jahr 1491 ein Erbschaftsvertrag der Linien Nassau-Weilburg und Nassau-Saarbrücken zustande. In der Folge war er als Militär und Diplomat unter Kaiser Maximilian I. tätig, der im Jahr 1503 die Residenz Saarbrücken besuchte.

Im Jahr 1495 begleitete Johann Ludwig seinen Schwager Pfalzgraf Alexander von Pfalz-Zweibrücken und dessen Vetter Bischof Antoine de Croÿ auf einer Pilgerfahrt über Venedig, Kreta, Rhodos und Zypern ins Heilige Land, wo er im Jahr 1495 in der Jerusalemer Grabeskirche zum Ritter vom Heiligen Grab geschlagen wurde. Auf dem Reichstag zu Worms im Jahr 1495, an dem der Saarbrücker Graf Johann Ludwig teilnahm, kam Nassau-Saarbrücken mit Pfalz-Zweibrücken zum Oberrheinischen Reichskreis. Die saarländischen Territorien Kurtriers und Luxemburgs wurden dem Burgundischen Reichskreis zugeteilt. Ohne Reichsstandschaft blieben das saarländische Reichsdorf Michelbach, die saarländischen Reichsritterschaften und Reichsherrschaften sowie das trierische Domkapitel.

Graf Johann Ludwig stand auch noch Kaiser Karl V. als Ratgeber zur Seite, der ihn im Jahr 1544 in Saarbrücken besuchte, und nahm im Jahr 1521 am Reichstag in Worms teil, wobei er die reformatorische Lehre Martin Luthers ablehnte. Teilweise wirkten sich die Unruhen des Bauernkrieges zu Beginn des 16. Jahrhunderts auch auf Nassau-Saarbrücken aus.

Nach dem Tod seiner ersten Frau Elisabeth von Pfalz-Zweibrücken erlangte Graf Johann Ludwig durch die Verheiratung mit Gräfin Katharina von Moers-Saarwerden zunächst eine Hälfte der Grafschaft Saarwerden. Nach dem Tod des Erben des zweiten Teils fiel im Jahr 1527 auch der Rest der Grafschaft an Nassau-Saarbrücken.

Im Jahr 1544 teilte Johann Ludwig seinen Besitz unter die Söhne Philipp (Saarbrücken), Johann (Homburg und Ottweiler) und Adolf (Saarwerden) auf. Johann Ludwig, der bis zu seinem Lebensende der katholischen Kirche treu ergeben blieb, wurde in der Stiftskirche St. Arnual beigesetzt.[40]

Frühe Neuzeit

Einführung der Reformation

Das Territorium des heutigen Saarlandes war vor der Reformation folgendermaßen untergliedert:

Der westliche Teil unterstand dem Archidiakonat Tholey des Erzbistums Trier mit den Dekanaten Remich, Perl, Merzig und Wadrill.

Der östliche Teil gehörte zum Bistum Metz und war in folgende Archipresbyteriate untergliedert: Neumünster, ein adeliges Frauenstift bei Ottweiler, Hornbach, einer Benediktinerabtei, St. Arnual, einem Augustinerchorherrenstift sowie Waibelskirchen an der Nied. Religiöse Oberhoheit hatten nur Gebiete, die als Landesherrschaft reichsunmittelbar waren, also nur dem König oder Kaiser unterstanden. Dazu zählte der Erzbischof und Kurfürst von Trier, der in größeren Teilen des heutigen Landkreises Merzig-Wadern, in Theley und den umliegenden Dörfern zusammen mit Lothringen, in der Stadt St. Wendel und den nördlich davon gelegenen Dörfern sowie in Blieskastel und St. Ingbert die politische Landeshoheit innehatte. Allerdings waren St. Wendel, St. Ingbert und Blieskastel zeitweise verpfändet.

Ebenso war der Metzer Bischof auch Landesherr des Hochstiftes Metz. Ihm unterstanden Püttlingen und dessen Nachbarorte.

Dem Herzog von Lothringen unterstanden als Landesherr weite Gebiete an der mittleren Saar mit Wallerfangen als Hauptort. Ein von dort rüsselartig nach Nordosten reichendes Gebiet mit dem Schaumberg und der Abtei Tholey gehörte ebenfalls dazu.

Dem habsburgischen Herzogtum Luxemburg unterstanden einige heute saarländische Moselorte.

Der Herzog von Pfalz-Zweibrücken besaß landesherrliche Rechte im Raum Nohfelden, an der mittleren Oster sowie an der unteren Blies.

Den Grafen von Nassau-Saarbrücken unterstand ein Gebiet, das ungefähr dem heutigen Stadtverband Saarbrücken, dem Landkreis Neunkirchen und dem Gebiet um die Stadt Homburg entspricht.

Im Norden des heutigen Saarlandes beanspruchten auch einzelne Adelige den Status der Reichsunmittelbarkeit, wie etwa die Herren von Dagstuhl und die Herrschaft Eberswald.

Darüber hinaus existierten mehrere Gemeinherrschaften wie etwa Lebach oder Uchtelfangen. Auch wurden zuweilen Herrschaftsrechte durch Eigentums- und Patronatsrechte eingeschränkt. Weitere Komplikationen der Herrschaftsverhältnisse brachten Herrschaftsteilungen durch erbrechtliche Bestimmungen oder Herrschaftsübertragungen, Belehnungen, Verpfändungen sowie feudalrechtliche Dorfteilungen in einzelne Vogteien, wie dies etwa im Hochgericht Nalbacher Tal der Fall war.

Bisher ist unbekannt, wann genau die Bewohner der Gegend an der Saar zum ersten Mal in Kontakt mit den Schriften des Reformators Martin Luther traten und von den diesbezüglichen Reaktionen der weltlichen und geistlichen Würdenträger des Heiligen römischen Reiches erfuhren. Es ist zu vermuten, dass spätestens nach dem Auftreten Luthers auf dem Reichstag zu Worms im Frühling 1521 die reformatorische Kunde auch an die Saar gelangte. Bereits für die Jahre 1519/1521 waren die Schriften Luthers in der Reichsstadt Metz nachweislich bekannt und im Jahr 1521 berief Papst Leo X. einen päpstlichen Kommissar, der gegen reformatorische Umtriebe in Lothringen und den umliegenden Gebieten vorgehen sollte. Im Jahr darauf, 1522, predigte der Straßburger Reformator Martin Bucer auf der Burg Nanstein über Landstuhl, die sich im Besitz von Franz von Sickingen (1481–1523) befand. Im Oktober 1522 trat der Reformator Johann Schwebel (1490–1540) auf, der ab 1523 in Zweibrücken als Hofprediger wirkte und dort im Jahr 1525 sein theologisches Werk „Hauptstück und Summa des gantzen Evangeliums“ veröffentlichte.

Herzog Ludwig II. von Pfalz-Zweibrücken (1502–1532) ließ der Verkündigung des evangelischen Predigers Johann Schwebel freien Lauf. Auf dem Reichstag zu Worms hatte Herzog Ludwig Martin Luther persönlich erlebt. Es darf auch vermutet werden, dass Ludwigs Gemahlin Elisabeth von Hessen (1503–1553), Tochter des Landgrafen Wilhelm I. von Hessen (1466–1515) und nahe Verwandte Philipps I. von Hessen, des größten Förderers der Reformation, der neuen Konfession im Herzogtum Zweibrücken erheblichen Auftrieb verschaffte. Im Jahr 1529 ermöglichte Herzog Ludwig den Schweizer Theologen die Reise zum Marburger Religionsgespräch, indem sie auf der Reise durch sein Herzogtum weitgehend die Bistümer Speyer, Mainz und Worms umgehen konnten. Gemeinsam mit den Schweizer Reformatoren um Zwingli reiste der Zweibrücker Prediger Schwebel 1529 zum Marburger Religionsgespräch.

Bereits im Jahr 1528 hatte der Metzer Bischof Johann von Lothringen, zu dessen Bistum der östliche Teil des heutigen Stadtverbandes Saarbrücken, der Saarpfalz-Kreis und Teile des Landkreises Neunkirchen zählten, die reformatorische Abendmahlspraxis in Zweibrücken gerügt. Da Herzog Ludwig bereits im Jahr 1532 30-jährig an der Schwindsucht starb, wurde sein ältester Sohn Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken (1520–1569) sein Nachfolger. Aufgrund der Minderjährigkeit des Erbprinzen übernahm zunächst Ludwigs jüngerer Bruder Ruprecht von Pfalz-Veldenz von 1533 bis 1543 die Regentschaft. Ruprecht vertrat die Ideen der Reformation entschiedener als sein verstorbener Bruder. Er beauftragte den Zweibrücker Prediger Johann Schwebel mit der Erstellung einer neuen Kirchenordnung für Pfalz-Zweibrücken und ordnete die Verwendung der deutschen Sprache im Gottesdienst an. In den Pfarreien des Herzogtums wurden nun alle Pfarrer einer strengen Visitation zur Ermittlung der bestehenden Verhältnisse unterzogen. Reformatorisches Gedankengut gelangte bald auch in die Orte an der unteren Blies, die nicht zum Territorium von Pfalz-Zweibrücken gehörten, so in die Orte Gersheim und Höchen.

Herzog Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken

Herzog Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken (1520–1569) konsolidierte nach der Übernahme der Regierungsgeschäfte im Jahr 1543 die lutherische Landeskirche und gab ihr – auf der Basis des Augsburger Religionsfriedens – im Jahr 1557 eine neue Kirchenordnung. Inzwischen hatte in Heidelberg der pfälzer Kurfürst Friedrich III. (1515–1576) den reichsrechtlich nicht anerkannten Calvinismus eingeführt. Sein Erbe Johann Casimir (1543–1592) führt im Jahr 1583 erneut die calvinistische Konfession in der Kurpfalz ein, und im Jahr 1588 tat Herzog Johann I. (1550–1604) in Pfalz-Zweibrücken ebensolches. Bereits im Jahr 1571 hatte Herzog Johann die Leibeigenschaft seiner Untertanen abgeschafft, mehr als 200 Jahre bevor dies durch die Französische Revolution geschah.

Die für das Gebiet des heutigen Saarlandes maßgeblichen Bischöfe, die Erzbischöf und Kurfürsten von Trier sowie die Bischöfe von Metz hielten, anders als einige mitteldeutsche Bischöfe, an der traditionellen katholischen Konfession fest. Die Erzbischöfe von Trier konnten allerdings nicht verhindern, dass in Teilen ihres Bistums die Reformation Erfolge feiern konnte. Selbst in Randgebieten des Hochstiftes, also des Kurfürstentums, wechselten ganze Gebiete die Konfession. Im kurtrierischen Amt Blieskastel hatten Lehensleute des Erzbischofes, die Herren von Eltz in Ballweiler, Biesingen, Erfweiler-Ehlingen, Rubenheim und Wecklingen, die Herren von Steinkallenfels in Bliesmengen-Bolchen sowie die Junker von Mauchenheim in Reinheim, die Verbreitung der reformatorischen Lehre gefördert. Erst um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert gelang es Trier, das Gebiet für den traditionellen Katholizismus zurück zu gewinnen, da von 1553 bis 1634 das Amt Blieskastel aufgrund einer Verpfändung unter dem reformatorischen Einfluss von Nassau-Saarbrücken gestanden hatte. Auch in der Umgebung hatten Angehörige des Ritterstandes durch die Berufung reformatorischer Prediger versucht, den Bekenntnisstand der Bewohner ihrer Dörfer zu verändern. Dies geschah in Eppelborn, Uchtelfangen, Knorscheid, Reisweiler, Gonnesweiler, Neunkirchen/Nahe, Sötern und Sötern, blieb aber hinsichtlich der Sache der Reformation weitestgehend erfolglos.

Mit der Ausbreitung der Reformation forderten die Landesherren zunehmend für sich das Recht, die Konfession ihrer Untertanen zu bestimmen. Dieses Möglichkeit wurde ihnen jedoch erst nach jahrzehntelanger Auseinandersetzung im Jahr 1555 im Augsburger Religionsfrieden zugestanden. Doch lag das Patronatsrecht, also die Neubesetzung einer vakant gewordenen Pfarrstelle, üblicherweise nicht beim Landesherrn, sondern beim jeweiligen Patronatsherrn. Das war in der Regel ein regionaler Adeliger sowie ein Kloster oder Stift, die allerdings nicht im selben Gebiet ansässig sein mussten.

Kaspar Olevian, Kupferstich, 16. Jh.

Der in Trier geborene, calvinistisch ausgerichtete Theologe Caspar Olevian trat nach auswärtigen Studien ab August 1559 in seiner Heimatstadt als öffentlicher Prediger auf. Durch sein kraftvolles Auftreten und seine mitreißende evangelische Predigt verschaffe er der reformatorischen Sache erheblichen Zulauf. Erzbischof Johann VI. von der Leyen nahm allerdings Olevian und zahlreiche seiner Sympathisanten gefangen und ließ diese erst frei, nachdem diese gelobt hatte, entweder zum rechtmäßigen katholischen Glauben zurückzukehren oder aber die Stadt zu verlassen. Viele erklärten, wieder katholisch werden zu wollen, eine nicht geringe Anzahl von Bürgern, darunter auch Olevian, wanderte aus. Die Reformation in Trier war damit gescheitert. Die katholische Kirche reagierte mit den Konzil von Trient (1545 bis 1563) auf die massiven Verwerfungen im kirchlichen Bereich und begann, umfassende Neuordnungen einzuführen. Mit den großangelegten Visitationen der Erzdiözese Trier im Jahr 1569 und der Synode für das Bistum Metz bereits im Jahr 1561 in Vic-sur-Seille gelang ein Neuanfang. Die durch die Umwälzungen der Reformation zugrunde gegangenen monastischen Niederlassungen, das Benediktinerinnenkloster Neumünster bei Ottweiler, die Zisterze Wörschweiler sowie das Augustiner-Chorherren-Stift Sankt Arnual, blieben für die katholische Kirche verloren.

Das Herzogtum Lothringen stand entschieden auf der Seite des traditionellen Katholizismus und trat allen Versuchen einer Reformation der Kirche entgegen. Im Herzogtum, das sich geradezu als Bollwerk des Katholizismus sah, gründeten die Herzöge von Guise, einer lothringer Nebenlinie, in den Hugenottenkriegen die Katholische Liga. Keinem lothringischen Lehensmann gelang die Einführung der Reformation, die Herren von Hagen zur Motten und Streiff von Lewenstein scheiterten jeweils bei dem Versuch, die kleine Seigneurie Eppelborn zu reformieren.

Franz von Sickingen
Belagerung der Stadt St. Wendel durch Franz von Sickingen im Jahr 1522
Burg Grimburg

Für die Lande an der Saar wurde die Reformation mit den sogenannten Sickingenschen Fehden, dem Reichsritterkrieg und dem Großen Bauernkrieg relevant. Franz von Sickingen (1481–1523) hatte im Jahr 1504 die Herrschaft Landstuhl mit Burg Nanstein geerbt. In Landau ließ er sich von Vertretern der rheinischen, schwäbischen und fränkischen Ritterschaft zum Hauptmann wählen und begann im Jahr 1522 eine Fehde gegen den Trierer Erzbischof Richard von Greiffenklau zu Vollrads (1467–1531). Sickingens Kriegsziel war es, das trierische Hochstift in seine Gewalt zu bringen und dann für seine Familie in ein protestantisches Fürstentum umzuwandeln. Auf dem Kriegszug nach der Bischofsstadt Trier nahm der Reichsritter die kurtrierische Stadt St. Wendel im Sturm, zerstörte das ebenfalls kurtrierische Blieskastel und eroberte die Grimburg bei Wadern. Am 8. September 1522 begann er mit der Belagerung Triers. Der Bruch des im Jahr 1495 von Kaiser Maximilian I. proklamierten „Ewigen Landfriedens“ rief jedoch ein Fürstenbündnis auf den Plan. Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz sowie Landgraf Philipp von Hessen vertrieben Sickingen und verfolgten ihn im Rahmen einer Reichsexekution bis zu seiner Burg Nanstein. Bei der Beschießung von Sickingens Burg im Mai 1523 kam der Reichsritter ums Leben. Das blutige Ende der Fehde Sickingens steht symbolhaft für den Verfall des Rittertums und den Aufstieg der Territorialstaaten in der Frühen Neuzeit.

Porträt Antons II. von Lothringen von Hans Holbein d. J., 1543
Claudius von Lothringen, Gemälde von Jean Clouet

Im Herbst des folgenden Jahres, 1524, begann der große Bauernkrieg. Im linksrheinischen Gebiet sammelten sich die Unzufriedenen unter der Führung von Erasmus Gerber. In seinem „Hellen Haufen“ hatten sich zeitweise 30000 Anhänger versammelt, weit mehr, als alle Städte des Westrichs zusammen an Einwohnern hatten. Anfang des Jahres 1525 lagerten ca. 4000 Teilnehmer des Aufstandes in einem Wald bei Saargemünd. Dort erhielten sie Zuzug aus den Grafschaften Saarbrücken und Zweibrücken-Bitsch sowie dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Auch in der Herrschaft Dagstuhl und dem kurtrierischen Amt Saarburg hatte es Proteste gegeben. Schließlich kam zu Plünderungen der Klöster Gräfinthal und Wintringen. Wenig später verschanzten sich die Aufständischen in den Mauern des unter nassau-saarbrücker Vogtei stehenden Frauenklosters Herbitzheim im Krummen Elsass. Die Adeligen versammelten ihre Truppen bei Vic-sur-Seille, darunter Herzog Anton von Lothringen (1489–1544), Claude von Guise (1496–1550) mit französischen Hilfstruppen, sowie aus dem Westrich die Grafen von Bitsch und von Nassau-Saarbrücken. Nachdem die Bauern die Bischofsresidenz Zabern (Saverne) erobert hatten, rückte das Fürstenheer in die Stadt. Am 17. Mai 1525 legten die Bauern die Waffen nieder und begannen mit dem Abzug, doch aus ungeklärten Umständen begann ein brutales Gemetzel an den abziehenden Bauern. Schätzungen hinsichtlich der Opfer schwanken zwischen 15000 und 30000 Menschen. Welchen Anteil Aufständische aus dem Gebiet des heutigen Saarlandes an der Sache hatten, ist unklar. Unruhen im Amt Ottweiler und im Köllertal wurden durch die Besatzung der Burg Montclair unter Graf Johann von Sayn in ihren Anfängen unterdrückt.

Burg Montclair

Die Dynastie Nassau neigte seit dem Jahr 1525 wie auch die anderen Mitglieder des Wetterauer Grafenvereins der Reformation zu. Während die Grafen von Nassau-Dillenburg später zum Calvinismus übertragen und Nassau-Oranien zur Speerspitze des internationalen Calvinismus avancierte, blieb Nassau-Weilburg lutherisch.

Das gräfliche Haus Nassau-Saarbrücken stand im Zeitalter der Reformation lange unentschlossen zwischen den Mächten. In der Grafschaft Saarbrücken hielt Graf Johann Ludwig (1472–1545) bis zu seinem Tod im Jahr 1545 an der alten Religion fest und hinterließ seinen drei Söhnen Philipp (1509–1554), Johann (1511–1574) und Adolf (1526–1559) ein rein katholisches Territorium. Erst mit der Einführung der Reformation im Jahr 1574 wurde Nassau-Saarbrücken zum Frontstaat im Zeitalter der Religionskriege.

Adolf erbte den Besitz Kirchheim am Donnersberg und weitere Besitzungen in der Pfalz und dem späteren Rheinhessen. Die Grafschaft Saarwerden an der oberen Saar im Krummen Elsass verwalteten die drei Brüder gemeinsam.

Selbst ohne Engagement für die Reformation profitierte Graf Philipp II. von Nassau-Saarbrücken (1509–1554) von den sich auflösenden Strukturen der alten Kirche und brachte zahlreiche Klöster unter seine Herrschaft. So übertrug im Jahr 1544 die letzte Äbtissin das Kloster Herbitzheim an die Grafen von Nassau-Saarbrücken. Nach einem Vertrag mit dem Herzog von Lothringen 1581, in dem dieser seine Rechte an Herbitzheim aufgab, verblieb der Besitz bis zur französischen Revolution bei den Grafen von Saarbrücken. Graf Philipp II. nutzte die Reformation, um Nassau-Saarbrücken zu einer Form zu erweitern, die den Grenzen des heutigen Saarland zunehmend nahekam. Auch wenn er sich in seinen letzten Lebensjahren mit Ratgebern und Amtsträgern des lutherischen Bekenntnisses umgab, blieb er in religiöser Hinsicht allerdings weiterhin Katholik. Er sagte Kaiser Karl V. auf dem Augsburger Reichstag per Vertrag vom 7. Juli 1548 die Einführung des Augsburger Interims zu. Als er im Jahr 1554 starb, wurden die nassauischen Territorien neu geordnet.

Die bisher gemeinsam verwaltete Grafschaft Saarwerden wurde nun dem jüngsten Bruder Adolf zugesprochen. Dieser war, beeinflusst durch seine Verwandten des Hauses Nassau-Weilburg in Kirchheimbolanden, mit dem Gedankengut der Reformation in Kontakt gekommen. Wohl nicht gegen den Willen der Bevölkerung der Grafschaft Saarwerden wurde durch Adolf im Jahr 1557 dort die pfalz-zweibrückische Kirchenordnung mit der Augsburger Konfession eingeführt sowie ein Superintendent installiert. Adolf nahm aber auch hugenottische Flüchtlinge aus Frankreich auf, die zeitweise durch den berühmten Reformator Guillaume Farel (1489–1565) betreut wurden. Als Adolf im November 1559 kinderlos starb, fiel sein Besitz seinem katholischen Bruder Johann in Saarbrücken zu, doch diese ließ die Reformation in Saarwerden unangetastet.

Stiftskirche St. Arnual: Links das Grabmal des Grafen Johann IV. († 1574), rechts des Grafen Philipp III. († 1602) mit seinen beiden Gemahlinnen Erika von Manderscheid († 1581) und Elisabeth von Nassau-Dillenburg († 1611)

Johann von Nassau-Ottweiler herrschte nun als Johann IV. von Nassau-Saarbrücken (1511–1574) über die Grafschaften Ottweiler, Saarbrücken und Saarwerden sowie über Teile der Herrschaften Kirchheimbolanden und Lahr. Er hatte zeitweise am Kaiserhof in Brüssel gelebt, danach in Kriegsdiensten Kaiser Karls V. und König Philipps II. von Spanien gestanden, setzte aber den reformatorischen Missionsversuchen des Straßburger Predigers Johannes Marbach (1521–1581) keinen Widerstand entgegen. Er duldete die Berufung evangelisch-lutherischer Pfarrer nach Saarbrücken und St. Johann, lehnte aber Heiratswünsche von Kanonikern des Stiftes St. Arnual kategorisch ab. Nachdem der St. Arnuale die Reichsunmittelbarkeit beansprucht und vor dem Reichskammergericht geklagt hatte, löste der Graf 1569 das Stift auf und verwandte dessen Einkünfte zugunsten der Lateinschule in Saarbrücken, dem heutigen Ludwigsgymnasium. Zeitlebens blieb Johann offiziell dem Katholizismus treu.

Da keine legitimen Erben vorhanden waren, setzte Johann zu Lebzeiten die Linie Nassau-Weilburg als Universalerben ein. Mit dem Tod Johanns im November 1574 wurde an der Saar der Weg für die Reformation frei.

Die Nassau-Weilburger Erben waren durch ihren Superintendenten Kasper Goltwurm (1524–1559) strikt lutherisch erzogen. Der ältere Graf Albrecht (1537–1593) übernahm im Jahr 1574 die Regierung im Amt Ottweiler, wo er die Reformation einführen ließ. Graf Philipp III. (1542–1602) führte am Neujahrstag 1575 durch den Superintendenten Gebhard Beilstein (ca. 1533–1613) die Reformation in Nassau-Saarbrücken ein. Die katholische Messe wurde strikt verboten und die reformatorische Predigt allenthalben installiert. Im Gefolge der nassau-weilburgischen Reformation an der Saar findet sich auch in der Reichsherrschaft Illingen des Ritters Hans von Kerpen im Jahr 1576 der erste evangelische Pfarrer.

Illingen, Burg Kerpen

Die Saarbrücker Kirchenordnung von 1574 verbot nicht nur katholische Praktiken wie Wallfahrten, Reliquienkult und Heiligenverehrung, sondern auch „heidnische Bräuche“ zu Fastnacht, Walpurgisnacht, Pfingsten und Johannistag. Mit der Abschaffung der Heiligenverehrung wurde die Zahl der Feiertage radikal reduziert. Das Landesbischofsamt der Grafen mit dem Recht zur Pfarrereinsetzung und der Konfiszierung der Kircheneinnahmen führte zur politischer Konsolidierung der gräflichen Machtposition. Lediglich die Prämonstratenserabtei Wadgassen, die Deutschordenskommenden Saarbrücken und Beckingen sowie die Augustinerinnenabtei in Fraulautern konnten unter dem Schutz Lothringens am katholischen Glauben festhalten. Den Wiedertäufern in der Grafschaft wurde eine geordnete Auswanderung gestatteten, die Unterschrift unter die Konkordienformel (1577) unterblieb und der Geistlichkeit wurden zur Vermeidung von Streitigkeiten religiöse Dispute untersagten. Darüber hinaus wurde die Teilnahme an den französischen Religionskriegen strengstens verboten.

Graf Ludwig von Nassau-Saarbrücken (1565–1627), Sohn Albrechts von Nassau-Weilburg-Ottweiler aus der Ehe mit Anna von Nassau-Dillenburg (1541–1616), der Tochter Johanns VI. von Nassau-Dillenburg (1536–1606) und Nichte Wilhelms I. von Nassau-Oranien, dem Anführer des Aufstandes der Niederlande gegen die Großmacht Spanien, konnte im Jahr 1602 die Herrschaft in Saarbrücken und schließlich auch in Idstein und Wiesbaden übernehmen. Saarbrücken stieg damit zum Mittelpunkt des Walramschen Gesamtbesitzes und zu größerer politischer Bedeutung auf. Graf Ludwig heiratet nach seiner Bildungsreise über Genf in den protestantischen Süden und in die französische Hauptstadt Paris Anna Maria von Hessen-Kassel (1567–1626), die Schwester des gebildeten Landgrafen Moritz, der sich im Jahr 1605 der calvinistischen Konfession zuwandte. So ist es wenig verwunderlich, dass Graf Ludwig und dessen Sohn Wilhelm Ludwig hugenottische Glaubensflüchtlinge aus Frankreich in seinem Territorium willkommen hieß und ihnen großzügig Land für ihre Dorfgründungen Ludwigsweiler (heute Ludweiler) und Nassauweiler (heute Naßweiler) im Warndt zur Verfügung stellte. Nach Ludwigs Tod begründete die Erbteilung des Jahres 1629 die Linien Nassau-Saarbrücken, Nassau-Idstein und Nassau-Weilburg, deren Nachkommen sich alle als Grafen von Nassau-Saarbrücken bezeichneten.[41][42][43][44][45][46][47][48][49][50][51]

Prosperitätsphase im 16. Jahrhundert

Im Gefolge der Friedenszeit im 16. Jahrhundert bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges wuchs die Bevölkerung des Saarlandes zunehmend. Die Bodenschätze des Landes wurden erstmals seit der Römerzeit wieder systematisch abgebaut und verarbeitet. So sind Schleifmühlen für die Achatverarbeitung bei Güdingen, Brebach und Scheidt erwähnt. Ebenso nahm der Kupfer- und Azuritabbau in Wallerfangen zu. Auch in Walhausen wurde nach Kupfer gegraben. Seit dem Jahr 1462 förderte man in Sulzbach Steinkohle. Mit dem Übergang des Ortes an die Grafschaft Saarbrücken begann auch die Eisenverarbeitung und die Salzsiederei aus Solequellen. In Neunkirchen an der Blies begann im Jahr 1593 die gewerbsmäßige Eisenschmelze. Im lothringischen Teil des Saarlandes nahm die Glashütte in Differten die Produktion auf. Die saarländischen Wälder nutzte man zur Herstellung von Holzkohle, die höhere Temperaturen bei der Eisenverhüttung erzielen konnte, und zur Produktion von Pottasche für die Glasherstellung. Zur kontinuierlichen Versorgung der Eisenhämmer, Drahtziehereien, Edelsteinschleifereien, Gipsstampfmühlen, Harnisch-Schleifmühlen, Lohmühlen, Ölmühlen, Papiermühlen, Sägemühlen, Schlackenmühlen, Schleifmühlen sowie der Walkmühlen mit Wasserkraft wurden zunehmend Mühlenweiher angelegt. Blechmühlen, Tabaksmühlen und Pulvermühlen kamen im 18. Jahrhundert hinzu. Für die Glasherstellung und den Ziegelbrand wurden in zunehmendem Maße die Wälder des Saarlandes gerodet. Ebenso wurden Sümpfe trockengelegt, um zusätzliche landwirtschaftliche Produktionsfläche zu gewinnen.

Die gestiegene Wirtschaftskraft des Landes zeigte sich auch in der allgemeinen Bautätigkeit der Bewohner, der Infrastrukturmaßnahmen sowie im Schlossbau. Erstmals seit der Römerzeit wurde die Saar unterhalb der Saarbrücker Burg wieder mit einer steinernen Brücke bequem überquerbar gemacht. Das heute Alte Brücke genannte Bauwerk wurde in den Jahren 1546/1547 unter Graf Philipp II. erbaut, angeblich nachdem Kaiser Karl V. die Saar an dieser Stelle wegen Hochwassers mehrere Tage lang nicht überqueren konnte.

Ebenso ließ Graf Philipp II. die für das Jahr 1326 erstmals erwähnte Wasserburg Bucherbach in Köllerbach um die Mitte des 16. Jahrhunderts umfassend erneuern.

Die Hohenburg über Homburg wurde unter der Herrschaft von Graf Johann IV. seit dem Jahr 1560 zu einer Bergfestung ausgebaut und ab dem Jahr 1570 errichtete man in Neunkirchen ein neues Schloss als Vierflügelanlage. Ebenfalls als Vierflügelanlage errichtete Graf Philipp III. von Nassau-Saarbrücken ab dem Jahr 1576 das Jagdschloss Philippsborn sowie Graf Albrecht von Nassau-Weilburg das Schloss Ottweiler.

In den Jahren 1602 bis 1617 wurde auf dem Saarbrücker Burgfelsen anstelle der mittelalterlichen Festungsanlage ein Renaissanceschloss errichtet, das man mit Gobelins aus dem Besitz von Wilhelm von Oranien ausstattete, deren Bildinhalte die Historie des nassauischen Herrscherhauses glorifizierten. Der großzügige Umbau des Saarbrücker Schlosses wurde unter Philipps Nachfolger Ludwig II. vollendet und um ein Ballhaus als Sporthalle für das beliebte Jeu de Paume ergänzt.

Das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken unter Herzog Johann I. ließ in den Jahren von 1580 bis 1596 die Burg Kirkel zu Wohnzwecken umbauen. Darüber hinaus wurden Adelssitze in Birkenfeld, Jägersburg bei Homburg sowie in Zweibrücken errichtet.

Auch dem rangniederen Adel des Saarlandes gelang es im 16. Jahrhundert, über Kirchenkarrieren gesellschaftlich aufsteigen. Die erreichte Rangerhöhung zeigte man unverzüglich auch im Neubau repräsentativer Gebäude. So wurde im Jahr 1540 Johann IV. Ludwig von Hagen zum Erzbischof von Trier gewählt. Seine beiden Brüder Heinrich (1480–1549) und Kaspar (1510–1551) erhob der Kirchenfürst zu trierischen Amtmännern in Blieskastel und St. Wendel und versah sie mit verschiedenen Lehen.

Philipp Christoph von Sötern, der im Jahr Bischof von Speyer und im Jahr 1623 zusätzlich Erzbischof von Trier sowie Fürstabt von Prüm wurde, ließ den Palas der Burg Dagstuhl und das kurfürstliche Amtshaus in Merzig neu errichten. Karl Kaspar von der Leyen, der von 1652 bis 1676 als Erzbischof und Kurfürst von Trier amtierte, belehnte im Jahr 1660 seinen Bruder Hugo Ernst von der Leyen († 1665)[52] mit der kurtrierischen Herrschaft Blieskastel.

Für die Grafschaft Saarbrücken war die Position zwischen der calvinistischen Kurpfalz und den katholischen Herrschaften Lothringen und Kurtrier angespannt. Im Rahmen der Gegenreformation wurde Saarwerden von Lothringen besetzt, Wadgassen in den Jahren 1571/1572 verwüstet und St. Avold im Jahr 1577 annektiert. Die Saarbrücker Schirmvogtei über die Abtei Fraulautern erlangte Lothringen im Jahr 1581.[53]

Konflikte mit Lothringen und Pfalz-Zweibrücken regelte Graf Ludwig in mehreren Verträgen in den Jahren 1603, 1621 und 1623 friedlich. So konnte etwa die Saar von Herbitzheim im Elsass bis Saarbrücken durch Vertiefung der Fahrrinne besser schiffbar gemacht werden. Der zuvor als reines Jagdgebiet der Grafen von Saarbrücken genutzte Warndt wurde für die Ansiedelung französischer Hugenotten freigegeben, die das Glasbläserhandwerk mitbrachten und so die Glasindustrie an der Saar einführten. Der Holzreichtum des Warndtwaldes wurde zum Befeuern der Glashütten verwendet.[54]

Ebenfalls im 16. Jahrhundert wurde allenthalben die kirchliche und staatliche Administration durch Verschriftlichung und Einstellung studierter Experten professionalisiert. Ebenso wurden in den Städten Saarbrücken (1472), St. Wendel (1494) und Zweibrücken (1460) Stadtschulen eingerichtet oder ausgebaut. Die nächsten Hochschulen waren die im Jahr 1473 gegründete Universität in Trier und die im Jahr 1574 eröffnete Hochschule der Jesuiten in Pont-à-Mousson (Mussenbrück). Für die lutherischen Söhne des Saarlandes war Marburg die nächstgelegene Universität, da Heidelberg calvinistisch ausgerichtet war. Zu Gymnasiumsgründungen kam es in Hornbach im Jahr 1559 und Saarbrücken im Jahr 1604. Finanziert wurden die Bildungseinrichtungen durch die Enteignungen der Klöster und Stifte in Hornbach, St. Arnual und Herbitzheim.

Kräuterbuch des Hieronymus Bock

Der Botaniker Hieronymus Bock, der in Zweibrücken und Saarbrücken tätig war, als Leibarzt des Saarbrücker Grafen Philipps II. praktizierte und am Saarbrücker Hof einen Kräutergarten anlegte, widmete sein Standardwerk über Heilpflanzen seinem Saarbrücker Dienstherrn. Pfalzgraf Karl I. von Pfalz-Birkenfeld gegründete die Bibliotheca Bipontina. Der Saarbrücker Graf Ludwig II. beauftragte seinen Registrator Johann Andreae mit der Ordnung des Saarbrücker Archivs und den Maler Henrich Dors damit, sämtliche Grabmäler der Familie abzuzeichnen, woraus im Jahr 1632 ein bedeutendes Epitaphienbuch erwuchs.[55][56]

Johann Michael Moscherosch: A la mode Kehraus, Erstes Gesicht Philanders von Sittewald

Johann Michael Moscherosch arbeitete von 1631 bis 1634 als Amtmann des lutherischen Zweiges der Grafen von Kriechingen in Kriechingen und war als solcher in dem zu dieser Zeit zur Hälfte kriechingischen Saarwellingen eingesetzt. Im Jahr 1636 stellte ihn der pommersche Herzog von Croy-Arschot als Amtmann seines Anteils an der nicht weit von Criechingen entfernten „sechsherrigen“ Herrschaft Finstingen ein. Diese Stelle versah er bis zum Jahr 1642. Nach diesen Tätigkeiten im lothringischen Grenzraum flüchtete Moscherosch vor den Wirren des Dreißigjährigen Krieges nach Straßburg, wo er von 1645 bis 1655 Polizeichef und Steuerbeamter war. Unter dem Pseudonym Philander von Sittewald lässt er in seinem Werk „Gesichte“ (Visiones) die Saar als personifizierten Flussgott zeitgenössische Torheiten negativ beurteilen und weist den Leser auf die positiven Bildungsmöglichkeiten des Landes an der Saar hin.[57]

Dreißigjähriger Krieg und Folgekriege

Friedrich V., Gemälde von Gerrit van Honthorst, 1634

Mit dem 16. Jahrhundert begann eine lange Phase der kriegerischen Verheerungen des Saarlandes, die die Städte und Dörfer der Region entvölkerten. Zahlreiche saarländische Orte fielen wüst. Die Grafschaft Saarbrücken stand mehrfach vor der vollständigen Annexion durch das Königreich Frankreich. Um dies zu verhindern, dienten die Saarbrücker Grafen in der königlichen Armee. Die Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) setzten sich im Devolutionskrieg (1667–1668), dem Holländischen Krieg (1672–1679), dem Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697), dem Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714), dem Polnischen Thronfolgekrieg (1733–1738) sowie in den kriegerischen Auseinandersetzung der Französischen Revolution und den von Napoleon Bonaparte angezettelten Kriegen fort.

Der Dreißigjährige Krieg begann für das Saarland im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Spanische Truppen besetzten nach der Absetzung von Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz seit dem Jahr 1621 die pfälzischen Gebiete. Konfessionell stellte dies für die kleinen protestantischen Territorien an der Saar eine direkte Gefährdung dar. So musste sich die Reichsherrschaft Illingen seit 1626 wieder dem Katholizismus zuwenden. Seit dem Mai 1627 wurden in Saarbrücken kaiserliche Truppen unter ihrem Anführer Graf Johann Philipp Cratz von Scharfenstein (1590–1635) einquartiert. Sie zerstörten die Schlösser Philippsborn, Neunkirchen und Bucherbach. Die Grafschaft Saarwerden wurde im Jahr 1629 durch das Herzogtum Lothringen besetzt und wieder dem Katholizismus zugeführt.

Im Sommer 1631 begannen in Saarbrücken Hexenprozesse, die als Reaktion auf die Kriegsnot, die Seuchen und die religiösen Bedrängungen gedeutet werden können. Mit der Schlacht von Breitenfeld am 31. September 1631 konnte der schwedische König Gustav Adolf II. die Truppen des Kaisers aus der Pfalz vertreiben und verlegte zur Sicherung seiner militärischen Position eine Garnison nach Zweibrücken. Zum Dank für die Errettung aus der Gefahr benannte Graf Wilhelm Ludwig von Nassau-Saarbrücken seinen erstgeborenen Erbprinzen dann auch nach dem schwedischen Herrscher Gustav Adolf. Wilhelm Ludwig schloss sich wie die übrigen Mitglieder des Hauses Nassau dem Heilbronner Bund an und zog schwedische Garnisonen nach Saarbrücken und Homburg. Doch erlitten die Schweden in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 eine Niederlage. Darüber hinaus kam es in den Jahren 1634 und 1635 zu einer verheerenden Pestepidemie, der ein großer Teil der Bewohner des Westriches anheimfiel. Für die Überlebenden verschlimmerte sich die Ernährungslage durch die Zerstörungen so sehr, dass der Wadgasser Abt Philipp Gretsch von Kannibalismus in der Region berichtete.

Das Ende des Heilbronner Bundes brachte die Protestanten in eine bedrohte Situation. Der kaiserliche General Matthias Gallas überquerte im Sommer 1635 mit kroatischen und spanischen Truppen den Rhein, drängte die Protestanten zurück, eroberte Kaiserlautern, brandschatzte Kusel und belagerte Zweibrücken. Der Saarbrücker und der Zweibrücker Hof flüchteten daraufhin nach Metz. Frankreich nützte die wirre Situation mit zunehmenden Expansionsbestrebungen an seiner Ostgrenze. So kam es in den Jahren 1632 bis 1661 zur Besetzung von Lothringen, der Verwüstung von St. Arnual und auch der militärischen Ausbreitung im Elsass seit dem Jahr 1633. Seit dem Sommer 1635 war Saarbrücken unter Kardinal Richelieu zum französischen Militärstützpunkt gemacht worden, doch seit September desselben Jahres kam der Gegenschlag der kaiserlichen Truppen in Fahrt. Matthias Gallas konnte Wallerfangen erobern, und Herzog Carlo I. Gonzaga von Mantua nahm Saarbrücken ein.

Kaiser Ferdinand III. versuchte nun, die Grafschaft Saarbrücken ganz zu liquidieren. Im Jahr 1637 ordnete das Reichskammergericht die Beschlagnahmung des Nassauischen Territoriums aufgrund von Majestätsbeleidigung und Rebellion an, und der Kaiser belehnte seinen Feldherrn Karl IV. von Lothringen mit der Grafschaft Saarbrücken, deren Regierung der lothringische Oberamtmann Georges Durand übernahm. Die politische und jurisdiktionelle Verwaltung wurde in Saarbrücken, die militärische in Homburg installiert.

Im Herbst 1644 quartierte Frankreich Truppen in St. Johann und Saarbrücken ein, und es kam zu Plünderungen, sodass die Saarbrücker Grafenwitwe Anna Amalie (1595–1651, Dynastie Baden-Durlach) bei der Regierung des jungen Königs Ludwig XIV. protestierte. Daraufhin versprach die französische Regierung militärische Zurückhaltung. Während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden pochte Gräfin Anna Amalia auf die Rückgabe der beschlagnahmten Grafschaft Saarbrücken, denn Kaiser Ferdinand III. erklärte seine Bereitschaft, die Trierer Suffraganbistümer Metz, Toul und Verdun sowie Teile des Elsass aus dem Reichsgebiet auszugliedern und Frankreich zu übergeben. Die Gräfin konnte sich schließlich, unterstützt vom Wetterauer Grafenverein, mit ihrer Forderung durchsetzen, und die gräflichen Territorien wurden vertraglich restituiert. Dennoch weigerten sich Lothringen und Frankreich, sich aus der Grafschaft zurückzuziehen.

Der Westfälische Frieden unterstellte die drei lothringischen Bistümer (Toul, Metz, Verdun → Trois-Évêchés) offiziell der französischen Krone. Der lothringische Herzog Karl IV., der hier nicht beteiligt war, und dessen Verhandlungen mit Kardinal Mazarin scheiterten, nahm die Kriegshandlungen wieder auf und bedrohte im Jahr 1652 sogar Paris. Er verspielte jedoch die gewonnenen Vorteile und auch seine Glaubwürdigkeit, als er danach gleichzeitig mit Mazarin und der Fronde des Princes Unterredungen führte. Spanien warf ihm vor, die Ursache für das Scheitern des Aufstands zu sein, und ließ ihn am 25. Januar 1654 in Brüssel verhaften und im Alcázar von Toledo internieren. Die Intervention und die Erfolge seines Bruders Nikolaus Franz brachten ihm am 15. Oktober 1659 allerdings wieder die Freiheit und im Vertrag von Vincennes von 28. Februar 1661 sogar sein Herzogtum zurück.

Als er sich aber 1669 weigerte, der Aufforderung Ludwigs XIV. nach einer Auflösung seiner Armee Folge zu leisten, fielen französische Truppen im Sommer 1670 erneut in Lothringen ein. Karl IV. musste ein weiteres Mal fliehen, nahm aber erneut im Dienst des Kaisers den Kampf gegen die Franzosen auf. Am 11. August 1675 kämpfte er zusammen mit Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg gegen Marschall François de Créquy in der Schlacht an der Konzer Brücke. Wenig später erkrankte er schwer und starb am 18. September in Allenbach bei Wirschweiler, zwischen Birkenfeld und Bernkastel.

Das Saarland war durch die katastrophalen Kriegsfolgen schwer gezeichnet. Lothringen hielt Saarwerden und Herbitzheim weiterhin besetzt. Graf Gustav Adolf von Nassau-Saarbrücken, der im Jahr 1659 aus der Vormundschaft seiner Mutter Anna Amalia entlassen worden war, machte sich an den Wiederaufbau des vom Krieg zerstörten Landes, holte geflüchtete Landeskinder zurück und warb Neusiedler für die Landwirtschaft und Facharbeiter für die Glasindustrie in Klarenthal (benannt nach seiner Frau, Eleonore Klara, heute ein Ortsteil im Westen Saarbrückens) an.

König Ludwig XIV. (Gemälde von Hyacinthe Rigaud, 1701)

Der Reunionspolitik von König Ludwig XIV. von Frankreich konnte der Graf keinen nennenswerten Widerstand leisten. Er weigerte sich im Jahr 1662, den vom französischen König geforderten Lehenseid zu leisten, auch als er 1673 von den Franzosen gefangen genommen und nach Lothringen gebracht wurde. Nach der Freilassung im folgenden Jahr durfte er nicht wieder in sein Land zurückkehren.

Im Jahr 1665 hatte der lothringische Herzog Karl IV. für seinen kirchenrechtlich unehelichen Sohn Karl Heinrich von Lothringen-Vaudémont die Gebiete am Oberlauf der Saar und die Grafschaft Saarbrücken als Versorgungsterritorium beschlagnahmt. Allerdings besetzte bereits im Jahr 1670 das Königreich Frankreich Lothringen und verblieb dort bis zum Jahr 1697. Karl Heinrich wurde schließlich mit der ehemaligen Saarbrücker Herrschaft Commercy abgefunden.

Mit dem Angriff auf die Niederlande durch Frankreich wurde das Gebiet des heutigen Saarlands durch Truppendurchzüge und Kriegskontributionen schwer belastet. Der französische Heerführer und Marschall von Frankreich Henri de La Tour d’Auvergne, vicomte de Turenne, schlug im Dezember 1673 in Saarbrücken sein Winterquartier auf und forderte den Saarbrücker Grafen Gustav Adolf zur Zusammenarbeit auf. Als sich dieser weigerte, wurde er nach Lothringen verschleppt. Nachdem der Graf wieder freigelassen worden war und Saarbrücken weiterhin französisch besetzt blieb, trat er in die militärischen Dienste Kaiser Leopolds I. ein. Er nahm daher in kaiserlichen Diensten im Jahr 1676 an den Kämpfen in Philippsburg und 1677 im Elsass teil. Er erlag den Verletzungen, die er in der Schlacht bei Kochersberg nordwestlich von Straßburg erlitten hatte. Bestattet wurde er, nach verschiedenen Zwischenstationen, schließlich in der Straßburger Thomaskirche. Dort wurde von 1802 bis 1990 sein mumifizierter Leichnam in einem Glassarkophag ausgestellt. Die Überführung und endgültige Beisetzung in das von seiner Gemahlin errichtete Grabmal in der Schlosskirche in Saarbrücken erfolgte erst im Jahr 1998.

Im Auftrag des Kaisers konnte der lothringische Herzog Karl V. im April 1677 schließlich das französisch besetzte Dillingen am Unterlauf der Prims zurückerobern und gelangte Ende Mai nach schweren Kämpfen in den Besitz von Saarbrücken. Die Rückeroberung Lothringens scheiterte jedoch, sodass sich die kaiserliche Armee Anfang September 1677 nach Straßburg zurückzog.

Grabdenkmal des Grafen Ludwig in der Saarbrücker Schlosskirche

Der noch minderjährige Sohn des Saarbrücker Grafen Gustav Adolf, Ludwig Crato (Kraft), wurde zunächst durch seine Mutter Eleonore Clara, geborene Gräfin von Hohenlohe-Neuenstein hinsichtlich der Herrschaft vertreten. Erst im Jahr 1677 erbte er beim Tode des Vaters die Grafschaften Saarbrücken und Saarwerden. Aufgrund der französischen Besetzung konnte er allerdings die Regentschaft nicht antreten. Die französische und lothringische Besetzung blieb auch nach dem Friede von Nimwegen (1678/1679) bestehen, der den Französisch-Niederländischen Krieg sowie die damit verbundene Kriege beendete.

Frankreichs Ziel war es weiterhin, sein Territorium bis zum Rhein auszudehnen. Dazu wollte man die rechtliche Stellung der drei Trier Suffraganbistümer Metz, Toul und Verdun (Trois-Évêchés, deutsch: „Drei Bistümer“) ausnutzen. Im Jahr 1552 waren die drei Bistümer gemäß den Bestimmungen des Vertrages von Chambord durch den französischen König Heinrich II. besetzt worden. Obwohl faktisch nun unter französischer Kontrolle stehend, waren sie nominell noch im Territorialverband des Heiligen Römischen Reiches verblieben. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 war Frankreich der offizielle Besitz der Hochstifte bestätigt worden. Die hochstiftlichen Rechte der drei Bistümer betrachtete Frankreich seitdem als Rechte der französischen Krone.

König Ludwig XIV. setzte im Jahr 1679 auf Vorschlag seines Außenministers Colbert sogenannte Reunionskammern in Metz, Breisach, Besançon und Tournai ein, die mit Hilfe alter Verträge (meist bezogen auf mittelalterliche Lehensverhältnisse) die angebliche historische Zugehörigkeit bestimmter Gebiete gerichtlich feststellen sollten. Diese Gerichtsverfahren sollten die expansionistischen Ziele Ludwigs XIV. juristisch legitimieren. Sie beruhten auf fragwürdigen Grundlagen und waren auch schon im 17. Jahrhundert und selbst innerhalb Frankreichs umstritten.

Ausgangspunkt der Argumentation waren jene Territorien des Heiligen Römischen Reiches, die im Westfälischen Frieden von 1648 und in den Verträgen von Nimwegen 1678/79 mit Anerkennung des Reiches unter die Herrschaft des französischen Königs gekommen waren, namentlich die drei Bistümer Metz, Toul und Verdun, die zehn Reichsstädte des Elsasses, der Sundgau, die Franche Comté sowie weitere Territorien.

