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Neuendettelsau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neuendettelsau
Neuendettelsau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neuendettelsau hervorgehoben
Koordinaten: 49° 17′ N, 10° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 431 m ü. NHN
Fläche: 33,81 km2
Einwohner: 7853 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 232 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91564
Vorwahlen: 09874, 09871, 09872
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 180
Gemeindegliederung: 19 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Johann-Flierl-Straße 19
91564 Neuendettelsau
Webpräsenz: www.neuendettelsau.eu
Bürgermeister: Gerhard Korn (CSU)
Lage der Gemeinde Neuendettelsau im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-RiesAnsbachFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthLandkreis RothLandkreis Weißenburg-GunzenhausenUnterer WaldLehrbergAdelshofen (Mittelfranken)Bechhofen (Mittelfranken)Bruckberg (Mittelfranken)Buch am WaldBurkColmbergDentlein am ForstDiebachDietenhofenDinkelsbühlDombühlEhingen (Mittelfranken)FeuchtwangenFlachslandenGebsattelGerolfingenGeslauHeilsbronnInsingenLangfurthLeutershausenLichtenau (Mittelfranken)Merkendorf (Mittelfranken)MönchsrothNeuendettelsauNeusitzOberdachstettenOhrenbachPetersaurachRöckingenRothenburg ob der TauberRüglandSachsen bei AnsbachSchillingsfürstSchnelldorfSchopfloch (Mittelfranken)SteinsfeldUnterschwaningenWassertrüdingenWeidenbach (Mittelfranken)WeihenzellWeiltingenWettringen (Mittelfranken)WiesethWindelsbachWindsbachWittelshofenWörnitz (Gemeinde)Wolframs-EschenbachWilburgstettenOrnbauMitteleschenbachHerriedenDürrwangenBurgoberbachAurach (Landkreis Ansbach)ArbergBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Neuendettelsau (Aussprache: Neuen-dettels-Au, umgangssprachlich: „Deddlsa“[2], früher auch „Beddlhē“[3]) ist eine Gemeinde im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Der Ort wurde 1298 im Zusammenhang mit einem Rittergut Tetelsau erstmals urkundlich erwähnt. Über Jahrhunderte hinweg war Neuendettelsau eine kleine Landgemeinde mit etwa 400 Einwohnern, vergleichbar mit den benachbarten Orten Vestenberg und Dürrenmungenau. Durch das Wirken von Wilhelm Löhe, der ab 1837 Pfarrer in Neuendettelsau war, erfuhr der Ort einen tiefgreifenden Wandel. Aus seinem sozialen Engagement erwuchs die Diakonie Neuendettelsau, die heute der größte Arbeitgeber Westmittelfrankens ist. Neuendettelsau ist u. a. Standort des Löhe-Campus, der Clinic Neuendettelsau und der Paramentik. Ebenfalls auf Löhes Wirken ist Mission EineWelt zurückzuführen. Seit 1949 ist Neuendettelsau mit der 1947 gegründeten Augustana-Hochschule zur Ausbildung von Theologen ein Hochschulstandort. Ab den 2000er Jahren wurde östlich von Neuendettelsau ein größeres Gewerbegebiet eingerichtet. 2016 wurde Neuendettelsau-Heilsbronn zum Mittelzentrum erhoben.

Geografie

Topografie

Neuendettelsau liegt etwa 18 km östlich von Ansbach. Der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde liegt auf einer Hochebene (ca. 440 m ü. NHN), die sich im Osten bis nach Ziegendorf und im Westen bis nach Birkenhof, Haag und Reuth ausdehnt. Die übrigen Ortsteile befinden sich in Tallage. Die höchste Stelle des Gemeindegebiets liegt im Neuendettelsauer Wald (auch „Muna“ genannt) mit 467 m ü. NHN. Der tiefste Punkt befindet sich bei Bechhofen mit 379 m ü. NHN. Es gibt einige Anhöhen, so den Geißberg (435 m ü. NHN) bei Wernsbach, den Lerchenbuck (433 m ü. NHN) bei Aich und den Aschberg (434 m ü. NHN) im Wald zwischen der Jakobsruh und Watzendorf.

Mit 17,52 km² ist der größte Teil (51, 8 %) des Gemeindegebiets landwirtschaftliche Nutzfläche. Die Siedlungs- und Verkehrsflächen beanspruchen mit 4,89 km² 14,5 % der Gemeindegebietsfläche. Darunter sind 1,13 km² (3,3 %) Wohnbauflächen, 0,43 km² (1,3 %) Industrie- und Gewerbeflächen und 1,97 km² (5,8 %) Verkehrsflächen.[4]

Die Waldgebiete beanspruchen mit 9,89 km² 29,3 % der Gemeindegebietsfläche.[4] Hauptsächlich besteht der Wald aus Kiefern.[5] Neben dem Neuendettelsauer Wald, der seit 1934/35 im Staatsbesitz ist,[6] gibt es im Aurachtal noch ein größeres zusammenhängendes Waldgebiet, das Gebiet südlich von Wollersdorf trägt den Namen Bachholz. Südlich von Reuth befindet sich das Waldgebiet Birket. Im Aurachtal zwischen Steinhof und Wollersdorf befand sich der Girkenhof, der im 14. Jahrhundert zur Wüstung wurde und von dem es keinerlei Überreste mehr gibt.

Die Gewässerflächen machen mit 0,21 km² nur 0,6 % der Gemeindegebietsfläche aus.[4] Durch das Gemeindegebiet fließen die Aurach, die Fränkische Rezat, Nebenflüsse der Aurach (rechts: Heiligenbach, Froschwasser und der Watzendorfer Bach; links: Triebenbach) und Nebenflüsse der Rezat (rechts: Weihergraben, Hopfengraben; links: Helmbrechtsgraben, Wernsbach, Schwalbenbach). Daneben gibt es einige kleine Weiher.

Das Gemeindegebiet hat keine Boden- oder Naturdenkmäler oder Naturschutzgebiete. Es gibt das FFH-Gebiet „Gewässerverbund Schwäbische und Fränkische Rezat“. Dieses ist geprägt von mageren Flachland-Mähwiesen (Wiesen-Fuchsschwanz, Großer Wiesenknopf) und Auenwälder mit Schwarz-Erlen und der Gemeinen Esche (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae). Es gibt dort große und zusammenhängende Populationen der Grünen Keiljungfer in qualitativ hochwertigen und eng vernetzten Habitaten.[7]


Aufteilung der Gemeindefläche
Wald
  
989 ha (29,3 %)
Landwirtschaft
  
1752 ha (51,8 %)
Verkehrsfläche
  
197 ha (5,8 %)
Siedlungsfläche
  
292 ha (8,6 %)
Wasser
  
21 ha (0,6 %)
Sonstige Nutzung
  
131 ha (3,9 %)

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Neuendettelsau hat 19 Ortsteile[8], daneben bestehen noch zwei Gehöfte, die zum Ortsteil Neuendettelsau gerechnet werden:

Lageplan Neuendettelsau.png

Dorfanlage

Dorfplan aus dem Jahr 1835

Neuendettelsau ist als typisches Straßenangerdorf planmäßig angelegt worden. Das damalige Dorf bildete ein Oval mit einer Länge in Nord-Süd-Richtung von 280 Metern und einer Breite in Ost-West-Richtung von 250 Metern, umgeben von einem Etter. Die Angerbreite beträgt rund 30 Meter. Innerhalb des Etters gibt es vier verschiedene Teile: der südwestliche Teil wird vom Schloss eingenommen, der nordwestliche Teil weist einen etwas unregelmäßigen Baubestand auf, der nordöstliche Teil hat eine geordnete, gerade verlaufende Baulinie der Gebäude am Anger, der südöstliche Teil hat eine ebenfalls geordnete, jedoch etwas gekrümmte Baulinie der an den Anger angrenzenden Gebäude.[9]

Einige der heutigen Straßen lassen sich auf Wege und Straßen zurückführen, die bereits im frühen 19. Jahrhundert oder vorher angelegt wurden. Im Einzelnen sind das die Bahnhofstraße, Haager Straße, Hauptstraße, Heilsbronner Straße, Reuther Straße, Riegelgasse, Schlauersbacher Straße, Sternplatz, Wilhelm-Löhe-Straße und Windsbacher Straße. Die Johann-Flierl-Straße und die Friedrich-Bauer-Straße (bis 1954 Gartenstraße) orientieren sich am Verlauf des früheren Dorfangers.[9]

Die Straßennamen wurden 1926 eingeführt.[10] Lediglich die Riegelgasse hatte ihren Namen bereits im 17. Jahrhundert. Ansonsten orientierte man sich an den Hausnummern, die es seit 1792 gab, und den Ortsbezeichnungen Oberes Dorf, Unteres Dorf, Unteres Thor (Reuther Straße), Oberes Thor (Wilhelm-Löhe-Straße), Badgasse, Badhaus (bei der Hauptstraße) und Dirschenlache (heute Sternplatz).[9]

Die nach dem Zweiten Weltkrieg angelegten Siedlungen wurden einheitlich nach Bäumen, Blumen, Vögeln und (ehemaligen) deutschen Städten benannt. Weiterhin wurden die alten Flurnamen und Ortsbezeichnungen berücksichtigt oder Personen, die in Neuendettelsau gewirkt haben.

Klima

Das Klima in Neuendettelsau ist gemäßigt (Cfb). Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 8,1 °C, das Mittel der Normalperiode weist für Deutschland eine Durchschnittstemperatur von 8,24 °C aus. Innerhalb eines Jahres gibt es durchschnittlich 713 mm Niederschlag. Der im Jahresverlauf wärmste Monat ist mit 17,4 °C im Mittel der Juli. Im Januar sind die Temperaturen am niedrigsten. Die durchschnittliche Temperatur in dem Monat liegt bei −1,4 °C. Die Differenz der Niederschläge zwischen dem niederschlagsärmsten Monat Februar und dem niederschlagsreichsten Monat Juni beträgt 42 mm. Zwischen dem wärmsten Monat Juli und dem kältesten Januar liegt eine Differenz von 18,8 °C.[11]


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Neuendettelsau
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,3 3,2 8,0 13,0 17,7 21,1 22,8 22,3 18,9 13,0 6,2 2,2 Ø 12,5
Min. Temperatur (°C) −4,1 −3,6 -0,8 2,8 6,9 10,3 12,0 11,5 8,3 4,1 0,5 −2,6 Ø 3,8
Temperatur (°C) −1,4 -0,2 3,6 7,9 12,3 15,7 17,4 16,9 13,6 8,5 3,3 -0,2 Ø 8,2
Niederschlag (mm) 50 43 48 51 69 85 79 76 56 50 50 56 Σ 713
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
1,3
−4,1
3,2
−3,6
8,0
-0,8
13,0
2,8
17,7
6,9
21,1
10,3
22,8
12,0
22,3
11,5
18,9
8,3
13,0
4,1
6,2
0,5
2,2
−2,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
50
43
48
51
69
85
79
76
56
50
50
56
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Klima: Neuendettelsau. AmbiWeb GmbH, abgerufen am 26. Januar 2018.[11]

Geschichte

In diesem Abschnitt wird hauptsächlich die Geschichte des Ortes Neuendettelsau behandelt. Die Geschichte der Ortsteile befindet sich in den jeweiligen Artikeln.

Frühgeschichte

Bei Mausendorf wurde 1990 ein Faustkeil gefunden, der dem Acheuléen zuzuordnen ist, also über 100000 Jahre alt ist.[12] In Neuendettelsau wurden Funde aus dem Paläolithikum gemacht.[13] Eine größere Anzahl von Fundstücken aus dem Mesolithikum konnten in Neuendettelsau, Mausendorf und Wernsbach gemacht werden.[14] Nördlich des Ortes fand man neolithische Silexartefakte und Scherben aus der Urnenfelderzeit.[15] Ab dem 5. Jahrtausend vor Christus weisen archäologische Funde auf eine gewisse Siedlungskontinuität hin.[16] (Neuen)Dettelsau lag an einem alten Handelsweg, der in Süd-Nord-Richtung verlaufenden „Hochstraße“;[17] auch die Flur Weinstraße verweist auf eine früher bedeutende Fernverbindung.[18]

Mittelalter

Die Flurnamen Brühl in Bechhofen sowie Breiten in Wernsbach und Breitleite, Breite Büsche in Wollersdorf lassen alamannisch-juthungische bzw. bairische Wurzeln erkennen und auf eine Erstbesiedlung zwischen 750 und 900 schließen, die vom Rezatgrund ausging.[19] Das in der Nähe gelegene Wassermungenau wurde 800 erstmals urkundlich erwähnt, für Windsbach, Wernsbach, Bechhofen, Schlauersbach und Immeldorf kann dies ebenfalls angenommen werden. Die Besiedlung des Aurachtals erfolgte zeitgleich. In Rudelsdorf wurde ein karolingisches Reihengrab gefunden, das um 750 datiert werden kann. Einzelne Funde dieser Zeit gibt es auch in Hergersbach und Kitschendorf.[20] Die Orte Aich, Bertholdsdorf, Girkenhof, Petersaurach, Steinhof, Veitsaurach und Wollersdorf könnten in diesem Zeitraum entstanden sein. Ausbauorte, die zwischen 800 und 1000 entstanden sind, sind vermutlich Altendettelsau, Mausendorf und Watzendorf. Neuendettelsau, Haag und Reuth sind Rodungssiedlungen, die im Zeitraum zwischen 900 und 1100 entstanden sind, als das fruchtbare Land im Aurachtal bereits besiedelt war.[21]

Der erste Beleg, der sich eindeutig auf Neuendettelsau bezieht, befindet sich in einer Urkunde von 1298 des Heilsbronner Zisterzienserklosters. Dort wird ein „castrum Tetelsau“ erwähnt. Der Ortsname leitet sich von dem gleichnamigen Flurnamen ab. Das Grundwort ist mhd. ouwe, owe (von Wasser umflossenes Land, wasserreiches Wiesenland), das Bestimmungswort ist der Personenname Tatili, Detel.[22] Als Erklärung ergibt sich somit Zu den Auen des Tatili.[23]

Die Burg samt den Fronhof und dem Hufen sind wahrscheinlich bereits vor 1200 entstanden, was aus der Verwendung von Buckelquadern für die Burg geschlossen werden kann. Die zugehörigen Felder befanden sich nördlich und südlich davon. Es ist anzunehmen, dass das Hochstift Würzburg zu dieser Zeit Lehensherr über den Ort war, was für die benachbarten Orte Altendettelsau, Aich, Bechhofen, Watzendorf, Petersaurach und Reuth ausdrücklich belegt ist.[24] Anfang des 13. Jahrhunderts wurden drei Bauernlehen ausgegliedert, gleichzeitig entstanden die ersten Sölden. Auch eine Kirche muss es zu dieser Zeit schon gegeben haben. Darauf verweist ein Siegel, das sich um 1215/20 datieren lässt und im Reliquienkästchen der alten Nikolaikirche gefunden wurde.[25] Im 13. Jahrhundert wurde das Dorf in den Heilsbronner Wald hinein planmäßig erweitert.[26] Darüber, wer ursprünglich mit der Vogtei und dem Grundbesitz belehnt war, gibt es keine Aufzeichnungen. Im 13. Jahrhundert hatten die Herren von Dornberg die Vogtei über Dettelsau. Als Wolfram von Dornberg 1288 ohne männliche Nachkommen gestorben war, erbte dessen Schwiegersohn Gottfried von Heideck die Vogteirechte.[27]

Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde erstmals erwähnt, dass die Herren von Vestenberg auf der Burg Dettelsau saßen. So wurde 1295 ein Hermann von Vestenberg zu Dettelsau genannt, und auf der Burg Dettelsau stellte 1298 eine Gattin eines Vestenbergers eine Urkunde aus.[28] Wahrscheinlich gehörten Äcker, Wiesen und Wälder dazu. Der Besitz eines Waldgebiets „Zuckenreisich“ geht aus einer Verkaufsurkunde von 1334 hervor. Ob die Vestenberger auch Anwesen in Dettelsau besessen haben, lässt sich aufgrund der Quellenlage nicht klären.[29]

Im ältesten Lehenbuch des Hochstifts Würzburg, das zwischen 1303 und 1313 entstanden sein muss, erscheinen die Herren von Heideck zu Vestenberg als Lehensnehmer, die Vogteirechte über (Neuen-)Dettelsau besaßen. Grundbesitz und Zehntansprüche hatten sie jedoch nicht.[30] Vom Würzburger Bischof Gottfried III. (1317–1322) erhielten die Nürnberger Patrizier Pfinzing u. a. in „Nuwentetelsauwe“ zwei Hofkomplexe (duo predia) als Lehen.[31] Diese verkaufte ihren Dettelsauer Besitz 1370 an den Nürnberger Patrizier Hermann Grundherr.[32]

1356 wird Konrad von Seckendorff-Nolt als burggräflicher Richter in Windsbach erwähnt. Ob er zu dieser Zeit schon das Dettelsauer Rittergut zu Lehen erhalten hat, kann vermutet werden, einen sicheren Beleg dafür gibt es aber erst in einer Urkunde von 1369.[33] Ob der Lehensherr noch das Hochstift Würzburg war oder bereits die Burggrafschaft Nürnberg, lässt sich nicht klären.[34] 1380 gibt es den ersten sicheren Beleg, dass die Burggrafen Lehensherrn über Dettelsau waren. 1398 verliehen sie das Rittergut an Hipolt von Seckendorff.[35] 1427 wurde das Markgraftum Brandenburg-Ansbach als Rechtsnachfolger der Burggrafschaft Nürnberg Lehensherr u. a. auch über Neuendettelsau. 1460 überfiel Herzog Ludwig IX. von Bayern und dessen Verbündete den Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles. Im September 1461 ging auch Dettelsau in Flammen auf.[36] 1479 wurde das Rittergut unter Sebastian von Seckendorff neu errichtet.[37] Um 1506/10 verkauften die Seckendorffer Neuendettelsau an ihren Verwandten Fritz von Lidwach, der bis 1517 als Besitzer erscheint.[38]

Neuendettelsau unter den Freiherren von Eyb (1518–1848)

Ausschnitt aus einer von dem Kartografen Johann Georg Vetter angefertigten Karte (1741)
Siegel des Eybschen Patrimonialgerichts Neuendettelsau

Das an die Markgrafen heimgefallene Lehen kaufte 1518 Sebastian von Eyb für 8500 fl. und wurde von ihnen mit dem Rittergut belehnt.[39] Zu dem Rittergut gehörten zwei Gärten, neunzehn Weiher, fünf Wiesen mit insgesamt 9 Tagwerk, zwei Halbbauernhöfe und eine Schäferei. Der Ort bestand zu dieser Zeit aus 11 Höfen, 22 Gütern, einer Hofstatt, dem Hirtenhaus und einem Wirtshaus, im gesamten gab es also 36 Untertansfamilien. Sie alle waren nun den Herren von Eyb mit Zins und Gült abgabenpflichtig. Dazu gehörten sechs weitere abgabenpflichtige Untertansfamilen (Schlauersbach: 4, Altendettelsau: 1, Wernsbach: 1) und sechs Eigengüter (Bechhofen: 4, Schlauersbach: 1, Wernsbach: 1), die er als Mannlehen vom Markgrafen empfangen hat.[40]

1545 verkaufte Hieronymus Gregor von Eyb wegen Überschuldung einen Teil des Rittergutes für 12100 fl. an den Windsbacher Amtmann Rüdiger von Westernach. 1555 stirbt Rüdiger von Westernach. Bereits 1558 mussten dessen Witwe und Sohn das Rittergut an Hieronymus Gregor wieder verkaufen, da sie selber überschuldet waren.[41]

In einem Bericht von 1608 des brandenburg-ansbachischen Amtes Windsbach, dem die Fraisch oblag, heißt es, dass Neuendettelsau aus 53 Mannschaften bestand (12 Höfe und 41 Sölden), die alle Eybscher Besitz waren.[42]

Infolge des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort stark in Mitleidenschaft gezogen. Die meisten der Untertanen waren gestorben.[43] Das Schloss und die meisten Höfe und Güter wurden niedergebrannt.[44] 1627 rollte die erste Pestwelle über Neuendettelsau, die von umherziehenden Soldaten eingeschleppt wurde.[45] Nach dem Tod des damaligen Neuendettelsauer Pfarrers Christoph Lienhard blieb die Pfarrei von 1633 bis 1659 unbesetzt. Nach dem Krieg siedelten sich evangelische Exulanten aus Oberösterreich an, die wesentlich zum Wiederaufstieg beitrugen. 1654 waren von den 23 Untertansfamilien in Neuendettelsau 12 Exulanten.[46] Auch 1663/64 waren von den 60 Anwesen zwei Drittel unbesetzt und verödet.[43][47] 1670 musste eine neue Dorf- und Gemeindeordnung erlassen werden, weil die Exulanten mit dem Landesbrauch nicht vertraut waren. Aus dieser Ordnung geht u. a. hervor, dass das Tabakrauchen Einzug in Neuendettelsau gehalten hat, was in den Gemeindeversammlungen strengstens verboten wurde.[48] Selbst 1685 waren einige Höfe – trotz Vergünstungen – nicht an den Mann gebracht worden.[44] Um 1700 wurde es den Herren von Eyb – wie im Übrigen allen Reichsrittern – erlaubt, Anwesen zu teilen und dadurch die Zahl der Untertansfamilien zu erhöhen.[49] Durch diese Peuplierungspolitik konnten die geteilten Anwesen zwar günstig verkauft werden, jedoch war es den Untertanen solch kleiner Gütlein kaum möglich vom Ertrag zu leben.

1729 ereignete sich – was für diese Gegend außergewöhnlich ist – ein Erdbeben, das in Neuendettelsau und Umgebung an den Häusern Schaden anrichtete.[50] Eine außerordentliche Kälteperiode von November 1739 bis Mai 1740 führte dazu, dass die Neuendettelsauer genötigt waren, das Stroh ihrer Dächer an das Vieh zu verfüttern.[51]

1764 wurde von Christoph von Eyb die erste Feuerwehrordnung für Neuendettelsau erlassen. Als erste Maßnahme waren die Strohdächer durch Dachziegel zu ersetzen. Von 72 Anwesen hatten 41 Strohdächer. Als zweite Maßnahme sollten öffentliche Backöfen errichtet werden, die die häuslichen ersetzen sollten. Daneben gab es zahlreiche Einzelbestimmungen: Zum Beispiel sollten Ofenlöcher durch eiserne Türen gesichert werden, Asche durfte nicht auf den Misthaufen geworfen werden, das Tabakrauchen wurde in den Scheunen und Ställen verboten, das Neujahrsschießen wurde untersagt. Zur Brandbekämpfung waren alle Einwohner des Ortes, Frauen wie Männer zwischen 15 und 60 Jahren, verpflichtet. Sie hatten einen Feuereimer im Haus bereitzuhalten. Der Schulmeister musste den Brandalarm auslösen, der Amtsverwalter des Schloss- und Dorfherrn war zusammen mit dem Richter und den beiden Dorfbürgermeistern für das Kommando an der Brandstätte zuständig. Auch für die Rettung von Hausgerät und Vieh wurden Personen eingeteilt.[52]

Von 1770 bis 1772 wurde Neuendettelsau von einer außerordentlichen Kältewelle heimgesucht, die die Aussaat im Boden zugrundegehen und folglich die Getreidepreise explodieren ließ. Dies führte dazu, dass mit dem Anbau von „Erdbirnen“ begonnen wurde.[53]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand das von Eybsche Rittergut Neuendettelsau aus 70 Anwesen im Ort (1 Hof, 5 Halbhöfe, 13 Viertelhöfe, 28 Güter, 16 Gütlein, 1 Tafernwirtschaft, 1 Gut mit Backrecht, 1 Schmiedgütlein, 3 Leerhäuser, 1 Pfarrwiddum-Gut der Pfarrei Neuendettelsau).[54][55] 1796 wurde das von Eybsche Rittergut von Preußen mediatisiert und kam 1806 mit dem 1792 an Preußen gefallenen Fürstentum Ansbach an das neue Königreich Bayern. Ab 1796 bestand ein preußisches Patrimonialgericht derer von Eyb in Neuendettelsau.[56]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1808 der Steuerdistrikt Neuendettelsau gebildet. Die Ruralgemeinde Neuendettelsau wurde im Jahr 1810 gegründet[57] und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach.[58] Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 7,860 km².[59] Von 1819 bis 1848 hatten sie eine Patrimonialgerichtsbarkeit II. Klasse für ihr Gut Neuendettelsau inne, dem 81 Familien angehörten.[60] Die gerichtliche Zuständigkeit ging 1848 an das Landgericht Heilsbronn über. Die Eybschen Untertanen bekamen die bisher bewirtschafteten Flächen gegen eine Ablöse zum Eigentum.[61]

Neuendettelsau im Wandel durch Löhes Wirken

Die Nikolaikirche und Pfarrhaus Neuendettelsau zur Zeit Löhes
Das neu gegründete Diakonissenhaus
Die Diakonissenanstalt im Jahr 1869

1837 kam Wilhelm Löhe (1808–1872) als Dorfpfarrer nach Neuendettelsau. 1849 gründete er die Gesellschaft für Innere und Äußere Mission und im Mai 1854 die Bildungsanstalt des weiblichen Geschlechts zum Dienste der Unmündigen und Leidenden, die heutige Diakonie Neuendettelsau.[62] Unter seiner Führung entstand ein Betsaal,[63] ein Diakonissenhaus mit Schule,[64] eine Blödenanstalt für Menschen mit Behinderung,[65] ein Magdalenium[66] und ein Frauen- und ein Männerhospital.[67] 1868/69 waren insgesamt 166 Frauen in der Diakonissenanstalt beschäftigt, einige von ihnen wurden auch in andere Orte ausgesandt.[68]

1846 gründete Friedrich Bauer (1812–1874), der mit Wilhelm Löhe befreundet war, in Nürnberg eine „Vorbereitungsanstalt“, an der Missionare ausgebildet wurden. 1853 zog die Anstalt nach Neuendettelsau um.[69] Bis 1913 wurden 512 Missionare ausgesandt, vornehmlich in die USA, nach Australien, Papua-Neuguinea und Brasilien.[70] Aus ihr ist die heutige Mission EineWelt hervorgegangen.

Unter Friedrich Meyer (1832–1891), dem Nachfolger Wilhelm Löhes, fällt die Gründung eines Feierabendhauses für alte, dienstunfähige Schwestern (1876), die Erweiterung der von Löhe gegründeten Industrieschule (1878), der Erwerb des Gasthauses „Zum Anker“ (1880), das zugleich auch als Postexpedition diente, und der Bau einer eigenen Kirche (St. Laurentius) für die diakonische Gemeinschaft (1887).[71] Einen weiteren Aufschwung brachte die 1894 eröffnete Bahnstrecke Wicklesgreuth–Windsbach mit sich, durch die Neuendettelsau an die Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim angebunden wurde.[72] Unter Hermann Bezzel (1861–1917), dem dritten Rektor der Diakonissenanstalt, entstand 1903 die Höhere Töchterschule, aus dem sich später das Laurentius-Schulzentrum entwickelte.[73] So wurde die Diakonissenanstalt mit seinen zahlreichen sozialen Einrichtungen nach und nach zum Hauptarbeitgeber in Neuendettelsau. Aus der kleinen Landgemeinde, die über Jahrhunderte nie mehr als 400 Einwohner hatte und rein bäuerlich geprägt war, wurde ein ansehnliches, modernes Dorf mit etwa 2000 Einwohnern (Stand: 1910).[74]

Infolge des Ersten Weltkriegs wurden die große Glocke der Nikolaikirche in Neuendettelsau und die kleine Glocke der Laurentiuskirche in Wernsbach vom Kriegsamt beschlagnahmt und eingeschmolzen.[75] An Toten hatte der Kernort 51 zu beklagen. Ihnen zu Ehren wurde am 14. Oktober 1928 ein Kriegerdenkmal auf dem südlichen Kirchplatz der Nikolaikirche errichtet.[76]

1917 wurde die Azetylgasanlage der Diakonissenanstalt, die zur Beleuchtung durch Laternen genutzt wurde, ins Dorf verlängert.[77] Im November 1922 wurde Neuendettelsau an die elektrische Leitung des bayerischen Überlandwerks angeschlossen.[78] Am 26. Januar 1925 wurde mit dem Bau der Kanalisation begonnen. Der Hauptkanal führte in der Heilsbronner Straße beginnend durch die Hauptstraße bis fast zum Friedhof. Von dort liefen die Abwässer zum Wernsbacher Weiher. Die Arbeiten wurden am 22. Mai vollendet.[79] 1929 wurde am Waldrand in Richtung Altendettelsau ein modernes Schwimmbad errichtet. Der Wasserzulauf kam aus einer kleinen Quelle.[80]

1930 umfasste die Neuendettelsauer Diakonissenanstalt folgende Einrichtungen: Mutterhaus für die Diakonissen mit Diakonissenschule, Industrieschule mit Pensionat für konfirmierte Mädchen, die in Haus- und Handarbeiten unterwiesen werden, Höhere Töchterschule, Lehrerinnenseminar, Kindergärtnerinnenseminar, Feierabendhaus für dienstunfähige Schwestern, „Blödenanstalt“, psychopathisches Asyl für schwer erziehbare Kinder, Rettungshaus für verwahrloste Mädchen (Magdalenium) mit Staatserziehungsanstalt, Missionsanstalt, Brüderhaus, Alter Dorfkirchhof mit Löhes Ruhestätte; vor dem Mutterhause steht seine Marmorbüste; Hostienbäckerei.[81]

Zeit des Nationalsozialismus

Verlegung von Behinderten im Rahmen der Euthanasie-„Aktion T 4“ aus der Pflegeanstalt „Schloß“ Bruckberg der Diakonissenanstalt Neuendettelsau in staatliche Heil- und Pflegeanstalten (Frühling 1941)
Mahnmal für die Zwangsarbeiter der Muna
Mahnmal für die Euthanasieopfer
Die Kapitulation am 18. April 1945

Bei der Reichstagswahl im Mai 1924 erhielt der rechtsextreme Völkische Block in Neuendettelsau 264 Stimmen und damit einen Anteil von 28,0 %, womit das Wahlergebnis für Franken mit 20,7 % deutlich übertroffen wurde. Dieses überdurchschnittliche Ergebnis dürfte wahrscheinlich in Zusammenhang mit einer Wahlempfehlung von Hans Lauerer, dem damaligen Rektor der Diakonissenanstalt, stehen, der die Diakonissen, die die größte Wählergruppe in Neuendettelsau stellten, nachgekommen sind.[82]

Nach der Wiedergründung der NSDAP im Jahr 1925 gab es in Neuendettelsau nur einzelne Parteimitglieder, die zunächst zur Ortsgruppe Ansbach gehörten. Am 29. September 1927 wurde unter Hans Fronmüller die NS-Ortsgruppe Neuendettelsau gegründet, die aber bis 1930 trotz unermüdlicher Parteiarbeit nur ca. 20 Mitglieder zählte und zeitweise an die Ortsgruppe Windsbach angegliedert wurde.[83] Bei der Reichstagswahl 1930 erzielte die NSDAP in Neuendettelsau mit 348 Stimmen einen Anteil von 32 %, womit wiederum das Ergebnis für Franken deutlich übertroffen wurde. Noch extremer fiel das Ergebnis der Reichstagswahl Juli 1932 aus: Dabei erhielt sie 700 Stimmen und damit einen Anteil von 66,6 %, während in Franken der Anteil mit 39,8 % ungefähr dem Reichsdurchschnitt von 37,3 % entsprach.[84]

Die Machtergreifung Hitlers am 28. Februar 1933 wurde auch von der Kirche begrüßt. Zum 44. Geburtstag Adolf Hitlers am 20. April 1933 wurde vom Neuendettelsauer Missionar Christian Keyßer ein Hitler-Lied gedichtet.[85] Am 7. Mai 1933 wurde eine „Hitler-Eiche“ auf einem Grundstück der Diakonissenanstalt feierlich gepflanzt. Die Feier selbst wurde von den Schülerinnen der Anstalt ausgestaltet.[86] Von Friedrich Eppelein, dem Leiter der Missionsanstalt, und von Pfarrer Helmut Kern wurden bereits seit 1930 Volksmissionsveranstaltungen zugunsten der NSDAP durchgeführt.[87] Das wohlwollende Verhalten der Kirche, die sich auf den Artikel 24 des NS-Parteiprogramms („positives Christentum“) berief, wurde vom Neuendettelsauer NS-Regime nicht erwidert. 1935 wurde Missionsdirektor Eppelein von der NSDAP ausgeschlossen, 1936 wurde Seminardirektor Adolf Burkert von der SA ausgeschlossen, 1936 wurden Hans Lauerer und Eppelein von der Reichspressekammer ausgeschlossen, wodurch ihnen das Publizieren verboten war.[88] Von besonderer Naivität zeugten die Anstrengungen von Burkert und Eppelein, ihren jeweiligen Ausschluss rückgängig zu machen in der Meinung, den Nationalsozialismus von innen im christlichen Geist beeinflussen zu können.[89] Dass die Kirche keinen Sonderstatus mehr im Nationalsozialismus hatte, zeigte sich auch in den Beschlagnahmungen verschiedener Einrichtungen der Diakonissenanstalt (Lehrerinnenseminar, Kapitelsaal, Gemeindehaus, Friedenshort, Schulgebäude) und der Gesellschaft für Mission, um diese für eigene Zwecke zu gebrauchen.[90]

Bereits am 1. August 1933 wurden durch Gemeinderatsbeschluss drei Ortsstraßen umbenannt: Die Hauptstraße wurde zur Adolf-Hitler-Straße, die Blumenstraße zur Hermann-Göring-Straße und die Rosenstraße zur Julius-Streicher-Straße.[91]

1934 erwarb das Deutsche Reich von der Erbengemeinschaft Kurt und Otto von Eyb den Neuendettelsauer Wald (im Volksmund „Baronswald“ genannt). Das Gebiet wurde durch Zukäufe von Privateigentümern im Bereich Kreuzlach und Schlauersbacher Straße erweitert. Im September 1934 begannen die Bauarbeiten für die Munitionsanstalt 2/XIII, kurz Muna genannt, die bis 1939 andauerten und ein Gesamtvolumen von 5,2 Millionen RM erreichten. Von 1935 bis 1945 war die Muna in Betrieb. In den Hauptstoßzeiten waren dort bis zu 2000 Arbeiter beschäftigt, seit Kriegsbeginn auch zahlreiche Zwangsarbeiter aus Polen – später auch aus der Sowjetunion.[92]

In Einzelfällen erwiesen die Bürger Neuendettelsaus Zivilcourage, indem sie den Zwangsarbeitern der Muna – trotz Androhung von Strafe – Lebensmittel zukommen ließen oder Behinderte durch Entlassung oder Verlegung vor dem Abtransport im Rahmen der „Aktion T4“ (Ausrottung lebensunwerten Lebens) 1940/41 zur NS-Tötungsanstalt Hartheim bewahrten.[93][94] Ansonsten gab es in Neuendettelsau keinen nennenswerten Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Als Mahnmal der Euthanasieopfer steht heute der Gute Hirte bei der St.-Laurentius-Kirche.

Im September 1943 wurden zwischen dem Krankenhaus und dem Birkenhof eine schwere Bombe und etwa 20 kleinere Brandbomben abgeworfen. Die schwere Bombe explodierte erst nach 20 Stunden. Verletzt wurde dabei niemand.[95] Am 2. Januar 1945 erfolgte durch die Royal Air Force ein Großangriff auf Nürnberg mit über 1000 Bombern. Hunderte von den Ausgebombten kamen nach Neuendettelsau und suchten dort ein Unterkommen.[96] Am 17. April 1945 wurde die Muna in einem zweistündigen Fliegerangriff der Amerikaner bombardiert. Dabei wurden einige Bunker getroffen, durch die Druckwelle der Explosionen kam es auch zu leichten Beschädigungen im Kernort.[97] Am 18. April 1945 fiel der Ansbacher Apotheker Karl Schüle in die Hände einer Einheit der 12. US-Panzerdivision „Hellcats“, die ihm den Auftrag erteilten, dass Neuendettelsau von Militärpersonen freizumachen sei. Vom Neuendettelsauer Verwaltungs-Oberinspektor Konrad Raum und den Gemeindevertretern wurde noch am selben Tag die bedingungslose Kapitulation beschlossen, obwohl in den benachbarten Orten Fischbach und Elpersdorf noch SS-Einheiten stationiert waren.[98] Spähtrupps dieser Einheiten entfernten tags darauf die weißen Fahnen in Neuendettelsau und wollten die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, jedoch ohne Erfolg. Als eine der letzten Maßnahmen wurde ein Zug mit Munition beladen und bei Wernsbach in die Luft gesprengt. Am 21. April wurde Neuendettelsau schließlich von den amerikanischen Einheiten besetzt. Anfangs kam es in Einzelfällen zu Übergriffen der amerikanischen Soldaten auf die Bevölkerung.[99] Die Kirchengemeinde Neuendettelsau mit ihren Filialen Wernsbach und Reuth hatte 118 gefallene und 45 vermisste Soldaten zu beklagen,[100] die Diakonissenanstalt 27 gefallene und 5 vermisste Soldaten[101] und die Missionsanstalt 7 gefallene und 1 vermisster Soldat.[102]

Nachkriegszeit und Gegenwart

Neuendettelsau in den 1970er Jahren

Nach dem Kriegsende besetzten die amerikanischen Streitkräfte die Muna und richteten eine Signal Corps School ein. Auch von der STEG (Staatliche Erfassungsstelle für öffentliches Gut m.b.H.) wurde die Muna genutzt. Hauptaufgabe war die Entschärfung und Sprengung der verbliebenen Munitions- und Sprengstoffteile.[103] Im November 1948 gab die amerikanische Militärregierung das Gelände der ehemaligen Luftmunitionsanstalt rückwirkend zum 1. Juli 1948 an die deutschen Behörden zurück. [104] Im Februar 1949 beendete die STEG ihre Arbeit in der Muna.[105] Nun konnte mit der Umwidmung des großflächigen Munaareals begonnen werden.

Ab Mai 1949 nutzte die 1947 gegründete Augustana-Hochschule einen Teil der Baracken als Studentenwohnheime und Vorlesungssäle. Der größte Teil der Muna wurde an über ein Dutzend Gewerbebetriebe verkauft, die bedeutendsten waren die Strumpffabrik Kurt Tauscher, deren Inhaber vor dem Krieg schon eine Fabrik in Oberlungwitz hatte, und das Baugeschäft Peter Beil.[106] 1958 richtete die Zollhundeschule einen Standort in Neuendettelsau ein und nutzte vor allem auch das im Wald gelegene Bunkergelände für die Ausbildung ihrer Spürhunde. Auch der Wertstoff- und Bauhof der Gemeinde nutzte einen Teil der bestehenden Gebäude und Flächen der Muna.[107]

Wesentlich verändert wurde das Ortsbild durch den Zuzug von über 1500 Kriegsflüchtlingen. Lebten 1939 noch 2930 Personen in Neuendettelsau,[108] so waren es 1946 bereits 4063[108] und 1950 4491.[109] Da sich unter den Flüchtlingen über 1000 Katholiken befanden,[110] wurde der Bau einer katholischen Kirche notwendig. 1961 wurde die Franziskuskirche im südlich vom Kernort neu erschlossenen Siedlungsgebiet (Blumen- und Baumsiedlung) errichtet.[111] Im Zeitraum von 1957 bis 1963 wurden die bis dahin unbefestigten Innerortsstraßen ausgebaut und mit Gehwegen versehen. Auch das Stromnetz musste ausgebaut werden, da sich der Stromverbrauch von 500.000 kWh im Jahr 1951 auf 4.489.800 kWh im Jahr 1963 fast verneunfacht hatte.[112] In diesem Zeitraum wandelte sich Neuendettelsau vollends vom landwirtschaftlich geprägten Ort zum Industriestandort,[113] ganz im Gegensatz zu den Ortsteilen, die sich kaum verändert haben.

Im Jahre 2002 erschütterte ein Umweltskandal die Gemeinde. Ein Landwirt aus dem Ortsteil Reuth hatte unter anderem von den Unternehmen Ford und Agfa Giftmüll angenommen, um diesen in seiner Biogasanlage zu vergären. Die Reste der Vergärung brachte er auf seine Felder aus, was eine Verseuchung des Bodens zur Folge hatte.[114][115] Das zuständige Landratsamt Ansbach hatte die Entsorgung des Giftmülls in der Biogasanlage teilweise genehmigt.

Eingemeindungen

Die Eingemeindungen im Zuge der Gebietsreform fanden an den Stichtagen 1. Juli 1971 und 1. Januar 1972 statt.[116]

Gemeinde Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Bemerkungen
Aich 343 1. Januar 1972 mit Birkenhof, Geichsenhof, Geichsenmühle, Hammerschmiede, Mausendorf und Mausenmühle
Altendettelsau 172 1. Januar 1972 Eingliederung von Froschmühle (5 der 172 Einwohner), Umgliederung der anderen Orte (Altendettelsau und Ziegendorf) nach Petersaurach
Bechhofen bei Windsbach 128 1. Juli 1971
Haag 225 1. Januar 1972 mit Jakobsruh, Reuth, Steinhof und Steinmühle
Wernsbach bei Windsbach 372 1. Januar 1972 Eingliederung des Ortes Wernsbach (134 der 372 Einwohner), Umgliederung der anderen Orte (Neuses und Wernsmühle) nach Windsbach
Wollersdorf 181 1. Januar 1972 mit Watzendorf

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung der Gemeinde Neuendettelsau im Zeitraum von 1840 bis 2016

Bis zur Gebietsreform (1972) war Neuendettelsau die größte Gemeinde im Landkreis Ansbach. Derzeit (Stand: 2016) ist sie mit 7674 Einwohnern die sechstgrößte Gemeinde.[117] Neuendettelsau selbst ist der viertgrößte Ort im Landkreis Ansbach.

Gemeinde Neuendettelsau

Jahr 1987 1991 1995 2000 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Einwohner 6448 7090 7583 7669 7853 7832 7773 7809 7766 7435 7407 7535 7585 7674 7807
Häuser[118] 1192 1621 1632 1644 1660 1678 1699
Quelle [119] [120] [120] [120] [120] [120] [120] [120] [120] [120] [120] [120]

Ortsteil Neuendettelsau (=Gemeinde Neuendettelsau bis zur Gebietsreform)

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2013
Einwohner 403 427 454 610 594 751 785 857 959 1106 1260 1367 1451 1695 1934 2152 2284 2568 2930 4063 4491 4702 5268 5509 5513 6725
Häuser[118] 81 86 108 123 158 229 303 461 976
Quelle [121] [122] [108] [108] [123] [108] [124] [108] [74] [125] [74] [74] [126] [74] [74] [74] [127] [74] [74] [74] [109] [74] [59] [128] [119] [129]
Zu der Einwohnerentwicklung der Ortsteile siehe die jeweiligen Artikel.

Religion

Ursprünglich war St. Nikolai in Neuendettelsau eine Filiale der Pfarrei St. Peter in Petersaurach.[130] Am 2. Oktober 1402 wurde St. Nikolai durch Bischof Johann von Würzburg zur Pfarrkirche erhoben und von Petersaurach abgetrennt. Das Patronatsrecht hatte ursprünglich das Ansbacher Gumbertusstift, seit 1518 die Herrschaft von Eyb.[131] 1528 hielt die Reformation in Neuendettelsau Einzug. Der damalige Pfarrer Sixtus Közler wurde seines Amtes enthoben und durch den Lutheraner Leonhard Windisch ersetzt.[132] Über die Kirchenhoheit lagen die Herren von Eyb mit Brandenburg-Ansbach beständig im Streit. Dieser konnte erst 1724 durch einen Rezess beigelegt werden, der den Herren von Eyb das Besetzungsrecht der Pfarrstelle sicherte, während den Markgrafen das Examinationsrecht zugestanden wurde.[131]

1810 wurde St. Laurentius (Wernsbach) zur Filiale von Neuendettelsau. 1848 wurde St. Kunigund (Reuth), ursprünglich eine Filiale von Weißenbronn, von dort abgetrennt und der Pfarrei Neuendettelsau zugeordnet.[131]

Durch das Wirken Wilhelm Löhes und seiner Nachfolger wuchs Neuendettelsau rasch. Da die Diakonissen keinen Platz mehr in der kleinen Dorfkirche fanden, wurde 1860 für sie ein Betsaal errichtet. Da die Schwesternschaft stetig weiter wuchs, wurde dieser bereits 1887 durch die neu errichtete Laurentiuskirche ersetzt.[133] 1899 musste die alte Dorfkirche von Neuendettelsau abgerissen werden, da sie für die Kirchengemeinde nicht mehr genügend Platz bot. An ihrer Stelle wurde eine Kirche im neuromanischen Stil errichtet, die am 7. Juli 1901 geweiht wurde.

In Neuendettelsau gab es seit der Reformation nur vereinzelt Katholiken. Diese wurden 1913 der Pfarrei St. Vitus (Veitsaurach) zugewiesen.[134] Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl der Katholiken durch Kriegsflüchtlinge allein in Neuendettelsau auf 1000 an.[110] Deswegen wurde die Kuratie Neuendettelsau-Petersaurach gebildet, die zur Pfarrei Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gehörte. 1961/62 wurde die Franziskuskirche errichtet.[111] Seit dem 25. Januar 1976 ist St. Franziskus eine eigenständige Pfarrgemeinde im Bistum Eichstätt.[135]

Angehörige anderer Religionsgemeinschaften gab es lange Zeit nur vereinzelt. Dies änderte sich erst, als ab den 1950er Jahren Gastarbeiter – vornehmlich aus Italien, Griechenland und der Türkei – kamen.[136] Seit den 2000er Jahren sind beim Diakoniewerk Neuendettelsau Rumänen beschäftigt oder in Ausbildung. Seit 2014 leben in Neuendettelsau auch Migranten vornehmlich aus Syrien und Eritrea. Religiöse Einrichtungen anderer Glaubensgemeinschaften gibt es in Neuendettelsau jedoch nicht. Es wurden lediglich bis 2014 rumänisch-orthodoxe Gottesdienste gastweise in der Laurentiuskirche abgehalten.[137]

Politik

Rathaus
Brunnenanlage im Rathausinnenhof
Säule zu Ehren der Gemeindepartnerschaft Neuendettelsau-Treignac

Von 1862 bis 1879 unterstand Neuendettelsau in der Verwaltung dem Bezirksamt Heilsbronn, seit 1880 dem Bezirksamt Ansbach (1938 in Landkreis Ansbach umbenannt). In der Finanzverwaltung unterstand es dem Rentamt Heilsbronn (1920–1929: Finanzamt Heilsbronn, ab 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, 1880–1956 Amtsgericht Heilsbronn, seit 1956 Amtsgericht Ansbach.[58]

Bürgermeister

Name Anmerkung Partei Amtszeit Quelle
Johann Martin Ordner um 1846 [122]
Konrad Wörrlein um 1856 [138]
Georg Brunner um 1864 [139]
Andreas Vollet (1842–1893) Landwirt 1876–1893 [140]
Simon Heckel 1894–1895
Johann Koch (1857–1925) Schreinermeister 1895–1911 [140]
Johann Kolb (1870–1944) Posthalter und Kaufmann CSVD 1912–1933 [140]
Hans Loscher (1885–1940) Zimmermeister NSDAP 1933–1940 [140]
Adolf Traunfelder (1899–1975) Lehrer NSDAP 1940–1945 [140]
Hans Högner (1888–1946)* Baumeister 1945 [140]
Michael Errerd (1898–1978) Landwirt CSU 1945–1956 [140]
Alfred Kolb (1909–1998) Landwirt CSU 1956–1972 [140]
Hermann Schreiber (* 1938) Oberregierungsrat CSU 1972–1990 [140]
Klaus Klenner Regierungsdirektor CSU 1990–1996
Hans-Werner Landshuter (1944–2017) Reg.-Amtsrat, Dipl.-Verw.-Wirt (FH) SPD 1996–2008
Gerhard Korn (* 1961) Bauingenieur, Diplom-Ing. (FH) CSU seit 2008
* von der US-Militärregierung zum Bürgermeister bestellt

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat (einschl. des 1. Bürgermeisters) 21 Mitglieder:

Wahltag CSU SPD FW Grüne FDP Gesamt Listenverbindungen
16. März 2014 08 5 3 4 1 21
02. März 2008 10 7 1 2 1 21 CSU & FDP
03. März 2002 07 8 3 2 1 21 SPD & Grüne

Haushalt und Finanzen

Im Jahr 2016 betrugen die Bruttoausgaben der Gemeinde 17.994.000 Euro. Demgegenüber standen Einnahmen in Höhe von 19.367.000 € (Gemeindesteuer: 6.184.000 €, Steuereinnahmekraft: 6.280.000 €, Steuerkraftmesszahl: 4.552.000 €, Gemeindeschlüsselzuweisungen: 2.351.000 €). Betrug die Gesamtverschuldung 2013 noch 5.183.000 €, so konnte diese 2016 auf 639.000 € gesenkt werden, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 83 Euro entspricht.[141]

Wappen

Wappen der Gemeinde Neuendettelsau

Die Gemeinde Neuendettelsau führt seit dem 17. März 1960 ein eigenes Wappen. Die Wappenbeschreibung lautet: „Über silbernem Schildfuß, darin eine rote Muschel, in Blau die mit goldenem Ring umgebene silberne Lutherrose mit herzförmigem rotem Butzen, darin ein schwarzes Kreuz.“

Die Muschel im Schildfuß ist eine Pilgermuschel, dem Familienwappen der Freiherren von Eyb entnommen, die seit 1518 in Neuendettelsau ansässig ist. Die Lutherrose wurde gewählt, weil die Ortsgeschichte seit Wilhelm Löhe stark von dem kirchlichen Leben der evangelisch-lutherischen Kirche geprägt wird.[142]

Gemeindepartnerschaft

Seit 1996 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit Treignac, einer kleinen Landgemeinde mit ca. 1400 Einwohnern im Département Corrèze in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Raumordnung

Von 2004 bis 2016 war Neuendettelsau Teil der Kommunalen Allianz (Komm,A), zu der auch die politischen Gemeinden Bruckberg, Dietenhofen, Heilsbronn, Petersaurach und Windsbach gehörten. Seit 2016 ist die Gemeinde Teil der Allianz Kernfranken[143], die aus dem Zusammenschluss von Komm,A und LiSa (Lichtenau, Sachsen b. Ansbach) entstand. Seit 2016 bilden die Gemeinden Neuendettelsau und Heilsbronn ein sogenanntes Mittelzentrum.

Bürgerbeteiligung

In Neuendettelsau gibt es auch einen Jugendrat bestehend aus neun Mitgliedern, der alle drei Jahre neu gewählt wird,[144] und einen Seniorenbeirat bestehend aus zehn Mitgliedern, die von den mit Seniorenarbeit befassten örtlichen Vereinen, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Seniorengruppen und Altenpflegeeinrichtungen vorgeschlagen werden.[145] Beide können Vorschläge und Anträge an die Mandatsträger des Gemeinderats richten.

Kultur

Sehenswürdigkeiten

Neuendettelsauer Schloss

Auf dem Gemeindegebiet gibt es derzeit 23 Baudenkmäler, davon 13 im Kernort Neuendettelsau. Die ältesten sind das ehemalige Wasserschloss Neuendettelsau, das im Kern spätmittelalterlich ist, und die Filialkirchen St. Laurentius in Wernsbach (13.–15. Jahrhundert) und St. Kunigund in Reuth (1453). Von dem ursprünglichen Ortsbild des Kernortes und seiner Ortsteile ist – mit Ausnahme des Bäckerhauses – nichts mehr erhalten geblieben.

Ausführlichere Informationen finden sich in der Liste der Baudenkmäler in Neuendettelsau. Dort sind auch die einzelnen Baudenkmäler verlinkt, soweit es dazu eigene Artikel gibt.

Museen

Löhe-Zeit-Museum
  • Das EMMA-Museum in Watzendorf informiert zur Geschichte des Ortes und bietet eine Ausstellung von originalen Gerätschaften aus der Zeit vor dem elektrischen Strom.
  • Das Löhe-Zeit-Museum in Neuendettelsau (Standort), das 1998 ins Leben gerufen wurde, ist ein sozialgeschichtliches Museum, das das Leben der dort ansässigen Bevölkerung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt. Als einziges Museum Bayerns thematisiert das Museum die fränkische Auswanderung nach Amerika. Daneben gab es bislang 47 Sonderausstellungen, die sich mit Gegenständen und Ereignissen aus der Lokalgeschichte befassten.[146]
  • einBlick (Standort) ist eine Daueraustellung der Mission EineWelt, die anhand von Fotos, Kunst- und Alltagsgegenständen und Filmclips das Leben der Menschen der Partnerkirchen in Asien, Südamerika und Afrika vorstellt.[147]

Vereine

Gründungsmitglieder des Neuendettelsauer Posaunenchors
Freiwillige Feuerwehr Wollersdorf-Watzendorf auf dem Festumzug der Neuendettelsauer Kirchweih 2013
Rettungswache des BRK Neuendettelsau

In Neuendettelsau mit seinen Ortsteilen gibt es insgesamt 45 Vereine und Verbände.[148]

  • Der Posaunenchor Neuendettelsau wurde 1865 gegründet und ist damit der älteste Posaunenchor Bayerns. Die Bläser setzten sich aus der Kirchengemeinde, der Missionsanstalt und der Neuendettelsauer Brüderschaft zusammen.[149]
  • Der Männergesangsverein Neuendettelsau wurde 1882 gegründet und ist mittlerweile zum gemischten Chor geworden. 2014 wurde der Chor mit dem Prädikat Leistungschor ausgezeichnet.[150]
  • Die Freiwillige Feuerwehr Neuendettelsau wurde am 8. September 1895 gegründet. Sie hatte damals 35 Mitglieder. An Geräten standen eine Saug- und Druckpumpe, Hängeleitern, Schläuche und Schlauchhaspeln zu Verfügung. Sie waren im Feuerwehrgerätehaus an der Ecke Heilsbronner Straße/Haagerstraße untergebracht, ab 1954 Reuther Straße 8.[151] Heute hat die Freiwillige Feuerwehr 70 aktive Mitglieder. Außerdem gibt es die Jugendfeuerwehr und eine Blaskapelle. Die Feuerwehr verfügt über sieben Fahrzeuge (Kommandowagen, Mehrzweckfahrzeug, Löschgruppenfahrzeug 20, Löschgruppenfahrzeug 16/12, Tanklöschfahrzeug 16/25, Drehleiter DL(A)K 23/12, Rüstwagen RW 2) sowie zwei Anhänger (Verkehrssicherungsanhänger, Mehrzweckanhänger). Das Gerätehaus befindet sich seit 2002 an der Haager Straße.[152]
  • Aich/Mausendorf, Bechhofen, Haag/Reuth, Wollersdorf/Watzendorf haben eigene Freiwillige Feuerwehren.
  • Der TSC Neuendettelsau e. V. wurde 1922 gegründet. Er hat derzeit neun Abteilungen (Badminton, Fußball, Unified, Herzsport, Karate, Leichtathletik, Tennis, Tischtennis, Turnen) mit insgesamt über 1500 Mitgliedern (Stand 2005). Die Turnabteilung hat durch ihre acht gewonnenen deutschen Meisterschaften (2002–2009) überregionale Bekanntheit erlangt. Das Dojo Gomekan (Karateabteilung, Stilrichtung Shotokan) war bislang dreimal Austräger des sogenannten Bayerischen Breitensportweekends (2001, 2003, 2005), bei dem Lehrgänge mit international bedeutsamen Sensei stattfanden.[153]
  • Der Schießsportverein SV Edelweiß 1922 e. V. Neuendettelsau bietet Luftgewehr- Böller- und Bogenschießen an.[154]
  • Der Amadeus-Chor wurde 1970 von Karl-Friedrich Beringer gegründet. Heute besteht der gemischte Chor aus 35 Mitgliedern. Der Schwerpunkt der Chorarbeit liegt auf zeitgenössischer und Chormusik der Romantik. Der Amadeus-Chor tourt deutschlandweit. Von seinen Auftritten gibt es einige CD-Aufnahmen. Der Chor ist Mitglied des Verbandes Deutscher Konzertchöre.[155]
  • Die Amateur-Funksportgruppe Neuendettelsau wurde 1972 gegründet. Sie nutzt die Räumlichkeiten eines Gebäudes, das zur NS-Zeit zur Munitionsfabrik Neuendettelsau gehörte.[156]
  • Das BRK Neuendettelsau wurde 1973 gegründet. Es gehört zum Kreisverband Ansbach des Bayerisches Roten Kreuzes und hat im Ort eine Rettungswache mit mehreren Rettungs-, Notarzt- und Krankentransportwägen.
  • Das Pazifik-Netzwerk e. V. wurde 1988 gegründet und hat derzeit deutschlandweit 200 Mitglieder. Es ist gemeinsam mit Mission EineWelt, dem Evangelischen Missionswerk, dem Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit, dem Leipziger Missionswerk und Missio München Träger der Pazifik-Informationsstelle, die zu den pazifischen Ländern Veranstaltungen, Ausstellungen plant und Publikationen herausgibt.[157]
  • Der Diakonieverein Neuendettelsau wurde 1991 gegründet. Der Verein hat etwa 300 Mitglieder. Gefördert werden ambulante Dienste, aber auch Hausaufgabenhilfe und Sprachkurse für ausländische Mitbürger.[158]
  • Der Heimat- und Geschichtsverein Neuendettelsau und Umgebung e. V. wurde ebenfalls 1991 gegründet. Der Verein gibt in unregelmäßigen Abständen die Neuendettelsauer Hefte heraus und hat das Löhe-Zeit-Museum ins Leben gerufen.

Medien

An Medien stehen das Amts- und Mitteilungsblatt der Gemeinde Neuendettelsau und die Habewind News – Unsere Fränkische Heimat zur Verfügung. Beide Blätter werden 14-täglich kostenlos an alle Haushalte verteilt. Das Gemeindeblatt informiert über die Vorhaben der Gemeinde, aktuelle Ereignisse und Veranstaltungen der Gemeinde Neuendettelsau. Die Habewind News informieren auch über aktuelle Ereignisse und Veranstaltungen der Nachbargemeinden von Neuendettelsau.

Freizeit- und Sportanlagen

  • Alfred-Kolb-Sportzentrum (Standort) mit Außenanlage für Fußball und Leichtathletik und Mehrzweckturnhalle. Benannt wurde es nach dem Neuendettelsauer Bürgermeister Alfred Kolb.
  • Zwei Fußballplätze und ein Tennispark (Standort). Das erste Fußballfeld wurde bereits 1924 durch ehrenamtliche Arbeit errichtet.[80]
  • Das Jugendzentrum Neuendettelsau (Standort) bietet Kindern und Jugendlichen ein vielfältiges Freizeitangebot.
  • Freizeitbad Novamare (Standort)[159]

Regelmäßige Veranstaltungen

Neuendettelsauer „Kärwaboum“ mit einem Kirchweihbaum
  • Der Termin des Frühlingsfestes richtet sich nach dem dritten Sonntag des Monats April und dauert von Donnerstagabend bis Montagabend. Die Unterhaltungsangebote sind am Sternplatz aufgebaut.
  • Die Kirchweih findet immer am ersten Sonntag des Monats Juli statt und ist eigentlich die Kirchweih der St.-Nikolai-Kirche. Der Termin richtet sich nicht, wie es im Allgemeinen üblich ist, nach dem Gedenktag des Kirchenpatrons, sondern nach dem Einweihungsgottesdienst der Kirche, der am 7. Juli 1901 stattfand. Die alljährlichen Kirchweihaktivitäten beginnen am Donnerstag mit dem Böllerschießen am Bahnhof. Am Freitag erfolgt der offizielle Bieranstich durch den Bürgermeister. Am Samstagnachmittag wird der Kirchweihbaum bei der Gaststätte Lindenallee aufgestellt, samstagnachts findet die „ChurchNight“ statt. Höhepunkte des Sonntags sind der Festgottesdienst am Morgen und der Neuendettelsauer Kirchweihlauf und Kirchweihumzug am Nachmittag. Am Montagabend wird die Kirchweih nach fränkischem Brauch begraben.
  • Das Fest der Weltweiten Kirche wird jährlich am zweiten Sonntag des Monats Juli von Mission EineWelt veranstaltet. Am Samstagabend beginnt das Fest mit der „Lila Nacht“, einem Picknick mit Open-Air-Konzerten. Am Sonntag geht es um 10 Uhr weiter mit einem Festgottesdienst in der St.-Nikolai-Kirche. Anschließend startet ein Festprogramm mit vielen Angeboten: Musik auf zwei Bühnen, Infoständen, Workshops und Mitmach-Aktionen für Erwachsene und Kinder.
  • Das Neuendettelsauer Dorffest findet jährlich am dritten Sonntag des Monats September statt. Es wird gemeinsam von den Vereinen, Verbänden und Gewerbetreibenden veranstaltet.
  • Der Neuendettelsauer Weihnachtsmarkt findet am dritten Adventswochende am Sternplatz statt. Samstagnachmittags wird er durch das Neuendettelsauer Christkind und dem Bürgermeister eröffnet. Es gibt verschiedene Stände, die von den Neuendettelsauern Vereinen und Verbänden betrieben werden.

Wirtschaft

Dreschmaschine vor der Rottler’schen Scheune (Bahnhofstr. 10) in Neuendettelsau
Hopfensiegel der Gemeinde Neuendettelsau

Landwirtschaft

Bis zum Wirken Wilhelm Löhes (ab 1837) war Neuendettelsau ein reines Bauerndorf.[160] Es gab zu dieser Zeit nur einen Ganzhof und fünf Halbhöfe. Die meisten waren Kleinbaueren: 13 von ihnen bewirtschafteten Viertelhöfe, 28 Achtelhöfe und 16 sogar noch kleinere Parzellen.[54] Östlich und westlich des Dorfes befand sich ursprünglich eine Gewannflur, die in Dreifelderwirtschaft bearbeitet wurde, nördlich und südlich des Ortes hingegen gab es eine Blockflur. Die Böden von Neuendettelsau lagen im unteren Bereich der Bonitäts-Skala, ganz im Gegensatz zu den benachbarten Orten. Deswegen wurde der Ort häufig als „Bettelhöhe“ verspottet.[161]

Nach den Montegelas’schen Gütererhebungen von 1811 zählte Neuendettelsau zu dem Raum mit dem höchsten Anteil an Roggenanbau.[162] Ursprünglich spielte auch der Weinbau eine Rolle, wovon noch der Flurname Am Weingarten zeugt. Dieser wurde später durch den Hopfenanbau ersetzt. Der Flachsanbau spielte nur eine untergeordnete Rolle.[163]

1891 schlossen sich die Landwirte aus Neuendettelsau und Umgebung zur Dreschgenossenschaft zusammen, durch die es möglich war, eine kostspielige dampfgetriebene Dreschmaschine zu betreiben. Es folgten zwei weitere Dreschgenossenschaften (1910 und 1926), eine Fäkalienverwertungsgenossenschaft (1908), eine Milchablieferungsgenossenschaft (1939), eine Zuchtgenossenschaft (1948), eine Kartoffeldämpfgenossenschaft (1948), eine Getreideputzgenossenschaft (1960) und eine Holzspaltgenossenschaft (1979). Gab es 1920 noch 125 landwirtschaftliche Betriebe, so ging die Zahl in den 1960er auf ca. 50 zurück,[164] 1998 waren es sogar nur noch 2½. Dadurch kam auch das Genossenschaftswesen zum Erliegen.[165]

Im gesamten Gemeindegebiet gibt es derzeit (Stand: 2010) 46 landwirtschaftliche Betriebe. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche beträgt 15,92 km², davon sind 3,52 km² Wiesen und Weiden und 12,35 km² Ackerland, die gleichermaßen zum Anbau von Getreide und Futterpflanzen genutzt werden. Daneben spielt die Tierhaltung noch eine Rolle, wobei die Rinder- und Schweinehaltung in den letzten zehn Jahren rückläufig ist (derzeit 1855 Rinder, 582 Schweine), die Haltung von Hühnern sich jedoch verdreifacht hat (derzeit 10167).[166]

Handwerksbetriebe und Industrieunternehmen

In einer Beschreibung um 1840 sind in Neuendettelsau folgende Gewerbe aufgeführt: 1 Brauer, 2 Wirte, 2 Bäcker, 1 Schmied, 2 Branntweinbrenner, 1 Büttner, 2 Krämer, 1 Schnittwarenhändler, 3 Leinweber, 3 Metzger, 1 Sattler, 3 Schneider, 1 Schreiner, 4 Schuhmacher, 1 Strumpfwirker, 1 Wagner und 1 Zimmermeister.[122] Diese Gewerbe wurden meist neben der landwirtschaftlichen Tätigkeit ausgeführt.

Nach einer Erhebung von 1939 arbeiteten nur 342 Personen in Betrieben. Zu den größeren Unternehmen zählten die 1893 gegründete Baufirma Hans Högner und das 1913 gegründete Sägewerk mit Zimmerei Loscher. Insgesamt gab es 44 Handwerksbetriebe, 14 Textil-, Kolonial- und andere Betriebe, 2 Bauunternehmen, 5 Gastwirtschaften. Groß- und Mittelbetriebe gab es nicht. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Neuendettelsau ein aufstrebender Industrieort, der den rund 1500 Kriegsflüchtlingen in Neuendettelsau einen Arbeitsplatz gab. 1960 gab es bereits 3 Großbetriebe, 2 Mittelbetriebe und 14 Kleinbetriebe, daneben 3 Bauunternehmen, 55 Handwerksbetriebe, 21 Textil-, Kolonial- und andere Betriebe und 6 Gastwirtschaften mit insgesamt 1325 Beschäftigten. Zu den größeren Arbeitgebern zählten 1960 die Radio-Gehäusefabrik Johann Keil mit 600, die Strumpffabrik Tauscher mit 100, die Baufirma Högner mit 100, die Eisengießerei Sepp & Wechsler mit 60, die Firma Loscher mit 50 und die Kleiderfabrik Hans Löhr mit 40 Beschäftigten.[167] 1962 waren schließlich 44 % Industriebeschäftigten das Altlandkreises Ansbach in Neuendettelsau beschäftigt.[168]

Aktuell gibt es in Neuendettelsau 4 Gewerbeflächen (Fürschlag I-III, An der Haager Straße), 2 Gewerbeimmobilien (Gärtnerei Döbel, Gewerbeobjekt Bechhofener Straße) sowie 565 Firmen.[169]

Der Gewerbeverband Neuendettelsau gehört mit über 100 Mitgliedern zu den größten in Mittelfranken.

