Wittelsbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen der Grafen von Bogen, ab 1242 der bayerischen Herzöge aus dem Hause Wittelsbach (um 1300)
Wappen des Herzogs in Bayern, Haus Wittelsbach
Wappen des Herzogs in Bayern
Scheiblersches Wappenbuch 1450–1480

Das Haus Wittelsbach ist eines der ältesten deutschen Adelshäuser. Aus ihm gingen jahrhundertelang die Pfalzgrafen, dann Herzöge, Kurfürsten und Könige von Bayern (1180–1918) hervor, ebenso wie die Pfalzgrafen bei Rhein (1214–1803 und 1816–1918), die zugleich Kurfürsten des Heiligen Römischen Reichs waren („Kurpfalz“). Die Pfälzer Linie stellte ferner die Herzöge von Jülich-Berg (1614–1794/1806).

Als eines der bedeutendsten Hochadelsgeschlechter Europas stellten die Wittelsbacher zeitweise auch Könige in Ungarn (1305), Schweden (1441–1448 und 1654–1720), Dänemark und Norwegen (1440), Griechenland (1832–1862) und dreimal im Römisch-Deutschen Reich (1328/1400/1742), darunter zwei Kaiser, ferner zwei Gegenkönige in Böhmen (1619/1742), zahlreiche Kurfürsten-Erzbischöfe von Köln (1583–1761), Fürstbischöfe von Lüttich, Markgrafen von Brandenburg (1323–1373), Grafen von Tirol, Grafen von Holland, Hennegau und Seeland (1345–1432) sowie Herzöge von Bremen-Verden (1654–1719).

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Die genaue Herkunft der Wittelsbacher ist ungeklärt. Legenden führen sie auf Karl den Großen oder sogar bis auf alte Trojaner zurück. Eine glaubhaftere These besagt, die Wittelsbacher entstammten einer Seitenlinie der Luitpoldinger, benannt nach Markgraf Luitpold von Bayern († 907). Die auch von Mitgliedern der Familie der Wittelsbacher und vielen Wissenschaftlern heute meistbeachtete Theorie beruht auf der 1931 in Österreich veröffentlichten Genealogie Otto Freiherr von Dungerns, bei dem die Geschichte der Familie um das Jahr 1000 mit einem Grafen Otto I. von Scheyern (Otto comes de Skyrum) beginnt.

Die Luitpoldinger als Ursprung der Wittelsbacher

Der Sohn Luitpolds, Arnulf der Böse, wurde 919 sogar zum deutschen (Gegen-)König gewählt, unterwarf sich aber schließlich Heinrich von Sachsen und begnügte sich mit dem Herzogtum Bayern.

Nach Arnulfs Tod 937 verlieh König Otto I. 938 das Herzogtum an Arnulfs Bruder Berthold. Otto I. verheiratete auch seinen Bruder Heinrich mit Arnulfs Tochter Judith und begründete somit den späteren Anspruch Heinrichs, der nach Bertholds Tod unter Nichtberücksichtigung der Ansprüche anderer Luitpoldinger Herzog von Bayern wurde.

Arnulfs ältester Sohn, Eberhard, war 938 als Herzog abgesetzt worden; der jüngere, Arnulf (II.), wurde Pfalzgraf in Bayern, erbaute 940 die Burg Scheyern, und seine Nachkommen benannten sich nach dieser Burg als Grafen von Scheyern.

Der Ursprung der Wittelsbacher nach der Genealogie Otto Freiherr von Dungerns

Nach der 1931 veröffentlichten Genealogie Otto Freiherr von Dungerns stammt die Familie der Wittelsbacher vom Grafen Otto I. von Scheyern ab, der in Urkunden im Jahr 1000 als Otto comes de Skyrum genannt wird. Beginnend mit seinem Sohn, Otto II. von Scheyern, beginnt die gesicherte Geschichte der Wittelsbacher.

Die frühen Wittelsbacher bis 1253

Die Grafen von Scheyern, Pfalzgrafen von Bayern

Die Grafen von Scheyern waren:

Die in der Zählung fehlenden Träger des Namens Otto entfallen auf die Seitenlinien der Grafen Scheyern-Valley und von Scheyern-Dachau: → Konrad I. von Valley und Konrad I. von Dachau

Graf Otto II. von Scheyern ist somit der Urgroßvater des Grafen Otto VIII. von Scheyern, der nach anderer Zählweise als Graf Otto V. von Wittelsbach oder Herzog Otto I. von Bayern, bezeichnet wird.

