LZ 4

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Zeitgenössische Postkarte
Zeppelinstein zum Gedenken an LZ 4 in Echterdingen

Der Zeppelin LZ 4 war das vierte Starrluftschiff, das unter der Leitung von Ferdinand von Zeppelin gebaut und erprobt wurde. Am 5. August 1908 verbrannte es auf Erprobungsfahrt nach einer Havarie nahe Echterdingen.

Geschichte

Nachdem sich der vorherige Zeppelin LZ 3 als Erfolg erwiesen hatte, erhielt Ferdinand von Zeppelin für den Bau des Nachfolgemodells staatliche Zuschüsse in Höhe von 500.000 Reichsmark. Bedingung war allerdings, dass der neue Zeppelin in der Lage sein sollte, eine 24-Stunden-Fahrt zu absolvieren. Somit musste Ludwig Dürr die Konstruktion von LZ 3 deutlich überarbeiten, indem der Rumpf von 126 auf 149 m verlängert und die Anzahl der Gaszellen auf 17 vergrößert wurde.

Der Bau des Luftschiffs begann im November 1907, der Erstflug erfolgte am 20. Juni des Folgejahres. Dabei stellte sich heraus, dass die vorgesehenen Seitenruder für ein Schiff dieser Größe unzureichend waren. Deshalb wurden zusätzliche Seitenruder zwischen den doppelten Leitwerken am Heck angebracht. Die erste längere Fahrt erfolgte am 1. Juli, dauerte zwölf Stunden und führte von Friedrichshafen nach Zürich und wieder zurück, wobei 386 km Strecke zurückgelegt wurden. Hierauf folgend wurde die geforderte 24-Stunden-Fahrt für den 13. Juli vorbereitet, doch kurz nach dem Start fiel ein Propeller aus, und die Fahrt musste abgebrochen werden.

Ein erneuter Versuch, der entlang des Rheins nach Mainz und zurück führen sollte, erfolgte am 4. August mit 12 Personen sowie genügend Treibstoff für 31 Stunden Fahrt an Bord. Über Straßburg musste jedoch der Bugmotor für das Umfüllen von Treibstoff gestoppt werden, und die verlangsamte Fahrt führte dazu, dass der dynamische Abtrieb nachließ, das Schiff somit auf 820 m stieg und dort über ein Ventil Wasserstoff abließ. Dies wiederholte sich bei weiteren Tankvorgängen, sodass sich LZ 4 schließlich nur noch durch dynamischen Auftrieb in der Luft gehalten wurde, wodurch die Fahrt auf 16 km/h absank. Am späten Nachmittag landete LZ 4 am Kornsand bei Oppenheim, um Ballast abzuladen, und setzte einige Stunden später die Fahrt fort.

Mainz konnte gegen Mitternacht erreicht werden, und das Schiff machte sich auf den Rückweg, doch gut zwei Stunden später trat an einem Triebwerk ein Schaden des Kurbellagers auf. Um diesen Schaden mit Hilfe von Daimler-Mitarbeitern aus Untertürkheim zu beheben, landete LZ 4 am Morgen bei Echterdingen und wurde dort vertäut. Der Bugmotor wurde für die Reparaturen abmontiert. Am Nachmittag allerdings riss eine Gewitterböe den Zeppelin aus seiner Verankerung. Sein Anker verfing sich in einer Baumreihe, wodurch die Gaszellen aufgerissen wurden und Feuer fingen. LZ 4 wurde bei diesem Unglück vollständig zerstört. Menschen kamen nicht zu Schaden, obschon die Landung des Luftschiffs mehrere Zehntausend Schaulustige angezogen hatte.

Nachwirkung

Trotz dieses Fehlschlags erwies sich LZ 4 letztlich als Erfolg für Ferdinand von Zeppelin: Das Unglück bescherte seinem Projekt landesweite Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft, und über die Zeppelinspende des deutschen Volkes in Verbindung mit dem Verkauf von Souvenirs aus dem Metall von LZ 4 kamen 6 Millionen Reichsmark zusammen, die es von Zeppelin erlaubten, mit Gründung der Luftschiffbau Zeppelin GmbH in einem professionellen Unternehmen zu agieren.

Am Ort des Geschehens wurde später ein Zeppelinstein als Denkmal aufgestellt. Ein Modell von LZ 4 ist im Verkehrsmuseum Dresden ausgestellt.

Technische Daten

  • Traggasvolumen: 17.300 m³ Wasserstoff
  • Länge: 149 m
  • Durchmesser: 14,0 m
  • Antrieb: Zwei Daimler-Motoren von je 105 PS
  • Geschwindigkeit: 48 km/h
  • Luftausdauer: 30 Stunden

Weblinks

 Commons: LZ 4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch