Dougong

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Dougong in der Osthalle des Foguang-Tempels, erbaut um 857 während der Tangdynastie
Dougong Kragarmsystem Eastern Han (25–220 v. Chr.) Ära Architekturmodell eines Wachturms
Ein steingeschnitztes Relief über einem Höhleneingang der Yungang-Grottoen (Provinz Shanxi) zeigt eine Nachahmung von Dougong-Kragarmsystems, Nördliche Wei-Dynastie (386–535 v. Chr.)

Dougong (chinesisch 斗拱, Pinyin dǒugǒng) ist ein einzigartiges Strukturelement aus mehrteiligen, ineinandergreifenden Hölzern. In einfacher Ausführung an Tragbalken bilden sie einfache Konsolen oder in übereinander wiederholter Form als aufwändige Kragträger. Sie gelten als eines der wichtigsten Elemente in der traditionellen chinesischen Architektur.

Die Verwendung von Dougong erschien zuerst in Gebäuden der späten Jahrhunderte v. Chr. und entwickelte sich zu einem Kragarmsystem, das Säulen und Balken mit dem Dachrahmen verband. Dougong wurde im alten China während der Frühlings- und Herbstperiode (770–476 v. Chr.) häufig verwendet. Die Entwicklung erreichte ihren Höhepunkt während der Tang- und Song-Dynastien. Die Teile können aufgrund der Präzision und Qualität der Arbeiten, alleine durch handwerkliche Holzverbindungen, ohne Klebstoffe oder metallische Verbindungsmittel zusammengebaut werden. Nach der Song-Dynastie hatten die Strukturelemente eher dekorative Bedeutung, wenn sie in palastartigen Bauten und wichtigen religiösen Gebäuden verwendet wurden, sind also nicht mehr mit den traditionellen "Dougong" zu vergleichen.

Funktion

Bunter Dougong, der eine Struktur des Sagami-ji, Japan, stützt
Diagramm der Kragarme aus dem Bauhandbuch Yingzao Fashi (1103) der Song-Dynastie

Dougong sind Verbindungselemente, die für die Holzrahmenkonstruktion eines traditionellen chinesischen Gebäudes unerlässlich sind, da die Wände in diesen Bauwerken nicht tragend sind (Vorhangwände) und manchmal aus Gitterwerk, Schlamm oder anderen empfindlichen Materialien bestehen. Die Wände haben dabei die Funktion, Räume abzugrenzen, anstatt Lasten zu tragen.

Mehrere ineinandergreifende Bracketsätze werden gebildet, indem ein großer quadratischer Holzblock (dou) auf einem tragenden Balken platziert wird, um eine solide Basis für den horizontal liegenden Jochbalken (gong) zu schaffen, die den Balken oder einen anderen Gong darüber stützen. Die Funktion von "dougong" besteht darin, das Gewicht der horizontalen Balken, die die tragenden Elemente (Säulen, Balken) überspannen, verstärkt zu unterstützen, indem das Gewicht der horizontalen Balken über einen größeren Bereich auf die Säulen übertragen wird.[1] Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden und über mehrere Stockwerke verlaufen. Durch das Hinzufügen mehrerer solcher ineinandergreifenden Bausätze oder „Dougong“ werden die horizontalen Balken bei der Übertragung ihres Gewichts auf eine Säule weniger beansprucht. Mehrere Dougong erlauben auch, dass derartige Bauten weniger starr sind und damit den Belastungen durch Erdbeben besser widerstehen.

Während der Ming-Dynastie Ming-Dynastie kam es zu einer Innovation durch die Erfindung neuer Holzkomponenten, die Dougong beim Tragen des Daches unterstützten. Dies ermöglichte es Dougong, Gebäuden in der traditionellen chinesischen Integration von Kunst und Funktion ein dekoratives Element hinzuzufügen. Die Bausätze wurden kleiner und zahlreicher. Die Dougong konnten unter Dachvorsprüngen eingehängt werden, die wie anmutige Blumenkörbe wirken und gleichzeitig das Dach stützen.[2]

Der Bao’en-Tempel von Pingwu in Sichuan ist ein gutes Beispiel für den Ming-Stil. Er hat 48 Typen und 2200 Sets Dougong, die ihn unterstützen und verzieren. Es handelt sich um einen gut erhaltenen Klosterkomplex aus dem 15. Jahrhundert im Nordwesten der Provinz Sichuan, China. Er wurde von Wang Xi, einem lokalen Machthaber, zwischen 1440 und 1446 während der Herrschaft von Kaiser Yingzong (1427–1464) in der Ming-Dynastie (1368–1644) erbaut.[3]

Das Bausystem in Japan

Die mehrteiligen Kragarmsysteme werden in Japan Tokyō genannt: dou heißen dort daito und gong werden als hijiki bezeichnet. Im Chinesischen als dou und gong also auch als dougong bekannt.

Literatur

  • Liang Ssu Ch'eng: Chinese Architecture. A Pictorial History. Dover Publications, Mineola (New York) 2005, ISBN 0-486-43999-2.

Weblinks

 Commons: Dougong – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 斗拱. National Museum of Natural Science (Taiwan) 國立自然科學博物館. Abgerufen am 12. Januar 2008.
  2. Dougong Brackets (斗拱 Dougong). China Info. Archiviert vom Original am 24. Juli 2008. Abgerufen am 29. August 2007.
  3. Ancient Charm Remains Intact. Peoples Daily. March 25, 2001. Abgerufen am 29. August 2007.