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Niedernberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Niedernberg
Niedernberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niedernberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 55′ N, 9° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Miltenberg
Höhe: 117 m ü. NHN
Fläche: 15,6 km2
Einwohner: 4948 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 317 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63843
Vorwahl: 06028
Kfz-Kennzeichen: MIL, OBB
Gemeindeschlüssel: 09 6 76 144
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 54
63843 Niedernberg
Webpräsenz: www.niedernberg.de
Bürgermeister: Jürgen Reinhard (CSU)
Lage der Gemeinde Niedernberg im Landkreis Miltenberg
AschaffenburgLandkreis AschaffenburgLandkreis Main-SpessartHohe Wart (gemeindefreies Gebiet)Gemeindefreies Gebiet ForstwaldGemeindefreies Gebiet Hohe BergCollenbergDorfprozeltenAltenbuchWörth am MainWeilbach (Bayern)Sulzbach am MainStadtprozeltenSchneeberg (Unterfranken)RüdenauRöllbachObernburg am MainNiedernbergNeunkirchen (Unterfranken)MönchbergMömlingenMiltenbergLeidersbachLaudenbach (Unterfranken)Klingenberg am MainKleinwallstadtKleinheubachKirchzellHausen (bei Aschaffenburg)GroßwallstadtGroßheubachFaulbachEschau (Unterfranken)Erlenbach am MainElsenfeldEichenbühlBürgstadtAmorbachAmorbachHessenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Niedernberg auf einer Karte von 1562

Niedernberg ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.

Geografie

Geografische Lage

Niedernberg ist knapp 10 km südlich von Aschaffenburg entfernt. Niedernberg ist die nördlichste Gemeinde des Landkreises Miltenberg und befindet sich direkt am linken Ufer des Maines, im Osten und Westen ist es hügelig. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich mit 258 m ü. NN am Nordhang des Lichtplattenberges, der niedrigste liegt im Main auf 108,5 m ü. NN.

Gemeindegliederung

Der im Jahre 2006 restaurierte „Turm am Main“

Die Gemeinde Niedernberg hat nur einen amtlich benannten gleichnamigen Ortsteil.[2]

Im Ortskern stehen viele alte, zum Teil liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser, die katholische Kirche St. Cyriakus, das Rathaus, eine Bank, die Hauptschule und der Kindergarten St. Cyriakus. Die Ortsbefestigung aus dem 15. Jahrhundert wurde im Jahr 2004 saniert.

Im nördlichen Neubaugebiet befinden sich der neue Friedhof, der Bauhof und die Kläranlage, im Gebiet Tafel das Gewerbegebiet Tafel, das Neubaugebiet Tafeläcker mit vier Bauabschnitten, der Wasserturm, die Grundschule, der zweite Kindergarten „Sonnenschein“, ein Seniorenstift und das Vereinshaus des Niedernberger Musikcorps, das so genannte Musicum.

Das Seengebiet erstreckt sich südlich der nach dem ehemaligen Bürgermeister benannten Mehrzweckhalle, die Hans-Herrmann-Halle. Dort befinden sich das Seehotel, der 2005 offiziell eröffnete Badestrand HonischBeach und ein Baugebiet für Ferienwohnungen. Das Gebiet enthält drei Seen, den Silbersee, den ehemaligen Surfsee und den Anglersee.

Nachbargemeinden

Stadt
Aschaffenburg
Markt
Großostheim
Nachbargemeinden Markt
Sulzbach am Main
Gemeinde
Mömlingen
Gemeinde
Großwallstadt

Historische Region

Gemeinsam mit den Stadtteilen Leider und Nilkheim der Stadt Aschaffenburg, dem Stadtteil Dorndiel der Stadt Großumstadt, der Stadt Obernburg und den Gemeinden Großwallstadt und Mömlingen, den Ortsteilen Radheim und Mosbach der Gemeinde Schaafheim, dem Markt Großostheim und dem Markt Stockstadt bildet die Gemeinde Niedernberg die historische Region Bachgau.

Ausdehnung des Gemeindegebiets

Das Gemeindegebiet dehnt sich überwiegend nach Westen aus, da es im Norden vom Wasserschutzgebiet, im Osten vom Main und im Süden von der Seenplatte begrenzt wird.

Große Teile des Gemeindegebietes im Norden liegen im Fassungsbereich und in der engeren Schutzzone dieses Wasserschutzgebietes selbst. Ein kleiner Teil des Niedernberger Gemeindegebietes liegt im Osten auf dem rechten "Sulzbacher" Mainufer (südlich des Bahnhofes). Das Niedernberger Gemeindegebiet wird also an seinem Rand vom Main durchflossen. Etwa die Hälfte des Gemeindegebietes liegt westlich der Bundesstraße 469, es wird mithin von der B 469 durchquert.

Geologie

Gekennzeichnet ist der Naturraum durch das langsame Abfallen der Ortsgemarkung von Westen nach Osten. Niedernberg gehört zur deutschen Kernlandschaft der Untermainebene und zur Gebirgsrandzone des Odenwaldes. Dem entspricht der Bodenaufbau, welcher in der ganzen ebenen Fläche überwiegend aus Sanden und lehmigen Schichten aufgebaut ist. Im Westen finden sich auch Lehmauflagen, welche aber kurz darauf schon in Buntsandstein übergehen.

Insbesondere ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde ein großflächiger Kiesabbau betrieben.

Naturereignisse

Aufgrund der geografischen Lage hat Niedernberg seit jeher mit winterlich auftretenden Hochwassern zu kämpfen, bei denen insbesondere mainnahe Grundstücke in Mitleidenschaft gezogen werden. Da eine besonders hohe Gefahr von hochgehenden Fluten verbunden mit Eisabgang ausging, wurde 1559 am südöstlichen Ende der Ortsbefestigung zum Schutz ein Eisbrecher erbaut, der aber nicht die erhoffte Wirkung hatte.

Ein verheerendes Hochwasser erreichte Niedernberg im Februar 1784 während der Schneeschmelze, als die Kirche über 4 Schuh tief im Wasser stand. Die Wassermassen rissen Schiffe, Hütten und Ställe zum Teil mitsamt angebundenen Tieren fort (vgl. Hochwasser 1784).

Klima

Mit einer Jahresmitteltemperatur von über 9 Grad Celsius gehört Niedernberg zu einer der wärmsten Gegenden Deutschlands. Begünstigt wird dies durch die schützenden bewaldeten Gebirgszüge des Spessarts und des Odenwalds.

Name

Etymologie

Der ursprüngliche Name Niedernburg setzt sich zusammen aus den althochdeutschen Wörtern nidere, im Sinne von niedrig oder weiter unten gelegen, und burc für einen befestigten Ort. Als Erklärung ergibt sich daraus weiter talabwärts (als Obernburg) gelegener, befestigter Ort.[3]

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[3]

  • 1095 Niderenburc
  • 1151 Niderenburk
  • 1230 Niderenburg
  • 1290 Nyderenberg
  • 1304 Nydermburg
  • 1334 Nyederenberg
  • 1367 Niedernberg
  • 1403 Nedernburg
  • 1510 Niddernberg
  • 1532 Nydernberg
  • 1609 Niedernberg

Geschichte

Die ältesten Funde, die auf menschliches Leben in Niedernberger Gemarkung hindeuten, stammen aus der Jungsteinzeit. Einschneidende Änderungen in der Landschaft gingen mit der Römerherrschaft um die Zeitenwende einher. Im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung reichte das römische Imperium bis an den Main. Zur Sicherung ihrer Reichsgrenze legten römische Truppen an strategisch wichtigen Stellen Kastelle an.

Markierung des nördlichen Seitentors des römischen Kastells im heutigen Straßenpflaster

Der Ursprung Niedernbergs geht auf eine solche römische Kastellanlage, erbaut zwischen 83 und 150 n. Chr. am sogenannten nassen Limes zurück, der die Ostgrenze des Reiches darstellte (siehe Kastell Niedernberg). Das 144 × 135 Meter große Kastell war nach Osten, zum Main hin, ausgerichtet. Obwohl es überbaut wurde, geht der Grundriss des heutigen Ortskerns noch immer auf das Straßensystem des Kastells zurück, Hauptstraße und Kirchgasse decken sich mit den damaligen Lagerstraßen. Niedernberg war Standort der etwa 500 Mann starken Kohorte Cohors I Ligurum et Hispanorum, die in Norditalien und Spanien rekrutiert worden war.

Römische Brunnenmaske (Nachbildung)

Interessante Funde wie der Marcellusstein oder ein 1963 entdecktes Gräberfeld geben Aufschluss über das Leben der in Niedernberg stationierten Römer. 1964 wurde bei Bauarbeiten in der Hauptstraße eine bronzene Brunnenmaske gefunden, die das einzige entdeckte Original nördlich der Alpen ist. Die Maske ist das Prunkstück des Stiftsmuseums in Aschaffenburg und gehört bei römischen Ausstellungen oft als Leihgabe zu den höchst seltenen Exponaten.

Die erste urkundliche Erwähnung Niedernbergs wird auf das Jahr 1095 datiert. Damals vermachte „Diemar von Niderenburc“ dem Kloster Lorsch an der Bergstraße für den Unterhalt seines Tochterklosters Steinbach im Odenwald eine halbe Hube Land von seinem Besitz Pfungstadt.

Schon 1340 wurde die Niedernberger Kapelle, aus der nach allgemeiner Kenntnis die heutige Pfarrkirche St. Cyriakus hervorging, mit kleinen Vermächtnissen bedacht. Sowohl der Turm als auch der „Alte Chor“ von 1461 sind erhalten. Umfassende Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen wurden unter Pfarrer Seubert in den Jahren 1897 und 1931 durchgeführt. An der Südseite des Kirchturms wurde um 1822 die Grabplatte des Landschöffen Michael Groß eingelassen, welcher der Sage nach durch seinen Mut Niedernberg vor der Zerstörung durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg gerettet hat.[4]

„Cent Bachgaw“, Stich von Nicolaus Person aus dem Jahr 1695
Ehemalige Richtstätte

Nordwestlich des heutigen Dorfbereiches, am sogenannten Tannenwäldchen, befand sich bis Ende des 18. Jahrhunderts die Richtstätte der Cent Bachgau, zu der Niedernberg gehörte. Das Centgericht selbst tagte in Großostheim, von wo aus die Delinquenten ihren letzten Gang über den Galgenweg zum Richtplatz antraten.