Graf Otto V. von Scheyern verlegte 1124 die Residenz der Pfalzgrafen von der Burg Scheyern nach der Burg Wittelsbach bei Aichach (heute Regierungsbezirk Schwaben).

Herzöge von Meranien (1153–1180/82)

Konrad II. von Scheyern-Dachau, ein Sohn Graf Konrads I. aus der Dachauer Linie der Wittelsbacher, wurde 1153 als Konrad I Herzog von Meranien. Er war der erste aus der Ahnenreihe der Wittelsbacher, dem ein Herzogsamt zufiel. 1159 folgte ihm noch sein Sohn Konrad II.

Herzöge von Bayern (1180–1253)

Grabstätte der Wittelsbacher, Sarkophag im Kloster Scheyern

Otto VI. Pfalzgraf von Bayern, der sich auf Friedrich I. Barbarossas Italienzügen ausgezeichnet hatte, erhielt nach der Absetzung Heinrichs des Löwen 1180 das Herzogtum Bayern, worauf er sich fortan Otto I. von Wittelsbach, Herzog von Bayern, nannte. Sein Sohn Ludwig I. der Kelheimer wurde 1214 mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt. Durch seine 1204 geschlossene Ehe mit Ludmilla, Witwe des Grafen Albert III. von Bogen, gingen nach dem Erlöschen der Bogener Herrscherlinie 1242 die Grafschaft Bogen sowie deren weiß-blaues Rautenwappen an die Wittelsbacher. Sein Sohn Otto II. wurde 1212 als 6-Jähriger mit der Welfin Agnes, der Nichte Kaiser Ottos IV., Tochter des Pfalzgrafen Heinrich des Langen und damit Erbin der Pfalz, verlobt. Wohl durch die spätere, sicher noch vor 1224 geschlossene Ehe kam der goldene Löwe auf schwarzem Grund als Wappentier nach Bayern. Sowohl im Herzogtum Bayern als auch in der Kurpfalz folgten die Wittelsbacher somit den Welfen als Herrscher nach.

Ein Neffe Ottos I., Pfalzgraf Otto VIII. von Wittelsbach, wurde durch die Ermordung König Philipps von Schwaben 1208 berüchtigt; er wurde geächtet und 1209 erschlagen, die Stammburg Wittelsbach von Herzog Ludwig I. selbst zerstört.

Nach dem Tode Ottos II. entstanden 1255 in der Erbteilung zwischen seinen Söhnen die Linien Niederbayern und Oberbayern mit der Pfalz. Beide Fürsten trugen weiterhin den Titel Herzog von Bayern und Pfalzgraf bei Rhein.

Pfalzgrafen bei Rhein (1214–1253)

Zwei Jahre nach Ottos Tod erfolgte 1255 die erste Landesteilung unter seinen Söhnen Ludwig und Heinrich.

Niederbayerische Linie 1253–1340

Herzöge von Niederbayern (1255–1340)

  • 1253–1290: Heinrich XIII. = Heinrich I. von Niederbayern (1255–1290)
  • 1290–1312: Otto III. (1261–1312), 1305–1308 auch König von Ungarn
  • 1312–1339: gemeinsam/teilweise geteilt: Heinrich XIV., Otto IV. und Heinrich XV. (Sohn Ottos III., der Natternberger).
  • 1339–1340: Johann I. (Sohn Heinrichs XIV.)

König von Ungarn (1305–1308)

Im Jahr 1305 wurde der niederbayerische Herzog und Sohn einer ungarischen Königstochter Otto III. als Bela V. zum ungarischen König ausgerufen. Allerdings wurde er bereits binnen kurzem (1307) gezwungen, diese Krone an den ungarischen Fürsten Ladislaus Apor abzugeben.

Bei dem bald aufeinanderfolgenden Tod Stephans I. und Ottos III. waren ihre Söhne noch unmündig, so dass ihre Vormundschaft von verschiedenen Herrschern beansprucht wurde. Zu diesen zählten neben dem oberbayerischen Herzog Ludwig IV. dem Bayern auch die österreichischen Habsburger. Sie wurden aber in der Schlacht von Gammelsdorf von Ludwig IV. dem Bayern geschlagen, so dass dieser die Vormundschaft übernahm.

