Religionen in der Slowakei

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Kathedrale St. Emmeram in Nitra, älteste Kirche der Slowakei

Die Religionen in der Slowakei sind vor allem die römisch-katholische Kirche und weitere christliche Kirchen und Gemeinschaften.

Gegenwart

Die größte Kirche ist die römisch-katholische Kirche, zu der sich 2011 62 % der Bevölkerung zählten. Daneben gibt es die griechisch-katholische Kirche, besonders im Osten bei den Ruthenen, die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses (lutherisch), die Reformierte Kirche, die Orthodoxe Kirche, sowie Altkatholische Kirche, die Neuhussitische Kirche, Baptisten, Methodisten, Zeugen Jehovas und weitere Gemeinschaften. Zu Muslimen, Juden und Buddhisten zählen sich jeweils einige tausend Personen. Ohne Religion oder ohne Angaben sind insgesamt 24 % der Bevölkerung.

Statistik

Die letzte offizielle Erhebung brachte 2011 diese Ergebnisse[1]

Konfession Mitglieder %
Römisch-katholische Kirche 3.347.277 62,0 %
Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses (Lutheraner) 372.858 5,9 %
Griechisch-katholische Kirche 206.871 3,8 %
Reformierte Kirche 98.797 1,8 %
Orthodoxe Kirche 49.133 0,9 %
Zeugen Jehovas 17.222 0,3 %
Methodistische Kirche 10.328 0,2 %
Keine Angaben 571.437 10,6 %
Ohne Religion 725.362 13,4 %

Geschichte

Holzkirche in Tvrdošín, 15./16. Jahrhundert, Weltkulturerbe

Die ältesten Religionen waren traditionelle Kulte der einheimischen Bevölkerung. Mit der römischen Besatzung von Teilen kamen seit dem 2./3. Jahrhundert wahrscheinlich auch einige Christen als Soldaten. Im 9. Jahrhundert gab es Missionsversuche vom bayerischen Bistum Passau, 830 soll die erste Kirche in Nitra gegründet worden sein. Die Tätigkeit der byzantinisch-orthodoxen Mönche Kyrill und Method im Mährerreich wurde im heute slowakischen Gebiet erschwert, der erste katholische Bischof Wiching kam aus Bayern. Seit dem 11. Jahrhundert wurde das Gebiet in die Bistumsorganisation des ungarischen Staates eingegliedert. Das erste Benediktinerkloster entstand bei Zodor, das erste Bistum wurde wieder Nitra. Im Mittelalter gab es in einigen Städten kleine jüdische Gemeinden. Der Einfluss der Bewegung der Hussiten aus Böhmen blieb im 15. Jahrhundert wahrscheinlich sehr gering, da diese vor allem mit Überfällen und Zerstörungen in das Land kamen. Nach dem Einfall der Türken nach Ungarn ab 1526 verlagerte sich dessen kirchliche Leitung in die Slowakei. Vor allem in den von Deutschen besiedelten Gebieten entstanden in dieser Zeit auch lutherische und reformierte Gemeinden. Diese wurden politisch durch die benachbarten Türken gegen die aus dem Habsburgerreich einsetzende katholische Gegenreformation teilweise politisch und militärisch unterstützt.

Seit dem 17. Jahrhundert setzte sich der Katholizismus jedoch weitgehend wieder durch. Seit 1945 wurden alle Religionen in der Tschechoslowakei eingeschränkt, seit 1989 gibt es wieder Religionsfreiheit.

2016 wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Anforderungen an neue Religionsgemeinschaften für eine gleichberechtigte offizielle Anerkennung von vorher 20.000 Mitgliedern mit einem ständigen Aufenthaltsrecht im Land auf 50.000 Personen angehoben. Kritiker sehen darin die Absicht, dem Islam eine solche Anerkennung unmöglich zu machen.[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Tabelle 14 Statistisches Amt der Slowakischen Republik (pdf)
  2. Slowakei verschärft Religionsgesetz HDP, 6. Februar 2017