René de Obaldia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
René de Obaldia

René de Obaldia (* 22. Oktober 1918 in Hongkong) ist ein französischer Autor und Dramatiker.

Leben

De Obaldia ist der Urenkel des zweiten Präsidenten der Republik Panama und Sohn eines panamaischen Diplomaten und einer Französin aus der Picardie. Er wuchs in Amiens und Paris auf, wo er das Lycée Condorcet besuchte. 1940 wurde er zum Wehrdienst einberufen und geriet in Kriegsgefangenschaft. Bis 1944 war er im Lager Stalag VIII c in Sagan und wurde dort zuerst in einer Brikettfabrik und dann an der Oder als Waldarbeiter eingesetzt. 1944 wurde er, schwerkrank, in seine Heimat repatriiert.

In der Nachkriegszeit arbeitete de Obaldia in einem kleinen Verlag. Zu seinen Freunden zählten in diesen Jahren Alain Robbe-Grillet, Roland Barthes und Jean-Michel Atlan. Jean Vilar führte 1961 im Théâtre National Populaire in Villeurbanne bei Lyon sein erstes großes Theaterstück Génousie auf, dem 1963 im Pariser Théâtre de l’Atelier das skandalumwehte Stück Le Satyre de la Villette unter André Barsacq folgte. Dieses Stück machte ihn zu einem der weltweit am meisten gespielten französischen Theaterautoren. Es wurde in insgesamt 28 Sprachen übersetzt.[1] Er war Liedtexter für Louis Mariano und wirkte als Filmschauspieler.

De Obaldias Ehefrau verstarb im Jahre 2012. Er ist seit 1999 Mitglied der Académie Française auf dem fauteuil 22 als Nachfolger von Julien Green. Seit 2012 ist er der Doyen der Académie nach dem Ableben von Félicien Marceau.

Weitere Auszeichnungen

Veröffentlichungen

  • Les Richesses naturelles, récits-éclairs. Grasset, Paris 1952.
  • Tamerlan des cœurs, Roman; 1955.
  • Fugue à Waterloo; 1956.
  • Le Graf Zeppelin ou la passion d'Émile; 1956.
    • deutsch von Eugen Helmlé: Graf Zeppelin oder Émiles Leiden, Erzählung. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-596-10177-8.
  • Le Centenaire, Roman; 1959.
  • Exobiographie, Memoiren, 1993.
  • Fantasmes des demoiselles, femmes faites ou défaites cherchant l’âme sœr, Gedichte; 2006.
  • Le secret, Gedicht; 2010.

Theaterwerke

  • Genousie; 1960. Deutsche EA: Hessisches Staatstheater Wiesbaden Januar 1963.
  • 7 Impromptus à loisir, sieben Theaterstücke; 1961.
  • Le Satyre et la Villette; 1963.
  • Du vent dans les branches du Sassafras (deutsch: Wind in den Zweigen des Sassafras); 1966.
  • L’Air du large (deutsch Seeluft 1971 von Rüdiger Kuhlbrodt, 1971); 1966.
  • Monsieur Klebs et Rozalie; 1975.
  • Endives et miséricorde; 1986.
  • Les Innocentines; 1993.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Der sanfte Anarchist in FAZ vom 21. Oktober 2013, Seite 32