Bis ins 19. Jahrhundert war Niedernberg von einer wehrhaften Dorfmauer umgeben, die entlang der Turmgasse und der Hintermauer in Teilbereichen erhalten ist. Sie konnte die Einwohner jedoch nicht vor den durchziehenden Truppen schützen. Während des Dreißigjährigen Krieges verminderte sich die Bevölkerungszahl auf beinahe ein Zehntel ihres vorherigen Bestandes.

Viele Bürger verließen im 19. Jahrhundert aufgrund von Wohnraumbeschränkung, Missernten und sozialen Notlagen ihre Heimat und wanderten in die USA aus. Erst als sich Ende des Jahrhunderts in Aschaffenburg und Umgebung die industrielle Fertigung von Herren-Oberbekleidung etablierte, kam ein gewisser Wohlstand auf. Um für Notsituationen gewappnet zu sein, wurde zusätzlich an der Landwirtschaft festgehalten. Dies hatte bis in die 1970er Jahre Bestand.

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Obernburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Niedernberg lag. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Niedernberg war eine der 35 Gemeinden im Landkreis Obernburg am Main (Kfz-Kennzeichen OBB). Mit Auflösung des Landkreises Obernburg kam Niedernberg 1972 in den neu gebildeten Landkreis Miltenberg (Kfz-Kennzeichen MIL).

In kirchlicher Hinsicht gehörte Niedernberg vom frühen 8. Jahrhundert bis zur Säkularisation im Jahre 1803 zum Erzbistum Mainz. Danach war Niedernberg bis 1820 Teil des Bistums Regensburg mit seinem Erzbischof Karl Theodor von Dalberg. Erst seit 1821 zählt Niedernberg zum Bistum Würzburg.

Der erste Bauabschnitt des Baugebiets „Tafeläcker“

Viele Jahrhunderte lang lag Niedernberg fernab großer Handelswege und führte ein eher bescheidenes Dasein. Einziges Verbindungsglied zwischen Spessart und Odenwald war die 1994 stillgelegte Mainfähre. Noch in den 1960er Jahren prägten Landwirtschaft und Heimschneiderei das Bild. Es folgte eine starke strukturelle Neuausrichtung hin zum Industriellen, beginnend mit der Ansiedlung der metallverarbeitenden späteren Wanzke AG 1970.[5] Durch den über die B 469 gewährleisteten direkten Autobahnanschluss an das Rhein-Main-Gebiet, die Bereitstellung eines großen Industrie- und Gewerbegebietes und die 2001 fertiggestellte Mainbrücke im südlichen Gemarkungsbereich wurde die Ansiedlung verschiedener Arbeitgeber begünstigt.[5]

Einen Rückschlag musste Niedernberg durch den Konkurs der börsennotierten und lange Zeit als Vorzeigeunternehmen geltenden m+s Elektronik AG im Jahre 2002 hinnehmen. Von insgesamt 1800 gekündigten Mitarbeitern verloren alleine am Standort Niedernberg 600 Personen ihren Arbeitsplatz. Der Niedergang der Firma aufgrund plötzlicher Kündigung der Geschäftskredite trotz positiver Gutachten und guter Auftragslage zog umfangreiche Medienberichte nach sich; so wurde auch eine Folge der WDR-Reihe die story mit dem Titel „Bankgeheimnisse“ produziert und mehrmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

In vier Abschnitten wird seit den 2000er Jahren das Baugebiet Tafeläcker eingerichtet, es sollen hier Bauplätze für 200 Wohnungen entstehen.

Zur Einwohnerentwicklung siehe Statistik-Teil.

Religionen

Der Kirchturm der katholischen Kirche „St. Cyriakus“

Ende 2015 waren etwa 64 % der Einwohner in Niedernberg katholisch. Sie gehören der Kirchengemeinde „St. Cyriakus“ an.[6]

Die evangelisch-freikirchlichen Gemeinde ist seit 1999 in der „Christuskirche“ ansässig.

In Großostheim gibt es die nächste evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, „St. Stephanus“.

Politik

Gemeinderat

Verteilung der Sitze im Gemeinderat nach Wahl im Jahr 2014

Nach der Wahl im Jahr 2014 mit einer Wahlbeteiligung von insgesamt 51,98 % aller Wahlberechtigten[7] setzt sich der 16-köpfige Gemeinderat aus folgenden Parteien zusammen:

Udo Bieber (Fraktionssprecher), Luise Faruga, Volker Goebel, Niko Grundhöfer, Thomas Linke, Eugen Seitz, Karin Weiler
Kurt Höhn-Schüßler, Josef Scheuring (Fraktionssprecher), Alexander Wenzel
  • FW: 4 Sitze
Julia Falinski, Rudi Hartlaub, Jürgen Klement (Fraktionssprecher), Peter Reinhard
Anja Bormuth, Siegmar Buhler (Fraktionssprecher)

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist seit 2000 Jürgen Reinhard (CSU). Sein erster Stellvertreter ist Jürgen Klement von den Freien Wählern, dritter Bürgermeister ist Volker Goebel (CSU).

Zuletzt wurde Reinhard in der Bürgermeisterwahl vom 4. März 2018 als einziger Bewerber für das Amt mit 96,32 % aller gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 43,58 % bestätigt.[8]

Wappen

Das Wappen Niedernbergs

Der Gemeinde Niedernberg wurde mit Erlass vom 3. August 1959 durch das Bayerische Staatsministerium des Innern gemäß Art. 4 Abs. 1 Satz 2 der Gemeindeordnung die Zustimmung zur Führung eines Gemeindewappens erteilt.

Das Gemeindewappen zeigt auf rotem Hintergrund ein zinnengekröntes goldenes Tor, weiterhin im Torbogen schwebend das silberne Mainzer Rad. Gefertigt wurde der Entwurf des Wappens von Friedrich Merzbach aus München.

Inhaltlich lässt sich das Hoheitszeichen folgendermaßen erklären: Die geschichtliche Tatsache, dass die Anfänge Niedernbergs auf ein Römerkastell zurückgehen, wird im Wappen durch das zinnengekrönte Kastelltor zum Ausdruck gebracht. An die schon 1292 bestätigte territoriale Zugehörigkeit des heutigen Gemeindegebietes zum Erzstift Kurmainz soll das Mainzer Rad erinnern.

Städtepartnerschaften

Wein zum 30-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft

Aus einer sportlichen Begegnung in der nordfranzösischen Stadt Santes im Jahre 1969 entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung, welche am 3. Mai 1975 zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde zwischen Santes und Niedernberg führte. Auf diese Weise möchten beide Gemeinden einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten.[9]

Im Folgenden wurden die Beziehungen beständig ausgebaut und durch gegenseitige Besuche gefestigt, seit 1979 finden jährlich Schüleraustausche zwischen den beiden Gemeinden statt. In den Jahren 2006 und 2016 fanden Tag- und Nachtläufe von Niedernberg in das etwa 600 km entfernte Santes statt, die jeweils von 24 Teilnehmern in weniger als 60 Stunden bewältigt wurden.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur

Der bayerische Untermain gehört zum Randgebiet des Ballungsraumes Rhein-Main in Frankfurt und tendiert strukturell stark in diese Richtung. Die direkte Anbindung an die B 469 und A 3 begünstigt hierbei ansässige Industrie- und Handwerks-Unternehmen.

Niedernberg ist eine der am Main liegenden Ortschaften, die sich zum Zweck einer gemeinsamen Wirtschafts- und Tourismusförderung unter dem Namen „Churfranken“ in einem 2007 gegründeten Verein zusammengeschlossen haben.[10]

Verkehr

Straßen

Niedernberg ist mit dem Auto gut erreichbar, da es durch die B 469 mit den Autobahnen A 3 und A 45 verbunden ist. Insgesamt hat das Niedernberger Straßennetz eine Länge von 32 km.

Öffentlicher Nahverkehr

Einen größeren Bahnhof gibt es im 15 km entfernten Aschaffenburg, einen nur 200 m Luftlinie entfernten Schienenhaltepunkt auf der rechten Mainseite in Sulzbach am Main. Durchquert wird die Niedernberger Gemarkung von der Bahnstrecke Aschaffenburg-Miltenberg, den Buslinien 60 (Obernburg, Großwallstadt, Nilkheim und Aschaffenburg) und 56 (Sulzbach, Großostheim). Die Busse des öffentlichen Verkehrsverbunds fahren unter der Woche stündlich und am Wochenende jede zweite Stunde.

Radfernwege

Am Mainufer verlaufen:

Häfen

Auch über den Wasserweg ist Niedernberg erreichbar. Der nächste größere Hafen ist der Floßhafen in Aschaffenburg (für Sportboote, Privatyachten etc.). Außerdem gibt es dort den Industriehafen „Hafen Aschaffenburg“, er ist der größte Hafen Unterfrankens.

Luftverkehr

Der Frankfurter Flughafen liegt rund 50 km entfernt. In 15 km Entfernung findet sich der Flugplatz Aschaffenburg, knapp 10 km entfernt im Stadtteil Obernau der Stadt Aschaffenburg das Segelfluggelände Altenbachtal.

Ansässige Unternehmen

Das 2013 neu eröffnete Logistikzentrum von Das Depot

Im Jahr 1970 wurde mit der Gründung des Unternehmens Wanzke die erste Maschinenfabrik in Niedernberg ansässig. Zuvor hatte es hauptsächlich Kleidermanufaktur und Nebenerwerbslandwirtschaft gegeben. Es folgten Unternehmen wie die G+K Umformtechnik und Maschinenbau Schwind. Die seit 1974 existierende Firma ABI, die im Bereich der Spezialtiefbaumaschinen zu den Marktführern gezählt wird, ist mit im Jahr 2018 circa 250 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber Niedernbergs.[5]

Das seit den 1970ern in Niedernberg kiesabbauende Unternehmen STIX betreibt seit 2007 im Bereich des westlichen Ortseingangs eine Anlage zum Brechen und Sieben von Recyclingmaterial, es folgten eine Lagerhalle und 2016 der komplette Umzug nach Niedernberg.[11][5]

Die Gries Deco Holding („Depot“) hat in Niedernberg ihren Unternehmenssitz sowie eine Filiale und circa 500 Beschäftigte.[5] Niedernberg ist auch Sitz der Sonata Management. Des Weiteren hat sich rund um das „Flügel-Zentrum“ eine Vielzahl von Unternehmen angesiedelt, darunter Supermärkte, eine Tankstelle, Outlet-Stores, ein Restpostenverkauf, ein Buchladen sowie drei von vier in Niedernberg vertretenen Bäckereien.