Diakoniewerk Neuendettelsau

Eine Sonderstellung nahm die 1854 von Wilhelm Löhe gegründete Diakonissenanstalt Neuendettelsau ein. In den von der Anstalt betriebenen Einrichtungen (Krankenhaus, Behindertenheime, Schulen) arbeiteten ursprünglich zum größeren Teil unentgeltlich Diakonissen und nur zum kleineren Teil die ortsansässige Bevölkerung. Erst mit den Rückgang der Diakonissen ab den 1960er Jahren wuchs die Zahl der Angestellten. Heute ist das Diakoniewerk mit über 1700 Arbeitsplätzen der größte Arbeitgeber im Ort.[170]

Infrastruktur

Medizinische Versorgung

Die Clinic Neuendettelsau deckt die Grund- und Regelversorgung ab. Das Krankenhaus hat folgende Fachrichtungen: Allgemeine Chirurgie, Augenheilkunde, Endokrinologie, Frauenheilkunde, Gastroenterologie, Hämatologie und internistische Onkologie, Innere Medizin, Transfusionsmedizin, Intensivmedizin, Palliativmedizin, Kardiologie, Visceralchirurgie und Unfallchirurgie.[171]

Es gibt eine Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes Neuendettelsau. Der Diakonieverein Neuendettelsau deckt die ambulante Versorgung von Pflegebedürftigen ab.

In Neuendettelsau gibt es drei Altenheime, wobei das Selma-Hafner-Heim nur für die Diakonissen zu Verfügung steht, das Therese-Stählin-Heim und das Bezzelheim für die gesamte Bevölkerung. Alle Heime bieten vollstationäre und Kurzzeitpflege an.[172] Das Christophorus-Heim bietet verschiedene Wohngruppen und eine Werkstatt für Menschen mit einer Behinderung an.

Neuendettelsau hat sechs Allgemeinärzte, drei Zahnärzte und Fachärzte für Augenheilkunde, Dermatologie, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Kardiologie, Neurologie und Orthopädie.

Wasserversorgung

Die erste Wasserleitung wurde 1902 bis in die Mitte des Dorfes verlegt, um im Brandfall Löschwasser zur Verfügung zu haben. Das Trinkwasser wurde jedoch nach wie vor aus Brunnen gewonnen.[173] Am 26. Januar 1925 wurde mit dem Bau der Kanalisation begonnen. Der Hauptkanal führte, in der Heilsbronner Straße beginnend, durch die Hauptstraße bis fast zum Friedhof. Von dort liefen die Abwässer zum Wernsbacher Weiher. Die Arbeiten wurden am 22. Mai vollendet.[79] 1935 wurde der erste Brunnen bei der Jakobsruh gebohrt und die Wasserleitungen wurden eingerichtet.[174] 1954 erfolgte eine weitere Brunnenbohrung in der Nähe der Jakobsruh.[175] 1960 wurden zwei Tiefbrunnen bei Schlauersbach gebohrt. 1963 betrug die Länge der Hauptrohrstränge 16 km.[112] In den 2010er Jahren ist ein weiterer Brunnen bei der Jakobsruh hinzugekommen und es wurden mittlerweile 70 km Versorgungsleitungen verlegt. Die Förderkapazität sämtlicher Brunnen betragen 450.000 Kubikmeter/Jahr. Zusätzlich stehen 100.000 Kubikmeter/Jahr aus der Reckenberg-Gruppe zu Verfügung.[176]

Bildung und Forschung

Laurentius-Schulzentrum, Neubau
Grund- und Mittelschule

Viele Bildungseinrichtungen gingen aus der Diakonie Neuendettelsau hervor oder wurden zumindest auf deren Initiative gegründet:

Außerdem gibt es noch folgende Bildungseinrichtungen:

Verkehr

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Autobahn A 6, die über die Staatsstraße 2410 erreicht werden kann. Diese führt von Windsbach kommend durch Reuth, an Geichsenhof vorbei nach Aich und weiter nach Heilsbronn. Die St 2223 verläuft von Windsbach kommend an Bechhofen vorbei nach Ansbach. Die Kreisstraße AN 14 führt von Schlauersbach durch Neuendettelsau zur St 2410, die AN 19 von Petersaurach durch Neuendettelsau nach Reuth. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Bechhofen, Wernsbach, Haag, Birkenhof und zur Froschmühle.

Neuendettelsau hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Wicklesgreuth–Windsbach, die eine Nebenbahn der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim ist. Dort verkehrt ein Triebzug der Baureihe 642 werktags zur Hauptverkehrszeit stündlich, am Wochenende und an Feiertagen alle zwei Stunden.

Neuendettelsau kann auch durch den Busverkehr der OVF erreicht werden, der vor allem für die Schüler eingerichtet wurde. Daneben gibt es eine Innerortslinie, die allerdings nur am Montag, Mittwoch und Freitag bedient wird.

Persönlichkeiten

Die Persönlichkeiten sind aufsteigend nach ihrem Geburtsjahr sortiert.

Wilhelm Löhe, Gründer der Diakonie Neuendettelsau
Friedrich Bauer, Gründer der Neuendettelsauer Missionsarbeit
Amalie Rehm, erste Oberin der Diakonissenanstalt
Hermann Bezzel, 3. Rektor der Diakonie

Ehrenbürger

  • Gottfried Löhe (1841–1916), Buchhändler und Verleger, seit 1908 Ehrenbürger[183]
  • Dr. Hermann Dietlein (1850–1925), Bahnarzt für die Diakonissenanstalt, Dorf und Umgebung, seit 1907 Ehrenbürger[184]
  • Hermann von Bezzel (1861–1917), Rektor der Diakonie Neuendettelsau und Oberkonsistorialpräsident der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, seit 1909 Ehrenbürger[183]
  • Eduard Sabel (1856–1928), Pfarrer der St.-Nikolai-Gemeinde, seit 1909 Obmann der Gesellschaft für Innere Mission, seit 1913 Ehrenbürger[185]
  • Alfred Kolb (1938–1998), ehrenamtlicher 1. Bürgermeister, seit 1998 Ehrenbürger[184]
  • Rudolf Arlt (* 1931), Unternehmer, CSU-Politiker, ehrenamtlicher 2. und 3. Bürgermeister, Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse, seit 2002 Ehrenbürger[186]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Wilhelm Löhe (1808–1872), Gründer und erster Rektor der Diakonie Neuendettelsau
  • Friedrich Bauer (1812–1874), Gründer und erster Inspektor der Neuendettelsauer Missionsanstalt
  • Amalie Rehm (1815–1883), erste Oberin der Diakonissenanstalt Neuendettelsau
  • Therese Stählin (1839–1928), Diakonisse und Oberin der Diakonissenanstalt Neuendettelsau
  • Johann Flierl (1858–1947), Gründer der Neuendettelsauer Mission in Neuguinea
  • Georg Merz (1892–1959), Mitbegründer und erster Rektor der Augustana-Hochschule
  • Hermann Dietzfelbinger (1908–1984) Rektor der Diakonie Neuendettelsau und Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
  • Theodor Schober (1918–2010), Pfarrer und Rektor der Diakonie Neuendettelsau
  • Hans Rößler (* 1935), Lehrer, Heimatgeschichtler und Gründer des Löhe-Zeit-Museums, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande
  • Norbert Schottmann (* 1944), Gründer der Ortsgruppe des Bayerischen Roten Kreuzes, seit 2014 Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse und am Bande[187]
  • Hermann Schoenauer (* 1950), Pfarrer und Rektor der Diakonie Neuendettelsau
  • Mathias Hartmann (* 1966), Pfarrer und Rektor der Diakonie Neuendettelsau (seit 2015)

siehe auch: Kategorie:Person (Neuendettelsau)

Literatur

Monographien

  • Matthias Honold; Hans Rößler (Hrsg.): 700 Jahre Neuendettelsau: Festschrift zur 700-Jahr-Feier 1298/1998; historische Beiträge zur Ortsgeschichte und Häuserchronik von Neuendettelsau. Neuendettelsau 1998, ISBN 3-00-002564-2.
  • Harald Jenner: Von Neuendettelsau in alle Welt. Entwicklung und Bedeutung der Diakonissenanstalt Neuendettelsau. Neuendettelsau 2004, ISBN 3-9809431-0-0.
  • Manfred Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter. (Dissertation). Erlangen 2009, DNB 998940933 (PDF; 11,1 MB).
  • Hans Rößler (Hrsg.): Unter Stroh- und Ziegeldächern. Aus der Neuendettelsauer Geschichte. Freimund, Neuendettelsau 1982, ISBN 3-7726-0110-3.
  • Hans Rößler: Nationalsozialismus in der fränkischen Provinz. Neuendettelsau unterm Hakenkreuz. Neuendettelsau 2017, ISBN 978-3-9809431-9-2.
  • Adam Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte. Brügel, Ansbach 1963, DNB 994601611.
  • Erhard Steinbauer: Neuendettelsau in alten Ansichten. 2. Auflage. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1982, DNB 998671452.
  • Wolfgang Steinbauer: Die ortsgeschichtliche Entwicklung von Neuendettelsau. 1962.
  • Annerose Tietze: Flurnamen von Neuendettelsau als Spiegel der Ortsnatur und Ortsgeschichte. Erlangen 1967.

Aufsätze und Artikel

Weblinks

 Commons: Neuendettelsau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Neuendettelsau – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

Zitate in Kurzform sind mit den vollständigen Literaturangaben verlinkt.

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 138.
  3. Bis zum Wirken Wilhelm Löhes war der auf einem Hochplateau gelegene Ort verhältnismäßig unbedeutend und arm und wurde deswegen von den Bewohnern umliegender Orte als „Bettelhöhe“ bezeichnet. Friedrich Weiß: Der Dorfherr und seine Bauern, in: Hans Rößler (Hrsg.): Unter Stroh- und Ziegeldächern, S. 31.
  4. a b c Neuendettelsau: Amtliche Statistik des LfStat, S. 13. Stand: 2016.
  5. W. Steinbauer: Die ortsgeschichtliche Entwicklung von Neuendettelsau, S. 32.
  6. W. Steinbauer: Die ortsgeschichtliche Entwicklung von Neuendettelsau, S. 129.
  7. Natura 2000. Abgerufen am 10. August 2018.
  8. Neuendettelsau in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 4. August 2018. Dort 18 Ortsteile, da der Ortsteil Gewerbegebiet nicht berücksichtigt wird.
  9. a b c Hanns Weiß: Der Dorfherr und seine Bauern, in: Hans Rößler (Hrsg.): Unter Stroh- und Ziegeldächern, S. 24–26.
  10. M. Keßler: Häuserchronik der Kerngemeinde Neuendettelsau, in: Matthias Honold, Hans Rößler (Hrsg.): 700 Jahre Neuendettelsau, S. 213.
  11. a b Klima: Neuendettelsau. AmbiWeb GmbH, abgerufen am 26. Januar 2017.
  12. M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 11f.
  13. M. Jehle: Ansbach, Bd. 1, S. 18.
  14. M. Jehle: Ansbach, Bd. 1, S. 19.
  15. M. Jehle: Ansbach, Bd. 1, S. 22.
  16. M. Jehle: Ansbach, Bd. 1, S. 25, 475.
  17. M. Jehle: Ansbach, Bd. 1, S. 52.
  18. M. Jehle: Ansbach, Bd. 1, S. 476.
  19. M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 443.
  20. M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 444.
  21. M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 445.
  22. Ernst Förstemann: Altdeutsches Namenbuch. 1. Auflage. Erster Band: Personennamen. Verlag von Ferdinand Förstemann, Nordhausen 1856, Sp. 1145 (Digitalisat).
  23. W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 157; E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 138.
  24. Manfred Keßler: Auf der Suche nach den Urhöfen von Neuendettelsau, in: Matthias Honold, Hans Rößler (Hrsg.): 700 Jahre Neuendettelsau, S. 44.
  25. Manfred Keßler: Auf der Suche nach den Urhöfen von Neuendettelsau, S. 46.
  26. Hans Rößler: Vor 700 Jahren, in: Matthias Honold, Hans Rößler (Hrsg.): 700 Jahre Neuendettelsau, S. 22.
  27. M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 170.
  28. M. Jehle: Ansbach, Bd. 1, S. 446, 478.
  29. M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 89.
  30. Dietrich Deeg: Die Herrschaft der Herren von Heideck: Eine Studie zu hochadliger Familien- u. Besitzgeschichte (= Freie Schriftenfolge der Gesellschaft für Familienforschung in Franken. Band 18). Neustadt/Aisch 1968, DNB 456319735, S. 169.
  31. M. Keßler, Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 70; E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 138.
  32. M. Keßler, Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 70.
  33. M. Keßler, Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 192f.
  34. M. Keßler, Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 196.
  35. M. Keßler, Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 199.
  36. M. Keßler, Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 213.
  37. M. Keßler, Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 227.
  38. M. Keßler, Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 239.
  39. M. Jehle: Ansbach, Bd. 1, S. 483.
  40. M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 87f.
  41. M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 260.
  42. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 6. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach, Bd. 2, S. 731.
  43. a b Friedrich Weiß: Der Dorfherr und seine Bauern, in: Hans Rößler (Hrsg.): Unter Stroh- und Ziegeldächern, S. 35.
  44. a b Georg Kuhr: Neuendettelsau und der Dreißigjährige Krieg, in: Hans Rößler (Hrsg.): Unter Stroh- und Ziegeldächern, S. 73.
  45. W. Steinbauer: Die ortsgeschichtliche Entwicklung von Neuendettelsau, S. 53.
  46. E. Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Windsbach, S. 44ff.
  47. Georg Kuhr: Österreichische Exulanten in Neuendettelsau, in: Hans Rößler (Hrsg.): Unter Stroh- und Ziegeldächern, S. 83.
  48. W. Steinbauer: Die ortsgeschichtliche Entwicklung von Neuendettelsau, S. 57f.; A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 68.
  49. M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 461.
  50. A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 74.
  51. W. Steinbauer: Die ortsgeschichtliche Entwicklung von Neuendettelsau, S. 59.; A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 76.
  52. Hans Rößler: 200 Jahre Feuerwehrgeschichte, in: Hans Rößler: Unter Stroh- und Ziegeldächern, S. 104. Für die weitere Entwicklung siehe #Feuerwehr.
  53. A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 78f.
  54. a b M. Jehle: Ansbach, Bd. 2, S. 891.
  55. Laut dem „Geographischen, Statistisch-Topographischen Lexikon von Franken“ gab es 1801 in Neuendettelsau 60 Anwesen. J. K. Bundschuh: Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 738.
  56. M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 461f.
  57. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach, Bd. 2, S. 963.
  58. a b M. Jehle: Ansbach, Bd. 2, S. 1002 f.
  59. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 756 (Digitalisat).
  60. M. Jehle: Ansbach, Bd. 2, S. 956.
  61. M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau, S. 462.
  62. Wilhelm Löhe: Etwas aus der Geschichte des Diaconissenhauses Neuendettelsau. Gottfried Löhe, Nürnberg 1870, S. 6 (Digitalisat).
  63. W. Löhe: Geschichte des Diaconissenhauses Neuendettelsau, S. 66–85.
  64. W. Löhe: Geschichte des Diaconissenhauses Neuendettelsau, S. 86–94.
  65. W. Löhe: Geschichte des Diaconissenhauses Neuendettelsau, S. 94–107.
  66. W. Löhe: Geschichte des Diaconissenhauses Neuendettelsau, S. 107–112.
  67. W. Löhe: Geschichte des Diaconissenhauses Neuendettelsau, S. 112–117.
  68. W. Löhe: Geschichte des Diaconissenhauses Neuendettelsau, S. 127.
  69. Werner Ost: Löhe und die Neuendettelsauer Missionsanstalt, in: Hans Rößler (Hrsg.): Unter Stroh- und Ziegeldächern, S. 162.
  70. Werner Ost: Löhe und die Neuendettelsauer Missionsanstalt, S. 166.
  71. Hans Rößler: 111 Jahre Laurentius-Kirche Neuendettelsau, in: Matthias Honold, Hans Rößler (Hrsg.): 700 Jahre Neuendettelsau, S. 111.
  72. Hanns Weiß: Die Lokalbahn Wicklesgreuth – Windsbach, in: Hans Rößler (Hrsg.): Unter Stroh- und Ziegeldächern, S. 192.
  73. A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 362.
  74. a b c d e f g h i j k Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 164, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  75. A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 215.
  76. A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 216.
  77. A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 215.
  78. A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 217.
  79. a b A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 219.
  80. a b E. Steinbauer: Neuendettelsau in alten Ansichten, [Seitenzahlen fehlen]
  81. Führer durch Ansbach und seine Umgebung. Brügel & Sohn, Ansbach 1930, DNB 574735089, S. 152.
  82. H. Rößler: Neuendettelsau unterm Hakenkreuz, S. 81f.
  83. H. Rößler: Neuendettelsau unterm Hakenkreuz, S. 82ff.
  84. H. Rößler: Neuendettelsau unterm Hakenkreuz, S. 84.
  85. H. Rößler: Neuendettelsau unterm Hakenkreuz, S. 21–24.
  86. H. Rößler: Neuendettelsau unterm Hakenkreuz, S. 88.
  87. H. Rößler: Neuendettelsau unterm Hakenkreuz, S. 90.
  88. H. Rößler: Neuendettelsau unterm Hakenkreuz, S. 119f.
  89. H. Rößler: Neuendettelsau unterm Hakenkreuz, S. 213.
  90. H. Rößler: Neuendettelsau unterm Hakenkreuz, S. 217–221.
  91. H. Rößler: Neuendettelsau unterm Hakenkreuz, S. 94.
  92. H. Rößler: Neuendettelsau unterm Hakenkreuz, S. 159–167.
  93. Michael Cranach und Hans-Ludwig Siemen (Hrsg.): Psychiatrie im Nationalsozialismus, München 2012, S. 167–170.
  94. H. Rößler: Neuendettelsau unterm Hakenkreuz, S. 213.
  95. A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 239.
  96. A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 245.
  97. A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 246.
  98. Hans Rößler: Kriegsende zwischen Ansbach und Windsbach, in: Matthias Honold, Hans Rößler (Hrsg.): 700 Jahre Neuendettelsau, S. 163f.
  99. A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 248.
  100. A. Schuster: Aus tausend Jahren Neuendettelsauer Geschichte, S. 245.
  101. Gedenktafel in der Leichenhalle des Diakoniefriedhofs Neuendettelsau
  102. Gedenktafel beim Haus Lutherrose
  103. Matthias Honold: Bomben oder Strümpfe? Gewerbeansiedlung in der „Muna“ 1945–1956, in: Matthias Honold, Hans Rößler (Hrsg.): 700 Jahre Neuendettelsau, S. 196.
  104. M. Honold: Gewerbeansiedlung in der Muna 1945–1956, S. 200.
  105. M. Honold: Gewerbeansiedlung in der Muna 1945–1956, S. 202.
  106. M. Honold: Gewerbeansiedlung in der Muna 1945–1956, S. 208.
  107. M. Honold: Gewerbeansiedlung in der Muna 1945–1956, S. 196.
  108. a b c d e f Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 174, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  109. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1028 (Digitalisat).
  110. a b Michael Gebauer (Hrsg.): Festschrift zum 50-jährigen Weihejubiläum der Kirche St. Franziskus in Neuendettelsau. Neuendettelsau 2012, S. 24.
  111. a b M. Gebauer (Hrsg.): St. Franziskus Neuendettelsau, S. 28.
  112. a b K. Rosenhauer (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach, S. 176.
  113. Mehr dazu in den Abschnitten #Landwirtschaft und #Handwerksbetriebe und Industrieunternehmen.
  114. Sebastian Knauer und Sven Röbel: UMWELT: „Cocktail aus Chemie“. In: Der Spiegel. Nr. 26, 2002 (online).
  115. Umweltskandal: Giftmüll von Großunternehmen auf bayerischen Feldern. In: Spiegel Online. 13. Juni 2002, abgerufen am 31. Dezember 2016.
  116. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 421.
  117. Amtliche Ergebnisse entsprechen meist nicht der tatsächlichen Einwohnerzahl, wie sie durch Volkszählungsergebnisse ermittelt wurden. Dadurch ist die Schwankung der Einwohnerzahl zu erklären, wie man sie z. B. für 2010/2011 erkennen kann.
  118. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude.
  119. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 329 (Digitalisat).
  120. a b c d e f g h i j k Neuendettelsau: Amtliche Statistik des LfStat, S. 6 und 12.
  121. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 62 (Digitalisat).
  122. a b c Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 150 (Digitalisat).
  123. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1043, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  124. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1209, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  125. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1095 (Digitalisat).
  126. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1159 (Digitalisat).
  127. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1197 (Digitalisat).
  128. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 170 (Digitalisat).
  129. Gemeindeverwaltung Neuendettelsau (Hrsg.): Neuendettelsau. Informationen, Behördenwegweiser. Neuendettelsau 2014, S. 7.
  130. M. Jehle: Ansbach, Bd. 1, S. 481.
  131. a b c M. Jehle: Ansbach, Bd. 1, S. 67.
  132. Hans Rößler: Luthers Lehre in Neuendettelsau, in: Hans Rößler (Hrsg.): Unter Stroh- und Ziegeldächern, S. 64.
  133. Hans Rößler: 111 Jahre Laurentius-Kirche Neuendettelsau, in: Matthias Honold, Hans Rößler (Hrsg.): 700 Jahre Neuendettelsau, S. 111.
  134. M. Jehle: Ansbach, Bd. 1, S. 72 f.
  135. M. Gebauer (Hrsg.): St. Franziskus Neuendettelsau, S. 32.
  136. K. Rosenhauer: Der Landkreis Ansbach, S. 177; W. Steinbauer: Die ortsgeschichtliche Entwicklung von Neuendettelsau, S. 129.
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  139. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. 3. Auflage. Brügel’sche Officin, Ansbach 1864, S. 141 (Digitalisat).
  140. a b c d e f g h i Bürgermeister von Neuendettelsau, in: Hans Rößler (Hrsg.): Unter Stroh- und Ziegeldächern, S. 226.
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Dieser Artikel wurde am 19. August 2018 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.