Von den Erben herrschte nun Heinrich XIV. bis zu seinem Tod von Landshut aus über Straubing, Schärding und Pfarrkirchen, Otto IV. von Burghausen aus über Ötting, Traunstein, Reichenhall und Rosenheim, Heinrich XV. aber vom Natternberg bei Deggendorf aus über Deggendorf, Landau, Dingolfing und Vilshofen. Nachdem die Brüder zwischen 1333 und 1339 alle verstorben waren, übernahm der elfjährige Sohn Heinrichs XIV., Johann I., die Herrschaft, starb aber auch bereits im Dezember 1340. Niederbayern fiel an Ludwig den Bayern und wurde mit Oberbayern vereinigt.

Oberbayerische Linie 1253–1340

Pfalzgrafen bei Rhein (1253–1317)

Kaiser Ludwig IV. der Bayer (1282–1347) (Idealportrait)

Herzöge von Oberbayern (1255–1340)

Die Oberbayerische Linie teilte sich mit dem Hausvertrag von Pavia 1329 in die ältere Linie Pfalz und die jüngere Bayern.

Die (ober-)bayerische Linie bestieg zweimal, mit Ludwig IV. dem Bayern (1314–1346) und Karl VII. (1742–1745), den Kaiserthron, erlangte 1623 unter Maximilian I. die Kurwürde, erlosch aber 1777 mit Maximilian Joseph. Sie wurde von der Pfälzer Linie beerbt, die mit Ruprecht von der Pfalz einmal den deutschen König stellte.

Römisch-deutsche Könige und Kaiser

Bayerische Linie 1340–1777

Herzöge von Bayern (1340–1349)

Wittelsbachische Territorien (grün) im Heiligen Römischen Reich, Mitte des 14. Jahrhunderts; 1363 fiel Tirol an die Habsburger, 1373 ging auch Brandenburg den Wittelsbachern wieder verloren. Die niederländischen Grafschaften brachte 1433 Burgund an sich.

Herzöge von Oberbayern und Grafen von Tirol und Markgrafen von Brandenburg (1349–1363/1373)

  • 1347–1361 Ludwig V., ab 1342 auch Graf von Tirol und 1322–1351 Markgraf von Brandenburg
  • 1347–1351 Ludwig VI. der Römer, 1351–1364/1365 Markgraf und Kurfürst von Brandenburg
  • 1347–1351 Otto V. der Faule, 1351–1373 (de jure) bzw. 1364/1365–1371 (de facto) Markgraf und Kurfürst von Brandenburg
  • 1361–1363 Meinhard, auch Graf von Tirol, sein Gebiet fiel nach seinem Tod an Stephan II.

Herzöge von Bayern-Straubing und Grafen von Holland, Seeland, Hennegau (1353–1425/1429)

  • 1347–1388 Wilhelm I., regierte auch als Graf von Holland, Seeland und Hennegau (seit 1357 regierungsunfähig)
  • 1347–1404 Albrecht I. und Albrecht II. † 1397, regierten auch als Grafen von Holland, Seeland und Hennegau
  • 1404–1417 Wilhelm II., auch Graf von Holland, Seeland und Hennegau
  • 1404–1425 Johann III., auch Graf von Holland, Seeland und Hennegau, nach ihm wurde Straubing auf die übrigen Linien München, Landshut und Ingolstadt aufgeteilt

Herzöge von Niederbayern-Landshut (1353–1392)

1392 erfolgte unter den drei Söhnen Stephans II., die zuvor gemeinsam regierten, eine erneute Aufteilung in Bayern-München, Bayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt

Herzöge von Bayern-Ingolstadt (1392–1447)

Herzöge von Bayern-Landshut (1392–1503)

Herzöge von Bayern-München (1392–1505)

Herzöge von Bayern (1505–1623)

Verleihung der Kurwürde an Herzog Maximilian I. von Bayern auf dem Regensburger Fürstentag 1623
  • 1505–1508 Albrecht IV., der Weise, vereinigte alle bayerischen Linien 1503
  • 1508–1550 Wilhelm IV.
  • 1508–1545 Ludwig X. in Landshut
  • 1550–1579 Albrecht V., der Großmütige
  • 1579–1598 Wilhelm V., der Fromme
  • 1598–1651 Maximilian, seit 1597 bereits Mitregent seines Vaters Wilhelm; durch den 30-jährigen Krieg wurde die Kurwürde durch den Kaiser vom Pfalzgrafen an den Bayerischen Herzog übertragen. Im westfälischen Frieden 1648 wurde Bayern als Kurfürstentum bestätigt, so dass Maximilian der erste bayerische Kurfürst wurde.

