Christine Magerski

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Foto Christine Magerski

Christine Magerski (* 28. März 1969 in Wittenberge) ist eine deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Sie lehrt als Professorin für neuere deutsche Literatur- und Kulturgeschichte an der Philosophischen Fakultät der Universität Zagreb in Kroatien.

Leben und Wirken

Magerski studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin (Magister Artium 1997). Von 1998 bis 2003 war sie Doktorandin an der Monash University Melbourne, wo sie 2003 bei David Roberts mit einer Arbeit zum Zusammenhang von literarischer Moderne, Literaturkritik und den Anfängen der Literatursoziologie promovierte. Von 2003 bis 2004 war sie Postdoktorandin bei Wolf Lepenies am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seit 2004 lehrt sie neuere deutsche Literatur- und Kulturgeschichte an der Germanistik der Universität Zagreb. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Zagreb und Berlin.

Magerski ist eine Vertreterin der Literatursoziologie und arbeitet an einer Vielzahl von literatur- und kultursoziologischen Themen und Fragestellungen. Dazu gehören Arbeiten zur Geschichte und Theorie der literarischen Moderne, zur Theorie und Kulturgeschichte moderner Kunst und zur Kultur- und Gesellschaftstheorie. Hervorgetreten ist sie mit Publikationen zur Theorie der modernen Literatur, der Avantgarde und der Bohème. Auseinandergesetzt hat sich Magerski auch mit der Ideen-, Wissenschafts- und Bildungsgeschichte.

Charakteristisch für die Schriften von Magerski ist der problemorientierte, transdisziplinäre Ansatz. Ihre „Kombination von literaturhistorischen, wissenschaftsgeschichtlichen und methodologischen Fragestellungen“[1] gilt innerhalb der Literaturwissenschaft als innovativ. Auch stehen ihre kultursoziologischen Schriften „konträr zu eingespielten Sehgewohnheiten der Soziologie“, da Magerski den Blick nicht nur auf konvergierende oder divergierende Denkfiguren lenkt, sondern das Theoriefeld auch in Beziehung mit künstlerischen Positionen sowie „zeitspezifischen Diskurskonstellationen und Bezugsproblemen“ stellt.[2] Magerski selbst stellt sich in die Tradition der sogenannten Zagreber Schule.[3]

Forschungsschwerpunkte von Christine Magerski sind:

  • Literarische Moderne und Literaturtheorie
  • Literatur- und Kultursoziologie
  • Avantgarde und Bohème
  • Kultur- und Gesellschaftstheorie
  • Wissenschaftsgeschichte

Schriften (Auswahl)

Monographien

  • Die Konstituierung des literarischen Feldes in Deutschland nach 1871. Berliner Moderne, Literaturkritik und die Anfänge der Literatursoziologie. Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 978-3-11-092070-3.
  • Theorien der Avantgarde. Gehlen -- Bürger -- Bourdieu -- Luhmann. Wiesbaden, Springer 2011, ISBN 978-3-531-17839-4.
  • Für welche Hochschule? Historische Beobachtungen über die Konstruktion von Bildung. Vergangenheitsverlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-864-08055-5.
  • Lebenskünstler. Kleine Kulturgeschichte der Berliner Boheme. Vergangenheitsverlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-864-08171-2.
  • Gelebte Ambivalenz. Die Bohème als Prototyp der Moderne. Springer, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-03349-1.
  • Imperiale Welten. Literatur und politische Theorie am Beispiel Habsburg. Velbrück, Weilerswist 2018, ISBN 3958321518.

Herausgeberschaften

  • Moderne Begreifen. Zur Paradoxie eines sozio-ästhetischen Deutungsmusters. Deutscher Universitätsverlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8350-6071-5.
  • Literaturwissenschaft im Wandel. Aspekte theoretischer und fachlicher Neuorganisation. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-16502-8.

Aufsätze und Artikel (Auswahl)

  • Die Wirkungsmacht des Symbolischen. Von Cassirers Philosophie der symbolischen Formen zu Bourdieus Soziologie der symbolischen Formen. In: Zeitschrift für Soziologie, 2/2005, S. 112–127.[1]
  • Zum theoretischen Stellenwert der Feldtheorie Pierre Bourdieus am Beispiel der Ausdifferenzierung und Strukturierung des literarischen Feldes in Deutschland. In: KulturPoetik, Bd. 6, Heft 2/2006, S. 153–171.
  • Arnold Gehlen: Modern art as symbol of modern society. In: Thesis Eleven. Critical Theory and Historical Sociology, Heft 8/2012, S. 81–96.
  • Peter Bürger. In: Klassiker der Soziologie der Künste, Hrsg. v. Christian Steuerwald, Wiesbaden: Springer Verlag für Sozialwissenschaften 2016, S. 79–92. 

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Steffen Martus: Rezension zu Christine Magerski, Die Konstituierung des literarischen Feldes in Deutschland nach 1871. Berliner Moderne, Literaturkritik und die Anfänge der Literatursoziologie, Tübingen: Niemeyer 2004. In: Germanistik, Band 47, 2006, S. 349.
  2. Andrea Glauser: Soziologie der Kunst. In: Soziologische Revue. Besprechungen neuer Literatur, Band 36 (Heft 1), 2013, S. 24–26.
  3. Christine Magerski: Schule machen. Zur Geschichte und Aktualität der Literatursoziologie. In: Zagreber Germanistische Beiträge. Heft 24/2015, S. 193–220.