Insgesamt gibt es in Niedernberg mehr als 550 angemeldete Unternehmen.[5][12]

Öffentliche Einrichtungen

Die „Hans-Herrmann-Halle“
  • Zwei Kindergärten
  • Kinderkrippe „KinderReich“
  • Katholische Öffentliche Bücherei
  • Mehrzweckhalle „Hans-Herrmann-Halle“

Bildung

In die 1979 fertiggestellten Grundschule gingen im Schuljahr 2006/07 insgesamt 237 Schüler. Seit 1995 gibt es eine an die Grundschule angeschlossene staatlich geförderte Mittagsbetreuung durch Erzieherinnen und pädagogische Fachkräfte mit diversen freizeitpädagogischen Angeboten und einer regelmäßigen Hausaufgabenbetreuung. Optional gibt es die Möglichkeit einer Hausaufgabenintensivbetreuung/Lernförderung und einer Ferienbetreuung.

Die Volksschule (erbaut 1960) wird als Verbandsschule (Kardinal-Döpfner-Mittelschule Großwallstadt/Niedernberg) von 45 ortsansässigen und 41 Schülern aus Großwallstadt besucht, 66 Schüler aus Niedernberg besuchen die Hauptschule Großwallstadt.

Neben einem Mittagsangebot findet mit Hilfe des Elternbeirats eine regelmäßige fakultative Hausaufgabenbetreuung in Niedernberg statt. Weiters bietet die in Hösbach ansässige Dr. Albert-Liebmann-Schule eine Schulvorbereitende Einrichtung in Niedernberg an.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Seit 1988 spielt die Theatergruppe „Die Blechkatzen“ einmal jährlich im Herbst ein neu einstudiertes Stück. Die überaus positiven Reaktionen der Zuschauer führten zur heutigen Situation, dass die Gruppe mehrere Wochenenden hintereinander vor jeweils ausverkauftem Haus spielt und auch Auftritte außerhalb Niedernbergs hat.

Museen

Der Geschichtsverein verfolgt seit mehreren Jahren den Plan, ein Geschichtsmuseum zum Werdegang von Niedernberg und Umgebung in der Sandsteinschule einzurichten.

Tourismus

Das Seehotel am ehemaligen Surfsee

Trotz zahlreicher Angebote von Natur-, Erholungs-, Sport- und Freizeitaktivitäten ist Niedernberg keine klassische Tourismus-Gemeinde. Im Sommerhalbjahr 2003 waren in Niedernberg 7115 Übernachtungen zu verzeichnen (dies entspricht Platz 6 im Landkreisvergleich), vor allem von Geschäftsreisenden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug nur 1,4 Tage.

Übernachtungsmöglichkeiten in Niedernberg bieten das Seehotel[13], das mit Fremdenzimmern ausgestattete Café Reinhard[14], das Korbhaus in Räumlichkeiten aus dem 18. Jahrhundert[15] und das hauptsächlich auf Langzeitgäste abzielende Boardinghouse[16].

Laut IHK-Standortbericht würde die Realisierung der Pläne zur Aktivierung eines Teils der Niedernberger Seenplatte für Freizeit- und Erholungszwecke weitreichende positive Impulse für den Tourismus in Niedernberg auslösen.

Westlich der Bundesstraße 469 befindet sich zwischen Großostheim und Niedernberg der 55ha große 18-Loch-Meisterschaftsplatz Golfpark Rosenhof, der zunächst sowohl auf Niedernberger als auch auf Großostheimer Gemarkung liegen sollte, nach Ablehnung des Projektes durch den Großostheimer Gemeinderat vollständig auf Niedernberger Gemarkung eingerichtet worden ist.

Musik

Eine größere Bekanntheit hat der Gesangverein „Einigkeit“, der schon verschiedenste Auszeichnungen errungen hat und auf Wettsingen regelmäßig sehr gute Ergebnisse erzielt. Aufgrund fehlenden Nachwuchses versuchte man zwischenzeitlich mit dem allgemein auf moderne, oft englischsprachige Gesangsstücke ausgerichteten jungen Chor „Via Nova“ neue Wege zu gehen. Im Jahre 2005 wurden die beiden Gruppen jedoch wegen erneuter Besetzungsprobleme zum heutigen Gesangsverein „Via Nova Einigkeit“ zusammengefasst.

Der seit 1957 existierende Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Niedernberg e. V. zählt über 70 aktive Mitglieder, darunter eine Vielzahl Jugendlicher. Dies ist nicht zuletzt auf die umfangreiche Nachwuchsförderung vor Ort im 1999 eröffneten „Musicum“ zurückzuführen. Des Weiteren unterhält das Musikcorps seit 1985 freundschaftliche Kontakte zum Musikverein aus Goßmannsdorf.

Bauwerke

Die St.-Cyriakus-Kirche mit ihren ältesten erhaltenen Teilen von 1461 ist bis heute das katholische Gotteshaus Niedernbergs. Den Glockenturm mit seiner ebenfalls aus dem Jahre 1461 stammenden Sandsteinmadonna ziert ein steinerner Spitzhelm, der so genannte „alte Chor“ ist im gleichen Stil gestaltet und gotischen Ursprungs rheinischer Prägung.

In der 1988 fertiggestellten „Hans-Herrmann-Halle“ halten viele Sportvereine ihr Training und Wettkämpfe ab. Konzerte, größere Versammlungen und private Feierlichkeiten finden hier vornehmlich an den Wochenenden statt. Im Jahre 2005 wurde die Mehrzweckhalle umfangreich renoviert, da teils schwere bauliche Mängel an der ehemals als topmodern gefeierten Architektur unter anderem zu Wassereinbruch und nicht mehr sicheren Dachkonstruktionen führten.

Wasserturm „Langer Adam“

Als Wahrzeichen Niedernbergs gilt der 1958 innerhalb von nur elf Arbeitstagen durch die Hochtief AG errichtete Wasserturm „Langer Adam“ (so im Volksmund nach dem damaligen Bürgermeister Adam Klement benannt). Bis in die 1820er Jahre verfügte Niedernberg zuvor nur über sieben Kettenbrunnen, erst 1834 wurden diese zu Pumpenbrunnen umgerüstet. Bis zum 1859 gefassten Beschluss der Gemeinde, die Brunnen tiefer graben zu lassen, herrschte gerade in trockenen Sommern oft Wasserknappheit. Als jedoch ab 1928 die Kanalisierung des Mains voranschritt, stieg das Grundwasser so weit an, dass das Brunnenwasser zu faulen begann. Das Vorhaben, eine Sammelversorgung mit den Nachbargemeinden zu sichern, wurde aufgrund des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs nie realisiert. Als 1954 erste Typhuserkrankungen bekannt wurden und das Gesundheitsamt nach Kontrollen zwölf der insgesamt dreizehn Brunnen für den Trinkwassergebrauch schließen musste und auch mittlerweile privat errichtete Versorgungsanlagen betroffen waren, war schnelles Handeln geboten. Noch im gleichen Jahr wurden Bauaufträge verteilt, bis 1958 wurden Rohre im Ort verlegt und die Hausanschlüsse vorgenommen. Die umgesetzte Höhe des Wasserturms von 44 Metern wurde durch die Tatsache notwendig, dass die örtlichen Gegebenheiten verhinderten, dass – wie in den Nachbargemeinden – durch Hochbehälter der benötigte Wasserdruck hätte hergestellt werden können. Der Niedernberger Wasserturm hat einen gleich bleibenden Durchmesser von 10 Meter, die zwei Wasserbehälter aus wasserdichtem Stahlbeton fassen 250.000 Liter und sorgen für einen Wasserdruck von 3,5 atü im Leitungssystem. Der Wasserturm erhielt seinen bis heute vorhandenen Anstrich in den Farben braun, gelb und grau während seiner Sanierung im Jahre 1982. Sein Aussehen hat sich seitdem nur etwas durch das Anbringen verschiedenster Mobilfunkantennen gewandelt.

Seit 2001 überspannt in der Gemarkung Niedernberg eine Straßenbrücke den Main. Die Strombrücke besitzt eine Stützweite von 150 Meter und ist gekennzeichnet durch die Anordnung von schrägen, sich kreuzenden Hängern, eine in Deutschland selten benutzte Konstruktionsform.

Vereine und Verbände

Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es in Niedernberg eine hohe Anzahl von Vereinen und Verbänden.

In sportlicher Hinsicht gibt es zum Beispiel neben den traditionsreichen Angelsportverein und Radballverein, dem Brieftaubenverein „Reiselust“, dem Turnverein, der DJK, dem Kraftsportclub „Germania“ und dem Segel- und Surfclub sowie dem Fußballverein SpVgg Niedernberg auch eine Behindertensportgruppe, einen Tennisclub, Kegelverein und Tischfußballclub. Die Boulefreunde spielen seit 2006 Petanque, der Golfpark Rosenhof wartet mit einem 18-Loch-Golfkurs auf.

Es bestehen weiterhin lokale Gruppierungen des BRK, des BDKJ, der PSG, der schon seit 1855 in Anfängen existierenden Freiwilligen Feuerwehr und der KJG.

Der Geschichtsverein nimmt durch seine vielfältigen Aktivitäten eine besondere Bedeutung in Niedernberg ein, der Karnevalsverein „NCV Niedernberg e.V.“ ist weit über die Region hinaus bekannt.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Starkbierfest im März
  • Fußballortsmeisterschaft und „Fest unter den Linden“ im Juni
  • Dreschfete auf dem Marienhof im Juli
  • Römisches Knoblauchfest im August
  • Dorffest mit „Unterfrankens längster Biermeile“ im September anlässlich der Kerb
  • Mehrere Weinfeste

Gastronomie

In Niedernberg gibt es eine Vielzahl von Gaststätten mit internationalem und landestypischem Speiseangebot. Überregionale Anerkennung kommen dabei insbesondere dem Restaurant „Blecherne Katz“, welches 2014 dauerhaft geschlossen wurde, der Weinstube „Zum Wagner“ und dem ruhig gelegenen „Seehotel“ mit Übernachtungsmöglichkeiten zu.

Die älteste bis heute existierende Gaststätte ist das Gasthaus „Zur Gemütlichkeit“, welches erstmals 1875 eine Schankerlaubnis erhielt.

Seengebiet

Das „Seehotel“

Der Kiesabbau in Niedernberg hat mit der „Niedernberger Seenplatte“ Folgen hinterlassen: Sie besteht aus mehreren großen und kleineren Seen und ist im Süden Niedernbergs zu finden.[17] Lange Zeit erwies sich die Seenplatte als ein echtes Problem für Niedernberg, da im Sommer tausende Menschen über den Landkreis hinaus den größten See als inoffiziellen Badesee nutzten. Dies führte zu einer katastrophalen Verkehrslage an der Kreisstraße MIL 38, da Besucher ihre Autos direkt am Straßenrand parkten. Nicht genehmigte Partys am See führten zu einer massiven Verschmutzung weiter Teile des Uferbereichs.

Im Jahr 2004 wurde der Beschluss zum Bau eines öffentlichen Badestrandes verabschiedet. Der Strand wurde zur Badesaison 2005 fertiggestellt, eine Verbesserung der Lage war schon nach Kurzem klar ersichtlich. Die Gemeinde öffnete die Seenplatte im Folgenden noch mehr für den Tourismus, da sie ein großes Wachstumspotenzial in diesem Bereich vermutete. Einen ersten Schritt in diese Richtung stellte das Seehotel dar, das allerdings hauptsächlich von geschäftlich Reisenden frequentiert wird. Ab Oktober 2006 folgten mehrere Erweiterungen, zuletzt wurde im April 2018 ein Anbau im Landhausstil genehmigt, so dass das Hotel Ende desselben Jahres mehr als 100 Gästezimmer aufweisen wird. Mit seiner sogenannten Orangerie, einem Wintergarten, verschiedenen Tagungsräumen, zwei Restaurants, einem Bootshaus auf der hoteleigenen Halbinsel und einem Wellness-Bereich mit Hallenbad und beheiztem Außenpool firmiert das Seehotel auch unter dem Beinamen Dorf am See.[18][19]

Badesee und Freizeitanlage „HonischBeach“

Aus dem 2005 eröffneten öffentlichen Strand entstand sukzessive eine HonischBeach genannte Freizeitanlage mit Bademöglichkeit, die zu einem beliebten Ausflugsziel für Menschen aus der Gegend von Aschaffenburg bis Frankfurt, aber auch aus der Region Heilbronn-Franken, geworden ist.[17] Der direkt nebenan gelegene Silbersee wird von Surfern und Tauchern genutzt, auch eine Tauchschule ist vor Ort.[20]

Sonstiges

  • Ausgedehntes Erholungsgebiet im nahe gelegenen Wald mit Grillplatz
  • Markierte Wanderwege
  • Radwegenetz im gesamten Gemarkungsbereich
  • Pumptrack[21], Bolzplätze und Skateranlage

Persönlichkeiten

Sonstiges

Weit bekannt ist der Ortsneckname „Honisch“ für Niedernberg. Dieser geht nicht, wie vielfach vermutet, auf das ähnlich klingende Nahrungsmittel zurück, sondern kommt von der früheren Aussprache des Hilfsverbs „haben“. Allein dieses Wort unterscheidet sich im Dialekt der umliegenden Gemeinden stark (Niedernberg: hohn, Großwallstadt: hewwe, Großostheim: haoun).

Frühere Generationen sagten in Niedernberg anstelle von „habe ich“ dementsprechend „hohn isch“, weshalb von Nachbargemeinden der Spottname „Honisch“ angedichtet wurde. Im Laufe der Jahre ist diese Bezeichnung zu einem „Markenartikel“ insbesondere während der Faschingszeit geworden.

Eben jene „fünfte Jahreszeit“ nimmt von alters her in Niedernberg einen hohen Stellenwert ein. Noch heute zählt die Gemeinde als eine „närrische Hochburg“ am Untermain und die Höhepunkte der „Honischer Fasenacht“ wie die beiden Prunksitzungen, das „Prinzenpaarwecken“ am Rosenmontag und der „Schlofozuchball“ ziehen auch Menschen aus entfernteren Gebieten an.

Ein weiterer Spottname der Niedernberger geht auf die Mäuseplage von 1822 zurück. Zwar wurden damals viele Mäuse getötet, doch die Niedernberger wollten mit einer moderneren, effektiveren Methode der Mäuseplage begegnen. Der Bürgermeister beauftragte den Schlossermeister Leonhard Zang, sich ein Muster zu besorgen und danach eine Blechkatze zu bauen. Die entstandene „Mäusevertilgungsanlage“ war der Anlass für den Uznamen „Blechern Katz“[22].

Statistik

Entwicklung der Einwohnerzahl

Niedernberg weist im Vergleich der Bevölkerungsdaten mit einem Plus von 5,7 % zwischen 1999 und 2008 den höchsten Bevölkerungszuwachs nach Röllbach (+ 10,9 %) des gesamten Landkreises Miltenberg auf. Die zuletzt rückläufigen Gesamtzahlen sind auf den demografischen Wandel zurückzuführen.[23]

Haushalt

Die Entwicklung der Niedernberger Verschuldung

Im Haushaltsplan der Gemeinde Niedernberg für das Jahr 2018 werden 15,339 Mio. € für ordentliche Aufwendungen veranschlagt.[24] Seit Jahren wird an der Entschuldung gearbeitet und es werden planmäßig keine Neukredite mehr aufgenommen. So konnte die Pro-Kopf-Verschuldung ab 2004 innerhalb von zehn Jahren um ca. 70 % gesenkt werden, Ende 2017 wurden circa 116 € ausgewiesen. Im Landkreis Miltenberg lag die Verschuldung pro Person derweil bei ungefähr 190 €, im Landesschnitt waren es etwa 230 €.[25]

Im Jahr 2018 galt Niedernberg als eine der drei wirtschaftsstärksten Gemeinden des Landkreises Miltenberg.[5]

Gewerbewesen

Angemeldetes Gewerbe laut Gewerberegister
Stand: 15. November 2017[12]
Einzelfirmen 355
GmbH 144
Sonstige (AG, KG, GbR) 77
Gesamt 576

Ausländer

Prozentuale Verteilung ausländischer Einwohner nach Staatsangehörigkeit; Stand 2017

Insgesamt wohnen in Niedernberg 282 Nichtdeutsche aus 45 verschiedenen Staaten. Dies entspricht 5,4 % der gesamten Bevölkerung in Niedernberg. Die meisten nichtdeutschen Einwohner kommen aus der Türkei (72 Personen, das entspricht 1,4 %).[12] Im Vergleich mit dem im Jahr 2015 landkreisweiten Durchschnitt von 9,9 %[26] wohnen demnach relativ wenige Menschen nicht-deutscher Staatsangehörigkeit in Niedernberg, im ganzen Regierungsbezirk Unterfranken waren es Ende 2015 ebenso höhere 7,6 %.[27]

Literatur

  • Albert Wagner: Niedernberger Heimatbuch. Geschichte und Gegenwart einer Gemeinde am bayerischen Untermain. Sacher-Druck Niedernberg, 1994, DNB 943360366.
  • Gemeindeverwaltung Niedernberg: Bürgerbroschüre. Sacher-Druck Niedernberg, 2006.

Weblinks

 Wiktionary: Niedernberg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Niedernberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online: Niedernberg, abgerufen am 7. März 2018.
  3. a b Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 162 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Alexander Schöppner: Bayrische Sagen. Weltbild Augsburg, 1995.
  5. a b c d e f g B 469 verwandelt Provinz in Industriestandort - Niedernberg wächst seit 50 Jahren rasant, Main-Echo, 28. Februar 2018, abgerufen am 4. März 2018.
  6. a b c niedernberg.de: Informationsbroschüre der Gemeinde Niedernberg, 2016, abgerufen am 7. März 2018.
  7. Kommunales Behördennetz im Landkreis Miltenberg: Endergebnis Gemeinderatswahl 2014 - Landkreis Miltenberg - Gemeinde Niedernberg, 3. März 2008.
  8. Kommunales Behördennetz im Landkreis Miltenberg: Schnellmeldung zur Bürgermeisterwahl 2018 am 04.03.2018, abgerufen am 4. März 2018.
  9. niedernberg.de: Städtepartnerschaft, abgerufen am 7. März 2018.
  10. churfranken.de: Niedernberg, abgerufen am 10. März 2018.
  11. stix-bau.de: Über uns, abgerufen am 4. März 2018.
  12. a b c niedernberg.de: Flyer der Bürgerversammlung 2017, abgerufen am 4. März 2018.
  13. https://www.seehotel-niedernberg.de/
  14. http://www.pension-niedernberg.de/
  15. http://www.korbhaus-schmalzgasse5.de/
  16. https://www.boardinghouse-niedernberg.de/
  17. a b Frank Schwaibold: Niedernberger Seenplatte - Dolce Vita am Honisch Beach, Stuttgarter Nachrichten, 12. Juli 2018, abgerufen am 21. Juli 2018.
  18. Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung: Seehotel bekommt einen Anbau im Landhausstil, 4. April 2018, abgerufen am 3. August 2018.
  19. Main-Echo: Millionenschweres Basteln am Lebenswerk, 7. Mai 2013, abgerufen am 3. August 2018.
  20. tauchcenter-grossostheim.de: Tauchsee Niedernberg "Silbersee", abgerufen am 3. August 2018.
  21. mtb-news.de: Pumptrack-Eröffnung in Niedernberg am 24. Juni, 20. Juni 2017, abgerufen am 3. August 2018.
  22. Werner Trost: Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer. Lkr. Miltenberg 2003.
  23. IHK: „Zur Strukturentwicklung im Landkreis Miltenberg“, September 2009.
  24. buergerinfo-niedernberg.de: Vorbericht zum Haushaltsplan der Gemeinde Niedernberg für das Haushaltsjahr 2018, 22. Februar 2018, abgerufen am 10. März 2018.
  25. Jens Marco Scherf: Aus der Kreistagssitzung vom 15. Mai 2017, 16. Mai 2017, abgerufen am 10. März 2018.
  26. Statistisches Bundesamt: Migration.Integration.Regionen, 31. Dezember 2015, abgerufen am 10. März 2018.
  27. Regierung von Unterfranken: Unterfranken in Zahlen - Schnellübersicht Fläche und Bevölkerung, 31. August 2017, abgerufen am 10. März 2018.
Dieser Artikel wurde am 6. Oktober 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.