Bezirk Brzozów

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Lage des Bezirks Brzozów im Kronland Galizien und Lodomerien

Der Bezirk Brzozów war ein politischer Bezirk im Kronland Galizien und Lodomerien. Sein Gebiet umfasste Teile Ostgaliziens im heutigen Polen (Powiat Brzozów), Sitz der Bezirkshauptmannschaft war die Stadt Brzozów. Nach dem Ersten Weltkrieg musste Österreich den gesamten Bezirk an Polen abtreten, hier sind große Teile heute im Powiat Brzozowski zu finden.

Er grenzte im Norden an den Bezirk Rzeszów, im Osten an den Bezirk Przemyśl, im Südosten an den Bezirk Dobromil, im Süden an den Bezirk Sanok, im Westen an den Bezirk Krosno sowie im Nordwesten an den Bezirk Strzyżów.

Geschichte

Nachdem die Kreisämter Ende Oktober 1865 abgeschafft wurden und deren Kompetenzen auf die Bezirksämter übergingen,[1] schuf man nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich 1867 auch die Einteilung des Landes in zwei Verwaltungsgebiete ab. Zudem kam es im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung[2] zur Schaffung von getrennten Verwaltungs- und Justizbehörden. Während die gerichtliche Einteilung weitgehend unberührt blieb,[3] fasste man Gemeinden mehrerer Gerichtsbezirke zu Verwaltungsbezirken zusammen.

Der neue politische Bezirk Brzozów wurde aus folgenden Bezirken gebildet:[4]

Der Bezirk Brzozów bestand bei der Volkszählung 1910 aus 66 Gemeinden sowie 46 Gutsgebieten[5] und umfasste eine Fläche von 1193 km². Hatte die Bevölkerung 1900 noch 78.694 Menschen umfasst, so lebten hier 1910 81.409 Menschen[6]. Auf dem Gebiet lebten dabei mehrheitlich Menschen mit polnischer Umgangssprache (88 %) und römisch-katholischem Glauben, Juden machten rund 7 % der Bevölkerung aus[7].

Ortschaften

Auf dem Gebiet des Bezirks bestand 1910 Bezirksgerichte in Brzozów und Dynów, diesen waren folgende Orte zugeordnet[8]:

Gerichtsbezirk Brzozów:

Gerichtsbezirk Dynów:

  • Bachórz bestehend aus den Ortsteilen Bachórz und Chodorówka
  • Stadt Dynów
  • Harta bestehend aus den Ortsteilen Harta und Lipnik
  • Poręby bestehend aus den Ortsteilen Huty, Jasionów und Poręby
  • Przedmieście Dynowskie bestehend aus den Ortsteilen Igioza und Przedmieście Dynowskie
  • Wesoła bestehend aus den Ortsteilen Magierów, Ujazdy und Wesoła
  • Wołodź bestehend aus den Ortsteilen Wola Wołodzka und Wołodź

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Österreich 1865, XXVI. Stück, Nr. 92: „Verordnung des Staatsministeriums vom 23. September 1865, über die Aufhebung der Kreisbehörden in Galizien“
  2. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1868 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“
  3. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1867, XVII. Stück, Nr. 37: „Verordnung des Justizministeriums vom 15. Februar 1867, über die Aufstellung von reinen Bezirksgerichten in Ostgalizien“
  4. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1867, IX. Stück, Nr. 17: „Verordnung des Staatsministeriums vom 23. Jänner 1867“
  5. Die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern - Die summarischen Ergebnisse der Volkszählung. Mit 6 Kartogrammen - Tabelle I.
  6. Die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern - Die summarischen Ergebnisse der Volkszählung. Mit 6 Kartogrammen - Tabelle II.
  7. Die Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern - Die summarischen Ergebnisse der Volkszählung. Mit 6 Kartogrammen - Tabelle III.
  8. Allgemeines Verzeichnis der Ortsgemeinden und Ortschaften Österreichs nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. Dezember 1910, Seite 325

Literatur