Nach französischer Auffassung waren mit diesen Abtretungen auch alle Gebiete, die irgendwann einmal in lehnsrechtlicher Abhängigkeit von diesen Territorien gestanden hatten, als „Dependenz- und Pertinenzstücke“ der Souveränität des französischen Königs unterworfen. Man benutzte zur Durchsetzung dieses Anspruchs das juristische Mittel der Reunionsklage, mit der im alten Recht der Inhaber eines Gutes gegen dessen Aufteilung beispielsweise durch Erben vorgehen und seine „Wiedervereinigung“ einfordern konnte, wenn ein Dismembrationsverbot (Aufteilungsverbot) bestand. Die Reunionspolitik ging also von der Verfassungsstruktur des Lehnsrechtes aus und benutzte die (vermeintlichen) Rechte der zwischen 1648 und 1679 durch den französischen König erworbenen Herrschaftstitel als Hebel. Sie behauptete dagegen nicht, die zu annektierenden Gebiete seien früher einmal französisch gewesen.

Die eigens geschaffenen Reunionskammern sprachen die Urteile freilich durchweg im Sinne des französischen Königs. Die betroffenen Fürsten oder Städte erhielten daraufhin die Aufforderung, sich der französischen Souveränität zu unterwerfen und wurden militärisch besetzt. Auf diese Weise bedrohte das Königreich Frankreich die Herrschaften Pfalz-Zweibrücken, Pfalz-Veldenz, Zweibrücken-Bitsch, Saarwerden, Nassau-Ottweiler, Nassau-Saarbrücken sowie Blieskastel mit der Enteignung. Durch Lehenshuldigungen in den Jahren 1680 und 1681 gelangten sowohl Blieskastel als auch Nassau-Saarbrücken und Saarwerden sowie Nassau-Ottweiler unter französische Oberhoheit. Die lothringischen Ämter Forbach, Schaumburg über Tholey, Saargemünd, Merzig-Saargau, Siersburg-Dillingen, Wallerfangen, Berus sowie Oberhomburg-St. Avold wurden allesamt der französischen Oberhoheit unterstellt.

Stadtplan und Festungsanlagen von Saarlouis, 1693

Zur Sicherung der Neuerwerbungen ließ Frankreich zahlreiche Festungswerke erbauen. Die mächtigste Festung an der Saar war Saarlouis. Im Jahr 1680 ließ der französische König Ludwig XIV. (Louis XIV) Saarlouis (ursprünglicher Name: Sarre-Louis) zum Schutz der neuen Ostgrenze errichten. Den festungsmäßigen Ausbau von Wallerfangen hatte man verworfen, da dieses im Kriegsfall vom Limberg aus hätte beschossen werden können. Der Baumeister Sébastien Le Prestre de Vauban entwarf die Festungsstadt in aureichender Entfernung zum Limbergmassiv symmetrisch in Sternform mit sechs Bastionen, die zur Aufstellung von Kanonen dienten. Die Pläne hierzu stammten von Thomas de Choisy. Ein wichtiges Element der Verteidigungsanlagen war der Pont-écluse (die Schleusenbrücke). Durch ihn konnte im Verteidigungsfall nach dem Prinzip einer Inundationsfestung (Überschwemmungsfestung) die an der Stadtmauer vorbeifließende Saar mittels eingelegter Balken aufgestaut werden, um so das Umland zu überfluten. Dadurch sollte es einem Belagerer erschwert werden, Kanonen an die Stadt heranzubringen sowie Erdwerke und Laufgräben anzulegen.

Im Zusammenhang mit der Errichtung der Stadt entstanden im Umland einige neue Siedlungen, beispielsweise Beaumarais, Picard, Bourg-Dauphin (heute Neuforweiler) und Felsberg (Steinbrüche). Auch die Geschichte der Dillinger Hütte ist geprägt von der Entwicklung der Festung, insbesondere von dem Bedarf an Eisenwaren während des Aufbaus.

Im Jahr 1683 verlieh Ludwig XIV. Saarlouis bei einem Besuch das Stadtwappen mit der aufgehenden Sonne und den drei bourbonischen Lilien. Der Wappenspruch lautet Dissipat Atque Fovet: Sie (die Sonne) zerstreut (die Wolken) und erwärmt (die Erde).

Das Baugelände der Festung Saarlouis war laut dem Lisdorfer Weistum von 1458 ursprünglich Besitz der Prämonstratenserabtei Wadgassen. Innerhalb des heutigen Innenstadtgebietes hatten zwar die Abtei Fraulautern und einige Bürger der damaligen Stadt Wallerfangen freie Güter, doch unterstanden diese der Oberherrlichkeit (nicht der Grundherrschaft) der Abtei Wadgassen. Wadgassen verfügte somit über die Hochgerichtsbarkeit, das Jagdrecht und andere Regalien. Mit dem Festungsbau musste Wadgassen das Gebiet an den französischen König abtreten.[58]

Nach der Gründung der Stadt Saarlouis im Jahr 1680 wurden die Einwohner von Wallerfangen in den Jahren 1687/88 zwangsweise in die neue Stadt umgesiedelt. Im Zuge dessen wurden auch die meisten Gebäude in Wallerfangen abgetragen, um Baumaterial für die Häuser in Saarlouis zu gewinnen. Die ehemalige befestigte Stadt Wallerfangen entwickelte sich zu einer aus wenigen Einzelgehöften bestehenden Siedlung zurück.

Der Intendant der französisch besetzten Gebiete, die man nun „Province de la Sarre“ nannte, bezog im Jahr 1685 schließlich seinen Amtssitz im neuerbauten Saarlouis. Die neugegründete Saarprovinz reichte von Pfalzburg im Süden bis Mont Royal bei Traben-Trarbach an der Mosel. Sie umspannte das heutige Saarland, Deutschlothringen, große Teile der Pfalz mit den Grafschaften Sponheim, Leiningen und Falkenstein am Donnersberg und reichte bis an das linke Rheinufer.

Zur Förderung der Wirtschaft wurden die Leibeigenschaft und die innerterritorialen Zollschranken aufgehoben, Märkte eingerichtet, Straßen gebaut und ein Verwaltungsapparat installiert. Politische und jurisdiktionelle Hauptstadt der neugeschaffenen Großregion war Saarlouis. Werbemaßnahmen sollten zur Wiederbesiedelung der kriegsverwüsteten Länder führen. Zahlreiche Zuwanderer aus dem schweizerischen und österreichischen Alpenraum, Oberdeutschland sowie Zentralfrankreich siedelten sich daraufhin im Saarland an.

Die Aufhebung der Leibeigenschaft in der Saarprovinz durch die französische Regierung; Einblattdruck "Extrait des registres du conseil d´estat du roy", Ludwig XIV. von Frankreich, Versailles 5. Januar 1685; Die französische Verwaltung ergriff in der Reunionszeit (1681–1697) zahlreiche Maßnahmen, um die eroberten Gebiete wieder aufzubauen und an Frankreich anzugleichen. Während die Landesherrschaften und die Grundherren geschwächt wurden, sollte die Bevölkerung durch Erleichterungen an Frankreich gebunden werden. Mit dem Erlass vom 5. Januar 1685 wurden die Leibeigenschaft und die mit ihr verbundene Loskaufpflicht aufgehoben. Damit sollte auch die Freizügigkeit hinsichtlich der Ansiedelung und Verheiratung junger Menschen gefördert werden. Ebenso sollten die Frondienste um drei Viertel sowie die herrschaftlichen Weiderechte auf ein Viertel des vorhandenen Weidelandes verringert werden. Neue Steuern sollten der französischen Staatskasse zugutekommen.

Mit dem Edikt von Fontainebleau widerrief König Ludwig XIV. am 18. Oktober 1685 das von Nantes. Mit dem Edikt von Nantes hatte im Jahr 1598 dessen Großvater, König Heinrich IV., den französischen Protestanten Religionsfreiheit zugesichert und die mehr als dreißigjährigen Hugenottenkriege nach der Bartholomäusnacht beendet. Infolge des Widerrufs wurden die Lutheraner der Saarprovinz zwar nicht massiv zum Glaubenswechsel gedrängt, doch förderte die französische Verwaltung in starkem Maße den Katholizismus durch die Einrichtung von Gottesdiensten in Kirchen, die Einführung von katholischen Feiertagen oder Wallfahrten und den Zuzug von Katholiken. Durch zahlreiche Maßnahmen wurde die katholische Kirche der Saarprovinz stark an Frankreich und dessen Ordensstrukturen angebunden. Den Reformierten wurde die Religionsausübung vollständig verboten, ihre Kirchen wurden geschlossen oder zerstört und ihre Geistlichen des Landes verwiesen. Konvertiten sicherte man vier Jahre Steuerfreiheit zu, während man die Konversion zum Protestantismus verbot.

Nachdem Frankreich im Jahr 1688 in der Kurpfalz einmarschiert war, um auch dieses Territorium an Frankreich anzugliedern, entschloss sich das Reich zum Krieg, um die Reunionen rückgängig zu machen (Pfälzischer Erbfolgekrieg). Dabei wurde systematisch zum Mittel der Verwüstung ganzer Landstriche und Städte gegriffen. Ottweiler, Merzig, St. Wendel, Kaiserlautern und zahlreiche andere Orte wurden zunächst geplündert und anschließend niedergebrannt. Die renommierte Zweibrücker Bibliothek (Bibliotheca Bipontina) verbrachte man nach Nancy und das Zweibrücker Schloss, wie viele andere mittelalterliche Burgen, wurde gesprengt.

Französische Gebietsveränderungen zur Zeit Ludwigs XIV., in Blau dargestellt die 1697 wieder verlorenen Territorien

Mit der Beendigung des Pfälzischen Erbfolgekrieges im Frieden von Rijswijk im Jahr 1697 mussten allerdings Nassau-Saarbrücken, Pfalz-Zweibrücken, Blieskastel und viele andere Herrschaften sowie die Festungen Luxemburg, Bitsch, Homburg und Mont Royal wieder an das Heilige Römische Reich zurückgegeben werden. Das lothringische Herzogtum wurde in den Grenzen von 1670 restituiert.

Behaupten konnte Frankreich allerdings den Besitz von Pfalzburg, Saarlouis, Longwy, Straßburg sowie der drei Bistümer Metz, Toul und Verdun. Damit verlor Saarlouis sein gesamtes Umland. Der Beamtenapparat wurde allerdings dort belassen, da Ludwig XIV. Saarlouis als Brückenkopf einer zukünftigen Wiedereroberung des Gebietes benutzen wollte.

Graf Ludwig Kraft von Nassau-Saarbrücken konnte nach dem Frieden von Rijswijk im Jahr 1697 wieder die Regentschaft übernehmen, doch war er bereits im Jahr 1701 wieder gezwungen, im Spanischen Erbfolgekrieges an der Seite Frankreichs zu kämpfen. Ludwig Kraft von Nassau-Saarbrücken wurde über seine Tochter Karoline von Nassau-Saarbrücken Ahnherr zahlreicher deutscher und europäischer Herrscherhäuser.

Sein Regierungsnachfolger wurde im Jahr 1713 sein Bruder Karl Ludwig. In dessen Regierungszeit fördert dieser die Industrialisierung seines Landes. Im Warndt baute er das Glashandwerk, das bereits unter Ludwig II. durch Ansiedlung von Hugenotten begründet worden war, weiter aus. In Sulzbach/Saar errichtete er die Salzwerke ab 1719 neu und ließ ein Gradierwerk errichten. Nach ihm wurde auch der neu gegründete Ort Karlingen benannt (heute französisch: Carling). Da seine beiden Söhne schon als Kleinkinder verstarben, ging die Herrschaft in Nassau-Saarbrücken an seinen Schwiegervater Friedrich Ludwig von Nassau-Ottweiler über. Zur Förderung der Wirtschaft ließ dieser im Jahr 1723 eine Glashütte in Friedrichsthal und eine weitere im Jahr 1724 im Fischbachtal gründen. Aus der Hütte in Friedrichsthal ging später die gleichnamige Stadt hervor, an der Stelle der kurzlebigen Glashütte im Fischbachtal entstand später Rußhütte. Im Jahr 1726 gründete er die Ortschaft Friedrichweiler und 1727 ließ er Sulzbach neu besiedeln. Zeitweilig betrieb er das Neunkircher Eisenwerk in Eigenregie. Mit seinem Tod im Jahr 1728 endete auch die Linie Nassau-Ottweiler.

Die Besitzungen gingen auf die Linie Nassau-Usingen über. Nach Erlangung seiner Volljährigkeit übernahm damit im Jahr 1741 Wilhelm Heinrich (Nassau-Saarbrücken) die Regentschaft in Saarbrücken.

Im Polnischen Thronfolgekrieg (1733–1738) wurde das Gebiet des heutigen Saarlandes wiederum zu einem militärischen Aufmarschgebiet. Die Schwiegervaterschaft des polnischen Königs Stanislaus I. Leszczyński mit dem französischen Königshaus brachte ihm schließlich im Jahr 1737 die Herzogtümer Lothringen und Bar ein.

Als der eigentliche Herzog von Lothringen und Bar (seit 1729–1737), Franz III. Stephan (1708–1765), im Jahr 1736 die Kaisertochter Maria Theresia geheiratet hatte, musste er am 13. Februar 1737 auf Lothringen und Bar verzichten und wurde im Tausch dafür als Franz II. Großherzog der Toskana (1737–1765) sowie ab 21. November 1740 Mitregent in den Habsburgischen Erblanden und seit 1745 als Franz I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Im diplomatischen Einvernehmen zwischen dem Kaiser und der französischen Krone war Stanislaus I. Leszczyński, der Schwiegervater des französischen Königs Ludwigs XV., daraufhin zum Herzog von Lothringen und Bar ernannt worden. Nach dem Tod von Herzog Stanislaus infolge einer tragischen Brandverletzung im Jahr 1766 fiel das Herzogtum Lothringen mit Bar an das Königreich Frankreich, womit sich die französische Grenze bis zur Saar vorschob.[59]

Französische Zeit

Ansätze der frühen Industrialisierung erlebte das Gebiet schon im 18. Jahrhundert durch die Verstaatlichung der Steinkohlengruben und Ausbau wie auch Neuerrichtung von Eisenhütten und Glashütten.

Im Jahr 1792 begann der Erste Koalitionskrieg zwischen Frankreich (wo 1789 die Französische Revolution begonnen hatte) und einer Koalition aus Österreich, Preußen und weiteren Staaten. 1792 stießen französische Truppen unter Adam-Philippe de Custine bis zum Rhein vor. In den Folgejahren besetzten französische Truppen nach wechselndem Kriegsverlauf das gesamte linke Rheinufer.

Der zentrale Teil des heutigen Saarlandes kam zu dem 1798 errichteten Département de la Sarre, Gebietsteile im Westen zum Département de la Moselle und Gebietsteile im Osten zum Département du Mont-Tonnerre. Während der Napoleonischen Herrschaft teilte das Gebiet die Geschicke des Ersten Kaiserreichs.

19. Jahrhundert

Das oldenburgische Fürstentum Birkenfeld und das Fürstentum Lichtenberg

Nach dem Wiener Kongress, vor allem durch den Zweiten Pariser Frieden fielen die größten Teile des heutigen Saarlandes an die Königreiche Preußen und Bayern, kleinere Teile an andere Staaten des Deutschen Bundes, nämlich das Fürstentum Lichtenberg mit St. Wendel an das Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld und das Fürstentum Birkenfeld an das Großherzogtum Oldenburg. Die preußischen Gebietsteile kamen zu dem neu gebildeten Regierungsbezirk Trier in der Provinz Großherzogtum Niederrhein, die 1822 in der Rheinprovinz aufging, die bayerischen Gebietsteile zum neu gebildeten Rheinkreis, seit 1835 Rheinpfalz genannt. Die Errungenschaften der Französischen Revolution blieben als Code civil erhalten.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Steinkohlebergbau und die Eisen- und Stahlindustrie. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und der Schlacht bei Spichern vor den Toren Saarbrückens führte die Gründung des Deutschen Reiches und die Angliederung Elsaß-Lothringens zur Bildung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes bis zur französischen Grenze. An der Saar entstand das drittgrößte Schwerindustriegebiet des Deutschen Reiches, das als „Saarrevier“ und seit den 1890er Jahren meist als „Saargebiet“ bezeichnet wurde.[60]

Saargebiet von 1920 bis 1935

Die Grenzen des Saargebietes 1920–1935 zwischen preußischer Rheinprovinz, Freistaat Oldenburg, bayerischer Rheinpfalz und Frankreich
Wappenschild des Saargebietes mit Zugrad und gekreuzten Schlägeln aus dem Stadtwappen von St. Ingbert, roter Rose aus dem Stadtwappen von St. Johann an der Saar, aufgehender Sonne über blauen Wolken aus dem Stadtwappen von Saarlouis sowie dem Löwen der Grafen von Saarbrücken; Die zugehörige Landesflagge zeigte die Farben Blau, Weiß (heraldisch: Silber) und Schwarz. Die Farbzusammenstellung der Landesflagge des Saargebietes nahm die Grundfarben der einzelnen Wappenfelder des Saargebietswappens auf,[61] konnte aber auch als Anlehnung an die Farben der seit dem Wiener Kongress bedeutendsten historischen Territorien im Saarraum, nämlich schwarz-weiß für Preußen und weiß-blau für Bayern, gedeutet werden.
Jubel bei der Rückkehr der Berliner Abstimmungsberechtigten 1935 nach Berlin

Auf dem Gebiet des heutigen Saarlandes endete die Monarchie mit der Ausrufung der republikanischen Staatsform am 7. November 1918 für den bayerischen Landesteil, am 9. November 1918 für den preußischen Landesteil und am 11. November 1918 für den oldenburgischen Landesteil. In den größeren Ortschaften an der Saar übernahmen Arbeiter- und Soldatenräte die Macht und organisierten Bürgerwehren. Am 22. November marschierten die französischen Besatzungstruppen ein und beendeten die Revolution.[62] Nach der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg kam das Saargebiet gemäß der Artikel 45 bis 50 des Versailler Vertrags (dort als „Territoire du Bassin de la Sarre“ bezeichnet) unter die Regierung des Völkerbundes. 1920 wurde es mit einem Mandat des Völkerbundes für 15 Jahre unter französische Verwaltung gestellt. Das Mandatsgebiet mit einer Fläche von 1912 km² und 770.030 Einwohnern (1927) umfasste den Südteil der preußischen Rheinprovinz und den Westteil der bayerischen Rheinpfalz. Die Grenzziehung orientierte sich an den Wohnorten der Bergleute, die in den Kohlengruben des Saarreviers arbeiteten. Kleiner zugeschnitten als das heutige Saarland, gehörten der südliche Hunsrück (Schwarzwälder Hochwald) als sogenannter Restkreis Merzig-Wadern und der nördliche Saargau zwischen Saar und Mosel nicht zum Saargebiet. Wirtschaftlich wurde das Saargebiet in das französische Zoll- und Währungsgebiet integriert. 1935 sollte laut Vertrag eine Volksabstimmung über den künftigen Status stattfinden.

Die Besetzung des Saargebietes durch französische Kolonialtruppen bestärkte die Saarländer im Wunsch, ins Deutsche Reich zurückzukehren. Alle saarländischen Parteien unterstützten das bis 1933.

Mit der Machtergreifung der NSDAP unter Adolf Hitler im Deutschen Reich änderte sich 1933 die Politik der SPD im Saargebiet. Sie propagierte nun den Status quo, das hieß Beibehaltung der Mandatsverwaltung bis zum Sturz Hitlers. Aber 15 Jahre „Heim ins Reich“-Politik aller übrigen saarländischen Parteien konnten bis zur Volksabstimmung am 13. Januar 1935 nicht mehr ausgeglichen werden, zumal die KPD erst sechs Monate zuvor auf Weisung der Kommunistischen Internationale zum Zusammengehen mit SPD und Rückkehrgegnern des Zentrums übergegangen war. Die überwältigende Mehrheit der Saarländer nahm Hitler nicht als Gefahr wahr. So stimmten dann 90,73 Prozent für eine Vereinigung mit Deutschland, 8,86 Prozent für den Status quo und nur 0,4 Prozent der Wähler für eine Vereinigung des Saargebietes mit Frankreich.

Ab 1933 war das Saargebiet zum Zufluchtsort vieler im Deutschen Reich Verfolgter geworden, allen voran Juden, Kommunisten und Sozialdemokraten, aber auch von Oppositionellen beider christlicher Konfessionen. Durch seine Sonderstellung war das Saargebiet des Weiteren ein wichtiger Drehpunkt für das Einschleusen antirassistischer Propaganda ins Deutsche Reich. Nach dem deutlichen Mehrheitsergebnis für den Anschluss an das nationalsozialistische Deutschland flohen viele Hitlergegner und von Verfolgung Bedrohte aus dem Saargebiet, vor allem nach Frankreich.[63][64]

Teil des Deutschen Reichs von 1935 bis 1945

Das Saargebiet gehörte ab dem 1. März 1935 wieder uneingeschränkt zum Deutschen Reich. Es trat aber nicht wieder zu Preußen bzw. Bayern zurück, sondern blieb als politische Einheit unter dem neuen Namen „Saarland“ erhalten (Reichsland Saarland[65][66]). In der Parteiorganisation der NSDAP bildete es zusammen mit der bayerischen Pfalz den Gau „Saar-Pfalz“. Das Saarland wurde durch Josef Bürckel, ab 1935 zunächst als Reichskommissar, ab August 1940 dann als Reichsstatthalter in Saarbrücken verwaltet. Diesem waren auch die Pfalz und ab 1940 das deutsch besetzte Lothringen unterstellt.

Der förmliche Zusammenschluss dieser drei Verwaltungseinheiten zum geplanten Reichsgau Westmark ist aber nicht mehr zustande gekommen.

Der auf französischer Seite als Verteidigungssystem gebauten Maginot-Linie wurde auf deutscher Seite seit 1938 als Verteidigungslinie der Westwall entgegengestellt. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde ein zehn Kilometer breiter Streifen entlang der Reichsgrenze, die sogenannte „Rote Zone“ von der Zivilbevölkerung geräumt, eine entsprechende Räumung erfolgte auch auf französischer Seite. Während des sogenannten Sitzkrieges stießen französische Truppen im September 1939 bis zu acht Kilometer auf deutsches Gebiet vor und hielten zwölf Ortschaften der geräumten Grenzregion bis Mitte Oktober 1939 besetzt.[67][68] Im Frühjahr 1945 wurde in dem Gebiet erneut gekämpft.

Nach der Angliederung des Saarlands ans Deutsche Reich wurde auch hier die nationalsozialistische Verfolgung gegen Juden und Oppositionelle vorangetrieben. In der Reihe „Gegen das Vergessen“ der Aktion 3. Welt Saar werden die Verbrechen und der Terror, aber auch der Widerstand saarländischer Bürger unter der Herrschaft der Nationalsozialisten für die Landkreise Merzig-Wadern und Saarlouis anhand vieler Einzelschicksale dokumentiert.[64][63]

Von den um 1930 etwa 3000 Saarländern jüdischen Glaubens wurden ca. 700 im Rahmen der nationalsozialistischen Verfolgung ermordet. Nur wenige Überlebende kehrten nach 1945 ins Saarland zurück.[69]

Abtrennung nach 1945

Französischer Pass einer Saarländerin

Nach dem Zweiten Weltkrieg beabsichtigte Frankreich ursprünglich, das gesamte linksrheinische Gebiet von Deutschland abzuspalten. Diese Pläne wurden jedoch auf den Außenministerkonferenzen der Alliierten abgelehnt unter Verweis auf die Atlantikcharta, dass es keine Gebietsveränderungen geben dürfte, die nicht mit den frei geäußerten Wünschen der betroffenen Völker übereinstimmen. Um es sich mit den Franzosen nicht zu verderben, stimmten die USA jedoch einer Abtrennung des Saarlandes zu, dessen Gebiet gegenüber 1920 vor allem im Nordwesten und im Norden etwas vergrößert wurde. Am 10. Juli 1945 rückten französische Besatzungstruppen in das Saarland ein, das die dortigen US-Einheiten verließen.[70]

Am 16. Februar 1946 wurde das Saarland der Zuständigkeit des Alliierten Kontrollrates entzogen. Mit Wirkung vom 20. Juli 1946 wurde das Landesgebiet nicht unwesentlich durch vormals preußische und birkenfeldisch-oldenburgische Gemeinden erweitert. Ende 1946 errichtete man eine Zollgrenze zum restlichen Deutschland. Kurze Zeit später wurde das Land zu einem französischen Protektorat mit eigener Verfassung und der Verwaltungskommission des Saarlandes als eigener Regierung. Die Präambel der Verfassung sah einen wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich vor. Dies hatte für die Bevölkerung zwar wirtschaftlich positive Folgen und löste – noch vor dem westdeutschen „Wirtschaftswunder“ – ein starkes Wirtschaftswachstum aus, auch gab es mit der Mouvement pour le Rattachement de la Sarre à la France eine starke frankophile Bewegung im Saarland, dennoch wurde weiterhin ein politischer Anschluss an Frankreich weitgehend abgelehnt. Mit Wirkung vom 8. Juni 1947 wurden 61 Gemeinden der Landkreise Trier und Saarburg wieder aus dem Saarland ausgegliedert. Gleichzeitig wurden 13 vormals bayerische (6), birkenfeldische (3) oder preußische (4) Gemeinden der Kreise Birkenfeld und Kusel dem Saarland angegliedert. Im Jahre 1949 wurde die Grenze durch den Anschluss der ehemals pfälzischen Gemeinde Kirrberg ein letztes Mal geändert.

Am 16. Juli 1947 wurde die Saarwährung „Saarmark“ in der Parität 1 Reichsmark = 1 Saarmark eingeführt; sie hatte den Hintergrund, die im zweiten Schritt vorgesehene Einführung des französischen Francs vorzubereiten. Mit diesem Schritt sollte der Verbringung von Reichsmark-Beständen aus den anderen westlichen Besatzungszonen, dem Gebiet der späteren Bundesrepublik, in das Saarland mit dem Ziel der späteren Umwechslung in den damals wesentlich stabileren Franc vorgebeugt werden. Am 15. November 1947 wurde der französische Franc offizielles Zahlungsmittel, am 23. März 1948 die Zollunion offiziell bestätigt; später wurden die französischen Münzen (nicht jedoch die Scheine) durch eigene „Saar-Franken“ ergänzt, die jedoch den analogen französischen Münzen genau glichen, und auch die Währungskonvergenz blieb bestehen.

Im Juli 1948 erhielten alle Saarländer eine eigene Staatsangehörigkeit, sie wurden Sarrois. Die von Frankreich eingesetzte Regierung, vorwiegend aus Emigranten und von den Nationalsozialisten Verfolgten bestehend, sorgte dafür, dass im Saarland nachhaltiger entnazifiziert wurde als in irgendeinem anderen Teil Westdeutschlands. Die politische Neuorganisation an der Saar wurde von den Verantwortlichen vor allem als „Entpreußung“ verstanden.

Nach anfänglicher Zustimmung der Bevölkerung zu dem neuen Status, was sicherlich auch mit der raschen wirtschaftlichen Erholung noch vor dem sogenannten „Wirtschaftswunder“ in der Bundesrepublik zusammenhing, stieg der Widerwille gegen die Regierung in den 1950er Jahren an. Parteien, die gegen eine Eigenstaatlichkeit eintraten – vor allem die großen Parteien der Bundesrepublik – wurden nicht zugelassen. Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit wurde eingeschränkt. Sowohl die Christliche Volkspartei des Saarlandes als auch die Sozialdemokratische Partei des Saarlandes waren Befürworter des Saarstatuts. Politische Verfolgung und Auftragsmorde durch die geheime Polizei gehörten zum saarländischen Alltag. Die prodeutsche Demokratische Partei Saar, die von der Linie des Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann abwich, wurde im Auftrag des französischen Außenministers Robert Schuman verboten.[A 1] Die Saarregierung rechtfertigte diesen Schritt damit, dass ein Staat keiner Partei ein Betätigungsfeld bieten dürfe, die seine Existenz grundlegend ablehne. Bundeskanzler Konrad Adenauer verweigerte jeden Kontakt zu der als „separatistisch“ bezeichneten Regierung Hoffmann. 1952 rief die verbotene pro-deutsche DPS dazu auf, bei der Landtagswahl ungültige Stimmzettel abzugeben, was rund ein Viertel der Wahlberechtigten auch tat. Dies stellte auch einen Wendepunkt in Adenauers Saarlandpolitik dar: Er nahm Kontakt zur Saarregierung auf, vor allem um seine Projekte der Westbindung und der Aussöhnung mit Frankreich nicht zu gefährden. Dieser neue Kurs mündete in der Unterzeichnung des Saarstatuts am 23. Oktober 1954 in Paris als Teil der Pariser Verträge. In der deutschen Innenpolitik wurde Adenauer wegen des Saarstatuts scharf angegriffen, obwohl das Statut eine Volksabstimmung[71] vorsah. Vor allem die SPD und FDP sahen darin eine De-facto-Abtretung des Saarlands an Frankreich.

Volksbefragung 1955 und Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland 1957

Briefmarke der Deutschen Bundespost (1957) zur politischen Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland

Am 23. Oktober 1955 wurde schließlich nach einem heftig geführten „Abstimmungskampf“ eine Volksbefragung[71] über die Zukunft des Landes durchgeführt, wobei 67,7 Prozent der Saarländer mit „Nein“ stimmten und sich damit gegen das Saarstatut entschieden. Das Saarstatut war die Vision des saarländischen Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann, der das Saarland zum ersten europäischen Territorium machen wollte. Die Planung ganzer Stadtteile in und um Saarbrücken, die die heute in Brüssel, Luxemburg und Straßburg befindlichen Institutionen der Europäischen Union aufnehmen sollten, war bereits angelaufen.

Das Ergebnis der Volksabstimmung werteten die politisch Verantwortlichen in den beteiligten Regierungen als Wunsch der Saarländer, sich der Bundesrepublik anzuschließen. Am 27. Oktober 1956 wurde in Luxemburg der Saarvertrag abgeschlossen, worauf das Gebiet am 1. Januar 1957 als zehntes Land (ohne West-Berlin) zur Bundesrepublik Deutschland kam (sogenannte kleine Wiedervereinigung).

Wirtschaftlicher Strukturwandel

Ende der 1950er Jahre wurde der die saarländische Wirtschaft dominierende Bergbau und die damit zusammenhängende Montanindustrie von einer Absatzkrise hart betroffen. Während im Jahr 1959 noch 56,7 % aller saarländischen Arbeitsplätze der Kohle- und Stahlindustrie zugeordnet waren, verringerte sich dieser Anteil bis 1979 auf 36,4 %. Verstärkt wurde die krisenhafte Stimmung durch das schwere Grubenunglück von Luisenthal, dem schwersten Unfall des mehrere Jahrhunderte dauernden saarländischen Bergbaues, dem am 7. Februar 1962 299 Menschen zum Opfer fielen. Zwischen 1968 und 1978 verringerte sich die Zahl der Bergleute von 31.000 auf 22.000. Da der saarländische Bergbau im internationalen Vergleich nicht mehr konkurrenzfähig war, wurden Gruben aufgegeben. Mit der Schließung des Bergwerkes Saar endete der Steinkohlenbergbau im Saarland, auch nach starken Protesten um bergbaubedingte Erdbeben, Ende Juni 2012.

Insgesamt verdrängte die saarländische Eisen- und Stahlindustrie in den 1960er Jahren den Steinkohlenbergbau als ökonomischen Leitsektor. Doch auch dieser Industriezweig wurde in den Jahren 1975 und 1976 von einer globalen Stahlkrise erheblich getroffen. Von den 40.000 Stahlarbeitern des Saarlandes verloren 7.000 ihre Beschäftigung, und die Produktion sank um 30 bis 40 Prozent. Während zuvor noch Vollbeschäftigung geherrscht hatte, stieg die Arbeitslosenquote jetzt auf 7,2 Prozent. Die traditionsreichen Eisenwerke von Neunkirchen und Burbach mussten in der Folge dieser Krise schließen. Mit aufwändigen Konzentrations- und Rationalisierungsmaßnahmen versuchte die saarländische Industrie, dem Umbruch Herr zu werden, doch brach Mitte der 1980er Jahre der Absatz aufgrund einer europaweiten Stahlkrise erneut ein. Zur Rettung der noch bestehenden Hüttenwerke verschuldete sich das Saarland zu dieser Zeit mit 1,45 Milliarden DM. Dennoch schnellte die Arbeitslosenquote auf 13,4 Prozent in die Höhe. Damit lag sie 4 Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Bis zum Jahr 1988 stieg die Schuldenlast des Saarlandes auf 10 Milliarden DM an. Durch die staatlichen Stützungsmaßnahmen von Bundesregierung und der saarländischen Landesregierung konnten die Hüttenwerke von Dillingen und Völklingen stabilisiert werden. Im Jahr 2007 beschäftigten sie 11.000 Mitarbeiter und überstanden auch die weltweite Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009. Der weltweite Export von Grobblechen, Qualitätsstahl und Spitzendraht wurde gesichert.

Flankiert wurden die Subventionen durch die Ansiedlung von Betrieben und wirtschaftliche Unterstützung von Firmenneugründungen. Zwischen 1968 und 1975 konnten 120 Betriebe neu angesiedelt werden, die 18.000 Menschen neue Arbeit boten. Der größte Ansiedlungserfolg gelang der Regierung des Saarlandes mit den Ford-Automobilwerken in Saarlouis-Röderberg. Die saarländische Automobilindustrie und ihre Zulieferbetriebe boten um das Jahr 2010 rund 40.000 Menschen einen Arbeitsplatz.

Universität des Saarlandes im St. Johanner Stadtwald
Max-Planck-Institut für Informatik, Saarbrücken-St. Johann

Die saarländische Metallbranche wurde allmählich vom expandierenden Dienstleistungssektor überflügelt, der heute zwei Dritteln der saarländischen Beschäftigten Arbeit bietet. Bildung, Forschung und Technologietransfer bieten aktuell wirtschaftliche Erneuerung und Wachstum. So arbeiteten 2010 zwischen 8000 und 9000 Menschen im Bereich Pharmazeutik und Medizintechnik. An der Universität des Saarlandes wurde im Jahr 1986 eine technische Fakultät etabliert. Bis zum Ende der 1980er Jahre entstanden in diesem Zusammenhang das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz, das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik am Standort St. Ingbert, das Max-Planck-Institut für Informatik sowie das Innovations- und Technologiezentrum Saar. Im Jahr 1990 gründete man das Leibniz-Institut für Neue Materialien, das sich mit der Nanotechnologie beschäftigt. Im Schloss Dagstuhl wurde das Leibniz-Zentrum für Informatik angesiedelt und im Jahr 2000 wurde Saarbrücken Sitz der Deutsch-Französischen Hochschule. Im Jahr 2008 konnte die Universität des Saarlandes ihr sechzigjähriges Bestehen feiern. Mit den Nachbaruniversitäten Metz, Nancy, Luxemburg und Lüttich beteiligt sie sich seit 2009 an dem Projekt der Universität der Großregion. Bereits im Jahr 1980 wurde die Region Saar-Lor-Lux zwischen der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und Luxemburg ins Leben gerufen. Seitdem arbeiten Behörden und Institutionen der drei Länder zur Förderung der wirtschaftlichen, kulturellen, touristischen und sozialen Entwicklung verstärkt zusammen. Die Region wurde später um Rheinland-Pfalz und das belgische Wallonien erweitert. Aktuell pendeln etwa 200.000 Menschen täglich über die nationalen Grenzen der Großregion zu ihrem Arbeitsplatz. Etwa 30.000 Menschen aus Frankreich arbeiten im Saarland.

Ab dem Jahr 1970 führte das Saarland eine umfassende Gebiets- und Verwaltungsreform durch, die die bisher 345 selbständigen saarländischen Gemeinden zu 50 Gemeinden zusammenfasste. Damit sollte der wirtschaftliche Strukturwandel verwaltungsmäßig unterstützt werden. Diese Reformen führten zu jahrelangen Streitigkeiten, Identifikationsproblemen und politischen sowie juristischen Machtkämpfen.

Eine weitere Maßnahme der Landesregierung war die Verbesserung der Infrastruktur. Hier band man das Saarland intensiver als bisher an das internationale Autobahn- und Flugverkehrsnetz an. Der Ausbau der Saar als Schiffsverkehrskanal wurde in den Jahren 1980 bis 1987 betrieben.

Der politische Strukturwandel nach der Volksabstimmung und die damit verbundene Niederlage der SPS und der CVP waren zu bewältigen. Nach bundesdeutschem Vorbild etablierten sich im Saarland die CDU, die SPD sowie die FDP. Erst in den ausgehenden 1960er und beginnenden 1970er Jahren fusionierten die CDU mit der CVP und die FDP mit der DPS. Die Jahre von 1959 bis 1979 wurden stark von Ministerpräsident Franz-Josef Röder geprägt, der Koalitionsregierungen der CDU mit CVP, SPD und FDP führte. Röders Amtsnachfolger und Parteikollege Werner Zeyer musste nach der für die SPD positiv ausgegangenen Landtagswahl des Jahres 1985 sein Amt an den bisherigen Saarbrücker Oberbürgermeister und SPD-Kandidaten Oskar Lafontaine abgeben. In Lafontaines Amtszeit, die bis zum Jahr 1998 andauerte, fielen die schwierigen Probleme des Stahlstandortes Saar und die Entscheidungen zur Förderung der Informatik. Nachdem sich Lafontaine für einen Wechsel in die Bundespolitik entschieden hatte, folgte ihm sein Parteigenosse Reinhard Klimmt im Amt. Im September 1999 endete mit der Landtagswahl die 14 Jahre andauernde Phase der SPD-geführten Regierung des Saarlandes. Neuer Ministerpräsident wurde Peter Müller. Im Jahr 2011 wurde Müller von seiner Parteikollegin Annegret Kramp-Karrenbauer im Amt abgelöst, da er vom Bundesrat zum Richter in den Zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts gewählt worden war.[72][73] Im Juni 2012 wurde die letzte saarländische Steinkohlegrube, das Bergwerk Saar mit Hauptstandort Ensdorf, geschlossen. Zur Erinnerung an die lange historische Verwobenheit der Geschichte des Saarlandes mit dem Steinkohleabbau errichtete man im Jahr 2016 auf der Bergehalde des Bergwerkes Ensdorf die weithin sichtbare, begehbare Großplastik "Saarpolygon".[74][75]

Weil Kramp-Karrenbauer im Anschluss an ihre Wahl zur CDU-Generalsekretärin im Februar 2018 endgültig in die Bundespolitik wechselte, trat am 28. Februar 2018 Tobias Hans die Amtsnachfolge als zwölfter Ministerpräsident des Saarlandes an.[76][77]

An kulturellen Höhepunkten der Epoche des Strukturwandel, sind unter zahlreichem anderen die seit 1980 bestehenden Max-Ophüls-Filmfestspiele, die Erklärung der Völklinger Hütte zum Weltkulturerbe durch die UNESCO im Jahr 1994, die Eröffnung der Historischen Museums Saar im Jahr 1985 sowie die Erweiterung der Modernen Galerie des Saarlandmuseums um einen vierten Pavillion im Jahr 2017 zu nennen.[78][79]

Geschichtsvereinigungen, historische Forschungsinstitute und Museen (Auswahl)

Regierungsoberhäupter seit dem 12. Jahrhundert

Grafen von Saarbrücken

Haus Saarbrücken

Haus Saarbrücken-Commercy

Haus Nassau-Saarbrücken

Nebenlinie Nassau-Ottweiler

Herzöge von Zweibrücken

Grafen von Saarbrücken

  • 1180–1234 Heinrich I.
  • 1234–1284 Heinrich II.
  • 1284–1308 Walram I.
  • 1308–1312 Simon
  • 1312–1327 Agnes von Saarbrücken (Vormundschaft)
  • 1327–1366 Walram II.
  • 1366–1394 Eberhard II.

Kurpfalz

Linie Pfalz-Simmern

Linie Pfalz-Zweibrücken

Linie Pfalz-Neuburg

Linie Pfalz-Kleeburg

Linie Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler

Kurfürsten von Trier

Herzöge von Lothringen

Haus Anjou

Haus Lothringen-Vaudément

Département de la Sarre

  • 1800–1803: Joseph Bexon d'Ormschwiller
  • 1803–1810: Maximilien Xavier Képler
  • 1810–1813: Alexandre François Bruneteau

Unter Verwaltung des Staates Preußen

Fürstentum Lichtenberg

1816–1834: Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha

ab 1834 unter königlich-preußischer Herrschaft

Unter Verwaltung des Königreiches Bayern

Fürstentum Birkenfeld bzw. Landesteil Birkenfeld

Unter der Verwaltung des Großherzogtums Oldenburg

Französische Besatzungszeit

1918–1920 Joseph Louis Marie Andlauer (Administration Supérieure de la Sarre)

Völkerbundsmandat Saargebiet

Präsidenten der Regierungskommission des Saargebietes:

Zeit des Nationalsozialismus

Gauleiter Pfalz-Saar, Saarpfalz bzw. Westmark:

Französische Besatzungszeit

  • 1945/1946: Hans Neureuter, Regierungspräsident des Saarlandes
  • 1946/1947: Erwin Müller, Vorsitzender der Verwaltungskommission des Saarlandes

Saarländische Ministerpräsidenten

Siehe auch

 Portal: Saarland – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Saarland

Literatur

Historische Überblicksdarstellungen

  • Hektor Ammann (Begr.), Heinz Quasten (Hrsg.): Geschichtlicher Atlas für das Land an der Saar (4 Lieferungen mit insgesamt 45 Karten und 12 Erläuterungsheften). Saarbrücken 1991, ISBN 978-3-923877-80-5.
  • Bruno Aust, Hans-Walter Herrmann, Heinz Quasten: Das Werden des Saarlandes – 500 Jahre in Karten (= Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland. Band 45). Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-923877-45-4 (80 Karten).
  • Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009.
  • Richard van Dülmen und Reinhard Klimmt (Hrsg.): Saarländische Geschichte, Eine Anthologie (Saarland Bibliothek 10), St. Inbert 1995.
  • Richard van Dülmen und Eva Labouvie (Hrsg.): Die Saar, Geschichte eines Flusses (Saarland Bibliothek 3), St. Ingbert 1992.
  • Hans-Christian Herrmann, Johannes Schmitt (Hrsg.): Das Saarland – Geschichte einer Region. Hrsg. vom Historischen Verein für die Saargegend. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 2012, ISBN 978-3-86110-511-4.
  • Hans-Walter Herrmann, Georg Wilhelm Sante: Geschichte des Saarlandes, Würzburg 1972.
  • Kurt Hoppstädter, Hans-Walter Herrmann (Hrsg.): Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes. Hrsg. vom Historischen Verein für die Saargegend. Band 1: Vom Faustkeil zum Förderturm, Saarbrücken 1960. Band 2: Von der fränkischen Landnahme bis zum Ausbruch der französischen Revolution, Saarbrücken 1977. Band 3/2: Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Saarlandes (1792–1918), Saarbrücken 1994.
  • Eva Labouvie (Hrsg): Saarländische Geschichte, Ein Quellenlesebuch (Saarland Bibliothek 15), Blieskastel 2001.
  • Ludwig Linsmayer und Paul Burgard: Das Saarland, Eine europäische Geschichte, Saarbrücken 2007.
  • Hermann Overbeck, Georg Wilhelm Sante (Hrsg.): Saar-Atlas. Gotha 1934.
  • Heinz Quasten, Hans Walter Herrmann (Hrsg.): Geschichtlicher Atlas für das Land an der Saar. Saarbrücken 1971.

Antike

Feudalismus

  • Joachim Conrad, Stefan Flesch (Hrsg.): Burgen und Schlösser an der Saar. 3. Auflage. Minerva, Saarbrücken 1995.
  • Edith Ennen: Die Organisation der Selbstverwaltung in den Saarstädten vom ausgehenden Mittelalter bis zur französischen Revolution, Bonn 1933.
  • Eva Labouvie (Hrsg): Adel an der Grenze, Höfische Kultur und Lebenswelt im SaarLorLux-Raum (1697–1815) (Echolot – Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken 7), Saarbrücken 2009.
  • Fritz Rörig: Die Entstehung der Landeshoheit des Trierer Erzbischofes zwischen Saar, Mosel und Ruwer und ihr Kampf mit den patrimonialen Gewalten, Trier 1906.
  • Albert Ruppersberg: Geschichte der ehemaligen Grafschaft Saarbrücken, 2. Auflage, 4 Bände, Saarbrücken 1908–1914.

Das Saarland im 18. Jahrhundert

  • Franz Ecker: Das Saargebiet und die französische Revolution (1789–1801) (Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend 18), Saarbrücken 1929.
  • Hans-Walter Herrmann (Hrsg.): Die Französische Revolution an der Saar, Ausstellung des Landesarchivs Saarbrücken, Katalog, St. Ingbert 1989.

Das Saarland im 19. Jahrhundert

  • Josef Bellot: Hundert Jahre politischen Lebens an der Saar unter preußischer Herrschaft 1815–1918 (Rheinisches Archiv 45), Bonn 1954.
  • Klaus Fehn: Preußische Siedlungspolitik im saarländischen Bergbaurevier (1816–1919), Saarbrücken 1981.
  • Fritz Hellwig: Der Kampf um die Saar 1860–1870 (Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend 20), Leipzig 1934.
  • Hans-Walter Herrmann (Hrsg.): Das Saarrevier zwischen Reichsgründung und Kriegsende (1871–1918), Referate eines Kolloquiums in Dillingen am 29./30. September 1988 (Veröffentlichungen der Kommission für saarländische Landesgeschichte und Volksforschung, 18), Saarbrücken 1991.
  • Rainer Hudemann und Rolf Wittenbrock (Hrsg.): Stadtentwicklung im deutsch-französisch-luxemburgischen Grenzraum, 19. und 20. Jahrhundert, Saarbrücken 1991.
  • Albert Ruppersberg: Saarbrücker Kriegs-Chronik, Ereignisse in und bei Saarbrücken und St. Johann, sowie am Spicherer Berge 1870, 4. Auflage, Leipzig 1911.
  • Johannes Schmitt (Hrsg.): Restauration und Revolution, Die Saarregion zwischen 1815 und 1850 (Quellen und Materialien zur saarländischen Geschichte 3), Saarbrücken 1990.
  • Johannes Schmitt: Revolutionäre Saarregion 1789–1850, Gesammelte Aufsätze, St. Ingbert 2005.

Erster Weltkrieg

  • Stadtverband Saarbrücken (Hrsg.): "Als der Krieg über uns gekommen war...", Die Saarregion und der Erste Weltkrieg, Katalog zur Ausstellung des Regionalgeschichtlichen Museums im Saarbrücker Schloß, Saarbrücken 1993.

Saargebiet

  • Heinrich Baldauf: Fünfzehn Jahre publizistischer Kampf um die Saar, Saarbrücken 1934.
  • Frank G. Becker: „Deutsch die Saar, immerdar!“ Die Saarpropaganda des Bundes der Saarvereine 1919–1935. Quellen- und Literaturverzeichnis. Universität des Saarlandes, Saarbrücken 2006 (Volltext).
  • Frank G. Becker: „Deutsch die Saar, immerdar!“ Die Saarpropaganda des Bundes der Saarvereine 1919–1935. Universität des Saarlandes, Saarbrücken 2009 (Volltext).
  • Die Bevölkerungszahlen des Saargebietes nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 19. Juli 1927, bearbeitet und herausgegeben vom Statistischen Amt der Regierungskommission des Saargebietes, Saarbrücken 1930.
  • Robert Capot-Rey: La région industrielle Sarroise, Territoire de la Sarre et bassin houllier de la Moselle, Étude géographique, Paris 1934.
  • Markus Gestier: "Christuskreuz oder Hakenkreuz?", Die katholische Opposition gegen Hitler im Saarabstimmungskampf 1935, in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 40 (1992), S. 154–188.
  • Curt Groten: Die Kontrolle des Völkerbundes über die Tätigkeit der Regierungskommission, Saarbrücken 1929.
  • Joachim Heinz: Zum Abstimmungskampf an der Saar 1933–1935, in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 37/38, (1990/1991), S. 118–147.
  • Hans-Walter Herrmann: Die Volksabstimmung vom 13. Januar 1935, in: Saarheimat 29 (1985), S. 21–24.
  • Helmut Hirsch: Die Saar in Versailles, Die Saarfrage auf der Friedenskonferenz von 1919 (Rheinisches Archiv 42), Bonn 1952.
  • Helmut Hirsch: Die Saar von Genf, Die Saarfrage während des Völkerbundregimes von 1920–1935 (Rheinisches Archiv 46), Bonn 1954.
  • Fritz Kloevekorn: Das Saargebiet, seine Struktur, seine Probleme, Saarbrücken 1929.
  • Paul Krichel: Die Besteuerung der Landwirtschaft im Saargebiet, Gelnhausen 1936.
  • Ludwig Linsmayer: Politische Kultur im Saargebiet 1920–1932, Symbolische Politik, verhinderte Demokratisierung, nationales Kulturleben einer abgetrennten Region, St. Ingbert 1992.
  • Ludwig Linsmayer (Hrsg.): Der 13. Januar, Die Saar im Brennpunkt der Geschichte (Echolot, Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken, Band 1), Saarbrücken 2005, ISBN 3-938415-00-2.
  • Peter Lempert: "Das Saarland den Saarländern!", Die frankophilen Bestrebungen im Saargebiet 1918–1935, Köln 1985.
  • Klaus-Michael Mallmann und Gerhard Paul: Das zersplitterte Nein, Saarländer gegen Hitler, Bonn 1989.
  • Gerhard Paul: "Deutsche Mutter - heim zu Dir!", Warum es misslang, Hitler an der Saar zu schlagen, Der Saarkampf 1933–1935, Köln 1984.
  • Das Saargebiet unter der Herrschaft des Waffenstillstandsabkommens und des Vertrages von Versailles, Als Weißbuch von der deutschen Regierung dem Reichstag vorgelegt, Berlin 1921.
  • Ralph Schock: Schriftsteller im Abstimmungskampf 1935, Zur literarischen Argumentationsstrategie antifaschistischer und völkisch-nationaler Autoren, in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 45 (1997), S. 170–200.
  • Günter Scholdt: Die Saarabstimmung aus der Sicht von Schriftstellern und Publizisten, in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend, 45. Jahrgang, Saarbrücken 1997, S. 170–200.
  • Emil Straus: Die gesellschaftliche Gliederung des Saargebietes, Eine soziographische Beschreibung, Würzburg 1935.
  • Theodor Vogel (Hrsg.): Der Saar-Befreiungskampf im Reich 1918–1935, Berlin 1935.
  • Hans Westhoff: Recht und Verwaltung im Saargebiet, Trier 1934.
  • Maria Zenner: Parteien und Politik im Saargebiet unter dem Völkerbundregime 1920–1935, Saarbrücken 1966.
  • Patrick von zur Mühlen: "Schlagt Hitler an der Saar!", Abstimmungskampf, Emigration und Widerstand im Saargebiet 1933–1935, Bonn 1979.

