Frank Rizzo

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Frank Rizzo

Frank Rizzo (* 23. Oktober 1920 in Philadelphia, Pennsylvania; † 16. Juli 1991 ebenda) war ein amerikanischer Politiker und von 1972 bis 1980 Bürgermeister von Philadelphia, nachdem er zuvor Polizeichef der Stadt gewesen war. Er trat bei insgesamt fünf Bürgermeisterwahlen an und kandidierte dabei sowohl für die Republikaner als auch die Demokraten. Seine Person und Amtsführung polarisierte die Bürger Philadelphias, wobei ihm die Gegner polizeistaatliche Methoden und Rassismus vorwarfen.

Werdegang

Typischer Wohnblock mit Reihenhäusern in South Philadelphia.

Rizzos Vater, Raffaele Rizzo, emigrierte im Jahr 1908 als 14-Jähriger aus dem italienischen Chiaravalle Centrale, Kalabrien in die Vereinigten Staaten. Der Auswanderungsgrund war vor allem die in den 1890er Jahren einsetzende Krise in der Landwirtschaft Süditaliens. Er zog nach Philadelphia, das in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg sein größtes Bevölkerungswachstum hatte, wobei die Zuwanderung hauptsächlich aus Süd- und Osteuropa erfolgte. Wie fast alle Italoamerikaner, die einen äußerst niedrigen sozialen Status hatten und von den früher zugewanderten sowie wirtschaftlich erfolgreicheren Deutsch- und Irischamerikanern von politischer Machtteilhabe ausgeschlossen wurden, lebte er in South Philadelphia. Diese Ghettoisierung war damals in Philadelphia nur noch bei den Afroamerikanern zu beobachten. Die Kriminalität der Black Hand Gang und das Entstehen der Philadelphia Crime Family unter Salvatore Sabella verstärkte die Diskriminierung der Italoamerikaner noch weiter. Raffaele Rizzo arbeitete als selbständiger Schneider mit eigenem Geschäft. Im Jahr 1917 trat er in den Polizeidienst ein und führte die Schneiderei als Nebenerwerb fort.[1] Frank Rizzos Mutter, Theresa Erminio, wuchs in South Philadelphia auf und hatte aus Italien stammende Eltern. Ihr Vater war ein Handwerker aus der Toskana, der in den 1880er Jahren in die Vereinigten Staaten ausgewandert war und als Steinmetz arbeitete, während ihre Mutter aus den Abruzzen kam. Raffaele Rizzo und Theresa Erminio heirateten im Sommer 1918. Sie erwarben ein Reihenhaus in der South Rosewood Street, das etwas außerhalb der italoamerikanischen Stadtviertel lag. Frank Rizzo kam am 23. Oktober 1920 als ältester von drei Söhnen zur Welt und wurde nach seinem Großvater väterlicherseits, Francesco Rizzo, benannt, wobei der Vorname amerikanisiert wurde.[2]

Rizzo wuchs in South Philadelphia auf und erfuhr eine strenge Erziehung. Wie in italoamerikanischen Familien oft zu beobachten, hatte der Vater zu seinem erstgeborenen Sohn ein mehr forderndes und distanzierteres Verhältnis als zu den jüngeren Brüdern. Die Erwartung an Rizzo war schon in jungen Jahren, sich selbständig zu beschäftigen und Verantwortung für die jüngeren Geschwister zu übernehmen. Auch legte der Vater wenig Wert auf Bildung, sondern betonte harte Arbeit und Gesetzestreue als Ideale. Typischerweise war Rizzos Beziehung zur Mutter enger. Schon als Kind seinen meisten Altersgenossen körperlich überlegen entwickelte er wenig Ehrgeiz in Schule oder Sport, sondern zeichnete sich durch ausgeprägte Rauflustigkeit aus. 1938 wurde er von der High School ohne Abschluss entlassen, als er seine verlorenen gegangenen Schulbücher nicht wieder beschaffte. Noch im gleichen Jahr meldete er sich ohne Erlaubnis des Vaters als Freiwilliger bei der United States Navy. Nach nur kurzer Dienstzeit auf dem Kreuzer USS Houston wurde Rizzo im November 1939 wegen einer diagnostizierten Diabetes insipidus aus der Marine entlassen. Danach arbeitete er auf dem Bau und nach Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg in einem Stahlwerk im Nordwesten Philadelphias, das Schiffsgeschütze herstellte. Im Jahr 1940 half Rizzo seinen Eltern beim Umzug von South Philadelphia nach Germantown, was für diese einen erheblichen sozialen Statusgewinn bedeutete.[3] 1942 starb Rizzos Mutter im Alter von nur 39 Jahren. Einen Monat später, im April des gleichen Jahres, heiratete er Carmella Silvestri, deren Eltern 1908 aus der Provinz Salerno in die Vereinigten Staaten migriert waren. Bald darauf kaufte er mit seiner Frau ein Reihenhaus in unmittelbarer Nähe der Schwiegereltern in Germantown. Da sein Industriejob nun zum Unterhalt nicht mehr genügte, orientierte er sich beruflich um.[4] Im März des folgenden Jahres kam Rizzos erster Sohn zur Welt.[5]