Kurfürsten von Bayern (1623–1777)

Am 25. Februar 1623 erhielt Herzog Maximilian I. von Bayern die pfälzische Kurwürde.

Kurfürst Maximilian II. Emanuel, der "blaue Kurfürst"
  • 1623–1651 Maximilian I., seit 1597 bereits bayerischer Herzog, 1623 ging die Pfälzer Kurfürstenwürde an ihn über und 1648 kam die Oberpfalz an Bayern.
  • 1651–1679 Ferdinand Maria, regierte in den ersten Jahren unter der Vormundschaft seiner Mutter Maria Anna.
  • 1679–1726 Maximilian II. Emanuel, auch Generalstatthalter der Niederlande (1692–1706) und Herzog von Luxemburg (1712–1714)
  • 1726–1745 Karl Albrecht, 1741–1743 auch König von Böhmen, ab 1742 als Karl VII. auch Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
  • 1745–1777 Maximilian III. Joseph

Die bayerische Linie der Wittelsbacher starb 1777 aus. Ihr folgte mit Karl Theodor die Linie Pfalz-Sulzbach, die schon über die Kurpfalz herrschte. Nach dem Tod Karl Theodors 1799 erlangten die Herzöge von Zweibrücken die Kurwürde.

Kurfürst-Erzbischof Clemens August von Köln (1723–1761), Fürstbischof von Münster, Osnabrück, Paderborn und Hildesheim, Hochmeister des Deutschen Ordens

König von Böhmen (1741–1743)

  • 1741–1743 Karl Albrecht, ab 1742 als Karl VII. auch Kaiser des Heiligen Römischen Reiches

Kurfürsten von Köln (1583–1761)

Von 1583 bis 1761 besetzten kurbayerische wittelsbacher Prinzen den Kölner Erzstuhl und zahlreiche weitere Bistümer.

Fürstbischofe von Lüttich (1389–1418 / 1581–1763)

Von 1581 bis 1763 besetzten kurbayerische Wittelsbacher Prinzen fast ununterbrochen den Stuhl des Fürstbistums Lüttich.

Pfälzer Linie 1317–1806

Pfalzgrafen bei Rhein (1317–1356)

Erster Pfalzgraf der wieder selbständigen Pfalz wurde Rudolf I. 1317 verzichtet er zu Gunsten seines Bruders Kaiser Ludwig IV. Sein Sohn Rudolf II. gelangte 1329 wieder in Besitz der väterlichen Erblande. Durch die Goldene Bulle von Kaiser Karl IV. erhielten die Pfalzgrafen bei Rhein 1356 von Karl IV. die Kurwürde.

Kurpfalz mit Teilungen (1356–1777)

Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz (1309–1390), mit seinen beiden Frauen
Ruprecht III. (1342–1410), Kurfürst von der Pfalz und deutscher König, mit Elisabeth von Hohenzollern-Nürnberg
Friedrich V., Kurfürst von der Pfalz (1610–1623) und "Winterkönig" von Böhmen (1619–1620)

Die pfälzische Linie der Wittelsbacher erhielt unter Ruprecht I. 1356 die Kurwürde. Noch im gleichen Jahr stiftete er in Vollzug des Vermächtnisses seines Bruders und Vorgängers Rudolf II. das Liebfrauenstift Neustadt an der Weinstraße, als Memoria seines Hauses. Hier wurden er und sein Bruder Rudolf II. sowie 3 Pfälzer Herrscherinnen bestattet. Für insgesamt 13 Wittelsbacher Fürsten und ihre Gemahlinnen bestanden dort zu feiernde Jahrgedächtnisse. Kurfürst Ruprecht I. gründete 1386 mit Heidelberg auch die dritte deutsche Universität.

Ruprecht III. von der Pfalz wurde von den rheinischen Kurfürsten zum römischen König (1400–1410) gewählt, aber nur in einem Teil des Reiches anerkannt.

Nach seinem Tod teilte sich die pfälzische Linie in die vier Linien Kurpfalz (Heidelberger), Pfalz-Neumarkt (erloschen 1443), Pfalz-Simmern sowie Pfalz-Mosbach-Neumarkt (erloschen 1499).

Die Linie Pfalz-Neumarkt stellte mit Christoph III. 1440–1448 den König von Dänemark, Schweden und Norwegen. Die Heidelberger Linie starb 1559 mit Ottheinrich aus, worauf die reformierte Linie Pfalz-Simmern folgte.

Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz wurde 1619 zum König von Böhmen gewählt. Nach der verlorenen Schlacht am Weißen Berg floh er nach Holland. Die pfälzische Kur wurde 1623 an Bayern übertragen. 1648 wurden zwei neue Kuren geschaffen, wovon eine die Pfalz erhielt.

Die Linie Pfalz-Simmern erlosch 1685 mit Karl II., dem Bruder Liselottes von der Pfalz. Nun folgte die Linie Pfalz-Neuburg, die sich 1569 von der Linie Zweibrücken losgelöst und 1614 Jülich und Berg erworben hatte; dieser folgte die seit 1614 selbständige Linie Pfalz-Sulzbach.

1623 verlor die Pfalz die Kurwürde an den bayerischen Herzog Maximilian I. Mit dem Westfälischen Frieden wurde eine achte Kur geschaffen, die an die Pfalz kam.

König von Dänemark, Schweden und Norwegen (1440–1448)

König von Böhmen (1619–1620)

  • Friedrich V., Kurfürst von der Pfalz 1610–1623 und König von Böhmen (1619–1620)

Könige von Schweden (1654–1720) und Herzöge von Bremen-Verden (1654–1719)

Karl XII. von Schweden (1682–1718)

Nach dem Tod König Rupprecht 1410 entstand die Linie Simmern-Zweibrücken, welche sich 1444 in die Linie Simmern-Sponheim und Zweibrücken-Veldenz aufspaltete.

Durch die Linie Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg hatten die pfälzischen Wittelsbacher von 1654 bis 1720 abermals - nach Christoph III. (1440–1448) - den schwedischen Thron inne.

Äbtissin des Stiftes Essen (1726–1776)

Herzöge von Jülich und Berg (1614–1806)

Die Line von Pfalz-Neuburg hielt infolge des Vertrags von Xanten ab 1614 auch die Herzogtümer Jülich und Berg, die zu Jülich-Berg zusammengefasst waren und von Düsseldorf aus regiert wurden.

Herzöge von Zweibrücken (1410–1797)

Letzter Herzog von Zweibrücken wurde 1795 Maximilian Joseph, Herzog ohne Land. Die Französischen Revolutionstruppen hatten zu diesem Zeitpunkt das Herzogtum besetzt. Im Jahre 1799 trat er die Nachfolge Karl Theodors als Kurfürst in München an.

Kurfürsten von Pfalz-Bayern (1777–1806)

Pfälzer Linie seit 1806

Könige von Bayern (1806–1918)

Die bayerischen Kroninsignien (in der Schatzkammer der Münchner Residenz)
Stamm-Eiche des Regentenhauses Bayern, Die Eiche symbolisiert die Machtübernahme der pfälzischen Linie der Dynastie Wittelsbach sowie das Aussterben aller anderen Familienzweige, Lithographie um 1825

Nach dem Aussterben der Linie Pfalz-Sulzbach 1799 trat Maximilian IV. (Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Bischweiler) die Nachfolge Karl Theodors an. 1806 wurde er König von Bayern und begründete damit die Königslinie, die bis zu deren Absetzung unmittelbar vor Ende des Ersten Weltkriegs bei der Novemberrevolution 1918 herrschte. Zur Königslinie gehören:

Der Hausorden der Wittelsbacher ist der im 12. Jahrhundert gegründete und 1729 wieder hergestellte Georgsorden.

König von Griechenland (1832–1862)

Das bis 1841 von Friedrich von Gärtner für Otto I. erbaute königliche Residenzschloss in Athen (heute Griechisches Parlament)

Aufgrund der Abstammung aus dem byzantinischen Haus Komnenos und dem Haus Laskaris berief die griechische Nationalversammlung das Haus Wittelsbach auf den Thron des befreiten Griechenland.

Chefs des Hauses Wittelsbach (nach 1918)

Franz von Bayern (* 1933), heutiger Chef des Hauses Wittelsbach

Nach der Absetzung Ludwigs III. in der Novemberrevolution von 1918 emigrierte er mit seiner Familie vorübergehend ins Ausland. Der König entband in der Anifer Erklärung die Beamten von ihren Amtseid auf ihn. Hingegen haben weder er, noch spätere Wittelsbacher jemals einen Thronverzicht erklärt.

