Body-Art

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Body-Art (deutsch Körperkunst) ist ein künstlerisches Konzept des 20. Jahrhunderts. Entstanden ist diese Kunstrichtung in den 1960ern aus der Happening- und Fluxusbewegung heraus. Der Körper dient sowohl als Kunstmedium als auch als Kunstobjekt. Häufig handelt es sich um Performances. Weitere Kunstrichtungen sind Fotografie und Videokunst. Die Künstler fügen sich teilweise selbst Verletzungen und Schmerzen zu, behandeln also ihren Körper als „Material“.

Die Künstler

Bekannte Vertreter der Body-Art sind Chris Burden, Vito Acconci, Günter Brus, Dennis Oppenheim, Gina Pane, Annegret Soltau, Michel Journiac, Urs Lüthi, Jürgen Klauke, Rudolf Schwarzkogler, Roberta Lima, Marina Abramović und Peter Gilles, aber auch die Vertreter des Wiener Aktionismus Ende der 1960er Jahre.

„Wesentliches Merkmal der Body Art ist, den Zuschauer anzugreifen. Die Ästhetik des Kunstwerks wird dadurch bestimmt, inwieweit die Denkgewohnheiten des Zuschauers durcheinandergebracht werden und er aus seinem passiven Verhalten herausgebracht wird.[1]

Ästhetik

Schock- und Ekeleffekte werden bewusst provoziert.

Ausstellungen

Die erste Body-Art Ausstellung dürfte eine kleine Videobasierte Ausstellung mit dem Titel body works gewesen sein, die vom Künstler und Theoretiker Willoughby Sharp in Tom Marionis Museum of Conceptual Art, San Francisco veranstaltet wurde.[2] 1973 fand in Graz die wahrscheinlich erste europäische Schau statt, mit dem Titel Körpersprache im Rahmen des Festivals steirischer herbst.[3] 1975 fand in Paris ebenfalls eine größere Body-Art-Ausstellung statt. Dort veröffentlichte François Pluchart ein Manifest zur Körperkunst. In diesem deklariert sich der Anspruch auf Unmittelbarkeit der eigenen körperlichen Erfahrung als politische Notwendigkeit. Kurz darauf eröffnete die erste Museumsausstellung im Museum of Contemporary Art, Chicago, die von Ira Licht kuratiert wurde.[4] 1975/76 fand schließlich eine Ausstellung mit dem Titel Körpersprache im Haus am Waldsee, Berlin sowie im Frankfurter Kunstverein statt, kuratiert von Georg Bussmann und Thomas Kempas.[5]

Weblinks

 Commons: Body art – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Artikel über Body-Art (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive)
  2. Marioni, Tom: Beer, Art and Philosophy. A Memoir. Crown Point Press, San Francisco 2003, ISBN 978-1-891300-17-2, S. 97.
  3. Archiv steirischer herbst: Körpersprache beim steirischen herbst. steirischer herbst, abgerufen am 27. September 2018 (dt).
  4. Museum of Contemporary Art (Hrsg.): Ausst. Kat. Bodyworks (8. März – 27. April 1975). Chicago.
  5. Bussmann, Georg; Kempas, Thomas: Körpersprache. Hrsg.: Haus am Waldsee, Berlin; Frankfurter Kunstverein. Berlin 1975.