Im Polizeidienst

Am 6. Oktober 1943 wurde Rizzo zum Polizeibeamten ernannt. Obwohl dieser Berufseinstieg im republikanisch kontrollierten Polizeidienst Philadelphias während des Kriegs einfacher zu erreichen war als zuvor, benötigte er dafür dennoch politische Patronage. Diese stellte ein Republikaner im Ortsvorstand Germantowns her, der Rizzos Vater kannte. Als Rizzo seinen Dienst antrat, wurde er daher wie sein Vater Republikaner. Die Polizei Philadelphias wurde zu dieser Zeit von Deutsch- und Irischamerikanern dominiert; so waren von 47 Hauptleuten nur zwei Italoamerikaner. Für die kommenden sieben Jahre ging er im Viertel Nicetown-Tioga, das in North Philadelphia liegt, auf Streife. Neben seiner Körpergröße fiel Rizzo in der Wache von Anfang an durch eine makellos polierte Uniform auf. Im April 1944 berichtete der Philadelphia Bulletin das erste Mal über ihn, als er außerhalb des Dienstes einen Brand in einer Apotheke löschte und sich dabei die Hände verbrannte. Im Januar 1946 entstand das erste Foto von Rizzo in Uniform, der später der am häufigsten fotografierte Polizeibeamte der Vereinigten Staaten wurde. Die Aufnahme machte Sam Psoras, ein Freund Rizzos und späterer Fotojournalist. 1948 berichtete eine Zeitung erstmals über Rizzos Polizeitätigkeit, als er fünf Personen, die einen Taxifahrer überfielen, festnahm. Dabei trug er Verletzungen im Gesicht davon, während vier der Räuber im Krankenhaus behandelt werden mussten.[6]

Darstellung von Rizzo auf einem Wandgemälde am Italian Market in South Philadelphia (2015)

Im Jahr 1950 richtete der Senat einen Untersuchungsausschuss unter der Leitung von Estes Kefauver ein mit dem Ziel, landesweit Verbindungen zwischen organisiertem Verbrechen, Politik und Polizei aufzudecken. Ganz oben in der Prioritätenliste der Kefauver-Hearings stand Philadelphia, dessen Polizeidienst als besonders korrumpiert galt. Im Oktober 1950 entzog sich ein hochrangiger Polizeibeamter der Anhörung durch Selbstmord, dem noch zwei weitere Suizide von korrupten Polizeioffizieren folgten. Der Beauftragte für öffentliche Sicherheit in Philadelphia, Sam Rosenberg, sah sich daher gezwungen, das ramponierte Ansehen der städtischen Polizei durch Erneuerung des Personalkörpers wieder aufzubessern. Zu dieser Zeit fiel ihm auf dem Weg zur Arbeit eines Morgens Rizzo auf, als dieser den Verkehr regelte. Nach Studium seiner Personalakte ernannte Rosenberg Rizzo zum Sergeant und versetzte ihn nach South Philadelphia, wo er das Kommando über eine Squad an der South 7th Street erhielt.[7]

Sein Revier grenzte nördlich an die Downtown von Center City und er hatte von Rosenberg ausdrücklich den Auftrag erhalten, gegen das Racketeering, also die illegalen Geschäfte des organisierten Verbrechens, vorzugehen. Zu dieser Zeit kam in der amerikanischen Cosa Nostra Philadelphias mit Joseph Ida und seinem Capo Angelo Bruno eine neue Generation an die Macht und drängte die von Harry Rosen geführte Kosher Nostra zurück, die in den 1940er Jahren die Stadt kontrolliert hatte. Als Sergeant stand Rizzo in engem Kontakt mit dem Nachtclubbesitzer Frank Palumbo, der freundschaftliche Beziehungen zu Polizisten, Politikern und Mobstern hatte. Inwieweit es zwischen den beiden zu einer Verständigung kam ist unklar, jedoch ging Rizzo robust gegen Straßenkriminalität vor, während er die Cosa Nostra und das illegale Glücksspiel weitgehend in Ruhe ließ. Andererseits folgte er als Vorgesetzter in seinem Revier dem von Rosenberg vorgegebenen klaren Kurs gegen Polizeikorruption.[8] Rizzo war bald für seinen Wagemut und die Vorliebe für brutale Kampfhandlungen mit Schlagstockeinsatz bekannt. Als er im Juli 1951 nach einer gemeldeten Ruhestörung die Tür zu einem Bordell eintrat und dort nach einer Prügelei neun Personen verhaftete, hatte er sich den Spitznamen “Cisco Kid” nach dem gleichnamigen Westernhelden erworben.[9]

