Endemie

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Als Endemie (von altgriechisch ἐν en ‚in‘ und δῆμος dēmos ‚Volk‘) werden in der Medizin fortwährend gehäufte Fälle einer Krankheit bezeichnet, die in einer umschriebenen Population oder begrenzten Region auftreten.

Über einen längeren Zeitraum betrachtet, ist in dieser Population oder Region somit die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) wie auch die Inzidenz (Neuerkrankungshäufigkeit) einer bestimmten Krankheit im Vergleich zu anderen Populationen oder Regionen erhöht, und bleibt auch mit geringen Schwankungen auf dem erhöhten Niveau. Dies muss nicht unbedingt eine Infektionskrankheit sein, wie das klassische Beispiel des endemischen Kropfs zeigt, des gehäuften Auftretens einer Schilddrüsenvergrößerung, die durch Jodmangel in Nahrung und Trinkwasser verursacht wird, beispielsweise in alpinen Regionen. Die entsprechende geografische Region wird als Endemiegebiet bezeichnet. Hierbei kann es sich auch um einen Naturherd für Menschen pathogener Faktoren handeln.

Beim endemischen Status einer Infektionskrankheit in einer bestimmten Region ist die Zahl der Krankheitsfälle in der lokalen Bevölkerung anhaltend erhöht und bleibt ungefähr gleich. Epidemiologisch betrachtet ist damit also das Produkt von Grundvermehrungsrate (Basisreproduktionszahl R0) und Empfänglichkeitsrate (Suszeptibilitäts­zahl S) gleich eins: .

Im Unterschied dazu wird das nur vorübergehend oder erst seit kurzem beobachtete gehäufte Auftreten von Krankheitheitsfällen mit deutlicher Zunahme von Prävalenz und Inzidenz als eine Epidemie bezeichnet, soweit es noch regional beschränkt erscheint, und bei länder- und kontinentübergreifender Ausbreitung als eine Pandemie.

Der Endemie entspricht bei Tieren die Enzootie, die geografische Region wird dann Enzootiegebiet genannt.

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: Endemie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen