LZ 40

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Der Zeppelin LZ 40 war das 40. Luftschiff des Grafen Zeppelin und das zehnte Luftschiff der Kaiserlichen Marine.

Geschichte

Die erste Fahrt von LZ 40 fand am 13. Mai 1915 statt. Die Marine übernahm das Luftschiff unter der militärischen Kennung L 10.

LZ 40 war der erste Zeppelin mit vier Motoren – statt wie bisher drei Motoren – als Antrieb. Das Schiff wurde in Nordholz stationiert für Aufklärungsfahrten über der Nordsee und für Bombenangriffe auf Großbritannien.

Für seinen ersten Bombenangriff auf London hob LZ 40 kurz nach Mitternacht am 4. Juni 1915 in Nordholz ab. Die Bombenlast des Schiffes betrug zwei 100-kg-Bomben, 20 50-kg-Sprengbomben und 90 Brandbomben. Durch starken Gegenwind konnte London nicht vor Tagesanbruch erreicht werden und so warf LZ 40 seine Bombenfracht auf Gravesend ab.

Am 16. Juni 1915 bombardierte LZ 40 das Industriegebiet am Tyne mit 2,5 Tonnen Bomben und erzielte große Wirkung durch Schäden an Industrieanlagen. Bei diesem Bombenangriff wich das Luftschiff durch Aufsteigen in große Höhe dem Angriff eines britischen Flugzeuges aus, das dem Zeppelin in solche Höhe nicht folgen konnte.

Weitere Bombenangriffe gegen Sheppey und Harwich folgten. Seinen letzten Angriff gegen England fuhr LZ 40 am 17. August 1915 auf London mit 1,4 Tonnen Bomben.

Ende von LZ 40/L 10

Während einer Fahrt im Gewitter am 3. September 1915 in der Nähe von Cuxhaven entzündete sich abgeblasenes Gas und das Luftschiff verbrannte in der Luft. Es gab keine Überlebenden.

Eine ähnliche Fahrt im Gewitter über der Nordsee beschrieb Hans von Schiller als Offizier an Bord des Luftschiffes L 11: „Die Blitze flammen in ganzen Flächen auf. Ein gewaltiger Schlag betäubt mir das Ohr und füllt das Innenschiff mit blendendem Licht, ein Blitz ist hart am Zepp vorbei in die See gefahren. Der Mann am oberen Ausguck telefoniert herunter, daß die Mündungen seiner Maschinengewehre Funken sprühen. Ich klettere durch den Steigschacht hinauf, um nachzusehen, was da los ist. Zu meiner Überraschung finde ich die Plattform hell erleuchtet. Inmitten dieser Helle sitzt, bis auf die Haut durchnäßt, der Posten und hat einen regelrechten Heiligenschein um den Kopf. Bergsteigern ist die sonderbare Erscheinung nicht unbekannt, ebensowenig den Schiffern, man bezeichnet sie als Elmsfeuer. Auch das Duraluminiumgerüst der Hülle ist mit Elektrizität geladen und sprüht an allen Verbindungspunkten, Kanten und scharfen Ecken. Wenn wir aus der Führergondel nach oben sehen, können wir uns selber davon überzeugen, wie die Elektrizität aus allen vorstehenden Punkten Funken schlägt. Drähte und Kabel glühen in blauvioletten Farbtönen, ein wunderbarer Anblick, nur sind wir nicht recht in der Lage, uns daran zu freuen. Denn unsere Leute torkeln wie betrunkene Seiltänzer auf dem schmalen Metallsteg, und unser aller Leben hängt davon ab, daß jetzt kein Wasserstoffgas aus den Zellen austritt, während alle zwei Sekunden ein Blitzstrahl sozusagen auf Armlänge vorbeifährt.“ [1]

Technische Daten

  • Traggasvolumen: 31.900 m³ Wasserstoff
  • Länge: 163,50 m
  • Durchmesser: 18,70 m
  • Nutzlast: 15 t
  • Antrieb: vier sechszylindrige Maybach-Motoren von je 210 PS (154 kW)
  • Geschwindigkeit: 26,7 m/s

Siehe auch

Literatur

  • Peter Meyer: Luftschiffe – Die Geschichte der deutschen Zeppeline. Wehr & Wissen, Koblenz/Bonn 1980.

Einzelnachweise

  1. Ernst A. Lehmann: Auf Luftpatrouille und Weltfahrt. Wegweiser-Verlag, Berlin 1936, Seiten 157–159