Im November 1951 wurde mit Joseph S. Clark erstmals nach 67 Jahren republikanischer Vorherrschaft ein Demokrat zum Bürgermeister von Philadelphia gewählt. Dies gelang, da die Demokraten in der weißen Arbeiterklasse und unter den Italoamerikanern South Philadelphias die Dominanz der Republikaner brechen konnten. Als eine seiner letzten Handlungen, bevor er aus dem Amt schied, beförderte Rosenberg Rizzo am 18. November 1951 und gab ihm das Kommando über eine motorisierte Straßenpolizeieinheit an der South 7th Street. Der neue Polizeichef Philadelphias, Thomas J. Gibbons, war ein alter Freund von Rizzos Vater. Obwohl Rizzo wegen seiner gewaltsamen Polizeimethoden als “Cisco Kid” berüchtigt war, beförderte er ihn daher im Januar 1952 zum Captain. Kurz darauf erhielt er erstmals die Leitung eines Polizeireviers. Dieses lag an der North 39th Street in West Philadelphia in einem Gebiet, das hauptsächlich von Afroamerikanern bewohnt wurde. Gibbons gab Rizzo die Order, sich bei seiner Arbeit hier vor allem auf Speakeasys, also illegale Kneipen, zu konzentrieren. Rizzo setzte seine bisherigen robusten Polizeimethoden auch gegenüber Schwarzen unbekümmert fort und scheute selbst davor nicht zurück, Logenhäuser der Elk Lodge zu stürmen, was von der ansässigen Mittelschicht als Tabubruch wahrgenommen wurde. Bereits nach wenigen Wochen leiteten afroamerikanische Anwälte Rizzo betreffende Sammelbeschwerden an den Bezirksstaatsanwalt Richardson Dilworth weiter, was rechtlich jedoch folgenlos blieb. Im Mai 1952 versetzte Gibbons Rizzo an die 12th South Street in Center City.[10]

Der Hintergrund für diese Versetzung war, dass zu dieser Zeit eine Gruppe von reformorientierten und einflussreichen Geschäftsleuten, darunter einer der wichtigsten Fundraiser des Democratic National Committees, die zumeist irischamerikanischen Parteifunktionäre der Demokraten drängte, einen Umbau der Downtown zu erreichen. Dieses Vorhaben stieß auf Widerstand der dortigen Bewohner und Kleinunternehmer, bei denen es sich größtenteils um Besitzer von Nachtclubs und Bars handelte. Um hier robust die Sperrzeiten und Alkoholverbote durchzusetzen sowie die verbreitete Prostitution zu bekämpfen, entschieden sich Clark, Gibbons und Dilworth für Rizzo als Revierleiter an der 12th South Street. Nach einigen negativen Pressemeldungen über seine Razzien gegen Prostitution und illegales Glücksspiel entschloss sich Rizzo, mit der Presse zusammenzuarbeiten und gezielt Informationen an den Klatschkolumnisten des Philadelphia Inquirer weiterzuleiten. Im Januar 1953 beendete Rizzo mit dem Schlagstock eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen mehreren Beteiligten nach einer Gewerkschaftsversammlung, wobei er das erste und einzige Mal während seiner Dienstzeit eine Handfeuerwaffe zog. Dank seines Einsatzes konnten zwei Schwerverletzte gerettet werden, die ohne sein Eingreifen wahrscheinlich gestorben wären. Dieses und weitere Ereignisse verschafften Rizzo auf der Straße ein zunehmend hohes Ansehen.[11]

Im Zusammenhang mit dem Verdrängungsprozess, dem sich die Kosher Nostra in Center City gegenüber der Cosa Nostra ausgesetzt sah, verdächtigte Dilworth Rizzo, nur gegen die jüdische Mafia vorzugehen und das italoamerikanische organisierte Verbrechen gewähren zu lassen. Er sowie Clark und Gibbons hatten als demokratischer Irischamerikaner auch ethnische Vorbehalte gegen ihn; außerdem waren die Italoamerikaner in South Philadelphia traditionell Republikaner. Um dem Bezirksstaatsanwalt seine Loyalität unter Beweis zu stellen, verhaftete Rizzo im November 1953 zwei hochrangige Racketeers des Capos Bruno. Im Jahr 1954 konzentrierte sich Rizzo darauf, gegen Stripteasebars nahe der South Broad Street vorzugehen, wo die Renovierung der Bürogebäude begonnen hatte. Im Februar 1955 verhaftete eine Squad aus Rizzos Revier die bekannte Stripperin Blaze Starr, die bald darauf die Stadt verließ. In ihrer Autobiographie zwanzig Jahre später warf sie Rizzo vor, drei Wochen nach ihrer Verhaftung eine sexuelle Affäre mit ihr gehabt zu haben, wobei ihn aber andere Zeugenaussagen entlasteten. Da ihn die Stadtregierung als Frontmann zur Säuberung von Center City einsetzte, war Rizzo 1955 bereits selbst eine kontrovers diskutierte und derart populäre politische Figur Philadelphias, dass im Wahlkampf für das Amt des Bezirksstaatsanwalts beide Kandidaten volle Unterstützung für Rizzo signalisierten. Der frühere Bezirksstaatsanwalt Dilworth wurde im gleichen Jahr mit großer Mehrheit zum Bürgermeister gewählt. Als Rizzo im August 1955 fünf Seemänner der United States Navy inhaftierte, warfen diese ihm später vor, sie mit dem Schlagstock auf der Polizeistation verprügelt zu haben. Darauf erfolgte die erste richterliche Anhörung zu einem möglichen Fehlverhalten Rizzos als Polizist, wobei die Klagen abgewiesen wurden.[12]

In den späten 1950er Jahren entstand in der Center City eine Bohème, die allerdings im Vergleich zu der in San Francisco, New York oder Boston sehr angepasst und mild ausgeprägt war. Dennoch rannten die Anwohner mit ihren Beschwerden über Homosexuelle in der Szene bei Rizzo offene Türen ein, der die Bohème mit großer Antipathie betrachtete. So störte er sich unter anderem als Schulabbrecher an ihrer obsessiven Bücherliebe und als hart arbeitender Polizist an ihrem Müßiggang. Am 12. Februar 1959 stürmte eine Squad unter Führung Rizzos die Schwulenbar Humoresque und verbrachte ihren Besitzer Melvin Haifetz sowie 24 Gäste für eine Nacht in Arrest. Haifetz reichte danach eine Klage auf 25.000 US-Dollar gegen Rizzo ein, der von der Mehrheit der Anwohner und den meisten Zeitungen teilweise begeistert unterstützt wurde, und warf ihm vor, ihn bedroht und beleidigt zu haben. Noch bevor das zuständige Bundesbezirksgericht die Klage von Haifetz abwies, versetzte Gibbons Rizzo am 20. März 1959 in ein neues Polizeirevier im prosperierenden Northeast Philadelphia. Damit war eine Beförderung zum Police Inspector verbunden. Diese ganze Episode führte dazu, dass Rizzo für viele Polizisten zu einem Idol wurde.[13]

Das 1960 fertiggestellte Polizeipräsidium Philadelphias ist auch als “The Roundhouse” („Der Ringlokschuppen“) bekannt.

Im Jahr 1959 wurde Dilworth mit großem Vorsprung als Bürgermeister wiedergewählt. Er strebte als nächstes das Amt des Gouverneurs von Pennsylvania an, weshalb er sehr darum bemüht war, das hauptsächlich aus Weißen bestehende demokratische Parteiestablishment nicht zu verärgern. Aus diesem Grund förderte er in den folgenden Jahren den populären Rizzo, wo er konnte. Als dieser zu erkennen gab, in Northeast Philadelphia nicht ausgelastet zu sein, wurde er erst nach West Philadelphia und kurz darauf im August 1960 auf Drängen des Kongressabgeordneten William A. Barrett und dessen Finanziers Palumbo nach Center City versetzt. Hier schloss er ein Abkommen mit Bruno, der inzwischen Boss der Philadelphia Crime Family war. Während Bruno Gewaltverbrechen stoppte und keinen Drogenhandel betrieb, ließ Rizzo diesen bei seinen Geschäften mit illegalem Glücksspiel und im Kredithaiwesen in Ruhe. Im Februar 1962 folgte James Hugh Joseph Tate Dilworth als Bürgermeister, der als Gouverneur kandidierte. Tate gab die Order, verstärkt gegen die Kriminalität in Downtown vorzugehen, wobei sich Rizzo erfolgreich auf das Rotlichtmilieu konzentrierte.[14] Im Juni 1962 sagte Rizzo in Washington, D.C. vor dem Permanent Subcommittee on Investigations, der ein Unterausschuss des United States Senate Committee on Homeland Security and Governmental Affairs ist, aus. Er war der einzige Polizist, der nicht im Range eines Polizeichefs (“Police Commissioner”) stand, und als Experte für die Bekämpfung des organisierten Verbrechens geladen wurde.[15] Rizzo, der jetzt nationale Bekanntheit erlangte, sagte gegenüber dem Ausschussvorsitzenden John Little McClellan aus, dass die Gerichtsbarkeit und die American Civil Liberties Union zu nachsichtig gegenüber Verbrechen seien.[16]

Als die Demokraten sich wegen interner Streitigkeiten in einer Krise befanden und der Internal Revenue Service Korruption in der Polizei Philadelphias aufdeckte, ernannte Tate im Herbst 1963 vier neue stellvertretende Polizeichefs (“Deputy Police Commissioner”), darunter Rizzo, der dadurch das Kommando über 6000 Polizisten erhielt. Der Vorsitzende der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), Cecil B. Moore, kritisierte diese Ernennung scharf und warf als erster Rizzo öffentlich Rassismus vor. Er war als Anwalt mit Rizzo schon zehn Jahre zuvor aneinander geraten, als dieser Revierleiter in West Philadelphia gewesen war, und bemängelte jetzt, dass ihm als Schulabgänger die Bildungsvoraussetzungen für dieses Amt fehlte und er damals gegen afroamerikanische Geschäftsinhaber „SA-Taktiken“ angewandt habe, ohne dies beweisen zu können. Ungetrübt von diesen Vorwürfen gegen seine Personalentscheidung gewann Tate die Bürgermeisterwahl im November 1963. Vom 28. bis 30. August 1964 brachen in North Philadelphia auf der Columbia Avenue Rassenunruhen aus. Entgegen dem Drängen Rizzos, der mit Gewalt gegen die plündernde und teilweise bewaffnete afroamerikanische Menge vorgehen wollte, befahl Polizeichef Howard Leary eine defensive Polizeitaktik. Ohne eingreifen zu dürfen, musste Rizzo vor Ort beobachten, wie nahezu ein komplettes Viertel zerstört wurde. Am Ende waren zwei Tote und 309 Verletzte zu beklagen und über 600 geplünderte Geschäfte, viele davon in jüdischem Besitz. Dieses Ereignis, das landesweit im Fernsehen übertragen wurde, bildete einen prägenden Moment der Stadtgeschichte und in der Beziehung zwischen Weißen und Afroamerikanern in Philadelphia.[17]

1967 wurde Rizzo von Tate zum Polizeipräsidenten von Philadelphia ernannt und leitete den Dienst dort mit strenger Hand. Die von seinem liberalen Vorgänger Leary 1964 gegründete Civil Defense Squad (CD), deren Hauptauftrag in der Begleitung von Demonstrationen und Kommunikation mit Aktivisten zur Konfliktberuhigung bestand,[18] wandelte Rizzo in ein aggressives Instrument zur Unterdrückung der schwarzen Bürgerrechts- und studentischen Protestbewegung um, so dass es in der Folge immer häufiger zu Polizeigewalt gegen Demonstranten kam. Die CD überwachte zudem Angehörige der New Left, wie zum Beispiel Mitarbeiter der Free Press, einer Zeitung, die zum Sprachrohr dieser Bewegung in Philadelphia wurde und Rizzo scharf kritisierte. Dabei bezogen die Angehörigen der CD demonstrativ Quartier in der unmittelbaren Nachbarschaft der Zeitungs-Mitarbeiter, brachen in deren Wohnungen und Autos ein, beschlagnahmten „subversive Bücher“, bedrohten sie mit Schusswaffen oder versuchten, sie mit gewaltsamen Übergriffen und vorläufigen Festnahmen einzuschüchtern.[19]

Rizzo begann schon als stellvertretender Polizeipräsident im Gegensatz zu seinen Vorgängern gemischte Polizeipatrouillen einzuführen, um die erheblichen Spannungen zwischen der schwarzen Bevölkerungsgruppe und der Polizei abzubauen.[20] Rizzo erreichte 1968 zudem mit knapp 20 Prozent einen der höchsten Anteile von afroamerikanischen Polizisten im Vergleich zu vielen anderen US-Großstädten, die damals kaum oder keine schwarze Polizisten im Dienst hatten.[21]

Als Polizeipräsident führte er persönlich mehrere Razzien gegen Homosexuelle und Bars an, in denen er Drogenhandel vermutete. Dies brachte ihm auch den Namen „Rizzo the Raider“ ein.[22] Besonders bekannt wurde seine Auseinandersetzung mit dem Electric Factory Coffee House, das im Februar 1968 eröffnet worden war und zu einem Treffpunkt von Hippies, Rockern und Studenten wurde.[23]

Als im November 1967 während eines Treffens zwischen einer Schülerdelegation und Schuldirektoren 3500 Menschen friedlich für die Einführung von Black studies an Highschools demonstrierten, befahl der sich vor Ort befindliche Rizzo, die Menge einzukreisen und mit Schlagstöcken gegen sie vorzugehen.[24] Die Schulbehörde begann ab dem folgenden Monat, Konferenzen von Schülern, Direktoren und Sozialwissenschaftlern zu initiieren, um die rassischen Spannungen zu befrieden. Rizzo ließ den abgelegenen Konferenzort in Chestnut Hill überwachen, die Teilnehmer identifizieren und Dossiers über sie anfertigen. Als er 1972 Bürgermeister wurde, entließ er den landesweit bekannten Schulinspektor Mark Shedd, weil er ihn als einen nachgiebigen Progressiven verachtete.[25]

Am 31. August 1970 ließ Rizzo zeitgleich drei Büros der Black Panther in West und North Philadelphia sowie in Germantown auf fragwürdiger Rechtsgrundlage räumen. Wie gewöhnlich sorgte er dafür, dass Pressevertreter die Polizeiaktion begleiteten. Die Black Panther wurden dazu gezwungen, sich im Freien nackt auszuziehen, damit die Polizisten ihre Kleidung durchsuchen konnten. Die Philadelphia Daily News veröffentlichten einige Tage später ein Foto dieser Szene als Titelbild. Die vierzehn verhafteten Personen wurden wenige Tage später freigelassen. Am 4. September verfügte Bundesrichter John Fullam, dass die Panther in ihren Rechten nicht weiter einzuschränken sowie die Vorbereitungen zur New Left Convention nicht zu stören seien.[26]

Von mehreren Rückschlägen vor Gericht, die elf seiner Razzien betrafen, zeigte sich Rizzo unbeeindruckt – ihm ging es um seine öffentliche Wirkung als „Retter“.[27] Er pflegte insgesamt einen geschickten Umgang mit der Öffentlichkeit, indem er nach seinen Razzien mit markigen Worten auf Pressekonferenzen prägnante Fotos präsentierte und die Reporter mit Gefälligkeiten und Aufmerksamkeiten für sich einnahm.[28] Bald hatte er in Philadelphia das Image eines Volkshelden und war landesweit als Vertreter von Law and Order bekannt.[29]

Amtszeit als Bürgermeister von Philadelphia

Nordfassade Philadelphia City Hall (2013)

Zu Beginn des Jahres 1971 trat Rizzo als Polizeipräsident zurück, um für die Demokraten für das Bürgermeisteramt kandidieren zu können. In der Vorwahl besiegte er mit William J. Green den Favoriten des liberalen Parteiflügels und des Gouverneurs Milton Shapp. Bei der Wahl im November 1971, zu der er mit dem Slogan Rizzo means business antrat und Auftritte hauptsächlich in Wohngebieten der weißen Arbeiterklasse durchführte, konnte er sich mit einem Vorsprung von annähernd 50.000 Stimmen gegen den gemäßigt liberalen Kandidaten der Republikaner, W. Thatcher Longstreth, durchsetzen. Dabei profitierte er vor allem von der hohen Zustimmung der weißen Wähler, die seine harte Politik gegen die schwarze Bevölkerungsgruppe befürworteten. Innerhalb der demokratischen Partei hatten sich profilierte Politiker wie Ramsey Clark und Eugene McCarthy gegen ihn und für seinen Konkurrenten Longstreth ausgesprochen. Rizzo seinerseits unterstützte im Präsidentschaftswahlkampf 1972 Richard Nixon. 1973 galt Rizzo als aussichtsreicher Kandidat für die Gouverneurswahl in Pennsylvania, bei der er eine Wiederwahl seines liberalen Parteikollegen Shapp unbedingt verhindern wollte. In einer bitteren persönlichen Auseinandersetzung mit seinem früheren Unterstützer und Führer der Demokraten von Philadelphia, Peter J. Camiel, bestand er im Sommer des gleichen Jahres auf die Durchführung eines Lügendetektortests. Als er scheiterte und Camiel den Test problemlos bestand, waren seine Wahlchancen als Gouverneur dahin.[30]

Während seiner erfolgreichen Wiederkandidatur für das Bürgermeisteramt im Jahr 1975 erreichte er mit folgender Aussage nationale Aufmerksamkeit:

Just wait after November you’ll have a front row seat because I’m going to make Attila the Hun look like a faggot.” (Rizzo, im Wahlkampf 1975.[31], deutsch: „Passt auf, besorgt Euch einen Platz in der ersten Reihe, weil nach November (der Wiederwahl) leg ich so los, dass Attila im Vergleich wie eine Schwuchtel ausschaut.“)

Als Bürgermeister ließ Rizzo politische Gegner durch Spezialeinheiten der Polizei überwachen. Afroamerikanische Bürger beschwerten sich über Diskriminierung im öffentlichen Dienst der Stadt und gegen sie gerichtete polizeiliche Repressionsmaßnahmen, wie zum Beispiel die im Fernsehen übertragene brutale Polizeirazzia eines Hauses der afroamerikanischen Move-Organisaton im Jahr 1978,[32] während zur gleichen Zeit die Cosa Nostra in South Philadelphia unbehelligt blieb. Dies führte dazu, dass 1979 das Justizministerium der Vereinigten Staaten Anklage gegen die Polizei Philadelphias erhob, welche von einem Bundesgericht aus rechtlichen Gründen abgelehnt wurde.[33]

Bürgermeisterkandidaturen

Rizzo konnte 1979 nicht für eine dritte konsekutive Amtsperiode kandidieren, da die kommunale Gesetzgebung eine Amtszeitbegrenzung vorschrieb. Als er sich 1983 erneut für das Bürgermeisteramt bewarb, unterlag er dem Demokraten Wilson Goode. Nachdem er im Dezember 1986 zu den Republikanern übergetreten und deren Bürgermeisterkandidat geworden war, verlor er die Wahl 1987 knapp, wiederum gegen Goode. Ein Jahr später war er für kurze Zeit Gastgeber einer Talk-Show im lokalen Radiosender WCAU-FM und erreichte zu dieser Sendezeit den höchsten Höreranteil in Philadelphia.[34]

1991 bewarb er sich erneut für das Bürgermeisteramt. Bei der Vorwahl der Republikaner am 21. Mai 1991 konnte er sich mit einem knappen Vorsprung von etwas mehr als 1000 Stimmen gegen Ron Castille und Sam Katz durchsetzen.[35] Am 16. Juli 1991, einige Monate vor der Hauptwahl im November, wurde Rizzo gegen Mittag in der Toilette seines Wahlhauptquartiers bewusstlos aufgefunden. Er starb ungefähr eine Stunde später an einem Kreislaufstillstand im nahegelegenen Thomas Jefferson Hospital.[36] Auf Wunsch der Witwe wurde sein Leichnam bei der Cathedral Basilica of Saints Peter and Paul am Benjamin Franklin Parkway aufgebahrt. Schon drei Stunden vor Start des öffentlichen Zugangs standen annähernd 14.000 Menschen in der Schlange, um Rizzo ein letztes Mal zu sehen.[37] Rizzo wurde auf dem Holy Sepulchre Cemetery in Cheltenham, Montgomery County, beigesetzt.

Rezeption

Statue von Frank Rizzo vor dem Gebäude der Stadtverwaltung in Philadelphia

Bereits im Jahr 1977 erschien mit The Cop who would be King: The Honorable Frank Rizzo von Joseph R. Daughen und Peter Binzen eine erste Biographie Rizzos. In diesem kritischen Werk konstatierten die Autoren, dass seine durch Gewalt und Misswirtschaft gekennzeichnete Amtsführung katastrophal gewesen und er daran gescheitert sei, seinem Vorbild Richard J. Daley nachzueifern. Den Rizzoismus erachteten sie als einen lokalen Virus, der sich nicht weiter ausbreiten werde.[38]

Frank Donner, der frühere Direktor der American Civil Liberties Union, sieht in der Art und Weise, mit welcher Rizzo die Polizei als ein Mittel zur Durchsetzung seiner moralischen und rassistischen Überzeugungen und zur Bekämpfung politischer Gegner ausnutzte, einen urbanen Polizeistaat verwirklicht. Laut Donner ist das Philadelphia während der Ägide Rizzos ein herausragendes Beispiel für die Ausbreitung polizeistaatlicher Methoden in der Regierungsführung. Deshalb spricht er vom Philadelphia jener Zeit als einer police city.[39]

Literatur

  • Timothy J. Lombardo: Blue-Collar Conservatism: Frank Rizzo’s Philadelphia and Populist Politics. University of Pennsylvania, Philadelphia 2018, ISBN 978-0-8122-5054-1.
  • S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. Camino Books, Philadelphia 1993, ISBN 0-94015-918-X.
  • Joseph R. Daughen, Peter Binzen: The cop who would be king: Mayor Frank Rizzo. Little, Brown and Company, Boston 1977, ISBN 0-3160-9521-4.

Weblinks

 Commons: Frank Rizzo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 19–23.
  2. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 24f.
  3. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 26–29, 31f.
  4. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 33f.
  5. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 38.
  6. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 37–40.
  7. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 43–45.
  8. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 45–48.
  9. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 40, 46f.
  10. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 48–52.
  11. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 55–59.
  12. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 59–65.
  13. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 66–68.
  14. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 68–70.
  15. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 53–55.
  16. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 70f.
  17. S. A. Paolantonio: Frank Rizzo: The Last Big Man in Big City America. S. 72–76.
  18. Frank Donner: Protectors of Privilege: Red Squads and Police Repression in Urban America. University of California Press, Berkeley 1992, ISBN 0-520-08035-1, S. 200f.
  19. Frank Donner: Protectors of Privilege: Red Squads and Police Repression in Urban America. University of California Press, Berkeley 1992, ISBN 0-520-08035-1, S. 206–208.
  20. The North: Doing No Good. In: Time, 4. September 1964.
  21. The Thin Blue Line. In: Time, 19. Juli 1968.
  22. Frank Donner: Protectors of Privilege: Red Squads and Police Repression in Urban America. University of California Press, Berkeley 1992, ISBN 0-520-08035-1, S. 198 f.
  23. Frank Donner: Protectors of Privilege: Red Squads and Police Repression in Urban America. University of California Press, Berkeley 1992, ISBN 0-520-08035-1, S. 199.
  24. Frank Donner: Protectors of Privilege: Red Squads and Police Repression in Urban America. University of California Press, Berkeley 1992, ISBN 0-520-08035-1, S. 199.
  25. Frank Donner: Protectors of Privilege: Red Squads and Police Repression in Urban America. University of California Press, Berkeley 1992, ISBN 0-520-08035-1, S. 199f.
  26. Frank Donner: Protectors of Privilege: Red Squads and Police Repression in Urban America. University of California Press, Berkeley 1992, ISBN 0-520-08035-1, S. 214–216.
  27. Frank Donner: Protectors of Privilege: Red Squads and Police Repression in Urban America. University of California Press, Berkeley 1992, ISBN 0-520-08035-1, S. 217.
  28. Frank Donner: Protectors of Privilege: Red Squads and Police Repression in Urban America. University of California Press, Berkeley 1992, ISBN 0-520-08035-1, S. 200.
  29. Dennis Hevesi: Frank Rizzo of Philadelphia Dies at 70. In: The New York Times, 17. Juli 1991.
  30. Philip S. Klein, Ari Arthur Hoogenboom: History of Pennsylvania. 2. Auflage. Penn State Press, University Park 2010, ISBN 978-0-271-03839-1, S. 530.
  31. Thoughts of Chairman Rizzo. In: Time, 24. Oktober 1977.
  32. Willard C. Richan: Beyond Altruism: Social Welfare Policy in American Society. Hayworth Press, New York 1988, ISBN 0-86656-633-3, S. 96.
  33. J. Patrick O’Connor: The Framing of Mumia Abu-Jamal. Chicago Review Press, Chicago 2008, ISBN 1-56976-394-1, S. 25 f.; Dennis Hevesi: Frank Rizzo of Philadelphia Dies at 70. In: The New York Times, 17. Juli 1991.
  34. Dennis Hevesi: Frank Rizzo of Philadelphia Dies at 70. In: The New York Times, 17. Juli 1991.
  35. Phyllis C. Kaniss: The Media and the Mayor’s Race: The Failure of Urban Political Reporting. Indiana University Press, Bloomington 1995, ISBN 0-253-20932-3, S. 255f.
  36. Phyllis C. Kaniss: The Media and the Mayor’s Race: The Failure of Urban Political Reporting. Indiana University Press, Bloomington 1995, ISBN 0-253-20932-3, S. 265.
  37. Phyllis C. Kaniss: The Media and the Mayor's Race: The Failure of Urban Political Reporting. Indiana University Press, Bloomington 1995, ISBN 0-253-20932-3, S. 276.
  38. Christopher Lehmann-Haupt: The Philadelphia Story. In: The New York Times. 31. Oktober 1977, S. 29.
  39. Frank Donner: Protectors of Privilege: Red Squads and Police Repression in Urban America. University of California Press, Berkeley 1992, ISBN 0-520-08035-1, S. 197.