Nationalsozialismus

  • Christoph Braß: Zwangssterilisation und "Euthanasie" im Saarland 1935–1945, Paderborn 2004.
  • Richard van Dülmen u. a. (Hrsg.): Erinnerungsarbeit: Die Saar ´33-´35, Katalog zur Ausstellung zur 50-jährigen Wiederkehr der I. Saarabstimmung vom 13. Januar 1935, Saarbrücken 1985.
  • Bernhard Haupert und Franz Josef Schäfer: Saarländischer katholischer Klerus zwischen Anpassung und Widerstand 1933–1935, Studien zum politischen Verständnis und Handeln des katholischen Klerus, in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 46 (1998), S. 99–158.
  • Hans-Christian Herrmann, Ruth Bauer (Hrsg.): Widerstand, Repression und Verfolgung. Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus an der Saar. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 2014, ISBN 978-3-86110-553-4.
  • Hans-Walter Herrmann: Beiträge zur Geschichte der saarländischen Emigration 1935–1939, in: Jahrbuch der Westdeutschen Landesgeschichte 4 (1978), S. 357–412.
  • Fritz Jakoby: Die nationalsozialistische Herrschaftsübernahme an der Saar, Die innenpolitischen Probleme der Rückgliederung des Saargebietes bis 1935, Saarbrücken 1973.
  • Klaus-Michael Mallmann und Gerhard Paul: Herrschaft und Alltag, Ein Industrierevier im Dritten Reich, Bonn 1991.
  • Klaus-Michael Mallmann und Gerhard Paul: Milieus und Widerstand, Eine Verhaltensgeschichte der Gesellschaft im Nationalsozialismus, Bonn 1995.
  • Dieter Muskalla: NS-Politik an der Saar und Josef Bürckel, Gleichschaltung-Neuordnung-Verwaltung, Saarbrücken 1995.
  • Gerhard Paul: Die NSDAP des Saargebietes 1920–1935, Der verspätete Aufstieg der NSDAP in der katholisch-proletarischen Provinz, Saarbrücken 1987.
  • Stadtverband Saarbrücken (Hrsg.): Zehn statt tausend Jahre, Die Zeit des Nationalsozialismus an der Saar 1935–1945, Katalog zur Ausstellung des Regionalgeschichtlichen Museums im Saarbrücker Schloß, Saarbrücken 1988.
  • Elisabeth Thalhofer: Neue Bremm – Terrorstätte der Gestapo, Ein erweitertes Polizeigefängnis und seine Täter 1943–1944, St. Ingbert 2002.
  • Eva Tigmann: "Was geschah am 9. November 1938?", Eine Dokumentation über die Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung im Saarland im November 1938, Saarbrücken 1998.
  • Hans Trautes: Erinnerungen an Saarbrücken während des Zweiten Weltkrieges 1939–1945, Saarbrücken 1974.

Saarstaat

  • Paul Burgard, Ludwig Linsmayer: Der Saarstaat – Bilder einer vergangenen Welt. [L’Etat Sarrois – Images d’un monde passé]. Texte in deutscher und französischer Sprache (= Echolot. Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken. Band 2). Selbstverlag des Landesarchivs, Saarbrücken 2005, ISBN 3-9808556-2-7.
  • Armin Flender: Öffentliche Erinnerungskultur im Saarland nach dem Zweiten Weltkrieg, Untersuchungen über den Zusammenhang von Geschichte und Identität, Baden-Baden 1998, ISBN 3-7890-5394-5.
  • Armin Heinen: Saarjahre, Politik und Wirtschaft im Saarland 1945–1955, Stuttgart 1996.
  • Rainer Hudemann, Burkhard Jellonnek, Bernd Rauls (Hrsg.): Grenz-Fall, Das Saarland zwischen Frankreich und Deutschland 1945–1960 (Schriftenreihe Geschichte, Politik & Gesellschaft der Stiftung Demokratie Saarland, Band 1), St. Ingbert 1997.
  • Rainer Hudemann und Raymond Poidevin (Hrsg.): Die Saar 1945–1955, Ein Problem der europäischen Geschichte, München 1999.
  • Rainer Hudemann und Armin Heinen (Hrsg.): Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa 1945–1957, Ein Quellen- und Arbeitsbuch, Saarbrücken 2007.
  • Ludwig Linsmayer und Paul Burgard: Der Saarstaat/L`état Sarrois, Bilder einer vergangen Welt/Images d´un monde passé, Saarbrücken 2005.
  • Ludwig Linsmayer (Hrsg.): Die Geburt des Saarlandes, Zur Dramaturgie eines Sonderweges (Echolot, Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken, Band 3), Saarbrücken 2007, ISBN 3-9808556-3-5.
  • Rainer Möhler: Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952, Mainz 1992.
  • Regionalgeschichtliches Museum Saarbrücken (Hrsg.): Von der "Stunde Null" zum "Tag X", Das Saarland 1945–1959, Merzig 1990.
  • Heinrich Schneider: Das Wunder an der Saar, Ein Erfolg politischer Gemeinsamkeit, Stuttgart 1974.

Bundesland Saarland

  • H. Peter Dörrenbächer, Olaf Kühne, Juan Manuel Wagner (Hrsg.): 50 Jahre Saarland im Wandel (= Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde im Saarland. Band 44). Saarbrücken 2007, ISBN 978-3-923877-44-7.
  • Marcus Hahn: Das Saarland im doppelten Strukturwandel 1956–1970, Regionale Politik zwischen Eingliederung in die Bundesrepublik Deutschland und Kohlekrise, Saarbrücken 2003.

Allgemeine Industriegeschichte der Saargegend

  • Ralf Banken: Die Industrialisierung der Saarregion 1815–1914, Band 1: Die Frühindustrialisierung 1815–1850 (Regionale Industrialisierung 1), Stuttgart 2000; Band 2: Take-Off-Phase und Hochindustrialisierung 1850–1914, Stuttgart 2003.
  • Richard van Dülmen (Hrsg.): Industriekultur an der Saar, Leben und Arbeit in einer Industrieregion, 1840–1914, München 1989.
  • Irmgard Eder-Stein (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte von Gewerbe, Industrie und Verwaltung im Westrich und an der Saar, Für und mit Hanns Klein aus Anlaß seines 75. Geburtstages, St. Ingbert 1995.
  • Handel und Industrie im Saargebiet, hrsg. vom Pestalozzi-Verlag Wilhelm Bredehorn, Saarbrücken, Düsseldorf, Berlin 1924.
  • Anton Haslacher: Das Industriegebiet an der Saar und seine hauptsächlichen Industriezweige (Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend 12), Saarbrücken 1912.
  • Hans-Walter Herrmann, Rainer Hudemann, Eva Kell (Hrsg.): Forschungsaufgabe Industriekultur, Die Saarregion im Vergleich (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung 37), Saarbrücken 2004.
  • Hans Horch: Der Wandel der Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen in der Saarregion während der Industrialisierung (1740–1914), St. Ingbert 1985.
  • Walter Marzen: Die saarländische Eisen- und Stahlindustrie, Saarbrücken 1994.

Bergbaugeschichte

  • Helmut Frühauf: Die Bergarbeiterpendelwanderung zu den preußischen Steinkohlengruben an der Saar (1875–1910), in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 30, 2004, S. 273–347.
  • Ernst Klein: Organisation und Funktion der preußischen Bergbehörden an der Saar (1815 bis 1920), in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 33 (1985), S. 61–112.
  • Karlheinz Pohmer (Hrsg.): Der saarländische Steinkohlenbergbau, Dokumentation seiner historischen Bedeutung und seines kulturellen Erbes, Saarbrücken 2012.
  • Franz Rauber: 250 Jahre staatlicher Bergbau an der Saar, 2 Bände, Sotzweiler 2003.
  • Der Steinkohlenbergbau des Preussischen Staates in der Umgebung von Saarbrücken, I. Teil: Das Saarbrücker Steinkohlengebirge, II. Teil: Geschichtliche Entwickelung des Steinkohlenbergbaues im Saargebiete, III. Teil: Der technische Betrieb der staatlichen Steinkohlengruben bei Saarbrücken, IV. Teil. Die Absatzverhältnisse der Königlichen Saarbrücker Steinkohlengruben in den letzten 20 Jahren (1884–1903), V. Teil. Die Kohlenaufbereitung und Verkokung im Saargebiet, VI. Teil: Die Entwickelung (sic!) der Arbeiterverhältnisse auf den staatlichen Steinkohlenbergwerken vom Jahre 1816 bis zum Jahre 1903, Berlin und Heidelberg 1904–1906.

Geschichte der Eisenverhüttung

  • Anton Haslacher: Beiträge zur älteren Geschichte des Eisenhüttenwesens im Saargebiet, Berlin 1896.
  • Rudolf Judith: Die Krise der Stahlindustrie, Krise einer Region, Das Beispiel Saarland, Köln 1981.
  • Rolf E. Latz: Die saarländische Schwerindustrie und ihre Nachbarreviere, 1878/1938, Technische Entwicklung, wirtschaftliche und soziale Bedeutung, Saarbrücken 1985.

Geschichte der Glas- und Keramikindustrie

  • Walter Lauer: Die Glasindustrie im Saargebiet, Braunschweig 1922.

Agrargeschichte

  • Jutta Müller: Die Landwirtschaft im Saarland, Entwicklungstendenzen der Landwirtschaft eines Industrielandes (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde des Saarlandes 25), Saarbrücken 1976.

Infrastruktur- und Verkehrsgeschichte

  • Hermann Josef Becker: Durch zwei Jahrtausende saarländischer Verkehrsgeschichte, Saarbrücken 1933.
  • Hans-Christian Herrmann und Ruth Bauer (Hrsg.): Saarbrücken in Fahrt, 125 Jahre Automobilbau an der Saar, Marpingen 2011.
  • Thomas Herzig: Geschichte der Elektrizitätsversorgung des Saarlandes unter besonderer Berücksichtigung der VSE, Saarbrücken 1987.
  • Kurt Hoppstädter: Die Entstehung der saarländischen Eisenbahnen (Veröffentlichungen des Instituts für Landeskunde des Saarlandes 2), Saarbrücken 1961.
  • Michael Sander: Ankunft Saarbrücken Hbf, 150 Jahre Eisenbahn an der Saar, hrsg. v. Chef der Staatskanzlei – Landesarchiv in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Saar und dem Stadtarchiv Saarbrücken, Saarbrücken 2002.

Mediengeschichte

  • Axel Buchholz und Fritz Raff (Hrsg.): Geschichte und Geschichten des Senders an der Saar, 50 Jahre Saarländischer Rundfunk, Saarbrücken 2007.
  • Clemens Zimmermann u. a. (Hrsg.): Medienlandschaft Saar von 1945 bis in die Gegenwart, 3 Bände, München 2010.

Politikgeschichte

  • Wilfried Busemann: Kleine Geschichte der saarländischen Gewerkschaften nach 1945, Saarbrücken 2005.
  • Markus Gestier: Die christlichen Parteien an der Saar und ihr Verhältnis zum Nationalstaat in den Abstimmungskämpfen 1935 und 1955, St. Ingbert 1991.
  • Hans-Christian Herrmann: Sozialer Besitzstand und gescheiterte Sozialpartnerschaft, Sozialpolitik und Gewerkschaften im Saarland 1945 bis 1955, Saarbrücken 1996.
  • Martin Herold, Josef Niessen, Franz Steinbach: Geschichte der französischen Saarpolitik, Bonn 1934.
  • Walter Kappmeier: Der saarländische Wähler, Saarbrücken 1990.
  • Klaus-Michael Mallmann: Die Anfänge der Sozialdemokratie im Saarrevier, in: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend 28 (1980), S. 128–148.
  • Klaus-Michael Mallmann: Die Anfänge der Bergarbeiterbewegung an der Saar (1848–1904)(Veröffentlichungen der Kommission für saarländische Landesgeschichte und Volksforschung 12), Saarbrücken 1981.
  • Gerhard Paul und Ralph Schock: Saargeschichte im Plakat 1918–1957, Saarbrücken 1987.

Sozialgeschichte

  • Nikolaus Fox: Saarländische Volkskunde. Saarbrücken 1927.
  • Wolfgang Freund: Volk, Reich und Westgrenze, Deutschtumswissenschaft und Politik in der Pfalz, im Saarland und im annektierten Lothringen 1925–1945, Saarbrücken 2006.
  • Charlotte Glück-Christmann: Familienstruktur und Industrialisierung, Der Wandlungsprozess der Familie unter dem Einfluss der Industrialisierung und anderer Modernisierungsfaktoren in der Saarregion 1800–1914, Frankfurt am Main 1993 (Dissertation Saarbrücken 1992).
  • Wolfgang Harres: Sportpolitik an der Saar 1945–1957, 2. Auflage, Saarbrücken 1999.
  • Ernst Klein: Die bergmännische Sparkasse an der Saar (1835–1867), Frankfurt am Main 1976.
  • Eva Labouvie: Frauenleben – Frauen leben, Zur Geschichte und Gegenwart weiblicher Lebenswelten im Saarraum (17.–20. Jahrhundert), St. Ingbert 1993.
  • Heidi Meier: Trachten im Saarland, Nohfelden 2017.
  • Klaus-Michael Mallmann und Horst Steffens: Lohn der Mühen, Geschichte der Bergarbeiter an der Saar, München 1989.
  • Klaus-Michael Mallmann u. a. (Hrsg.): Richtig daheim waren wir nie, Entdeckungsreisen ins Saarrevier 1815–1955, 3. Auflage, Berlin, Bonn 1995.
  • Peter Neumann (Hrsg.): Saarländische Lebensbilder (4 Bände). Saarbrücker Druckerei und Verlag, Saarbrücken 1982–1989.
  • Franz von Pelser-Berensberg: Führer durch die Ausstellung alter Trachten und Hausgeräte der Saar- und Moselbevölkerung, Trier 1901.
  • Dieter Staerck: Die Wüstungen des Saarlandes, Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saarraumes vom Frühmittelalter bis zur Französischen Revolution (Veröffentlichungen der Kommission für saarländische Landesgeschichte und Volksforschung 7), Saarbrücken 1976.
  • Horst Steffens: Autorität und Revolte, Alltagsleben und Streikverhalten der Bergarbeiter an der Saar im 19. Jahrhundert, Weingarten 1987.
  • Gisela Tascher: Staat, Macht und ärztliche Berufsausübung 1920–1956, Gesundheitswesen und Politik: Das Beispiel Saarland, Paderborn 2010.
  • Rolf Wittenbrock: Geschichte der Stadt Saarbrücken, Band 1: Von den Anfängen zum industriellen Aufbruch (1860), Band 2: Von der Zeit des stürmischen Wachstums bis zur Gegenwart, Saarbrücken 1999.

Bildungsgeschichte

  • Armin Heinen und Rainer Hudemann (Hrsg.): Universität des Saarlandes 1948–1988, 2. Auflage, Saarbrücken 1989.
  • Heinrich Küppers: Bildungspolitik im Saarland 1945–1955, Saarbrücken 1984.

Religionsgeschichte

  • David Blackbourn: Marpingen, Das deutsche Lourdes in der Bismarckzeit, Vereinigung zur Förderung des Landesarchivs Saarbrücken, Saarbrücken 2007, Verbesserte Neuauflage von: Wenn ihr sie wieder seht, fragt wer sie sei, Hamburg 1997.
  • Ulrich Fohrmann u. a.: Soziale Frage und Kirche im Saarrevier, Beiträge zu Sozialpolitik und Katholizismus im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, Saarbrücken 1984.
  • Andreas Heinz: Glaubenszeugen und Fürsprecher, Die Heiligen des Saarlandes, Saarbrücken 1980.
  • Klaus-Michael Mallmann: Ultramontanismus und Arbeiterbewegung im Kaiserreich, Überlegungen am Beispiel des Saarreviers, in: Wilfried Loth (Hrsg.): Deutscher Katholizismus im Umbruch zur Moderne (Konfession und Gesellschaft 3), Stuttgart 1991, S. 76–94.
  • Albert Marx: Die Geschichte der Juden an der Saar, Vom Ancien Régime bis zum Zweiten Weltkrieg, Saarbrücken 1992.
  • Josef Ollinger: Bräuche von Saar und Mosel, Heidnisches und christliches Brauchtum aus dem Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg, Rheinbach 2017.

Weblinks

 Commons: Vor- und Frühgeschichte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Schuman war Mitglied der Salia Bonn im Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas.

Einzelnachweise

  1. Walter Mohr: Das Herzogtum Lothringen zwischen Frankreich und Deutschland (14.-17. Jahrhundert), Teil IV, Trier 1986, S. 163ff.
  2. Klaus Geiben: Verfassung und Verwaltung des Herzogtums Lothringen unter seinem letzten Herzog und einstigen König der Polen Stanislaus Leszczysnki, Saarbrücken 1989, S. 8ff.
  3. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 8–10.
  4. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 10–11.
  5. Alfons Kolling: Der Name des römischen Saarbrücken, in: 12. Bericht der Staatlichen Denkmalpflege 1965, S. 61–65.
  6. Manfred Kostka: Geschichte der Pfarrei Dillingen von ihren Anfängen bis zur Teilung 1935, in: Katholisches Bildungswerk Dillingen-Nalbach e. V. (Hrsg.): 100 Jahre Saardom, Heilig Sakrament Dillingen, 1000 Jahre Pfarrei Dillingen, Festschrift zum Jubiläum der Kirchenkonsekration am 25. April 2013, Dillingen 2012. S. 17–65, hier S. 21.
  7. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 11–15.
  8. Archivlink (Memento des Originals vom 5. Dezember 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landeshauptarchiv.de, abgerufen am 30. November 2014.
  9. Hans-Walter Herrmann: Das Testament des Adalgisel Grimo, in: 22. Bericht der staatlichen Denkmalpflege im Saarland, Abteilung Bodendenkmalpflege, Saarbrücken 1975, S. 67–89.
  10. Hans-Walter Herrmann: Das Testament des fränkischen Adeligen Adalgisel Grimo, Ein Zeugnis merowingerzeitlichen Lebens an Saar, Mosel und Maas, in: Tholey 634–1984, hrsg. v. Wolfgang Haubrichs und Gert Hummel, 1985, S. 260–275.
  11. Hans-Walter Herrmann: Das Testament des Adalgisel Grimo, in: 22. Bericht der staatlichen Denkmalpflege im Saarland, Abteilung Bodendenkmalpflege, Saarbrücken 1975, S. 67–89.
  12. Wilhelm Levison: Das Testament des Diakons Adalgisel-Grimo vom Jahre 634, in: Trierer Zeitschrift VII 1932, Heft 1 und 2, S. 69–85.
  13. Ulrich Nonn: Zur Familie des Diakons Adalgisel-Grimo, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, 1. Jhg. 1975, S. 11–19.
  14. Franz Irsigler: Gesellschaft, Wirtschaft und religiöses Leben im Obermosel-Saar-Raum zur Zeit des Diakons Adalgisel Grimo, in: Hochwälder Geschichtsblätter, Jahrgang 1, Heft 1, März 1989, S. 5–18.
  15. Bernhard W. Planz: Adalgisel Grimo (um 580–um 650), in: Saargeschichten, Heft 42, 1, 2016, S. 40–41.
  16. LHAKo Bestand 1 A, Nr. 1, Grimo Testament
  17. Urkundenbuch zur Geschichte der mittelrheinischen Territorien I, Coblenz 1860, Nr. 6, S. 5–8
  18. Hans-Walter Herrmann: Das Testament des fränkischen Adeligen Adalgisel Grimo, in: Wolfgang Haubrichs, Gert Hummel (Hrsg.): Tholey 634–1984, Wissenschaftliche Vorträge gehalten aus Anlaß des 1350-jährigen Jubiläums von Ort und Abtei Tholey, Sonderdruck aus: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Band 96, St. Ottilien 1985, 260–276.
  19. Pia Heberer: Das Kloster Hornbach in der Pfalz, Baugeschichte und Sakraltopographie, Generaldirektion Kulturelles Erbe - Rheinland-Pfalz, Mainz 2010, S. 11, 19.
  20. Johann Peter Muth: Pfarrgeschichtliche Bilder der katholischen Pfarreien St. Johann und Saarbrücken zum 150jährigen Jubiläum der Einweihung der jetzigen Pfarrkirche von St. Johann, St. Johann an der Saar 1908, S. 12.
  21. Karl Lohmeyer: Die Sagen der Saar von der Quelle bis zur Mündung. Saarbrücken 1951, S. 78.
  22. Karl August Schleiden: Illustrierte Geschichte der Stadt Saarbrücken, Dillingen/Saar 2009, S. 25–26.
  23. Regesta Imperii II,3 n. 1312. Abgerufen am 21. September 2016.
  24. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 15–19.
  25. Urkunde im Landesarchiv Saarbrücken, Abt. 22, Nr. 6251.
  26. Michael Tritz: Geschichte der Abtei Wadgassen, zugleich eine Kultur- und Kriegsgeschichte der Saargegend, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Wadgassen 1901 mit einer Einleitung von Hans-Walter Herrmann und einem Register, Saarbrücken 1978, S. 17–18.
  27. Michael Tritz: Geschichte der Abtei Wadgassen, zugleich eine Kultur- und Kriegsgeschichte der Saargegend, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Wadgassen 1901 mit einer Einleitung von Hans-Walter Herrmann und einem Register, Saarbrücken 1978, S. 21–23.
  28. Michael Tritz: Geschichte der Abtei Wadgassen, Zugleich eine Kultur- und Kriegsgeschichte der Saargegend, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Wadgassen 1901 mit einer Einleitung von Hans-Walter Herrmann und einem Register, Saarbrücken 1978, S. 21–23.
  29. http://museum.academia-wadegotia.de/synapsecore.php5/noSidebar/synWiki/Abtei_Wadgassen_Allgemeines, abgerufen am 25. November 2017.
  30. Die Abtei Wadgassen im Reiseführer der Prämonstratenser
  31. Norbert Wilhelm Backmund: Monasticon Praemonstratense, id est historia circariorum atque canoniarum candidi et canonici ordinis Praemonstratensis, Attenkofersche Buchdruckerei Straubing, Band I: 1949/51, Band II: 1952/55, Band III 1955/60 – Band I erschien 1983 im De-Gruyter-Verlag Berlin in zweiter Auflage; S. 119–122, III, 1956 541 f.
  32. Wolfgang Peters: Springiersbach und die Anfänge des Prämonstratenserstiftes Wadgassen, Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, 7, 1981, S. 1–15.
  33. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 20–24.
  34. „Vor Halbtausend Jahren...“, Festschrift zur Erinnerung an den Besuch des Kaisers Maximilian I. in St. Wendel, St. Wendel 2012.
  35. Markus Battard: Wallerfangen – Eine Zeitreise in Bildern, 2. überarbeitete Auflage, Dillingen/Saar 2012, S. 10–13.
  36. http://wallerfangen.slc-technik.de/startseite/chronik/, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  37. Colesie, Georg: Geschichte des Nalbacher Tales, Eine saarländische Heimatgeschichte, 2. Aufl., Nalbach 1990, S. 31–33.
  38. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 24–29.
  39. Albrecht Classen: Elisabeth von Nassau-Saarbrücken, in: Dictionary of Literary Biography (DLB), Bd. 179 (1997), S. 42–47, hier: S. 43; Ute von Bloh: Elisabeth, Gräfin von Lothringen und Nassau-Saarbrücken, in: Killy Literaturlexikon, 2. Auflage, Bd. 3 (2008), S. 255–257, hier: S. 255.
  40. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 29–31.
  41. Hans-Walter Herrmann: Die Saarregion im Alten Reich, in: Hans-Christian Herrmann, Johannes Schmitt (Hrsg.): Das Saarland – Geschichte einer Region, hrsg. vom Historischen Verein für die Saargegend, St. Ingbert 2012, S. 11–59, hier S. 32–34.
  42. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 31–35.
  43. Bernhard W. Planz: Wie die Reformation ins Saarland kam, Landesherrliche Entscheidungen zwischen altem und neuem Glauben, in: Saargeschichten, Magazin zur regionalen Kultur und Geschichte, hrsg. vom Historischen Verein für die Saargegend und dem Landesverband der historisch-kulturellen Vereine des Saarlandes, Heft 3 (2017), Heft 48, S. 18–27.
  44. Joachim Conrad und Jörg Rauber (Hrsg.): Reformation in der Saargegend, Katalog zur Ausstellung der Fachrichtung Evangelische Theologie der Universität des Saarlandes (= Beiträge zur evangelischen Kirchengeschichte der Saargegend, Band 3), Saarbrücken 2017.
  45. Charlotte Glück: Neuer Himmel, Neue Erde, Die Reformation in der Pfalz, in: Saargeschichten, Magazin zur regionalen Kultur und Geschichte, hrsg. vom Historischen Verein für die Saargegend und dem Landesverband der historisch-kulturellen Vereine des Saarlandes, Heft 4 (2016), Heft 45, S. 4–11.
  46. Charlotte Glück und Joachim Conrad: Reformation in Pfalz-Zweibrücken und Nassau-Saarbrücken, Homburg 2017, Sonderheft der Saarpfalz, 2017, Blätter für Geschichte und Volkskunde.
  47. Hans-Walter Herrmann: Die Reformation in Nassau-Saarbrücken und die nassau-saarbrückische Landeskirche bis 1635, in: Richard van Dülmen und Reinhard Klimmt (Hrsg.): Saarländische Geschichte, Eine Anthologie (= Saarland-Bibliothek, Band 10), St. Ingbert 1995, S. 41–65.
  48. Alfred Hans Kuby: Die Reformation in Pfalz-Zweibrücken 1523 bis 1588, in: Evangelische Kirche im Rheinland (Hrsg.): Die evangelische Kirche an der Saar, Gestern und heute, Saarbrücken 1975, S. 34–41.
  49. Hans-Christian Herrmann, Johannes Schmitt (Hrsg.): Das Saarland – Geschichte einer Region, hrsg. vom Historischen Verein für die Saargegend, St. Ingbert 2012, S. 32–34.
  50. Gunther Franz: Die Reformation im Erzbistum, in: Trier, Die Geschichte des Bistums, Band 4, Der Umbruch in die Neuzeit, 1500-1802, Straßburg 1998, S. 10–13.
  51. Bernhard Schneider: Katholische Reform und Konfessionalisierung, in: Trier, Die Geschichte des Bistums, Band 4, Der Umbruch in die Neuzeit, 1500-1802, Straßburg 1998, S. 14–19.
  52. Zeitschrift für saarländische Heimatkunde, 4 (1954), S. 33–39.
  53. R. Rudolf Rehanek: Geschichte der Kreisstadt Saarlouis, Band 1: Die hochadelige Frauenabtei und das Dorf Fraulautern, Saarlouis 1978, S. 82 f.
  54. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 35–37.
  55. Zeitschrift für saarländische Heimatkunde 2. Jg. Heft 1–2 (1952), S. 13f.
  56. Genealogia oder Stammregister der durchläuchtigen hoch- und wohlgeborenen Fürsten, Grafen und Herren des uhralten hochlöblichen Hauses Nassau samt etlichen konterfeitlichen Epitaphien, kolligiert, gerissen und beschrieben durch Henrich Dorsen, Malern von Altweilnau, Anno 1632, unter Mitwirkung der Historischen Kommission von Nassau hrsg. von der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung e.V. (Veröffentlichungen der Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung, Band 9), Saarbrücken 1983.
  57. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 38–41.
  58. Michael Tritz: Geschichte der Abtei Wadgassen, Zugleich eine Kultur- und Kriegsgeschichte der Saargegend, unveränderter Nachdruck der Ausgabe Wadgassen 1901 mit einer Einleitung von Hans-Walter Herrmann und einem Register, Saarbrücken 1978, S. 288–291.
  59. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 41–52.
  60. Wolfgang Laufer: Saarbecken, Saargegend, Saargebiet. In: saargeschichte|n 2-2007, Saarbrücken 2007, S. 2–4.
  61. Verordnung der Regierungskommission des Saargebietes vom 28. Juli 1920, abgedruckt in: Kurt Hoppstädter: Die Wappen des Saarlandes, I. Teil, Hrsg.: Historischer Verein für das Saarland e. V. in Zusammenarbeit mit dem Landesarchiv der Regierung des Saarlandes (Zeitschrift für saarländische Heimatkunde, 3. Jg., Heft 1–4), Saarbrücken 1953, S. 13–14.
  62. Gabriele B. Clemens: Mandatsgebiet des Völkerbundes, in: Das Saarland – Geschichte einer Region, hrsg. vom Historischen Verein für die Saargegend, St. Ingbert 2012, S. 217-261, hier S. 220.
  63. a b Gegen das Vergessen- Orte des NS-Terrors und Widerstandes im Landkreis Saarlouis (PDF; 1,9 MB), Aktion 3. Welt Saar und Vereinigung für Heimatkunde im Landkreis Saarlouis e. V., Dezember 2012.
  64. a b Gegen das Vergessen- Orte des NS-Terrors und Widerstandes im Landkreis Merzig-Wadern (PDF; 2,7 MB), Aktion 3. Welt Saar, November 2010.
  65. Deutsches Reich, Ergänzungskarte zu Diercke, Schulatlas, 1938.
  66. Teil I. Verfassung und Verfassungsgerichtsbarkeit im Saarland. Ein Abriss. docplayer.org, 2018, abgerufen am 11. Mai 2018.
  67. Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 2, Stuttgart 1979, S. 272.
  68. Chemins de memoire (Memento des Originals vom 21. August 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cheminsdememoire.gouv.fr
  69. Alemannia Judaica- Synagogen im Saarland, Alemannia Judaica, Seitenabruf Mai 2014.
  70. Der Landtag des Saarlandes: Das Saarland nach 1945 (Memento vom 6. Juni 2009 im Internet Archive), abgerufen am 1. Oktober 2015.
  71. a b Sowohl die Verfassung des Saarlandes als auch das Saarstatut selbst sahen eine Volksabstimmung vor, das Referendum am 23. Oktober 1955 war aber von seiner Art eine Volksbefragung und wurde auch von offizieller Seite als solche bezeichnet.
  72. Beschluss des Bundesrats vom 25. November 2011, Drucksache 736/11 (Memento des Originals vom 4. November 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundesrat.de (PDF; 14 kB)
  73. Wahl im Bundesrat: Ex-Ministerpräsident Müller wird Verfassungsrichter. In: Die Welt. 25. November 2011
  74. Saarpolygon – Denkmal zum Kohlebergbau steht auf welt.de, abgerufen am 10. Juni 2016.
  75. Das Saarpolygon ist eröffnet, Saarländischer Rundfunk, 17. September 2016.
  76. http://www.fr.de/politik/bundestagswahl/sonderparteitag-kramp-karrenbauer-zur-cdu-generalsekretaerin-gewaehlt-a-1456293
  77. Tobias Hans folgt auf Kramp-Karrenbauer. Spiegel Online am 19. Februar 2018.
  78. Wolfgang Behringer, Gabriele Clemens: Geschichte des Saarlandes. München 2009, S. 115–118.
  79. Die Moderne Galerie öffnet ihre Pforten, Artikel in der Saarbrücker Zeitung vom 8. Oktober 2017.
  80. http://www.gfnf-trier.de/die-gesellschaft/geschichte, abgerufen am 30. November 2018.
  81. ASF – Familienkunde im Saarland. Arbeitsgemeinschaft für Saarländische Familienkunde, abgerufen am 6. Februar 2015.
  82. www.saarland.de, abgerufen am 8. November 2018.
  83. www.iflis.de, abgerufen am 8. November 2018.
  84. institut-aktuelle-kunst.de, abgerufen am 8. November 2018
  85. www.saarland.de, abgerufen am 8. November 2018.
  86. www.historisches-museum.org, abgerufen am 8. November 2018.
  87. www.kulturbesitz.de, abgerufen am 8. November 2018.