Im Zuge der Aufteilung von Staats- und Hausvermögen wurden durch einen Kompromiss 1923 der Wittelsbacher Ausgleichsfonds sowie durch den vormaligen Kronprinzen Rupprecht von Bayern die Wittelsbacher Landesstiftung für Kunst und Wissenschaft errichtet. Die Wittelsbacher Landesstiftung erhielt die vor 1804 erworbenen Kunstschätze der Wittelsbacher und ist seither Eigentümerin, wenn auch nicht Verwalterin eines großen Teils der Bestände der Münchner Museen, während jüngere Kunstsammlungen in den Besitz des Ausgleichsfonds kamen. In den Ausgleichsfonds wurden 1923 auch einige Liegenschaften aus dem ehemaligen Hausgut-Fideikommiß der Wittelsbacher eingebracht, darunter die Schlösser Berg, Hohenschwangau (samt dem 2011 eingerichteten Museum der bayerischen Könige), Berchtesgaden und Grünau.

Zum Privatvermögen des Hauses Wittelsbach gehören die Schlösser Tegernsee, Wildenwart, Leutstetten und Kaltenberg sowie Land- und Forstwirtschaft mit einer Fläche von 12.500 ha, Immobilien und Industrieanteile.

Herzöge in Bayern

Herzog in Bayern war seit 1799 der Titel der Nebenlinie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Gelnhausen des bayerisch-pfälzischen Herrscherhauses der Wittelsbacher. Ihr entstammte Elisabeth (Sisi), Gattin Kaiser Franz Josephs von Österreich-Ungarn. Derzeit lebt der Nachname Herzog in Bayern weiter, seit Ludwig Wilhelm Herzog in Bayern am 18. März 1965 seinen Großneffen Max Emanuel Prinz von Bayern adoptiert hat.

Liste der Wittelsbacher Linien

Bayerische Linien

Bayern erste Teilung 1255
Oberbayern ältere Linie Niederbayern ältere Linie, bis 1340
Teilung 1349
Oberbayern
jüngere Linie, bis 1363/79
Niederbayern jüngere Linie, Teilung 1353
Niederbayern-Landshut Niederbayern-Straubing
erlischt 1425,
Erbe aufgeteilt 1429 im
Teilung 1392
Bayern-München Bayern-Ingolstadt Bayern-Landshut
      Preßburger Schieds- spruch
  1447 beerbt von Bayern-Landshut    
  1503/5 beerbt von Bayern-München
1777 beerbt von Pfalz-Sulzbach

Weitere Linien (direkt oder indirekt von der älteren oberbayerischen Linie abstammend)

Morganatische und außereheliche Abkömmlinge

Schlösser der Wittelsbacher

Bayern

Einige der bedeutendsten bayerischen Schlösser, die von Wittelsbacher Herrschern erbaut wurden bzw. als Sitze regierender Linien dienten, waren:

Pfälzische Linie

Zu den wichtigsten Sitzen der Pfälzer Wittelsbacher zählten:

Kurköln

Von 1597 bis 1794 war Bonn die Residenz des Kurfürstentums Köln, dessen Kurfürsten und Erzbischöfe von 1583 bis 1761 der bayerischen Linie des Hauses Wittelsbach entstammten.

Bestattungsorte

Siehe auch

Literatur

  • Genealogie des Hauses Wittelsbach. Verwaltung des Herzogs von Bayern (Schloß Nymphenburg), München 1996.
  • Adalbert Prinz von Bayern: Die Wittelsbacher. Geschichte unserer Familie. 2. Auflage, Prestel, München 1980, ISBN 3-7913-0476-3.
  • Ludwig Holzfurtner: Die Wittelsbacher. Staat und Dynastie in acht Jahrhunderten. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018191-2. (Rezension)
  • Hans-Michael Körner: Die Wittelsbacher. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C.H. Beck, München 2009, ISBN 978-3406562587
  • Hans F. Nöhbauer: Die Wittelsbacher – Eine europäische Dynastie-eine deutsche Chronik. Moewig, Gütersloh 1979 ISBN 3-8118-3120-8
  • Jörg Peltzer u. a. (Hrsg.): Die Wittelsbacher und die Kurpfalz im Mittelalter. Eine Erfolgsgeschichte? Schnell + Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2645-3.
  • Hans Rall, Marga Rall: Die Wittelsbacher in Lebensbildern. Piper, München 2005, ISBN 3-492-24597-8.
  • Christian Dickinger: Die schwarzen Schafe der Wittelsbacher. Zwischen Thron und Wahnsinn. Piper, München 2005.
  • Volker Press: Das Haus Bayern. In: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein 93 (1995), S. 141–186
  • Herbert Eulenberg: Die letzten Wittelsbacher. Phaidon, Wien 1929.

Weblinks

 Commons: Wittelsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien